?S':-^U -r^-.-/ » .•^"*v X .. ._.^^ THE UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY C3 560.5 05 V.59 OSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSßRRIFT. REDIGIERT UND HERAUSGEGEBEN VON W RICHARD R. v. WETTSTEIN PROFESSOR AN DER K. K. UNIVERSITÄT IN WIEN. LIX. JAHRGANG. MIT 52 TEXTABBILDUNGEN (221 EINZELFIGUREN), 3 ANSICHTEN UND 2 PLÄNEN IM TEXT UND 8 TAFELN. WIEN 1909. VERLAG VON KARL GEROLDS SOHN I., BaRBARAOASSE 2. OS v.^^ ÖSTERREICHISCHE ßöTAilSCB Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein. Professor an der t. t. Universität in Wien. Verlas von Karl Gerolds Sohn in Wien. LIX. Jahrgang, N«- 1. Wien, Jänner 1909. Über mitteleuropäische Variationen und Rassen des Galiuni sllvestre. Von Julius Schuster (München). (Mit Tafel I und einer Textabbildung.) Seit dem Jahre 1905 habe ich jenem Formenkreise, den mau als Galium silvestre ziisammeriziifassen pflegt, mein Augenmerk zu- gewendet und habe — ausgehend von den in Bayern vorkommenden Formen — versucht, einen Überbhck über die mitteleuro- päischen Formen überhaupt zu erlangen. Indem ich die Formen der Alpen und der Täler, der Voralpen und der Ebene, an ver- schiedenen Standorten beobachtete und bei einigen die Erblichkeit in der Kultur prüfte, ergab sich zunächst eine bestimmte Gliede- rung der bayerischen Formen und durch den Vergleich dieser mit dem Herbarmaterial aus anderen Gebieten eine Kritik über ver- schiedene Galium silvestre-Formen der mitteleuropäischen Flora. A, Kulturyersuche. Zunächst suchte ich zwei möglichst heterogene Formen zu vergleichen und wählte zu diesem Zweck eine Form des Galium silvestre, wie sie um München weit verbreitet ist, und eine alpine Form, die gewöhnlich als Galium anisoi^liyUum Vill. bezeichnet wird, aber dem Galium silvestre systematisch so nahe steht, daß sie von vielen Autoren nur als Varietät von Galium silvestre auf- gefaßt wird. Beide Formen wiU ich hier einstweilen als Alpen- form und Ebenen form auseinander halten. Die Alpenform sammelte ich am Krottenkopf bei Partenkirchen, ca. 1800 m, im September 1906, die Ebenenform Ende August auf einem Hügel bei Hersching, beide im Fruchtzustand. Die Unterschiede zwischen beiden Formen waren folgende: Österr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1909. 1 512012 Alpen form; Stengel aufsteigend, Inter- nodien gedrängt, 15 — 20 mm lang. Blätter ^/^m&l so lang bis länger als die Interiiodien. Fruchtstiele 3 — 5 mm lang. Niedrig, ca. 20 cm hoch, stark rasjo;. Ebenen form: Stengel mehr aufrecht, Inter- nodien verlängert, 40 — 60 mm lang. Blätter ^/^ — 7^ der Inter- nodieu. Fruchtstiele 2 — 3 mm lang. Etwa 40 cm hoch, nicht rasiff. Es sei noch angeführt, daß beide Pflanzen vollständig kahle Stengel und Blätter hatten. Anatomisch ergaben sich keine be- merkenswerten Differenzen; nur auf das beiden Formen gemein- schaftliche Vorkommen von zahlreichen Raphiden aus Kalzium- oxalat im Mesophyll sei hingewiesen, das auch von anderen Galiiim- Arten bekannt ist und zuerst von Solereder^) diagnostisch ver- wertet wurde. Von beiden der oben geschilderten Formen wurden Ende September 1906 Samen in Töpfe ausgesät, und zwar auf gut ge- düngter Gartenerde und auf Flußsand. 1907 kamen sämtliche Kulturen zur Entwicklung bis auf die auf Flußsand ausgesäte Ebenenform; diese gelangte überhaupt nicht zur Keimung. Dagegen entwickelte sich die auf Gartenerde kultivierte Ebenen form gut und stand Mitte Juni in Blüte. Die morphologischen Merkmale der Pflanze waren kaum verändert: das auf Fig. 1 abgebildete Exem- plar zeigt deutlich die verlängerten Internodien und die kürzeren Blätter; die Länge der Blütenstiele betrug 0*5 — 1 mm. Gegenüber der Stammpflanze trat nur der Unterschied hervor, daß die Rispen- äste mehr horizontal abstanden und die Rispen nicht so reichblütig waren, Erscheinungen, die wohl auf die Beleuchtung zurückzuführen sind, denn dieselbe Form des Galinm silvestre, auf Moorboden zwischen Schilf gewachsen; zeigt aufrecht abstehende Rispeuäste; ich fand diese Form — Fig. 2 — in einem Moor am Kirchsee bei Tölz im Juni 1905. Die Alpen form, wie ich sie auf dem Krottenkopf sammelte und zur Aussat benützte, ist in Fig. 8 vorgeführt. Aus dem Samen i erhielt ich auf Gartenerde die auf Fig. 9a dargestellte Pflanze; sie kam im Juh zur Blüte und zeigt deutlich die charakteristischen Merkmale der Alpenform ; die Blütenstiele maßen 3 — 5 mm. Nur die Internodien innerhalb der Infloreszenz zeigten gegenüber der Stammpflanze eine Streckung, so daß hier die Blätter nur ein Drittel so lang sind als die Internodien. Daß diese Streckung in erster Linie eine Ursache der Ernährungsbedingungen ist, dürfte die Kultur auf Flußsand zeigen, die Pflanzen wie die auf Fig. 9 b ab- gebildete ergab. Diese Pflanzen, die erst im September zur Blüte ^) Ein Beitrag zur anatomischen Charakteristik und Systematik der Rubiaceen. Bull. Herb. Boiss. 1893, I, p. 316. kamen, zeigten deutlich ein gehemmtes Wachstum: die Internodien sind viel kürzer als die Blätter, die Eispenäste minimal; die Blätter sind ziemlich lang und sehr schmal, während sie bei der Stamm- pflanze durchwegs breiter, teilweise gegen die Spitze hin verbreitert und kürzer waren. Dadurch war gezeigt, daß Alpenform und Ebenenform des Galium silvestre keine zufälligen Variationen sind, sondern ge- wisse Merkmale vererben; in der Kultur nicht konstant dagegen sind z. B. die Dimensionen der Blattspreite bei der Alpenform. Nun wollte ich in erster Linie feststellen, ob es von der Ebenen- form erbliche Eassen gibt, speziell ob saisondimorphe Formen vorkommen. Zu diesem Zweck wandte ich mich an die als Galium austriacum Jacq. bekannte Form, von der E. v. Wettstein\) die Vermutung ausspricht, daß hier möglicherweise Saisondimorphismus vorhanden sei. Indes konnte ich diese Vermutung nicht bestätigt finden. Ich fand vielmehr stets, daß alle Ebeneuformen von Galium silvestre anfangs Juni zu blühen beginnen und im Juli bereits Früchte tragen; nur vereinzelte blühen ausnahmsweise noch später, ohne aber morphologisch oder biologisch ein abweichendes Ver- halten zu zeigen. Das Material von Galium austriacum, das ich zu meinen Kulturversuchen benützte, stammt vom Lechfeld bei Kaufering. Hier traf ich dieses Labkraut blühend am 10. Juni 1906 auf Heideboden in Formen, wie sie Fig. 4 a darstellt. An besonders trockenen Stellen waren die Zwerge gewachsen, die auf Fig. 4b abgebildet und als f. halatonense Borb. beschrieben worden sind; auch etwas kräftigere Formen als die unter Fig. 4 a dargestellten waren darunter. Später verschaffte ich mir Samen dieser Pflanzen und säte diese Ende September aus, und zwar nicht auf dem trockenen Heide- boden des Lechfeldes, sondern auf gut gedüngter Gartenerde. Das Galium austriacum des Lechfeldes wies folgende charak- teristische Merkmale auf: Indernodien mittel, 20 — 30 mm lang; Blätter ^l^fudX so lang als die Indernodien oder kürzer; Blüten-, bzw. Fruchtstiele 1 — 2 mm lang; Wuchs nicht rasig. Interessant waren nun die Pflanzen, die im Jahre 1907 aus den Samen der Pflanzen vom Lechfelde entstanden, Fig. 5 a und 6 b. Diese fallen zunächst durch ihre Größe und ihre gestrekten Internodien auf. Die Internodien hatten eine Länge von 20—60 mm, die Blätter von 10 — 15 mm, waren also 72 — ^Ij^^^ so lang als die Internodien. Die Blütenstiele (Blütezeit Ende Juni) maßen 2*5 mm, die Fruchtstiele desgleichen, einzelne sogar 3 mm. Besonders die unter Fig. 5 b vorgeführte Form hatte somit Merkmale angenommen, die sie von der oben geschilderten Ebenenform des Galium sil- vestre in nichts unterscheiden. Das war ein ebenso auffallendes wie überraschendes Ergebnis: aber ich fand es 1908 auf einer Exkur- 1) Untersuchungen über den Saisondimorphismus im Pflanzenreiche, 1900, p. 31. sion auf das Lechfeld bei Landsberg bestätigt, indem hier an den Stellen, wo die Heide in gedüngte Wiesen überging, das Galium austriucitm mehr und mehr den Habitus der gewöhnlichen Ebenenform annahm, wobei die Infloreszenzäste teils mehr aufrecht, teils mehr horizontal abstanden. Galium austriacum ist also eine durch den trockenen Boden bedingte, nicht erbliche Ernährungsform des gewöhnlichen Galium silvestre. Dagegen könnte eingewendet werden, daß doch Galium austriacum auch in den Voralpen ziemlich hoch steigt (bis ca. 1200 m), also doch vielleicht eine besondere Rasse sein könne. Ich habe allerdings das Galium austriacum so hoher Stand- orte nicht in der Kultur beobachtet, habe aber gefunden, daß sich die präalpine Form in nichts von der unterscheidet, wie wir sie auf trockenen Stellen der Ebenen finden. Die Annahme, daß wir es hier mit einem alpinen Element der Heideflora zu tun haben, trifi't schon deshalb nicht zu, weil Galium austriacum auch an anderen Standorten, wo gar keine alpinen Pflanzen vorkommen, neben dem gewöhnlichen Ebenentypus des Galium silvestre wächst und auf Heidewiesen selbst, wo der Boden nährstoffreicher wird, in diesen übergeht. Wenn wir dieselbe Form in den Voralpen wieder- finden, so hängt dies offenbar mit den klimatischen Eigenschaften der Alpeuregion zusammen: denn die geringere Zahl der Inter- nodien, die geringere Streckung derselben, die mehr niederliegende Sproßachse bei dem präalpinen Galium austriacum — das sind offenbar durch die alpinen Bedingungen induzierte Eigenschaften, die in der Ebene verschwinden, hier aber durch bestimmte Er- nährungsverhältnisse gleichfalls eintreten können. Wir hätten hier also ein Beispiel dafür, daß bestimmte Formen auf doppelte Art entstehen können, wie solche die Gattung Galium auch sonst bietet: Galium verum findet man in den Alpen, z. B. auf dem Mont Oenis-Plateau niedriger, mit kurzen Stengelgliedern und mehr genäherten Blättern — eine analoge Form wächst aber auch im Sande des Nordseestrandes. Weiterhin lag mir daran, gewisse stark behaarte Formen der Ebenenform und der Alpenlorm in der Kultur zu beobachten. Die Ebenenform unterscheidet sich von der gewöhnlichen, kahlen, nur durch die starke Behaarung : der Stengel ist dicht flaumhaarig, innerhalb der Infloreszenz mehr kahl, die Blätter sind oberseits und am Eande mit abstehenden kurzen Haaren dicht bedeckt. Meine Exemplare stammen von einem Bahndamm nördlich von Dachau, wo sie auf sehr trockenem Boden wuchsen, aber üppige, reich verzweigte Rispen trugen, wie sie in Fig. 3a zu sehen sind. Daneben freilich fanden sich auch dürftigere Exemplare, vergleiche Fig. 3 b und 3 c, besonders letztere, die ein behaartes Galium austriacum darstellt und wieder zeigt, daß dieses nur eine Er- nährungsform des Typus darstellt. Die Samen wurden in Garten- erde ausgesät und gelangten Ende Juni 1907 zur Entwicklung: habituell waren keine besonderen Veränderungen wahrzunehmen, dagegen die Behaarung nur mehr im unteren Teile der Pflanze vorhanden und auch hier zeigte sich teilweise eine Neigung zur Verkahlung. Leider wurde die Kultur nicht fortgeführt, so daß es ungewiß ist, ob die Behaarung noch gänzlich verschwunden wäre oder nicht. Jedenfalls aber geht aus dem angeführten Versuch her- vor, daß dieses starke Indument kein erbliches Merkmal darstellt, wenn es auch stärker fixiert ist, als das bei der Ernährungsform Galium austriacuni der Fall war. Es stellt also diese Form eine Art Halbrasse dar. die wohl durch Trockenheit und Sterilität des Bodens bedingt und durch Anpassung an diese standörtlicheu Ver- hältnisse entstanden ist. Daß dies der Fall ist, geht auch daraus hervor, daß wir solche behaarte Formen stets auf sterilen oder trockenen Böden finden, so auf Quarzkies, Gneisgranit, Sand, Dolomit und Kalkgeröll. Hie und da findet man auch Pflanzen, bei denen nur mehr der untere Teil der Pflanze behaart ist, wie dies bei dem oben erwähnten Kulturexemplar der Fall war. Dieselbe Variation der Behaarung zeigt auch eine bestimmte Form des alpinen Galium süvestre, bei der gleichfalls der Stengel sowie die Blätter auf der Oberseite und am Rande von zahlreichen abstehenden Härchen flaumhaarig erscheinen. Von dieser Form — vergleiche Fig. 19 a, 19 b, 20 und 21 — standen mir leider nur Samen von Herbarmaterial zu Gebote, die auch zur Keimung gebracht werden konnten, aber eingingen, bevor sie zur Blüte gelangten. Immerhin zeigte sich an den kultivierten vegetativen Sprossen, daß die Behaarung nicht mehr so |^ stark war wie ursprünglich; die Pflanzen erschienen im allgemeinen kahl, nur an den jungen Trieben und einzelnen Blättern zeigte sich noch das Indument deutlich. Es hat sich also auch hier die Behaarung nicht als ein vollständig vererbbares Merkmal herausgestellt. Es zeigt sich also, wenn ich die Ergebnisse dieser Versuche kurz zusammenfasse, folgendes: Alpenform und Ebenenform des Galium silvestre sind durch mehrere erbliche Eigen- schaften charakterisiert; von beiden gibt es eine stark behaarte Variation, die nicht vollständig samenfest ist, also eine Halbrasse darstellt; von derEbenenform gibt es sowohl von der k3,h\en {Galium austriacuni 3 aaq.) als von der behaarten Halbrasse durch die Trockenheit und Sterilität des Bodens, bzw. durch die alpinen Bedin- gungen enstandene Ernährungsformen, die nicht erblich sind; die Blattgestalt der Alpenform ist nicht erblieh. B. Aiiwenclim^ auf die Systematik. Fragt man, was die Alpenform und die Ebenenform des Galium silvestre für eine systematische Einheit darstellen, so kann die Antwort nach dem oben Ausgeführten nur dahin gehen, daß wir es mit Unterarten zu tun haben. Ich stelle die konstanten und erblichen Unterschiede beider Unterarten, wie sie sich durch die Beobachtuno; in der Kultur und an den natürlichen Standorten er- ojaben, nochmals gegenüber. Es sind dies — von allen unbestäu- digen oder zufälligen Variationen abgesehen — folgende: Ebenenform. Nichtrasig,4— öOcm hoch, Internodien ± verlängert. Blätter Vo—Ve der Inter- nodien. Blütenstiele 1 — 3" 5 mm lanff. Alpen form. Easig, 4 — 20 cm hoch, Internodien ± gedrängt. Blätter ^/^mal so lang bis länger als die Internodien. Blütenstiele 1 — 5 mm lang. Man kann einwerfen, daß die Unterschiede zwischen den beiden Unterarten nicht sehr groß seien, aber dabei ist zu berück- sichtigen, daß in der obigen Gegenüberstellung auch alle trans- gressiven Variationen, soweit sie mir bekannt wurden, mit ein- bezogen sind, ferner daß es sich hier eben nicht um Gesamtarten handelt, wie z. B. Galiuni MoJlugo, sondern um Unterarten im besten Sinne des Wortes. Es fragt sich nun: wie ist die Gesamtart und wie sind die Unterarten nach den Eegeln der modernen Nomenklatur zu be- zeichnen. Da tritt zunächst die Frage in den Vordergrund, was eigentlich Galiiim silvestre Pollich. Hist. pl. Palat., I, 1776, p. 151, ist. Pollich schreibt in seiner Diagnose: „foliis hneari-lanceolatis, senis et novenis, subasperis, aristatis". Weiters schreibt er von den Blättern p. 152: „rigidiuscula, laete viridia, splendentia, glabra etc." Dieser letztere Zusatz läßt keinen Zweifel darüber aufkommen, daß wir es hier mit jener Form der kahlen Ebenenart zu tun haben, deren Blätter am ßande mit abstehenden oder auch rückwärts ge- richteten Stachelhärchen besetzt sind, dieselbe Form, die H. Braun in Oborny, Fl. v. Mähren 1884, p. 737, als var. scahriusculum be- zeichnet hat. Galiimi silvestre Pollich ist also nur eine bestimmte Form der Gesamtart und zudem nicht der älteste Speziesname für eine Form derselben. Der älteste Name ist Galium asperum Schreber, Spicil. Fl. Lips., 1771, p. 3, den wir mit Briquet und Hans Schinz^) für die Gesamtart akzeptieren müssen. Bei der Nomenklatur der Unterarten soll zuerst die alpine Form erörtert werden. Mit dieser beginnt ja auch die Geschichte des Galium silvestre. Denn was Paolo Boccone, der Zisterzienser- mönch, in seinem Museo di plante rare della Sicilia, Malta, Oor- sica etc. 1697, p. 145, als Rubeola alpina saxatilis tenuifolia be- schreibt und auf Tab. 101 abbildet, ist zweifellos die Alpenform des Galium silvestre. Auch Jacques Barr euer hinterließ uns in seinen Plantae per Galliam, Hispaniam et Italiara observatae, 1714, ic. 57. eine Abbildung derselben Form und erwähnt diese auf 1) Hans Schinz und' A. Thellung, Begründüng vorzunehmender Namensänderungen. Bull. Herb. Boiss., 1907, p. 551. Seite 11 als Galium alhwn minimuni QnavoGnsQ^ov. Bei Haller finden wir die Pflanze als Galium alhum minus — vergleiche Historia stirpium indigenarura Helvetiae, 1768, p. 316. Einen binären Namen bringt in seiner Flora Pederaontana, 1785, Allion i, der die Pflanze namentlich auf dem Mont Cenis zahlreich fand und nach dem ersten Beobachter Galium Bocconei nannte — 1. c. pag. 6. Aber schon vorher hatte der scharfsichtige Villars iu in seinem Prosp. bist. pl. Dauph., 1779, p. 20, die Pflanze Galium anisophyllum getauft, dem somit die Priorität zukommt. In der Hist. pl. Dauph.. II, 1787. p. 320, gibt Villars auf Tafel VII eine Abbildung der Pflanze und schreibt p. 317: „ses feuilles sont plus etroites de chaque bout . . . . il y en a toujours deus plus courtes." Gerade dieses Merkmal jedoch, auf das ja auch der Name der Pflanze gegründet ist, erschwerte später die richtige Auffassung dieser Form. Denn die Beobachtung lehrt, daß die Verkürzung zweier Blätter — in diesem Falle wären es zwei reduzierte Neben- blätter — durchaus zu den Seltenheiten gehört. Vielmehr findet man in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle, daß die eigentlichen Blätter und die Nebenblätter bei Galium anisophyllum annähernd gleich lang sind und 6 — 8gliedrige Wirte! bilden; die Zahl der Blätter im Wirtel wechselt oft je nach ihrer Stellung am oberen und unteren Teil der Sproßachse. Die Nebenblätter gleichen voll- ständig den eigentlichen Blättern und stellen morphologisch eine Spaltung dar, wie dies auch für Galium Mollugo nachgewiesen ist Nur in seltenen Fällen tritt eine Hemmung von zwei einander ent- sprechenden Stipeln ein; eine derartige Hemmungserscheinung muß Villars vorgelegen haben, als er die Diagnose seines Galium anisophyllum schrieb, das in Wirkhchkeit weit mehr ein „iso- phyllum" darstellt. Was die Art der Ebene anlangt, so kann über ihre Nomen- klatur kein Zweifel bestehen. Der älteste Artname ist, wie oben erwähnt, Galium asperum Schreber, Spicil. Fl. Lips., 1771, p. 3. Da Seh rebers Pflanze die behaarte Ebenenform darstellt und somit den ältesten spezifischen Namen der auf der Ebene vor- kommenden Unterart abgibt, wollen wir diese als subsp. asperum bezeichnen. Wenn wir jetzt den Umfang der beiden Unterarten betrachten, so sind von der subsp. anisophyllum nicht viele Unterabteilungen zu unterscheiden. Nur schwach charakterisiert ist Galium temie Vill.. Prosp. hist. pl. Dauph., 1779, p. 19. In der Hist. pl. Dauph., II, 1787, p. 322 (vergleiche auch 1. c. Tafel VII) sagt Villars von den Blättern: „elles sont tres-etroites etc." AuchBriquet (in Schinz und Keller, Flora der Schweiz, II, 1905, p. 205) hat diese Form als subsp. tenue beibehalten. Ich habe jedoch schon bei der Besprechung der Kulturversuche gezeigt, daß diese schmal- blättrigen Variationen durchaus keine erblichen Variationen darstellen und auch in der Natur findet man sie nicht selten durch Über- gänge mit der typischen Blattform verbunden. Ich habe in den 8 Figuren 12, 10. 11 solche schmalblättrige Formen abgebildet: mau sieht aus dem Vergleich mit den übrigen Formen von subsp. aiii- sophylluni (z. ß. Fig. 9 b, 15, 13 u. a.j, wie variabel dieses Merk- mal ist. Eine weitere auf die Blattform begründete Art ist Galium nlpestre ß. et Seh. Sj^st., III, 1818, p. 225. Hier sind die Blätter gegen die Spitze hin verbreitert, v^ie dies Fig. 14 zeigt. Aber auch diese Form ist durch zahlreiche Übergänge mit dem Typus ver- bunden, wie ein Blick auf Fig. 9 a und 13 zeigt. Eine dritte auf die Gestalt des Blattes begründete Varietät ist Galiiim anisopliyl- lum ß falcatmn Auersw. in Wirtgen, Fl. d. Rheinprov., 1857, p. 232, mit sichelförmigen Blättern. Ein ähnliches Exemplar ist das auf Fig. 9b abgebildete; im übrigen stehen die Blätter bald alle nach aufwärts und haben einen gerade-parallelen Band, bald stehen sie nach allen Seiten und sind mehr oder weniger gekrümmt, so daß auch diese Form nicht weiter beibehalten werden soll. Kurz sei hier auch Galium sudeticmn Tausch in Flora, XVIII, 1835, p. 347, erwähnt, weil dieses von manchen Autoren noch als besondere Form aufgetührt wird, so von Sagorski tmd Schneider, Fl. d. Zentralkarpathen, 1891, p. 189, wo u. a. auf die mehr zusammengezogene Eispe hingewiesen wird. Ich habe derartige Formen auf Fig. 15 und 16 abgebildet, aber man kann sich an der Hand der Abbildungen leicht überzeugen, daß sie von Galium anisophyllum durchaus nicht verschieden sind. Auch vom Riesengebirge wird Galium sudeticum angegeben: die in Fig. 17 dargestellte Pflanze vom Riesengebirge stimmt mit dem daneben (Fig. 8) abgebildeten Galium aiiisojjhyUum der Alpen aufs beste überein. Hier anschließen möchte ich Galium Lapeyrousianum Jord., Observ. pL, III, 1846, p. 154. Von dieser Pflanze lag mir Material aus den Pyrenäen vor, von dem ein Exemplar auf Fig. 22 photographiert ist. Auch diese Pflanze ist nichts als Galium ani- sophylUim^ nur sind die Blätter von abstehenden starken Härchen rauh. Normal hat Galium (inisophyllum kahle Blätter. Aber selbst bei typischen Exemplaren findet man nicht selten einige Härchen am Blattrand. Solche leiten über zu Formen, bei denen sämtliche Blätter, namentlich die unteren, von abstehenden oder rückwärts gerichteten Härchen rauh sind. Diese Varietät, die im allgemeinen seltener vorkommt, ist nach den Grundsätzen der Priorität als var. Bocconei {AU., Fl. Pedemontana, 1785, p. 6) zu bezeichnen; syno- nym ist var. hirtellum (Gaud., Fl. Helv., I, 1828, p. 429) G. Beck, Fl. V. Niederöst., 1893, p. 1127. Am bemerkenswertesten ist jedoch diejenige Varietät des Galium, anisophyllum, bei der die Sproßachse sowie die Blätter dicht behaart sind. Diese Form wurde erst verhältnismäßig spät, nämlich am 26. Mai 1870 auf der Rafällenfluh im Solothurner Jura (999 m) von Siegfried entdeckt und 1874 von Ohrist in Gremli, Exkursionsfl. f. d. Schweiz, ed. 2. p. 218, als Galium puberulum besehrieben. Briquet stellte diese Form als Varietät zu seinem (ralium tenue, allein die Originalexemplare im Herbar der üniver- sität Zürich, die ich durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Prof. Hans Schinz untersuchen konnte, lassen keinen Zweifel darüber, daß die Pflanze zu Galium anisopliylliim gehört; die Blattform ist natürlich auch hier wechselnd. Entsprechende Formen kommen auch anderwärts vor, so namentlich auf Dolomit in Franken, woher die in Fig. 19 a, 19 b und 20, 21 abgebildeten Exemplare stammen. Über die Erblichkeit dieser Form wurde schon oben gesprochen. Noch ein angebliches Merkmal des Galium anisophylluni ist bei dieser Gelegenheit zu besprechen: die Farbe der Staubbeutel. In Exkursionsfloren findet man vielfach die Angabe, daß Galium anisophylluni im Gegensatz zu Galium silvestre, also dem Galium asperum nach der jetzigen Nomenklatur, weiße Antheren habe. Das ist durchaus nicht zutreffend. Beide Formen haben vor und während der Anthese hellgelbe Antheren, erst nach der Authese erscheinen sie mehr grau bis weißlich. Auch die Blüten färbe, die bei atiisophyllum gelblich, dagegen rein weiß bei asperum, bzw. austriacum sein soll, ist sicher nicht konstant; ich habe das anisopliyllum der Alpen oft mit rein weißen Blüten und umgekehrt Galium asperum. ssp. anisophißlum. — a kahler Typus (var. typicum), h stachelig-rauher Typus (var. Bocconei), c üaumhaariger Typus (var. 2nilieriilum). die Ebenenformen, besonders vor der Anthese, mit mehr gelblichen Kronblättern gesehen. Von den Blättern ist noch zu bemerken, daß diese nicht, wie teilweise angegeben wird, ein nervig sind, son- dern außer einem starken Hauptnerven zahlreiche schwächere, ana- stomosierende Seitennerven aufweisen, und zwar bei den beiden Unterarten. Bei der subsp. asperum ist die Komplikation eine noch größere, aber auch hier läßt sich bei kritischer Betrachtung der Formen eine Vereinfachung der Systematik erzielen. Wir unterscheiden zu- nächst die überall häufige, vollständig kahle Varietät und ordnen ihr als Form unter Galium austriacum Jaeq., Fl. Austriac, I, 1773, p. 51 (tab. 80). Denn ich habe oben gezeigt, daß sich durch Kultur auf gutem, nährstoffreichem Boden Galium austriacum in die typische Form umwandeln läßt. Daß Galium, austriacum nur eine Ernährungsform darstellt, zeigt auch die Beobachtung der 10 Standorte: es sind dies Heiden, Kalkböden, Serpentin, Basalt, ferner trockene Hänge u. dgl. Zudem jSnden sieh selbst an den natür- lichen Standorten, wie erwähnt, Übergangsformen, was übrigens auch schon früher beobachtet wurde-, so bemerkt J. v. Kovats zu den bei Perchtoldsdorf bei Wien „in lapidosis" gesammelten Exemplaren : „transit in Galiiim silvestre" (Münchener Staatsherbar). Anschließend hieran sind noch zwei andere Formen zu be- sprechen, nämlich Galium leve Thuill. und Galiiim nitidulum Thuill. ; von beiden befinden sich Originalexemplare im Münchener Herbar. Danach ist Galium leve Thuill., Fl. Par., I, 1779, p. 77, nichts anderes als das typische kahle Galium asperum. Galium nitidulum Thuill., Fl. Par., I, 1779, p. 76, entspricht nach den Originalen vollständig dem Galium austriacum; es ist bemerkens- wert, daß die Originale Thuilliers vollständig kahl sind. Zu er- wähnen ist noch Galium commutatum Jord., Observ. HI, 1846, p. 149—150: es ist nach der genauen Beschreibung des Autors vollständig identisch^- mit dem kahlen Typus des Galium asperum. Als zweite Varietät lassen wir denjenigen Typus folgen, bei dem entweder alle Blätter oder nur die unteren von abstehenden oder rückwärts gerichteten Stachelhärchen rauh sind; es ist dies var. hispidum Schrader, Spicil. Fl. Germ., I, 1794, p. 12 = var. scahriusculum H. Braun in Oborny, Fl. v. Mähren, 1884, p. 737. Die stark behaarten Formen bilden die dritte Varietät, bei der die Stengel und Blätter von zahlreichen abstehenden Haaren dicht bedeckt sind. Wir haben schon oben gesehen, daß diese starke Behaarung nicht erblich ist, sondern auf gut gedüngter Gartenerde zum Teil verschwand und daraus in Berücksichtigung der stand- örthcben Verhältnisse den Schluß gezogen, daß wir es hier mit einer Halbrasse zu tun haben, die ursprünglich in Anpassung an ein trockenes und steriles Substrat entstand. Ich halte es für über- flüssig, die verschiedenen Abstufungen der Behaarung mit beson- deren Namen zu bezeichnen und nenne die behaarte Varietät nach den Regeln der Nomenklatur var. scabrum (Jacq., Fl. Austriac, 1773, p. 10). Identisch damit ist das später von Villars, Prosp. bist. pl. Dauph. 1779, p. 19, beschriebene Galium ohlüpium, wie namentlich die Abbildung auf Tafel VIII der Hist. pl. Dauph. II, 1787, p. 320, lehrt. Im folgenden soll nun — die Ergebnisse dieser Erörterungen zusammenfassend — eine Bestimmungstabelle des ganzen Formen- kreises gegeben werden; die Synonyme folgen der Übersichtlich- keit halber besonders im Anschluß an die nachstehende Tabelle. Gesamtart Galium asperum Schreber. 1. Nicht rasig, 4 — 50 cm hoch, Internodien ± verlängert; Blätter Vo — Ve ^^^ Indernodien; Blütenstiele 1 — 3*5 mm lang. In der Ebene und in den Voralpen. subsp. asperum, (Schreber) Schuster. 11 1. Vollständig kahl. var. glabriim (Schrader) Schuster. Ebenso, aber niedriger, bis 20 cm hoch, Internodien von mittlerer Länge, 20—30 mm lang. f. austriacum (Jacq.) Schuster. 2. Unterer Teil des Stengels und Blätter oder ausschließlich die unteren Blätter von kleinen, aufrecht abstehenden bis rück- wärts gerichteten, hakenförmigen Haaren rauh. var. hispidutn (Schrader) Schuster. 3. Stengel und Blätter sämtlich oder nur im unteren Teile der Pflanze durch zahlreiche, kleine, dichte Flaumhaare stark behaart. var. scahrum (Jacq.) Schuster. IL ßasig, 4 — 20 cm hoch, Internodien ± gedrängt; Blätter Vs"^^^ so lang bis länger als die Internodien; Blütenstiele 1 — 5mm lang. In den Alpen. subsp. anisophyllum (Vill.) Schuster. 1. Ganze Pflanze kahl. var. typicum Schuster. 2. Stengel namentlich im unteren Teile, sowie die Blätter oder diese allein von kurzen, steifen Haaren rauh. var. Socconei (All.) Schuster. 3. Stengel und Blätter sämtlich oder wenigstens im unteren Teile der Pflanze von zahlreichen, kurzen, weichen Flaumhaaren dicht bedeckt. var. pubet'ulum (Christ) Schuster. Synonyme und Exsikkaten. Galiuni asperum Schreb., Spicil. Fl. Lips., 1771, p. 3 ; Briq. in Schinz und Keller, Fl. d. Schweiz, II, 1905, p. 205; Schinz und Thellung in Bull. Herb. Boiss. VII, 1907, p. 515; Galiuni umbellatmn Lam., Dict. Encycl., II, 1786, p. 579; Galium siZves^re B 1 u f f et Fing., Comp. Fl. Germ., I, 1821, p. 192; Galium multicaule Wallr., Sched. crit., 1822, p. 34; Galium commune Eouy (Bull. Soc. bot. Fr., 49, p. 138) Fl. Fr., VIII, 1903, p. 29. I. ssp. asperum Schust. ; Galium silvestre var. vulgare Wimm. et Grab., Fl. Sil., I, 1828, p. 126; Galium commune Eouy, Fl. Fr., VIII, 1903, p. 29, ssp. umhellatum (Lam., Dict. Encycl., II, 1786, p. 579) Eouy, 1. c, p. 31, var. vulgare Eouy, 1. c, p. 33; Galium asperum Schreb., Spicil. Fl. Lips., 1771, p. 3, ssp. Galium ohlanceolatum Briq. in Schinz und Keller, Fl. d. Schweiz, II, 1905, p. 205 -h ssp. lineare Briq., 1. c, p. 205. 1. yar. glabrum (Sehr ad., Spicil. Fl. Germ., I, 1774, p. 12, tab. 1193, flg. 3) Schust.; Galium leve Thuill., Fl. Par., L, 1779, p. 77; Galium umhellatum a) Lam.. Dict. Encycl., II, 1786. p. 579; Galium montanum Vill., Hist. pl. Dauph., II, 1787, p. 317. 12 tab. VII non Schleicher^); Galium glahrum Hoffm., Deiitschl. FL, I, 1791, p. 72; Galium multicaule a) polyphiillum Wallr., Sched. crit., 1822, p. 34; Galium silvestre var. vulgatam Gaud., Fl. Helv., I, 1828, p. 428; Galium silvestre «) glabrum Tausch in Flora, XVIII, 1835, p. 349; Galium silvestre a) glahrum Koch, Syn., 1837 — 1838, p. 367); Galium commutatum Jord., Observ. pl., 1846, p. 149; Galium silvestre a) vulgatum Wartraann et S cblatter, Krit. Übers. Gefäßpfl., St. Galleu, 1888, p. 190; Galium silvestre 1. angustifolium Eacib., Ber. Akad. Wiss. Krakau, XIV, 1886, p. 267. — Exs.: Fl. exs. Austro-Hung., iir. 2217. f. austriacum (Jacq., Fl. Austriac, I, 1773, p. 51, tab. 80) Schust. ; Galium Hierosolymitanum Jacq., Hort. Vindob., III, 1776, p. 2; Galium nitidulum Thuill., Fl. Par., I, 1779, p. 76 (sec. spec. orig. !); Galium pusillum y) nitidum Neilr., Fl. v. Niederösterr., 1859, p. 462; Galium pusillum 2. tatricum Racib., Ber. Akad. Krakau, XIV, 188G, p. 268; Galium commune ssp. umhellatum var. ß) oxypliyllum Eouy, Fl. Fr., VIII, 1903, p. 33. — Exs.: F. Schultz, herb, norm., nr. 512. 2. Y&r. hispiäum (Sehr ad., Spicil.Fl.Germ., I, 1774, p. 12) Schust.; Galium silvestre Poll., Hist. pl. Palat., I, 1776, p. 151; Galium silvestre ß) scabrifolium Echb., Fl. exe, 1820, p. 209; Galium silvivagum Baill. et Timb., Acad. sc. Toulouse, 5 ser., 1862, p. 239; var. scahriusculum H. Braun in bor ny, Fl. v. Mähren, 1884, p. 737 + f. valdepilosum H. Braun, I. e. 3. ^f^v.scabrum (Jacq., Fl. Austriac, V, 1778, p. 10, tab. 422) Schust.; Galium ohliquum Vill., Prosp. hist. pl. Dauph., 1779, p. 19, et Hist. pl. Dauph., II, 1787, p. 320; Galium umbellatum ß) Lam., Dict. Encyl., II, 1786, p. 597); Galium silve^ftre 3. puhescens Schrad., Spicil. Fl. Germ., I, 1794, p. 12; Galium scabrum Pers., Syn. I, 1805, p. 128; Galium multicaule erio- ])hyllum Wallr., Sched. crit., 1822, p. 34; Galium silvestre a) hlrtum Mert. et Koch, Deutschi. Fi., I, 1823, p. 791; Galium silvestre ß) hirtum Tausch in Flora, XVIII, 1835, p. 349; Galium silvestre var. subglabrum H. Braun in Deutsch. Bot. Monatsschr., 1889, p. 51; Galium asperum ß) typicum G. Beck, Fl. v. Nieder- österr., 1893, p. 1127; Galium commune ssp. umbellatum a) vul- gare subvar. asperum Eouy, Fl. Fr., VIII, 1903, p. 33. — Exs.: Fl. exs. Austro-Huno-.. nr. 2218. II. ssp. anisopJiyllum (Vill., Prosp. hist. pl. Dauph., 1779, p. 20, et Hist. pl. Dauph., II, 1787, p. 317, tab. VII) Schust; Galium commune ssp. anisophyllum Eouy, Fl. Fr., VIII. 1903, p. 35; Galium asperum ssp. anisophyllum Briq. in Schinz und Keller, Fl. d. Schweiz, II, 1905, p. 205 -j- ssp. temie Briq., 1. c. 1. T'dr, typicum Sahnst; Galium tenueTiW. , Prosp. Hist. pl. Dauph., 1779, p. 19, et Hist. pl. Dauph., II, 1787, p. 322, lab. VII; Galium alpestre Eöm. et Schult., Syst., III, 1818, p. 225; ^) Dieses ist nach Originalen Galium silvaticum L. 13 Galium alpestre Gaud., Fl. Helv.. I, 1828, p. 429; Galiiim such- ticimi Tausch in Flora XVIII, 1835, p. 347; Galium silvestre y) alpestre Tausch, 1. c, p. 349; Galium silvestre h) alpestre Koch. Syn., 1837 — 1838, p. 429; GoUum anisophyllum ß) falcatum Auersw. in Wirtgen, Fl. d. ßheinprov., 1857, p. 232; Galium pleheium Hai., Beitr. Fl, Epir. 1894, p. 25; Galium commune ssp. anisophyllum a) genuinnm -f- ß) sudeticum + f. alpestre ßo uy, Fl. Fr., VIII, 1903, p. 35; Galium aspentm ssp. anisophyllum var. Gaudini Briq. in Schinz und Keller, Fl. d. Schweiz, II, 1905, p. 205 -|- ssp. tenue var. cjlahratum Briq.. 1. c, p. 205. 2. var. Bocconei (All., Fl. Pedem., I, 1785, p. 6) Schust. Galium silvestre var. hirtellum Gaud., Fl. Helv., I, 1828, p. 429 Galium Lapeyrousianum Jord., Observ. pl., III, 1846, p. 154 Galium silvestre h) scahricaule Schur, En. pl. Transs., 1866, p. 281; Galium asperum var. d) hirtellum G. Beck, PI. v. Nieder- österr., 1893, p. 1127; Galium asperum ssp. anisophyllum var. hirtellum BJriq., 1. c, p. 205. d.Yav.j^uberulum (Ohrist in Gremli, Exkursionsfl. f. d. Schweiz, ed. 2, 1874. p. 218) Schust.; Galium asperum ssp. tenue var. puberulum Briq., 1. c, p, 205. — Exs.: Doerfler, Herb, norm., nr. 3935; Willkomm, Iter Hispaniae secundum, nr. 309. Was die geographische Verbreitung anlangt, so ist es nicht notwendig, viele einzelne Standorte aufzuzählen. Die ssp. asperum kommt nicht nur in ganz Mitteleuropa vor, sondern findet sich auch noch in den Pyrenäen, wo die Pflanze bis 1500 ra steigt ; in Bayern erreicht sie mit ca. 1000 m ihre Höhengrenze (Edels- bergwald bei Pfronten, Euess!), aus Oberösterreich sah ich sie noch von ca. 1280 m (Tamberg, Niedereder!). Nach Hock (Verh. bot. Ver. Brandenb., 1896, p. 158) geht die Ostgrenze durch Norddeutschland. Die ssp. anisophyllum ist durch die ganzen Alpen verbreitet von 1300—2300 m, u. zw. von den Pyrenäen bis Bulgarien (auf der Suva Planina, Adamovic!), ferner zerstreut im bayrischen Wald (Neudorf bei Grafenau, Sendtner!), im Fichtel- gebirge, mehrfach im Frankenwalde; auch im Riesengebirge, Taunus, in der Eifel und in den Vogesen; mit den Flüssen tiefer, so auf Isarkies bei München (Holler! 1854, Kränzle! 1896). Vielfach übersehen ist bis jetzt jedenfalls die var. puherulum, die mir von folgenden Standorten vorlag: Spanien: Oberarragonien, am S. Juan, 750 m (Willkomm!); Schweiz: Bafällenfluh, Solothurner Jura, 999 m (Siegfried!), Mont Suchet, Jura vaudois (Vetter!); Bayern: Dolomit bei Schirradorf in Oberfranken 540 m, Klein- ziegenfelder Tal 500 m, Wilsenfels auf Dolomit 420 m. Unteres Asbachtal, Dolomit 400 m, bei Berneck auf Phylht 600 m, bei ünterailsfeld auf Jurakalk 400 m (Ade!), ßabenstein im Franken- jura, Malm (Kurt Harz!). Im westlichen Verbreitungsareal (Frankreich, Spanien) treten zu den beiden Unterarten neue ßassen und Formen, deren Systematik trotz der zusammenfassenden Arbeit vonßouy (Fl.Fr., VIII 14 1903, p. 29fif.) Doch ziemlich im argen liegt. An dieser Stelle war es mir nur darum zu tun, die mittel europäischen Glieder desForraen- kreises zu untersuchen und das, was hier in der Rumpelkammer des Galium silvestre aufgestapelt war, möglichst natürlich und ein- fach zu gliedern. In der Vereinfachung der Systematik, soweit sie wissenschaftlich gerechtfertigt ist, sollten die Spezialisten unter den modernen Systeraatikern ihr Heil suchen, sonst könnte auch auf sie das satirische Diktum Bernard Shaws gemünzt sein: „Keiner kann ausschheßlich Spezialist sein, ohne im strengsten Sinne des Wortes ein Idiot zu sein." München, im Oktober 1908. Erklärung der Tafel I. Galium asperum Sehreber. — Sämtliche Figuren die Hälfte der Naturgröße. 1. Ssp. asperum (Schreb.)3^Schust. var. glabrum fSchrad.) Schust. — Kultiviert aus Samen der gleichen Form von einem trockenen Hügel bei Her- sching am Ammersee. 2. Ssp. asperum (Schreb.) Schust. var. glabrum (Schrad.) Schust. — Auf Moorboden zwischen Schilf am Kirchsee bei Tölz, VI. 1905. 3. Ssp. asperum (Schreb.) Schust. var. scabrum (Jacq.) Schust. — Bahn- damm nördlich von Dachau auf sehr trockenem Boden, VI. 1906. — 3 b und c kleinere Formen von dem gleichen Standort. 4. Ssp asperum (Schreb.) Schust. var. glabrum (Schrad.) Schust. f. atistriacum (Jacq.) Schust. — Lechfeld bei Kaufering, 10. VI. 1906. — 4& drei Kümmerformen desselben Standortes. 5 a und b. Dieselbe Pflanze, aus Samen von 4 a auf gut gedüngter Gartenerde erhalten, Ende VI. 1907. Die Pflanzen zeigen den Übergang der f. austriacum in den Typus. 6. F. austriacum. (Jacq.) Schust. — Kalksburg bei Wien, Gaisberg, 3. VII. 1874, leg. Wiesbaur. 7. F. austriacum (Jacq.) Schust. — Herrenholz bei Schweig in Ober- franken, auf Keuper, 340 m, Mitte VI. 1904, leg. Ade. 8. Psp. anisophyllum (Vill.) Schust. var. typicum Schust. — Krotten- kopf bei Partenkirchen, auf Kalkgeröll, 1800 m, IX. 1906. 9a. Aus Samen der vorigen auf gut gedüngter Gartenerde gezogen, VII. 1907. 9ö. Ebenfalls aus Samen von 8, aber auf Flußsand kultiviert, IX. 1907. 10. Ssp. anisophyllum (Vill.) Schust. var. typicum Schust. — Schmal- blättrig und mit langen Internodien. — Hinteres Sonnwendjoeh, auf Kalk, VI. 1897. 11. Desgl. — Schmalblättrig und mit zusammengezogener Rispe. — Bern- stein im Prankenwald, auf Tonschiefer, 550 m, VIII. 1906, leg. Ade. 12. Desgl. — Sehr schmalblättrig. — Maloja, 1900 m, leg. Dr. G. Hegi. 13. Desgl. — Übergang zur breitblättrigen Form. — Savoyen, an Felsen des Berges Mery, 1900 m, leg. Bouchard, 16. VII. 1903. 14. Desgl. — Mit verbreiterten Blättern. — Nebelhorn, 1900 m, VII. 1908. 15. Desgl. — Mit verschmälerten Blättern, langen Internodien und sehr langen Blütenstielen. — Karpathen, Komitat Trencsin, leg. Dr. C. Brancsik, 19. VII. 1903. 16. Desgl. — Wie 15, aber mit etwas kürzeren Blütenstielen. — Toroiaga bei Borsa in der Marmaros, 1800 m, 18. VII. 1903, leg. Ade. 17. Desgl. — Typische Pflanze. — Riesengebirge, Riesengrund, leg. Baenitz, 16. VII. 1899. Taf. 1. Autor phot. Schuster, J. : Galium silvestre. an. Zeitsch. 1909, 15 18. Desgl. — Mit armblütiger Infloreszenz. — Oberengadin, Ufer am Silsersee, 1800 m, leg. Dr. G. Hegi. 19. Ssp. miisoiihyllum (Vill.) Schust. var. puheridum (Christ) Schust. — An Felsen bei Schirradorf (Bezirk Thurnau), Dolomit, 540 m. 20 und 21. Var. puherulum (Christ) Schust. — Oberfranken oberhalb Wiesenfels, Dolomit, 450 m, 12. V. 1904, leg. Ade. 22. Ssp. anisophyllum (Vill.) Schust. var. Bocconei (All.) Schust. — Pyrenäen, Tal von Estaube, auf Geröll, leg. Sennen. Sur le Systeme des monocotyledonees. Premiere note par L. Nicotra (Messine). Depuis loDgtemps j'ai ete fort penche ä rechercher les af- finites des monocotyledonees, et, tres-jeiine encore, j'ai täche de construire l'arbre genealogique de ces plantes^). Quoique je doive regretter des fautes, qui sont glissees dans cet essai, je trouve de quoi me rejouir, y ayant donne une preuve nette de Tempresse- ment. avec leqiiel j'ai de bonne heure employe la metbode syn- thetique, assez propre pour representer la descendence des orga- nismes. En revenant ä present siir ce sujet, je me ravise; car je ne crois plus ä la multiplicite des classes etablies j;idis par les auteurs, et encore maintenues dans la systeraatisation de cette partie du regne vegetal. II me semble, au contraire, que cette division des angiospermes offre une constance merveilleuse de ca- racteres, une uniformite, dont la presence rend impossible la Con- stitution de classes equivalentes ä celles des dicotyledonees. Dans l'enorme multiplicite des genres et des especes monocotyledonees il faut voir plutöt Teffet d'une extreme differenciation tout ä fait recente, c'est ä-dire aboutissant ä des formes dernierement ap- parues. Nous sommes aujourd'hui assures que Tencetre des mono- cotyledonees on doit le chercher dans le voisinage des proangio- spermes. Nous sommes conduits ä ce resultat tres-important par les particularitees anatomiques de la tige communes aux nym- pheacees et aux commelinacees, par Tinegalite des cotyledons qu'on observe chez les nympheacees de meme que dans les cy- cadees, par la valeur morphologique de la feuille des monocoty- ledonees. Ces plantes ont trouve dans les temps geologiques re- cents leur menu developpement; mais elles se sont detachees de l'arbre angiospermique primitif bien anciennement, de sorte que la structure des premiers representants de l'angiospermie a ete bien mieux conservee chez elles qu'ailleurs. ^) Tentativo di una fitotassi (Messina, 1873). 16 C'est donc une pratiqiie contradictoire que celle de placer les monocotyledonees entre gymnospermes et dicotyledonees^) ; car la fusion des cotyledons, d'oü a pu jaillir la monocotyledonie anssi bien que de l'abort d'un de ces corps seminales, a lieu de meme chez les ranunculus, les anemones, les corydalis. Le temoignage paleontologique marcbe ici fort beureusement d'aecord avec les deductions morpbologiques; seien lesquelles les plantes ä fleur polycyclique ont du preceder ceiles dont la fleur est marquee d'eucyclisme. Mais je crois qu'oo abuse des irrepro- cbables principes morpbologiques, en les extendant au delä du cbamp, oü ils ont leur vraie valeur logique; et il est ä demander, Selon moi, si des groupes aujourd'bui presque generalement, ou meme parfaitement eucycliques, n'aient pas jadis ete des groupes renfermant des plantes polycycliques. On doit donc se douter de la Classification fondamentale appujee sur la simple consideration de cette symetrie florale, et admise d'une maniere absolue par Delpino-j: je nie avec M. Cacciamali^) que les belobiees aient ete la soucbe de tout po- pulation monocotylödonee. Je trouverai fort plus raisonnable de eoncevoir le polycyclisme comme pbase anterieure a Teucyclisme, sans reduire cette symetrie-lä au groupe des belobiees. On evitera de la Sorte bien des questions, et sera peut-etre ote le dissenti- ment qu'ici on note parfois entre les auteurs. M. Delpino ne voulant pas nier aux palmes l'eucyclisme en aucun cas, est conduit ä regarder comme bysterotypique la multiplication des parties florales, qui s'observe dans cette fa- mille. Or cela me semble tout-ä-fait contraire aux lois de l'evo- lution florale, et se montre comme une fausse consequence du faux principe admis. M. Engler presente un Systeme, qui est produit par une conception genealogique plus conforme ä la ve- rite, en posant palmes et pandanales tout indipendemment des belo- biees. Le botaniste Italien d'ailleurs avoue lui-meme, que la re- cbercbe des formes encetres des palmes parmi les types poly- cycliques actuellement existents seit opera vana. üne raison, qu'il allegue pour abattre la systematisation englerienne, est la constante coincidence de l'eucyclisme avec la carpadenie; qui, Selon lui, est l'indice d'une ant^riorite dans la descendence de ces vegetaux. Mais c'est evidemment une raison bien faible; car la constance ci-dessus admet des exceptions (dans les Butomus p. ex.). Qui nous amenera donc ä conclure que Texception n'ait pas lieu ailleurs? La coesistence de la carpadenie et du poly- cyclisme, je crois, devait etre assez frequente jadis, etant Tun caractere et Tautre une marque exquise d'anciennete, et leur dis- sociation l'efiet d'une evolution de la symetrie florale, allee plus 1) Je me suis sauve de cette faute en ecrivant la flore de Messine (1878) 2) Applie. di nuovi crit., etc. Mem. VI (Bologne, 1896). 3) Filogenia delle idrante (Riv. it. d. sc. nat. Öiena, 1897). 17 vite que celle des adaptations biologiques. II est probable, par con- sequeot, que le rapport entre les deux progres ait du apporter nne marche, dont le plan est ä peu pres donne dans le schema suivant: eucyclisme anadenique I polycyclisme anadenique eucyclisme carpadenique V polycyclisme carpadenique I polycyclisme anadenique; oü on voit que Tanadenisme oii Tabsence de nectaires septales est aussi associable au polycyclisme que ä l'eucyclisme, et que eile est tantot prototypique, tantöt hysterotypique. Cela nous suffit pour condamner l'admission d'un adeoisme univoque, tout simple; qui, applique comme criterium dans les recherches genealogiques, nous l'orgerait ä des resultats tres-faux. En dressant le schema ci-dessus, j'ai neglige expres la con- sideration de la petaladenie. M, Delpino la regarde comme toujours posterieure ä la carpadenie; ce qui me semble une proposition inacceptable dans sa generalite, ne se trouvant aucune raison pour nier une petala- denie arrivee d'emblee. En considerant la petaladenie, le probleme relatif ä Torigine de l'anadenie se complique davantage, et c'est meme le savant Italien qui croit ä une double possibilite pour l'expliquer, et doute fort bien de la valeur du criterium em- ploye par lui; car on ne peut savoir si l'anadenie dont on agit est une derivee de petaladenie ou de carpadenie ^). II soutient ce- pendant la superiorite de sa decouverte, et ne sent pas affablie sa Ibi dans le criterium de la double adenie, de cette pierre de touche (dit-il) pour dresser un tableau systematique des mono- cotyledonees. Cela a certainement de l'exageration; car la muta- bilite de la maniere avec laquelle s'opere la secretion du nectar est un fait reconnu par lui meme, et une teile rautabilite a pu avoir lieu dans une famille bien naturelle, peut-etre aussi dans un genre. En employant ce criterium nous serions amenes mal- heureusement ä dissoudre ces groupes. Nul ne doutera cependant (cela va sans dire) que la pre- sence de nectaires carpidiels, ou celle des epipetals nous aidera beaucoup ä resoudre des problemes taxonomiques; mais on jugera certainement impossible l'application generale de ce criterium ä la Classification fondamentale des monocotyledonees. II faut avouer que les familles de ces vegetaux ne sont pas au couvert de toute eritique, et que les botanistes se sont quelquefois egares ici en 1) „Manca la prova di fatto se l'abolizione dovette colpire nettarii inter- carpidiali oppure nettarii epipetali/' österr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1909. 2 18 gätant peilt etre Toeuvre de A. L, Jussieu; mais si de cor- reptions sont ä faire, ce n'est pas au simple criterium susdit que l'oD se fiera avec sürete. Voilä maiDtenant ce que je crois assez important dans cette sistematisation premiere: 11 est ä faire une nette distinctioo entre les differences ayant lieu dans une meme famille (se repetant dans bien de ces categories taxinomiques, et determinant les phases, ä travers lesquelles marche le developpement) et les differences bien plus compliquees, bien plus profondes, qui sont gravees en ma- niere ä etablir le cachet particulier, d'oü on peut se faire idee de la symetrie propre ä la famille, et qui ont constitue les diverses branches de l'arbre genealogique. Eichler confond ces deux choses, et quoique il nous presente exactement une des echelles gravies par cette marche, il manque des renseignements neces- saires pour etablir les branches naturelles, oü cette marche a ete achevee. Maintenant, supposons les familles bien stabiles. II ne faut pas se garder. avec MM. ßentham et Hooker, de chercher les points d'oü partent ces branches genealogiques; on ne peut pas se defendre de penetrer dans cette epineuse question, si on a le but de suivre les directions primordielles, selon lesquelles la souche monocotyledonee prit son developpement. Engler et Del- pino voulant remplir cette täche, parviennent ä des bons re- sultats, qui malheureusement sont 9a et lä entremeles ä des idees inacceptables. Les susdites directions sont mieux indiquees chez le botaniste allemand; car il n'est pas possible de ranger ensemble sous la deuomination d'eucycliques les pandanales, les palmes, les spathiflores, avec les liliiflores. Mais, sans contredit, il est une erreur que de rassembler sous la denomination de glumaceae les cyperaceae et les graminaceae. On fait ainsi une confusion entre deux branches profondement differentes de l'arbre genealogique des monocytyledonees; car les graminaceae forment une serie de- rivee des eucycliques, tandis que les cyperaceae tiennent de pres aux pandanaceae et aux thyphaceae, ce qui a ete fort bien con9u par Delpino, qui a räussi ä se defaire des glumacees. On doit rendre de la louange ä l'auteur de si belle acquisition de la systematique. En admettant donc que les formes monocotyledonees ont comraence par etre empreintees de polycyclisme floral, on ne doit concevoir cette symetrie comme appärtenant exclusivement aux helobie^es, telles que nous les voyons aujourd'hui; on ne doit, par consequent chercher dans ces plantes la souche monocotyledonee. II faudra plutot concevoir une forme ancetrale, d'oü seraient sorties aussi bien les helobiees, que des eucycliques telles que les Dra- caena. Les helobiees de nos jours sont vraisemblablement une pro- genie produite par de la regression au meme titre peut-etre des Lemna et des Pistia; qui ne sont pas les parents des aracees, 19 mais les derives d'une serie, dont le point de depart se trouvera avec probabilite dans le genre Acorus, ou ä peu-pres. De m§me, les pandanales et les palmes s'approchent de la souche primitive de Tarbre genealogique des monocotyledonees Sans toucher aux helobiees. C'est mal donc ä croire les Cyclanthus des derives'' par multiplication; nous touchons avec ce genre-ci ä un etage inferieur de revolution des^ palmes, nous touchons c'est- ä-dire ä des representants auciens de la famille, dont on a un residu tres parlant dans la polystemonie des Borassus, des Caryota et des Lodoicea. Messine, Aoüt 1908. Orientierende Untersncliungen über die Einwirkung von gasförmigem Formaldehyd auf die grüne Pflanze. Von Viktor Gräfe und Leopold Ritter v. Portheim. (Mit 1 Textabbildung.) (Aus dem pfianzenphjsiologischen Institute der k. k. Universität und der Bio- logischen Versuchsanstalt in Wien.) Bekanntlich erfreut sich heute die Hypothese A. v. Baeyers^), nach welcher bei der Kohlensäure- Assimilation grüner Pflanzenteile im Lichte Formaldehyd als primäres Assimilationsprodukt sich bilde, aus dem dann unter dem Einfluß des lebenden Protoplasmas durch Polymerisation Hexosen entstünden, weitgehender Aiierkennng. Es ist nicht nur gelungen, diesen Polymerisationsprozeß in vitro durch- zuführen ^), sondern neuere Untersuchungen haben unsere Kenntnisse dieser Kondensationsprodukte bedeutend vermehrt und uns Zwischen- produkte von niederer Kohlenstofifzahl bei diesem Kondensations- vorgang, namentlich den Glykolaldehyd ^) kennen gelehrt. Aber auch der andere Weg, Bildung von Formaldehyd aus den Oxyden des Kohlenstoffs, Kohlenmonoxyd und Kohlendioxyd, ist mit Erfolg be- schritten worden. Zunächst konnten die genannten Oxyde durch Wasserstoff bei Gegenwart metallischer Katalysatoren (Palladium, Platinmohr) zu Formaldehyd reduziert werden *}. Da diese Eeaktion immerhin höhere Temperaturen erfordert, kann wohl an ihre Wirk- 1) A. V. Baeyer, Berichte der deutschen ehem. Ges. 3, 67 (1870). 2) Buttlerow, Annalen der Chemie 120, 295 (1861); Tollens, Be- richte d. d. ehem. Ges. 15, 1632 (1882); 16, 919 (1883); 0. Loew, Berichte d. d. ehem. Ges. 20, 142, 3039 (1887), 21, 270 (1888), 22, 470 ff. (1889); E. Fischer, Ber. d. d. ehem. Ges. 21, 991 (1888); 23, 388, 2126 (1890). 3) H. u. A. Euler, Ber. d. d. ehem. Ges. 39, 39—45 (1906). 4) Jahn, Ber. d. d. ehem. Ges. 22, 989 (1889); Chapman, Holt. jun. Journ. of the ehem. soc. 87, 916 (1905). 20 samkeit im lebenden Organismus nicht gedacht werden. An Stelle der metallischen Kontaktsubstanzen kann man aber auch die dunkle elektrische Entladung für die in Rede stehende Eeduktion verwenden'). Diesen letzteren Vorgang hat besonders W. Loeb-> neuerdings studiert *} und er konnte Wasserdampf und Kohlendioxyd bei steter Entfernung des freiwerdenden Sauerstoffs zu Formal- dehyd, Glykolaldehyd und Hexosen durch dunkle elektrische Ent- ladung zusammenfügen. Er spricht auch direkt die Anschauung aus. daß dunkle elektrische Entladung, wie sie z. B. durch die elektrischen Spannungsdifferenzen an Pflanzenoberflächen ermöglicht werde, ein bei der Assimilation wirkender Faktor sei und daß der Formaldehyd, der ja bekanntlich ein Plasmagift darstellt, sich gar nicht als solcher in der Pflanzenzelle bilde, sondern nur in einer labilen Modifikation auftrete, die sofort zum Koudensationsprodukt sich umbildete. Hinsichtlich der Frage, ob das Auftreten von Formal- dehyd in grünen Pflanzenteilen nachgewiesen werden kann, hat namentlich Pol lac ei eine Antwort in bejahendem Sinne geliefert*) und auch andere Forscher haben in demselben Sinne entschieden °). Gelegentlich ist auch Formaldehyd in den ätherischen Ölen nach- gewiesen worden, welche aus Pflanzenteilen durch Destillation mit Wasserdampf gewonnen wurden*^), und Posternak') berichtet über eine phosphor-organische Eeservesubstanz der Chlorophyllpflanzen, welche er als Forraaldehyd-Derivat, als Anhydro-oxymethylen-di- phosphorsäure, ansieht. Hinsichtlich der zweiten einschlägigen Frage, ob Formaldehyd von den grünen Pflanzen zum Aufbaue ihrer Kohlehydrate ver- wendet werden kann, ist zunächst zu betonen, daß Formaldehyd wohl ein intensives Gift^) gegen Bakterien und Pilze vorstellt, daß er aber höhere Pflanzen je nach individueller Verschiedenheit mehr 1) Brodle, Proc. of the royal soc. 22, 172 (1874); Losanitsch, Jo- wit schitscli, Ber. d. d. ehem. Ges. 30, 136 (1897); de Hemptinne, Chem. Zentrbl. 1897, II. 1045; Solvay, Slosse ebenda, 1898, IL 421. 2) Ber. d. d. chem. Ges. 37. 3593 (1904), Zeltschr. f. Elektrochem. 11, 745 (1905), 12, 282 (1906); Landw. Jahrb., p. 541 (1906). 3) Russ, Zeltschr. f. Elektrochem. 12, 412 (1906) liat festgestellt, daR es sich hier um eine umkehrbare ehem. Reaktion handle. Die Loebschen Beobachtungen werden von J. Rülf: Über das erste organische Assimilations- produkt. Zeitschr. f. allgem. Physiologie VI), 493 bis 512 (1907) bestätigt und er- weitert. *) G. Pollacci: Intorno all' assimilazione clorofiUiana, Estr. d. Atti deir Ist. bot. dell' universitä di Pavia. Vol. VIII (1902), VII (1899) Ders.: Sulla scoperta dell'aldeide formica nelle plante. Rend. d. R. Acc. dei Lincei, Vol. XVI (1907). 5) Delepine, Compte rend. 123, 120 (1896); Euler, Ber. d. ehem. Ges. 37, 3412 (1904); Plancher, Ravenna, Rend. R. Acc. d. Lincei 13, II 459 (1904): Usher u. Priestley, Zentralbl. ehem. 1906, I 1442; Kimpflin, Compt. rend. 144, 148 (1907); Gräfe u. v. Portheim, Sitzber. d. k. Akad. d. Wiss., Wien, 115 (1906). 6) Opitz, Areh. d. Pharm. 229, 279 (1891); Schimmel u. Co., Chem. Zentralbl. 1904, I 1263. 7) Compt. rend. 137, 202, 337, 439 (1903). S) Geuther, Ber. d. pharm. Ges. 5, 325. 21 oder weniger, aber nicht immer schädigt^). So lionnten auch Loew^) undBokorny^) zeigen, daß die weniger giftigen Derivate des Formaldehyd, forraaldehydschwefligsaures Natron, Methylal, von Spirogyren zur Stärkebildung Verwendung finden können. Treboux*) konnte zeigen, daß Elodea noch ViooVoo Formaldehyd in wässeriger Lösung gut verträgt und Bouiliiac") stellte bei Sinapis alba eine gewisse Eesistenz gegen diesen Aldehyd fest. Die genannten Autoren hatten nun der Pflanze den Formal- dehyd durchwegs in wässeriger Lösung von der Wurzel aus ge- boten und es fragt sich, ob es nicht eher erfolgreich sein würde, den Aldehyd, welcher ja ein Gas ist und auch aus der wässerigen Lösung mit Leichtigkeit entlassen wird, im Luftvolumen, von den Blättern aus zu bieten, die ja möglicherweise für die Verarbeitung dieses Kohlensäureabkömmlings besser angepaßt sein könnten als die Wurzel. um zu sehen, ob zunächst der Formaldehyd von der Pflanze überhaupt aufgenommen werde, war es geboten, der Pflanze eine ganz bestimmte Menge des Gases zur Verfügung zu stellen und sich durch quantitative Analyse nach Ablauf des Versuches zu überzeugen, ob und wie viel Fornialdehyd verschwunden war. Für die quantitative Ermittlung des Formaldehyds sind zahl- reiche Methoden vorgeschlagen worden"). Für unsere Zwecke kamen nur die maßanalytischen Bestimmungsmethoden in Betracht, die sich auf zwei Fundamentaleigensehaften des Formaldehyds stützen, auf seine Fähigkeit, sich mit Ammoniak und Aminen rasch und quantitativ zu vereinigen und auf seine reduzierenden Eigenschaften. Von ersterer Eigenschaft macht die Legi ersehe^) Methode Ge- brauch, welche darauf beruht, daß man eine abgemessene Menge titrierter Ammoniakflüssigkeit zu der Formaldehydlösung hinzufügt und nach einiger Zeit die unverbrauchte Ammoniakmenge zurück- titriert. Das Ammoniak reagiert auf den Formaldehyd glatt nach der Gleichung: 6 HCOH + 4 NH3 = (CH.,), N, -|- 6 H.O unter Bildung von Hexaraethylentetramin. Von den Oxydationsmethoden war nur die Methode von Bomijn®} für unsere Zwecke in Betracht zu ziehen und allenfalls >) Trillat, Apothekerzeitg. 7, 94; Aronson, Berl., klin. Wochenschr. 29; Kinzel, landw. Verstat. 49, 461. 2) 0. Loew, Ber. d. d. ehem. Ges. 22, 482 (1889), Zentrbl. f. Bakteriol. Nr. 14 (1892). 3) Bokorny, Ber. d. d. bot. Ges. 9, 103 (1891), Pharm. Zentralhalle 43, 204 (1902). 4) Treboux, Flora 1903, 73. 5) Bouilhac, Compt. rend. 133, 751 (1901), 135, 1369 (1902). Vgl. auch Loew, „Die ehem. Energie der lebenden Zelle", 2. Aufl., Stuttg. 1906, p. 38, 55, und Käser er: Die Oxydation des Wasserstoffes durch Mikroorganismen, Zentrbl. f. Bakt. 16, 25, 771 (1906). ö) Zusammenstellung in Van in und Seitter: Der Formaldehyd, Wien, Leipzig 1901. 7) Legier, Zeitschr. f. analyt. Chemie 23, 80 und 31, 348. 8) Romijn, Zeitschr. f. analyt. Chemie 36, 18 (1897). 22 noch die von Vanino und Seitter'). Die erstere benützt die Eigen- schaft des Formaldehyd durch Jod in alkalischer Lösung zu Ameisen- säure oxydiert zu werden, worauf man nach beendeter Einwirkung mit Salzsäure oder Schwefelsäure ansäuert und das in Freiheit ge- setzte Jod mit Natriumthiosulfat unter Anwendung von Stärkekleister als Indikator zurücktitriert, HOOH -f J. -f- H,0 = HOOOH -f 2 HJ. Namentlich bei sehr kleinen Quantitäten Formaldehyd ist diese Methode, wie wir festgestellt haben, besonders in der Fresenius- Grünhutschen Abänderung^) sehr brauchbar; sie wird übrigens auch anderweitig empfohlen ^). Die Grundlage der Vanino-Seitter sehen Methode ist die Oxydation des Aldehyds zur Säure durch Kalium- permanganat ;in saurer Lösung, worauf man nach Blanck und Finkenbein er*) den Überschuß des Permanganats mit Wasser- stofifsuperoxyd zurücktitriert. Wir mußten nun zunächst die drei Methoden einer kritischen Prüfung unterziehen, um für die Bestimmung der kleinen Formal- dehyd-Quantitäten die genaueste und zuverlässigste auszuwählen. Die Leglerscbe Methode wurde mit der Abänderung von Smith^) angewendet, indem 2 g reines, neutrales NH^Cl in einer Stöpselflasche in 25 cm^ Hg gelöst und 2 * 5 g des zu untersuchenden Aldehyds in genau 2%iger Lösuug hinzugefügt wurden. Dann wurden 25 cm^ n-NaOH zufließen gelassen und nach einer halben Stunde der Ammoniaküberschuß mit Rosolsäure als Indikator mittels n-Hg SO^ zurücktitriert. Die Nachteile der Methode bestehen ab- gesehen von der Langwierigkeit der Bestimmung in dem ungenauen Farbenumschlag, der üngenauigkeiten bis zu 0'b% bedingt*^). Auch die Methode Vaninos, welche nach unseren Feststellungen noch weit höhere Fehlergrenzen (bis zu 1-61%) aufweist, erwies sich für die notwendigen minutiösen Bestimmungen unbrauchbar, und es sollen daher die Kontrollzahlen, die sich bei der kritischen Durchprüfung ergaben, nicht angeführt werden. Die Romijnsche Methode allein ist für die Bestimmung der in Betracht kommenden kleinen Aldehydquantitäten geeignet, wobei darauf geachtet wurde, daß die Maßjjefäße genau geeicht waren und bei jeder Bestimmung ein blinder Versuch durchgeführt wurde. 1 cm^ n- Jodlösung entspricht 0"015 g Formaldehyd. Die Jodlösung wurde in der Weise bereitet, daß 25 g reines Jodkalium im Literkolben in möglichst wenig Wasser gelöst, 12*7 g resublimiertes Jod hinzugefügt und durch Umschütteln Lösung 1) Vanino und Seitter, Zeitschr. f. analyt. Clieraie 40, 587 (1901). 2j Zeitschr. f. analyt. Chemie 44, 13 (1905). 3) Wijne, Chem. Centrbl. II 397 (1903), Vanino ebenda II 1258 (1903), Male ebenda II 273 (1905). *) Blanck, Finkenbeiner, Ber. d. d. chem. Ges. 31, 2979 (1898), 32, 2141 (1899). 5) Amerik. Journ. of Pharm. 86 (1898), Zeitschr. f. analyt. Chemie 39. 6) Schon G. Doby, Zeitschr. f. angew. Chemie 20, H. 9 (1907), p. 353, hebt die Fehlerquellen der Legi ersehen Methode hervor. 23 herbeigeführt wurde; dann wurde bis zur Marke aufgefüllt und die Stärke der Jodlösung mit 7io n-Thiosulfatlösung bestimmt. Die letztere wurde in der bekannten Weise mit Kaliumbiehroraat ^) ge- stellt. Die Bestimmung erfolgte nach folgendem Schema : Für 20 era^ K,Cr,07 wurden verbraucht I 17-00 cm^ II 17-1 cm* Na^S^Oj. daher 1 cm» Na^S.Og = 0-00139 g HCOH-). Verwendet wufden 5 cm* einer genau 2^igen HCOH-Lösung: 100 cm* Jodlösung verbrauchen 99*6 Na2S2 03, Versuch I zurücktitriert: 27-6 Na,S,03 =="72-0 Na.,S2 03) _ „ II „ : 27-6 Na.;s;03 =: 72-0 Na.;S,0,) — = 0-10008; berechnet für 5 cm* 2^ Aldehyds = Ö • iOÖOO. Dabei wurden 30 cm* 7,^ n NaOH (Titer = 0-04334 g NaOH) gestellt mit Oxalsäure (1-4255 g [000 H]. = 20-9 cm* NaOH; 1-3547 g [COOHJ2 = 19-8 cm* NaOH) und 40cm* V^^ n H.SO, (Titer = 0-04785 g H,SOJ gestellt mit Natronkarbonat (1-1940 g Na^ CO3 =23-1 cm* H, S 0, ; 1 • 1952 g Na^ CO3 =23-15 H, SOj verwendet. Auch für eine 0-02% Pormaldehydlösung wurde die Zuverlässigkeit der Romijnschen Methode noch mit bestem Ge- lingen geprüft. Es wurde nun versucht, mittels dieser Methode die Forraal- dehydraenge eines Luftvolumens zunächst in einer Versuchsreihe ohne Pflanzen in der Weise zu bestimmen, daß unter eine genau 8000 cm* fassende, auf eine Glasplatte gut aufgeschliflfene, am auf- ruhenden Eaude eingefettete Glocke ein Kulturglas mit 250 cm* dest. Wassers uud daneben eine ührschale mit 10 cm* einer 2^igen Formaldehydlösung gestellt wurde. Die oben tubulierte Glocke war mittels eines gut paraffinierten Korkstöpsels mit zwei Bohrungen verschlossen. Durch die eine Bohrung führte eine außerhalb der Glocke rechtwinklig gebogene Glasröhre bis fast auf den Boden der Glocke, die andere Bohrung war mit einem kürzeren ebensolchen Gasableitungsrohre versehen, die beiden Röhren durch Kautschuk- schlauch und Klemmschrauben verschlossen. Diese Versuchs- anordnung wurde acht Tage bei konstanter Temperatur stehen ge- lassen, dann an das längere ßohr eine Waschflasche mit konz. H, SO,, an das kürzere drei Schüttelflaschen mit je 30 cm* Yio °- NaOH, als Wasehflaschen montiert, vorgeschaltet und nun mittels eines Aspirators in ganz langsamem Strome der Luftinhalt der Glasglocke abgesogen. Wir erwarteten so den Formaldehyd, der sich nach dieser Zeit in der Luft befinden mußte und den etwa durch das Saugen noch aus der wässerigen Lösung befreiten, in den Vor- ^) Treadwell, Analytische Chemie II., p. 475. 2) Die Kaliumbichromatlösung enthielt 3-874 g K3Cr2 07 im Liter gelöst; den verbrauchten 17 cm^ Na2S2 O3 sind demnach 0-2 g Jod äquivalent. Da aber, wie oben auseinandergesetzt, 1 cm^ n - Jodlösung, der 0-127 g Jod enthält, 0-015 g HCOH entspricht, so berechnet sich der Titer für 1 cm^ der ver- wendeten NaaSaOg Lösung mit 0-00139 g Formaldehyd. 24 lagen zu finden und diesen nach der maßanalytischen Bestimmuno; mit dem in wässeriger Lösung zurückgebliebenen zu 0*2gH00H (der ganzen verwendeten Menge) ergänzt zu sehen. Es zeigte sich aber, daß sieh auch nach mehrstündigem Absaugen nicht eine Spur des Gases in den als Waschflaschen montierten Schüttelflaschen vorfand, ein Moment, das unabhängig von uns auch noch andere Beobachter konstatieren konnten^). Versuch vom 2. X. 1906: 25 cm^ Jodlösung = 53-5 cm^ NaaSjOs 1 Waschfllasche = öSöcm^ Na^SÖOg kein Pormaldehyd Schale = 32-55 cm' Na, S., Ü3 ) 20 • 95 Glas = 23-70 cm =* Na.^S,"03l 29-80 zusammen 50-75 X 0-00139 = 0-0705424 g HÖO'H, daher in der Luft = = 0-1294576 g HCOH. Versuch vom 9. X. 1906: 25 cm^ Jodlösung = 53-0 cm' Na, S^O.^ 1 Waschflasche = 53-0 cm^ Na, S, O3 kein Formaldehyd Schale = 33-4 cm' Na",Sl03 (19-6 Glas = 18-9 cm' Na," S.;03 134-1 zusammen 53-7 X X 0-00139 = 0-074643 g'HCÖH, daher in der Luft = = 0- 125357 g HCOH. Durch das Absaugen war also keine Entfernung des Formal- dehyd, sondern nur, wie uns ein Parallelversuch ohne Absaugen 1) Plancher G. et Ravenna G. ßendiconti d. Academia d. Lincei CCCII, 5. Vol. XIII., IL Sem. 1904, p. 459, cit. nach Bot. Zeutralblatt 1906 CIL. p. 300. Es erschien möglich, daß bei Gegenwart von Hg der Formaldehyd in Hydratform übergeht und deshalb nicht abgesogen"werden kann. Daher wurde der Versuch gemacht (das Experiment führte Fräulein Emmy Vi es er unter unserer Kontrolle im pflanzenphysiologischen Institute durch) Paraformaldehyd, der bekanntlich in Form von Pastillen, die sehr leicht gasförmigen Form- aldehyd entwickeln, im Handel zu haben ist, unter einer Vakuumglocke über conc. H.2 SO4 an der Wasserstrahlpumpe dem Absaugen in der Weise zu unter- ziehen, daß zwischen Glocke und Pumpe zwei mit H2 beschickte Wasch- flaschen eingeschaltet wurden. Die Luft wurde so abgesogen, daß die in den Waschflaschen auf s; teigenden Gasblasen noch gezählt werden konnten. I. Versuch : Drei Pastillen im Gewichte von 2 762 g. Nach vierstündigem Absaugen hatten sie 0089 g an Gewicht verloren, die Luft unter der Glocke zeigte beim Abheben intensiven Formaldehydgeruch, in die Waschflaschen war nicht eine Spur Formaldehyd übergegangen. IL Versuch: Drei Pastillen = 2'^7531 g. Nach 30 Stunden Gewichts- verlust = 0-04 g. In den Waschflaschen kein Formaldehyd. III. Versuch: Statt der conc. Hg SO4 wurde eine Schale mit Hg unter die Glocke gestellt, sonst wie früher. Drei Pastillen = 2-6685 g. In der Luft nach 30 Stunden: 0-04 g,- in der Schale: 027 g, in den Waschflaschen kein Formaldehyd. Wir können vorläufig noch keine Vermutung über die Ursache dieses merkwürdigen Phänomens äußern. 25 zeigte, erreicht worden, daß aus der Lösung mehr Aldehyd an das Luftvoluraen abgegeben worden war. Es wurden nun in der Folge zwei gleich große und gleich montierte Versuchsglocken unter den- selben Verhältnissen wie vorher, mit Formaldehyd beschickt, stehen gelassen, um zu ermitteln, ob nicht der Gehalt ihres Luftvolumens an Formaldehyd für bestimmte Temperaturen eine konstante Größe sei. Es wurden zwei gleichgroße Glasglocken in der oben be- schriebenen Weise aufgestellt, der Feuchtigkeitsbeschlag an der Glockenwandung nach Abbruch des Versuches sorgfältig in eines der Gefäße abgespritzt und der Inhalt beider Gefäße titriert. Die Differenz zwischen dem verwendeten Formaldehydquantum und der nun ermittelten Menge mußte der Gehalt des Luftvolumens der Glocken an diesem Gase sein. Verwendet wurden stets 5 cm^ 4^ ige Formaldehydlösung, mithin 0*2 g Formaldehyd. I. Glocke 11. Glocke] I. Glocke 11. Glocke I. Glocke IL Glocke Datum des Ver- suches 19. XL bis 3. XII. 1906 3. XII. bis 17. XII. 17. XIL bis 31. XII Schale und Glas rücktitriert. . 59-4 cmS 58-6 cm3 59-8 cm3 58-8 cm» 62-8 cm» 62-2 cm3 Blinde Probe . . 100 cm3 J 100 cm» Jodlösung 100 cm» J entsprechen = 192-4 NagSaOs = 193-2 NaoSaOg 192-70 NagSoO, Dah. verbraucht 133 cm3 133-8 cm» 133-4 cm» 134 4 cm» 129-9 cm» 130-5 cm» ■jln den TTpow Gefäßen ^^^" In der 0186982g 0-187322 g 0-18676g 0-18816g 0-181861g 0-182695g Luft .. 0-013018 g 0-0l2678g 0-01324 g 001184g 0-01813g 0017305g Temperatur . . . 12-140 12-140 9—150 9—150 9-200 9—200 (Schluß folgt.) Das pflanzenphysiologische Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. (Mit drei Ansichten und zwei Plänen.) Von A. Nestler (Prag). Am Schlüsse seiner historischen Skizze über die Entwicklung der Lehrkanzel für Anatomie und Physiologie der Pflanzen an der k. k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag schrieb 1899 H. Molisch^): „Auf eine Schilderung des pflanzenphysiologischen Institutes nach seiner Anlage und inneren Ausgestaltung kann 1) H. Molisch, Historische Skizze über die Entwicklung der Lehrkanzel für Anatomie und Physiologie der Pflanzen an der k. k. deutschen Karl-Per- dinands-Universität in Prag. Sonderabdruck aus der anläßlich des Regierungs- jubiläums Seiner Majestät von dem akademischen Senat herausgegebenen Fest- schrift. S. 5. 26 leider derzeit nicht eingegangen werden, da zur Zeit der Abfassung dieser Zeilen das Institut nocii nicht vollendet war." Seitdem ist ein Dezennium verflossen, die innere Einrichtung ist zu einem gewissen Abschluß gelaugt und manches unentbehr- liche Eüstzeug der Wissenschaft, das damals nur als frommer Wunsch in der Seele des Institutsleiters bestand, ziert heute die lichten Arbeitsräume. Es scheint mir daher der gegenwärtige Zeitpunkt geeignet zu sein, die Entwicklungsgeschichte des deutschen pflanzenphysiologischen Institutes zu ergänzen, womit gleichzeitig ein kurzer Beitrag zur Geschichte der Pflanzenphysiologie in Öster- reich verbunden ist. Denn abgesehen von den wissenschaftlichen Erfolgen, die direkt aus diesem Institut hervorgegangen sind und mit bestimmten Objekten und Apparaten im Zusammenhange stehen, zeigt die gesamte gegenwärtige Ausstattung der inneren Räume, daß viele Fortschritte der Pflanzenphysiologie an dieser Stätte freudig aufgenommen und weiter kultiviert wurden: Obwohl zur entsprechenden Würdigung dieses neuen Instituts eine Kontrastwirkung durchaus nicht notwendig ist, da seine Be- deutung für die Wissenschaft bei näherer Betrachtung seines gegenwärtigen Zustandes von selbst hervorragt, so drängt es mich doch, auf die alten Institute für Anatomie und Physiologie an der deutschen Universität in Prag zurückzukommen, da ich diese aus eigener Anschauung kenne. Das Bild, das da zunächst aus der Vergangenheit vor meinem geistigen Auge sich erhebt, ist durchaus nicht unfreundlich. Ein isoliert stehendes, einstöckiges, allerdings kleines Gebäude im Garten des sogenannten Wenzelsbades (Prag II, Ecke der Trojan- und Wenzelsgasse; gegenwärtig erhebt sich an dieser Stelle, auch den ehemaligen lustitutsgarten bedeckend, ein sehr großer Neubau, das chemische Institut der tschechischen techni- schen Hochschule), das vordem im Besitze des Eouleauxfabrikanten Ho Sek war, wurde von Prof. Dr. G. A. Weiß (1871) bezogen und als Institut für Pflanzenphysiologie eingerichtet. Das Institut selbst im Parterre — der erste Stock wurde vom Vorstande bewohnt — bestand aus einem freundlichen Mikro- skopierzimmer mit je einem Arbeitstische vor den beiden in den Garten blickenden Penstern, jedoch ohne Gasleitung für diese Tische und ohne Wasserleitung; einem als Hörsaal eingerichteten Zimmer mit zwei Fenstern ; ferner aus zwei kleinen Bäumen für Sammlungen und Bibliothek. Im Souterrain befand sich ein kleines chemisches Laboratorium, das jedoch meines Wissens für botani- sche Arbeiten niemals benützt worden ist. Der an das Institut an- stoßende Garten war wohl klein, bot jedoch mit seinen Beeten, Bäumen und seinem Treibhause für die damaligen Verhältnisse zur Not hinreichende Mittel und Gelegenheit für Kulturen und physiologische Versuche im Freien. Da zeigte das Gebäude an einer Seite einige Schäden, die angeblich nach sachkundiger Äußerung keineswegs bedeutend 27 waren und leicht hätten ausgebessert werden können. Dessen un- geachtet trat auf Veranlassung von Prof. Weiß, dem offenbar ein neues, großes Institut vor Augen schwebte, eine Kommission zu- sammen, die das Institutsgebäude als unbewohnbar erklärte. Daher 1882 Übersiedlung in die trostlosen ßäurae des Hauses „Zum römischen Kaiser" in der Brenntegasse Nr. 20. (Die Bezeichnung „Zum römischen Kaiser" besteht gegenwärtig nicht mehr.) Das ganze Institut bestand hier aus zwei Zimmern: das eine mit zwei Fenstern bildete den Mikroskopierraum, das andere war durch Schränke in zwei Abteilungen geteilt, von denen der eine für die Sammlungen, der andere als Sehlafraum für den Diener bestimmt war. Es fehlten auch hier die notwendigsten Bedürfnisse zum Arbeiten, als Gashähne, Wassermuscheln im Arbeitsraura etc. Als charakteristisch für die damaligen Verhältnisse mag hervorgehoben werden, daß die Demonstrationen — jeden Samstag zwei Stunden — im Eßzimmer des Herrn Professors, dessen Wohnung sich an die Institutsräume anschloß, abgehalten werden mußten. (Fortsetzung folgt.) Literatur - Übersicht^). November 1908. Beck G. V. Icones florae Germanicae et Helveticae simul terrarum adjacentium ergo Mediae Europae, tom. 24, dec. 17 et 18 (tab. 265—281, pag. 129—144). Lipsiae et Gerae (Fr. de Zezsch- witz). 4». FortsetzuDg der Chenopodiaceen. Domin K. Monographie der GB.ttuTig Didiscus (DC). (Sitzungsber. d. kgl. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften Prag, 1908.) 8". 76 S., 4 Taf. — — Morphologische und phylogenetische Studien über die Familie der ümbelliferen. I. Teil. (Bull, intern, de l'Academie des Sciences de Boheme, 1908.) 8°. 47 S., 14 Textabb., 3 Taf. Inhalt: 1. Die Keimung der ümbelliferen. — 2. Die Knollenbildung bei den ümbelliferen. — 3. Vergleichende Untersuchungen über die Morphologie der ümbelliferen, u. zw. A. Die Blätter der Hydrocotyloideae. (Gattungen mit Stipularbildungen, Gattungen mit charakteristischen Scheidenbildungen, Gattungen ohne Scheiden). B. Die Blätter der Saniculoideae. — Die Abhand- 1) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Kedaktion. 28 luDg wird fortgesetzt; sie berichtet über eine große Zahl interessanter mor- phologischer Tatsachen. Do min K. Tableaii abrege des especes du genre Trachymene. Bull, de l'acad. iDtern. de geogr. botan., 17. aon., nr. 229, pag. 481 bis 494.) 8". Neue Kombinationen: Tr. Unearifolia (Cavan.) Dom. =: Tr. linearis Spreng, und Tr. cuneata (Benth.) Dom. Fruhwirth C. Beiträge zu den Grundlagen der Züchtung einiger landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. V. Futterrübe. (Naturwissen- schaftliche Zeitschrift für Forst- und Landwirtschaft, 6. Jahrg., 1908, 9. Heft, S. 449—468.) 8°. Haberlandt G. Über die Verbreitung der Lichtsinnesorgane der Laubbl'ätter. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVII, Abt. I, Juni 1908, S. 621 bis 635.) S*'. 1 Tafel. Hauptsächlich Erwiderung auf eine Arbeit von G. Alb recht, in welcher dieser behauptet, bei 31 Arten keinerlei Einrichtungen zur Perzeption der Lichtrichtung gefunden zu haben. Verf. hat nun 28 dieser Arten nachunter- sucht und konstatiert, daß alle mit den von ihm beschriebenen Einrichtungen versehen sind. Ha ekel E. Gramineae novae. IV. (Fedde, Kepertorium, Bd. V, Nr. 21/26, S. 333—335.) 8°. Originaldiagnose von Phalaris stenoptera Hack. Hayek A. v. Flora von Steiermark, I. Bd., Heft 4 und 5 (S. 241 bis 400, Abb. 29—30). Berlin (Gebr. Borntraeger), 1908. gr. 8°. — Per Li efg. Mk. 3. Inhalt: Chenopodiaceae (Schluß), Amaranthaceae, Phytolaccaceae, Portiilacaceae, Caryophyllaceae, Aristolochiaceae, Berberidaceae, Banuncu- laceae (Anfang). Höhnel Fr. v. Eumycetes et Myxomijcetes. (Wettstein R. u. Schiffner V., Ergebnisse der botanischen Expedition der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften nach Südbrasilien 1901. IL Bd. Thallophyta nnä Bryo2)hyf es sich um neue Formen bekannter Hybriden handelt, so würde Ref. trotzdem deren Beschreibung für überflüssig halten; zum mindesten hätte dies erwähnt werden sollen. Rüziöka V. Struktur und Plasma (S.-A. aus Fr. Merkel und R. Bonn et. Ergebnisse der Anatomie und Entwicklungsgeschichte, XVI. Bd., S. 452—638). Wiesbaden (J. F. Bergmann), 1907. gr. 8". 57 Textabb., 1 Taf. — Mk. 3 60. Schiffner V. Bemerkungen über zwei kritische Hepaücae der europäischen Flora. (Hedwigia, Bd. XLVIII, Heft 3, S. 184 bis 190.) 8°. 29 Textfig. 1. Über Aplozia Schiffneri Loitlesb. IL Über Lophozia acutilöba (Kaal ) Schiffn. (dazu var. nov. heterostipoides Schifi"n.). Über Lebermoose aus Dalmatien und Istrien (Hedwigia, Bd. XLVIII., Heft 3, S. 191—192.) 8°. Scholl E. Die Reindarstellung des Chitins aus Boletus edulis. (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.- naturw. Kl., Bd. CXVII, Abt. I, Mai 1908, S. 547—560.) 8". Vergl. diese Zeitschr., 1908, S. 374. Sperlich A. Ist bei grünen Rhinanthaceen ein von einem pflanz- lichen Organismus ausgehender äußerer Keimungsreiz nach- weisbar? (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVI a, 1908, Heft 8, S. 574—587.) 8". Ergebnisse: „1. Das Keimprozent wird durch die Anwesenheit eines höheren pflanzlichen Organismus bei Samen von Melampyrum silvaticum deutlich erhöht, es hat demnach eine Anzahl Samen dieser Pflanze zur Keimung den Reiz des Wirtes nötig ; für die Samen von M. arveuse und Älectorolophus ist es wahrscheinlich, daß deren Keimung in gleicher Weise aber in schwächerem Grade beeinflußt wird. 2. Ein von abgestorbenen Teilen höherer Pflanzen oder von Humus- stofFen ausgehender Keimungsreiz ist für die Samen der drei untersuchten Pflanzenarten vollkommen ausgeschlossen. 31 3. Die Entscheidung, ob ein Same der genannten drei Pflanzen eine längere oder kürzere Ruheperiode durchzumachen hat, erfolgt mit großer Wahrscheinlichkeit schon in der Zeit bis zur erlangten Reife. Eine nach- trägliche Beeinflussung der Ruheperiode von äußeren Faktoren konnte bis heute für die hier in Frage kommenden Samen in keinem Falle nachgewiesen werden. 4. Rücksichtlich des Verhaltens bei der Keimung steht M. arvense der Gattung Alectorolophus näher als dem eigenen Gattungsgenossen M. silvaticum, eine Beziehung, die sich nach den bald erscheinenden Studien Heinrichers auch mit Rücksicht auf andere Lebenserscheinungen fest- stellen läßt." Steinach E. Die Summation einzeln unwirksamer Reize als all- gemeine Lebenserscheinung. Vergleichend-physiologische Unter- suchungen. I. Teil. (Archiv für die ges. Physiologie, Bd. 125, S. 239—289, Taf. V, 2 Textfig.) 8°. Tech et C. Su talune forme aberranti di Alghe marine ailevate in colture artificiali. (Nuova Notarisia, Ser. XIX, Ottobre 1908.) 8^ 16 pag. Weinzierl Th. v. Über die Zusammensetzung und den Anbau der Grassamen-Mischungen. Fünfte, umgearbeitete Auflage. Wien (Verlag d. k. k. Samen-Kontroll-Station, in Kommission bei W. Frick), 1908. 8«. 63 S. Zahlbruckner A. Schedae ad „Kryptogamas exsiccatas", editae a Museo Palatino Vindobonensi. Centuria XV — XVI. (Annalen des k. k. Naturhistor. Hofmuseums, XXII. Bd., S. 81—123.) gr. 8". Neue Formen und neue Namenskombinationen : üromyces fulgens (Hazsl.) Bubäk, Placosphaeria Onohrycliiclis Sacc. var. anaxea (Spegazz.) Keißl., Hyplieothrix calcicola Rabenh. f. glahra Stockmayer und f. lacu- noso-spongiosa Stockmayer, Verrucaria rupestris DG. var. hypophaea Steiner et Zahlbr., Caloplaca eoralloides (Tuckm.) Zahlbr. Anders G. Lehrbuch der allgemeinen Botanik. Leipzig (Quelle u. Meyer), 1908. 8". 460 S. 284 Textabb. — Mk. 4-40. Das vorliegende Lehrbuch ist für jene bestimmt, welche ihre Kennt- nisse in allgemeiner Botanik über das in den Schulen erwerbbare Maü hinaus erweitern wollen. Er behandelt Morphologie, Anatomie, Physiologie und Öko- logie in sehr sachlicher und klarer Weise und wird gewiß viele Freunde finden. Ein glücklicher Gedanke ist der Hinweis auf Objekte, die zu Beob- achtungen und Untersuchungen sich eignen, in den Anmerkungen. Geringe Beachtung haben, wie üblich, die phylogenetischen Fragen gefunden und das ist schade, denn sie bilden doch einen wesentlichen Teil der allgemeinen Botanik. Baur E. Einige Ergebnisse der experimentellen Vererbungslehre. (Beihefte zur Medizinischen Klinik, IV. Jahrg., 1908, Heft 10, • S. 265—292.) 8°. Beguinot A. II nanismo del genere Plantago e le sue cause. • (Nuovo giorn. botan. Ital., n. s., vol. XV, 1908, nr. 2, pag. 205 bis 306.) 8*'. Bornmüller J. Einige floristische Notizen aus Gröden in Süd- tirol. (Zeitschr. d. Ferdinandeums. IIL Folge, 52. Heft, S. 286 bis 296.) 8^ 32 Neue Kombination: Trimorpha Sclileiclieri (Gremli) Bornm. = T. alba Vierhapp. Brotherus V. F. A. Engler n. K. Prantl, Die natürlichen PflanzenfamilieD, 232. u. 233. Lieferung. (I. Teil, 3. Abt., Bog. 67—72, S. 1057—1152, Fig. 758—813.) Leipzig (W. Engel- mann), 1908. 8". — Mk. 3. Inhalt: Hypnaceae-Hylocomieae (Schluß), Stereodonteae, Plagio- thecieae, Leueomiaceae, Sematophyllaceae, Ehegmatodontaceae und Brachy- theciaceae. Bruchmann H. Das Prothallium von Lycopodmm complanatum L. (Botan. Zeitung, 66. Jahrg., 1908, Heft X u. XT, S. 169—181.) 4". 47 Textfig. Busse W. Deutsch-Ostafrika. 11. Ostafrikanische Nutzpflanzen. (G. Karsten und H. Schenck, Vegetationsbilder, VI. Reihe, Heft 7. Taf. 37—42.) Jena (G. Fischer) 1908. 4». — Mk. 2-50 (Mk. 4). Calestaoi V, Sulla classificazione delle Crocifere italiane. (Nuovo giornale botan. Ital., n. s., vol. XV, nr. 3, pag. 355 — 390.) 8°. Coppey A. Contribution ä Tetude des Muscinees de la Grece. (Materiaux pour servir ä l'etude de la flore et de la geographie botaniquB de l'Orient, 3. fascicule.) Nancy (Berger -Levrault et Cie.), 1908. ^\ 70 pag,, 4 tab. Dieseldorff E. P. Der Kaffeebaum. Praktische Erfahrungen über seine Behandlung im nördlichen Guatemala. Berlin (H. Paetel). 8^ 36 S. Düsen P. und Neger F. W. Chilenisch-patagonische Charakter- pflanzen. (G. Karsten und H. Schenk, Vegetationsbilder, VL Reihe, Heft 8, Taf. 43—48.) Jena (G. Fischer), 1908. A\ — Mk. 2-50 (Mk. 4). Ein besonders schönes Heft, das nicht nur botanisch interessante, sondern auch technisch sehr vollendete Photographien von P. D u s ö n bringt. Engler A. Die Pflanzenreich. 37. Heft (IV. 23 B): Additamentum ad Araceas-Pothoideas von A. Engler, Araceae- Monsteroideae von A. Engler und K. Krause, Araceae-Calloideae von K. Krause. Leipzig (W. Engelmann), 1908. 160 S., 60 Fig., 1 Tafel. — Mk. 8-40. Ewert R. Die Parthenokarpie der Stachelbeere. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVI a, 1908, Heft 8, S. 531—532.) 8^ Beobachtung eines Falles von Parthenokarpie bei der erwähnten Pflanze, der aber bei einer einzigen Frucht und unter besonderen Umständen (Knicken des tragenden Astes) eingetreten war. Von weiterer Verbreitung der Er- scheinung, ähnlich wie bei anderen Pflanzen, ist also hier nicht die ßede. Fedde F. Justs Botanischer Jahresbericht. XXXIV. Jahrg. (1906), II. Abt., 4. Heft (S. 481—701, Schluß) und IIL Abt., 1. Heft (S. 1—320); XXXV. Jahrg. (1907), I. Abt., 1. Heft (S. 1—160). Leipzig (Gebr. Borntraeger) 1908. 8". — Mk. 14*25, Mk. 19, Mk. 9-50. 33 Inhalt von XXXIV. II. 4: A. Weisse, Physikalische Physiologie der Zelle (Schluß); R.Otto, Chemische Physiologie ; E. Lemmermann, Bacil- lariales; 0. Pen zig, Teratologie. Inhalt von XXXIV. III. 1: F. Fedde, Novorum generiim, specierum, varietatum, formarumque Siphonogamarum Index; K. W. v. Dalla Tor re, Bestäubungs- und Aussähungseinrichtungen; K. W. V. Dalla Torre, Pflanzengallen und deren tierische Erzeuger. Inhalt von XXXV. I. 1: A. Zahlbruckner, Flechten; C. K. Schneider, Morpho- logie der Gewebe. Fiori A., Beguinot A., Pampanini R. Schedae ad floram Italicam exsiccatam. Cent. VIII. (Nuovo giornale botan. Ital., n. s., vol. XV, 1908, nr. 3, pag. 307—354.) 8°. Einige Arten sind von österreichischen Standorten ausgegeben, die hier registriert werden sollen: 723. Sesleria autumnalis F. Seh. Triest; 724. S. tenuifolia Sehrad. var. interrupta Vis. Triest; 741. Aegüops uniaristata Vis. Medolino bei Pola; 757. Muscari Kerneri March. Triest; 771. Iris Cengialti Ambr. Cengialto bei Rovereto; 779. Carpinus orientalis Mill. Triest; 786. Arceuthobium Oxycedri M. B. Capodistria. Graebner P. Die Pflanzenwelt Deutschlands. Lehrbuch der For- mationsbiologie. Eine Darstellung der Lebensgeschichte der wild- wachsenden Pflanzenvereine und der Kulturflächen. Leipzig (Quelle u. Meyer), 1909. 8°. 373 S., 129 Textabb. — Mk. 7. Sehr bemerkenswerter Versuch, die Formationen der heimischen Pflanzenwelt ökologisch zu behandeln, der nicht nur dem Botaniker, sondern auch dem praktischen Land- und Forstwirt und vor allem dem die „biolo- giscbe Methode" anwendenden Lehrer viel bietet. Verf. selbst hebt die Not- wendigkeit hervor, daß der Land- und Forstwirt mehr als bisher mit der Ökologie der ihm wertvollen Formationen vertraut werde, um beurteilen zu können, was zum Gedeihen dieser Formationen nötig ist. Die Rücksicht- nahme auf diese Kreise bedingte auch die populäre Darstellung in dem Buche. Harper R. A. The Organization of certain coenobic plants. (Bull, of the University of Wisconsin, nr. 207, science series, voL 3, nr. 7, pp. 279—334.) 8'\ 4 tab. Hayata B. Flora montana Formosae an Enumeration of the plants found on mt. Morrison, the Central Chain, and other mountai- nous regions of Formosa at altitudes of 3000 — 13.000 ft. (Jour- nal of the College of science, imperial university, Tokyo, Japan, vol. XXV, art. 19.) gr. 8^ 260 pag., 41 tab., 16 fig. Hildebrand F. Über Sämlinge von Cytisus Adami. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVI a, 1908, Heft 8, S. 590 bis 595.) 8". Bericht über zwei Pflanzen, welche aus Samen erzogen wurden, die 1904 aus C. Adami-Blüten gewonnen wurden. Beide Sämlinge erwiesen sich beim Blühen als C. Laburnum. Bei dem schönen Versuche ist nur zu be- dauern, daß Verf. 1904 nicht feststellen konnte, ob die betreffenden Blüten Adanii-Blüten oder eventuell, bekanntlich gelegentlieh auftretende, Laburnum- Blüten waren. " Sehr wahrscheinlich ist allerdings ersteres, da Verf. betont, daß er an dem betreffenden Exemplar nie das Auftreten einzelner Laburnum- Blüten sah. Hill T. G. and Fraine E. de. On the seedling structure of Gym- nosperms. I. (Annais of Botany, vol. XXII, nr. LXXXVIII, Oct. 1908, pag. 689-712, tab. XXXV.) 8^ 8 Textfig. HoltermannC. : Schwenden er s Vorlesungen über mechanische Probleme der Botanik gehalten an der Universität Berlin. Leipzig Österr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1909. a 34 (W. Engelmann), 1909. 8°. VI + 134 S., 90 Textfig., 1 Porträt. — Mk. 3-60. Die vorliegende Publikation wird vielen Botanikern sehr willkommen sein; sie präzisiert in kurzer imd übersichtlicher Form die Stellungnahme Schwendeners zu einer Reihe der wichtigsten mechanischen Probleme der Botanik; die äußeren Umstände, unter denen die Publikation erfolgt, sprechen dafür, daß die Ansichten Schwendeners dabei in authentischer Weise wieder- gegeben sind. Die Hauptkapitel des Buches sind: 1. Das mechanische System ; 2. Theorie der Blattstellungen; 3. Das Saftsteigen; 4. Die Spaltöffnungen: 5. Das Winden; 6. Die Rindenspannung; 7. Ablenkung der Markstrahlen bei exzentrischem Wachstum; 8. Die pflanzlichen Flugapparate; 9. Variations- bewegungen ; 10. Hygroskopische Krümmungen und Torsionen. Jergensen E. ürc/iis maculatus L. X Coeloglossum viride (L.) Hartm. (Bergens Museums Aarbog, 1908, Nr. 8.) 13 S., 5 Fig. Orehi-Coeloglossum coniger um. Krause E. H. L. Lapathon und Pacience. Untersuchungen über die Geschichte von Bnmex patientia. (Beihefte z. Botan. Zentral- blatt, Bd. XXIV. Heft 1, S. 6—52.) 8". Lendner Ä. Materiaux pour la flore cryptogamique Suisse. Vol. III, fasc. I. Berne (K.-J. Wyss), 1908. 8". 182 pag., 3 tab., 59 fig. ■ Die Beiträge zur Kryptogamenflora der Schweiz haben schon eine Reihe von Publikationen ergeben, die weit über den Rahmen einer Lokal- flora hinausgehend allgemeinsten Wert besitzen; es sei au die Bearbeitung der Uredineen von E. Fischer, an die der Chlorophyceen von Chodat er- innert. Diesen Arbeiten reiht sich die vorliegende an. Sie behandelt in ein- gehender, auf ausgedehnten Untersuchungen der Verf. beruhender Weise die Morphologie, Entwicklungsgeschichte und Systematik der Mucorineen über- haupt. Lewis J. M. The Behaviour of the Chromosomes in Pinns and Thuja. (Annais of Botany, voL XXII, nr. LXXXVIII, Oct. 1908; pag. 529-556, tab. XXIX, XXX.) S'. Lindau G. Dr. L. Rabenhorsts Kryptogamen-Flora von Deutsch- land, Österreich und der Schweiz. IX. Abteilung. Pilze. 110. Li efg. : Fiingi imperfecti, Hyphomycetes (Forts., S. 305—386). Leipzig (E. Kummer) 1908, 8". — Mk. 2-40. Li n dm an C. A. M. Über das Blühen von Lamium amplexi- caule L. (Arkiv för Botanik, Bd. 8, Nr. 5.) 8". 25 S., 7 Textfig. Verf. untersuchte einen Bestand von L. am., der 1907 dimorphe Blüten aufwies, nämlich zuerst kleistogame, dann chasmogame. Im Anschlüsse an die Schilderung der morphologischen und biologischen Verhältnisse er- örtert Verf. die Frage nach der biologischen Bedeutung der Kleistogamie von L. am. und sieht in derselben eine Einrichtung zur tunlichsten Abkürzung der Vegetationszeit Er bezeichet ein, einer solchen Abkürzung entsprechend vereinfachtes Organ als ein „Kompendium". Magnus W. Weitere Ergebnisse der Serum-Diagnostik für die theoretische und angewandte Botanik. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVI a, 1908, Heft 8, S. 532—539.) 8°. Maire R. et Petitmengin M. Etüde des plantes vasculaires recoltees en Grece (1906). (Materiaux pour servir ä l'etude de la flore et de la geographie botanique de I'Orient, 4. fascicule). Nancy (Berger-Levrault et Cie.), 1908. 8°. 239 pag. Neu beschrieben; Fumana Sonapartei Maire et Pet., Convolvulus Mairei Haläcsy, Scrophularia heterophylla var. poetarum Maire et Pet. 35 Massart J. Essai de geograpbie botaoique des distiicts littoraux et alluviaux de la Belgique. (Recueil de l'institut botanique Leo Errera, tom. VII, 1907, pag. 167—582; annexe, 121 pag., 186 photogr., 14 eart.) 8". Eingehende Darstellung der pflanzengeographischen Verhältnisse der Küstengebiete und Niederungen Belgiens, welche nicht bloß die Verbreitung der einzelnen Arten und Formationen beachtet, sondern vor allem dem öko- logischen Momente, den Bezeichnungen zwischen Pflanzen und Standort, Be- achtung schenkt. Die Arbeit enthält eine Fülle origineller und interessanter Beobachtungen. Eine wertvolle Beigabe bilden die 186 photographischen Auf- nahmen und die 13 Karten. Modilewski J. Zur Embryobilduog von Gunnera chilensis. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXVI a, Heft 8, S. 550-556.) 8°. 2 Taf. Hauptergebnisse: Die Arehesporzelle entwickelt sich ohne Teilung direkt zu einer Embrjosackanlage. Der erste Embryosackkern bildet durch Teilung 16 Kerne. Der reife Embryosack besteht aus einem normalen Ei- apparat, aus sechs Antipoden und einer größeren Anzahl von mittleren Kernen, die zu einem sekundären Embryosackkern verschmelzen. Die Em- bryobildung ist wahrscheinlich parthenogenetisch. — Interessanterweise er- schien die Abhandlung nahezu zu gleicher Zeit mit jener von Ernst (vgl. d. Zeitschr. 1908, S. 450), welche für G. macrophylla in mehrfacher Hin- sicht ähnliche Resultate ergab. Nienburg W. Zur Keimungs- und Wacbstumsgeschichte der Delesseriaceen. (Botan. Zeitung, 66. Jahrg., 1908, Heft X und XI, S. 183—209, Taf. VIII.) 4°. 44 Textfig. Ostenfeld C. H. On the ecology and distribution of the Grass- Wrack (Zostera marina) in Danish Waters. (Report of the Danish biological Station to the Board of Agriculture, XVI. 1908. 4°. 62 pag., 9 fig. Bemaerkninger i anledning af nogle forsög med spireeonen hos frö, der hav passeret en fuges fordöjelsesorganer. (Sv. bot. Tidskr., Bd. 2, Heft 1, p. 1—11.) 8°. Verf. ließ Früchte von Potamogeton natans den Darmkanal von Cygnus olor passieren und konstatierte, daß diese rascher und besser keimten, als Früchte, welche am gleichen Standorte eingesammelt und direkt an- gebaut wurden. Fax F. Grundzüge der Pflanzenverbreituug in den Karpathen. (Engler und Drude. Die Vegetation der Erde. X.) II. Bd. Leipzig (W. Engelmann), 1908. 321 S., 29 Textfig., 1 Karte. Dem vor etwa zehn Jahren erschienenen ersten Bande, welcher die allgemein ptianzengengraphische Darstellung der Karpathen enthielt, folgt nunmehr der zweite, in dem der Verf. ganz speziell eine große Anzahl eigener Beobachtungen und Untersuchungen verwertet. Die Hauptabschnitte des Buches sind: I. Die fossile Flora der Karpathen. II. Wichtigere Tatsachen aus der Verbreitung einzelner Gattungen und Arten (Die Verbreitung einiger Gattungen in den Karpathen und die phylogenetischen Beziehungen ihrer Arten zueinander. — Die Verbreitung der Kulturpflanzen. — Die Zellen- kryptogamen). III. Charakteristik der einzelnen Bezirke. — Die Karpathen gehören zweifellos zu den pflanzengeographisch interessantesten Gebieten Europas; die Verwertung der sie betreffenden Kenntnisse war bisher, ins- besondere infolge der Zerstreutheit und der Vielsprachigkeit der Literatur, außerordentlich erschwert; diesen oft schwer empfundenen übelständen macht nun das Paxsche Werk in einem gewissen Grade erfreulicherweise ein Ende. 36 Pieper G. R. Systematische üebersicht der PhanerogameD. Leipzig (Quelle u. Meyer). 8°. 36 S. — Mk. 0-50. Das Buch soll, wie der Autor sagt, einerseits „zur schnellen Orientierung über die systematische Stellung der einheimischen und der meisten auslän- dischen Phanerogamen-Gattungen dienen", anderseits ..bei der Anlage von Herbarien Verwendung finden". Der Plan des Buches ist gut, weil ein solches Büchlein heute einem Bedürfnis entspricht; die Durchführung des Planes ist aber dem Verf. nicht gelungen. Zunächst wäre es besser gewesen, Vollstän- digkeit für ein bestimmtes Gebiet anzu.streben, als die Gattungen nach nicht näher angegebenen Gesichtspunkten auszuwählen. Zahlreiche, schon in Oester- reich vorkommende Gattungen fehlen; von europäischen Gattungen fehlen ca. 300. Das System, welches der Verf. darstellt, beginnt mit den Kompo- siten und schließt mit den Cycadeen, innerhalb der Familien findet sich vielfach eine diesem Prinzipe der „absteigenden Linie" widersprechende An- ordnung. Die Ordnungen und Familien sind im allgemeinen jene des Engler- schen Systemes; von nicht verständlichen Abweichungen seien erwähnt: die Stellung von Selago bei den Globulariaceen, von Nyssa bei den Santala- ceen, von Cneorum bei den Connaraceen, von Lagoecia bei den Smyrnieen u. dgl., die Aufführung von Weingaertneria neben Corynephorus, von Braya und Vesicaria unter den Brassiceen u. v. a. Störende Druckfehler sind zahlreich. Pompeckj J. F. und Salfeld H. : K. A. v. Zittels Paläonto- logische Wandtafeln. IL Serie: Fossile Pflanzen. Taf. I — X in Bildgröße ca. 105 : 130 cm. Stuttgart (Schweizerbart), Nov. 1908. — Preis der Tafel aufgezogen mit Stäben Mk. 6. Potonie H. Die Sapropelite. (Die rezenten Kaustobiolithe und ihre Lagerstätten, Bd. l.) Berlin (geolog. Landesanstalt), 1908. 8«. 251 S., 23 Textfig. — Mk. 8. Unter „Kaustobiolithen" versteht der Verf. brennbare, auf Organismen zurückführbare Bestandteile der Erdkruste. Diese kohlenstoffhaltigen Kausto- biolithen teilt der Verf. in: 1. Sapropel-Bildungen (Faulschlamm), 2. Humus- Bildungen und 3. Liptobiolithische Bildungen (Harze u. dgl.). Das vorliegende Buch behandelt im allgemeinen die Zersetzungsprozesse, deren Ergebnis die Kaustobiolithe wird, dann die Entstehung und das Vorkommen der Kausto- biolithe; im speziellen werden dann die Sapropelbildungen behandelt. Eine für die Kenntnis der Eolle, welche Organismen bei der Bildung der Erdrinde spielen, für die Kenntnis des Vorganges der Fossilisation sehr wichtige Ab- handlung. Röhmann F. Biochemie. Ein Lehrbuch für Mediziner, Zoologen und Botaniker. Berlin (J. Springer), 1908. 8°. 768 S., 43 Text- fig., 1 Tafel. Dem Titel nach ist das Buch auch für Botaniker bestimmt. Demselben bietet es nicht viel seinen speziellen Bedürfnissen Entsprechendes; eine Bio- chemie, in der man nichts über Lignin, Anthokyan, Phykerythrin etc. er- fährt, in deren ausführlichem Autorenverzeichnis der Name Czapek nicht vorkommt, läßt schon bei flüchtiger Betrachtung zu geringe Beachtung des botanischen Teiles der Biochemie erkennen. Roth G. Übersicht über die europäischen Drepanocladen, ein- schließlich der neueren Formen. (Hedwigia, Bd. XLVIIL Heft 3, S. 152—177, Taf. IV— VL) 8^ Sagorski E. Über den Formenkreis der Anthyllis Vulneraria L. (Fortsetzung). (AUg. botan. Zeitschr., XIV. Jahrg., 1908, Nr. 11, S. 184—189.) 8°. Behandelt Anthyllis maura Beck, Ä. pyrenaica Beck, A. Saharae Sag. und A. pulchella Vis. 37 Schroeder B. Neue und seltene Bacillariaceen aus dem Plankton der Adria. (Ber. d. deutschen botan. Gesellsch., Bd. XXVI a, 1908, Heft 8, S. 615-620.) 8". 1 Textabb. 1. Leptocylindrus adriaticus, nov. spec. ; 2. Striatella interrupta (Ehrb ) Heiberg; 3. Biddulpliia pellucida Castracane, forma; 4. Biddulphia pelagica, nov. spec. Sorauer P. Handbuch der Pflanzenkrankheiten. Dritte, vollständig neubearbeitete Auflage, f. Bd. Die nichtparasitären Krankheiten, bearb. v. P. Sorauer, Berlin (P. Parey), 1909. 8°. 891 S., 208 Textabb. — Mk. 36. Sprecher A. Le Ginkgo hiloha. Geneve, 1907 (Dissert.). 8°. 207 p., 225 fig. Sehr eingehende monographische Behandlung von GiuTcgo biloba in morphologischer und anatomischer Hinsicht mit Ausnahme der Spermato- zoiden-Entwicklung und der Befruchtung, welche durch Hirase und Ikeno eingehendst studiert wurden. In Anbetracht der wichtigen phylogenetischen Stellung, die Ginkgo einnimmt, sehr beachtenswerte Studie. Nach dem Verf. zeigt Ginkgo gar keine direkten Beziehungen zu den Cycadeen, wohl aber solche zu den Taxaceen und den Cordaiteen, mit denen sie wohl analoge Herkunft von Pteridophyten besitzen. Strasburg er E. Das kleine botanische Praktikum für Anfänger. Sechste umgearbeitete Auflage. Jena (G. Fischer), 1908, gr. 8°. 258 S., 128 Textabb. — Mk. 6. Thellung A. Nomenciator Garsaultianus (Bull. herb. Boissier, 2. ser., tom. VIII, 1908, nr. 11, pag. 778—793.) 8". Die nomenklatorisch beachtenswerte Arbeit bringt sämtliche in zwei fast verschollenen Werken Garsaults (1764, 1767) enthaltenen Pflanzen- nanien und bespricht deren Einfluß auf die gegenwärtig rechtsgiltige Be- nennung zahlreicher Pflanzen. Von mittel- und südeuropäischen Arten seien auszugsweise genannt: Centauriiim minus Gars. (= C. umbellaturn Gilib.), Doronicum romanum Gars. (= D. Matthioli Tausch), Dracunculus major Gars. (= D. vulgaris Schott), Equisetum majus Gars. (= JE. maximum Lam.), Lavandicla major (Gars.) Thellung (= L. laUfolia [L. f.] Vill), Mandragora femina Gars. (= M. aututnnalis Bert.), Paeonia mas Gars. (= P. corallinalXetz.), Paeonia femina Gars. (= P.peregrina Mill.). Erwähnt sei, daß bei Garsault die binäre Nomenklatur noch nicht konsequent durch- geführt ist. Janchen. Wein K. Poa Chaixii 'X. j)ratensis m. nov. hybr. = Poa ivip- praensis m. (Allg. botan. Zeitschr., XIV. Jahrg., 1908, Nr. 11, S. 181—183.) 8». Vom Verfasser bei Wippra im Harz entdeckt. West W, and West G. S. Fresh- Water Algae from Burma, in- cluding a few from Bengal and Madras. (Annais of the Royal botanic garden, Calcutta, vol. VI., part. IL, pag. 175—260, tab. X— XVI.) Calcutta, 1907. Folio. Winkler H. Solanum tuhingense, ein echter Pfropfbastard zwischen Tomate und Nachtschatten. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXVI rt, 1908, Heft 8, S. 595—608.) 8^ 2 Textabb. Ausführliche Besprechung des vom Verf. heuer erzielten Pfropf- bastardes, den er der Kölner Naturforscher- Versammlung lebend vorführte und durch dessen Hervorbringung die Frage nach der Existenz von Pfropf- hybriden nun definitiv im bejahenden Sinne beantwortet ist. Die erzielte Pflanze verhält sich morphologisch im allgemeinen intermediär, gleicht aber in einzelnen Teilen mehr der einen oder der anderen Stammart; speziell 38 die Früchte nähern sich stark jenen des S. nigrum. Der Pollen ist fertil. Bemerkenswert ist es, daß schon heuer an der Pflanze ßückschlagsäste, u. zw. Rückschläge zu reinem 8. nigrum auftraten. An die Pflanze knüpft sich naturgemäß eine ganze Reihe von Fragen von großer Tragweite, deren Beantwortung der Verf. in den nächsten Jahren näher treten will. Worsdell W. C. A study of the vascular syst.em io certain Orders of the lianales. (Annais of Botany, vol. XXI T, nr. LXXXVIII, Oct. 1908, pag. 651-682, tab. XXXIl, XXXTII.) 8°. 4 Textfig. Zornig H. Arzneidrogen. Als Nachschlagebuch für den Gebrauch der Apotheker, Ärzte, Veterinärärzte, Drogisten_und Studierenden der Pharmazie, I. Teil. Die in Deutschland, Österreich und der Schweiz offizinellen Drogen. 1. Lieferung. (Bogen 1 — 15). Leipzig (W. Kliukhardt), 1909. S''. — K6-30. Die Eedaktion der im Verlage von A. Felix (Leipzig) er- scheinenden „Botanischen Zeitung", welche bisher von Prof. Dr. H. Graf zu Solms-Laubach und Prof. Dr. Fr. Oltmanns ge- führt wurde, geht mit 1. Jänner d. J. in die Hände von Prof. Dr. A. Peter (Göttingen) über. Prof. Dr. H. Graf zu Solms-Laubach (Straßburg) und Prof. Dr. Fr. Oltmanns (Freiburg i, Br.) geben vom 1. Jänner d. J. an gemeinsam mit Prof. Dr. L. Jost (Straßburg) ein von dem letztgenannten redigiertes neues Unternehmen heraus, welches unter dem Titel „Zeitschrift für Botanik" im Verlage von G. Fischer (Jena) erscheinen wird. Format der „Botanical Gazette". Umfang eines (monatl.) Heftes 4 — 5 Druckbogen. Jahresabonne- mentpreis Mk. 24. Honorar für Originalarbeiten Mk. 30 per Bogen, für Referate (klein. Druck) Mk. 50 per Bogen. Akademieen, Botanische Gresellschaften, Vereine, Kongresse etc. In der Generalversammlung der Association internationale des Botanistes, welche am 8. Juni 1908 in Montpellier stattfand, wurden gewählt: zum Präsidenten Prof. Dr. Ch. Flahault (Mont- pellier), zum Vizepräsidenten Prof. Dr. Th. Durand (Brüssel), zum Generalsekretär Prof. Dr. J. P. Lotsy (Leiden). Botanische Sammlnngen, Museen, Institute etc. Phycotheca boreali-americana, by F. Sh. Co Hins, J. Holden, W. A. Setchell. Fase. XXXI (nr. 1501 — 1550). Maiden, Massa- chusetts, November 1908. 39 Personal-Nachrichten. Prof. D. Glos, ehem. Direktor des botanischen Gartens in Toulouse, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Dr. Horncamp, Direktor der landwirtschaftlichen Versuchs- station in Rostock, wurde zum außerordentlichen Professor er- nannt (Naturw. Rundschau). Prof. Dr. F. Kienitz- G erloff wurde zum Direktor der Landwirtschaftsschule in Weilburg a. d. Lahn ernannt (Botanische Zeitung). R. E. Stone wurde zum Professor für landwirtschaftliche Botanik an der Universität von Nebraska ernannt (Naturw. Rund- schau). Dr. W. Heering wurde an Stelle von Dr. H. Hallier als wissenschaftlicher Mitarbeiter a. d. botan. Staatsinstitut in Ham- burg berufen (Botan. Zentralblatt). M. Petitmeng in (Nancy) ist am 18. Oktober 1908 im Alter von 28 Jahren gestorben. Dr. K. Shibata wurde zum Professor der Botanik an der Universität Sapporo (Japan) ernaunt. Prof. Dr. G. Karsten (Bonn) wurde zum ordentlichen Pro- fessor der Botanik an der Universität Halle berufen. Dr. V. Folgner wurde zum Adjunkten an der botanischen Lehrkanzel der k. k. Hochschule für Bodenkultur ernannt. G. Pammer wurde zum ordentlichen Professor für Pflanzen- zucht, Hopfen- und Wiesenbau an der landwirtschaftlichen Aka- demie in Tetschen-Liebwerd ernannt (Hochschulnachrichten). Otto Kleiner wurde zum Assistenten an der Lehrkanzel für Botanik und Phytopathologie, Theodor Hörn zum Assistenten an der Lehrkanzel für Pflanzenproduktionslehre der landwirtschaft- lichen Akademie in Tetschen-Liebwerd ernannt. Prof. Alexander Makowsky ist am 30. November 1908 in Brunn im 75. Lebensjahre gestorben. Inhalt der Jätuier-Nommer: Julias Schuster: Über mitteleuropäische Variationen und Kassen des Oalium silvestre. S. 1. — L. Nicotra: Sur le Systeme des monocotyledones. S. 15. — Viktor Gräfe und Leopold Ritter v. Portheim: Orientierende Untersuchungen über die Einwirkung von gasförmigem Formaldebyd auf die grüne Pflanze. S. 19. — A. Nestler: Das pflanzenphysiologische Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. S. 25. — Lite- ratur-Übersicht. S. 27. — Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereiue, Kongresse etc. S. 38. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. S. 494. — Personal-Nachrichten. S. 39. Redakteur: Prof. Dr. B. t. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeltsohrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates and kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: 1852/53 ä M. 2- — , 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Kiemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittels Postanweisuug direkt bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse ^^^HpH "-^^VM'y ^^^^^^Sj^^^ . - ' r^' ^^^^ME^^I^^.'' ^-- ^^^^^^^^^3^^^ ' ^ ""ii^iiiit'^^i^^BiHBl^S^^ i ^^^IHb ^f^^^A^m a^^SBpWr^^'^^^^^^»^^^^ T i^ '■''•' ''■^'^'^X^i ^HS H H^^^^^^^^fl^R^SK^HpK ^^S^^^b^^ ' ^3^Htak~^ r'^ggSr^jj^^jl ^■I^^^E ^^^ w^^^^^^^SS^SKBKEt W^^^S^". ■ ■■ ' :3 «hBIEBb ^^^^^^^^I^D^^nX^^^^^^H ^K^QB^SAH^^r.^i^l ^§5C "i'^f^ hK9BH|^^H WB^^S^ ^m^k^M Ml I^^K^^^^^ ^B^^^^aS HBJHB eHBBIK^HMJ^^o^Bal RBH|H^B Km^Ka^MT^affiS« UlK'lllLi.^^^^R^^^I ^^B^^Q Abb. 4. Eine Partie des Versuehsgartens des neuen pflanzenphysiologisehen Institutes mit dem Gewäehshause. deres Zimmer für die bakteriologischen Untersuchungen einzu- richten. Wenige Schritte vom Institutsgebäude entfernt liegt das Ver- suchsgärtchen (Abb. 4 und 5), wohl der wichtigste Teil des In- stitutes. Denn ein Physiologe, dem kein Versuchsgarten zur Ver- fügung steht, beschränkt seine wissenschaftliche Tätigkeit nur zu leicht auf seine Institutsräume und verfällt in einseitiges Arbeiten, während zahlreiche wichtige Fragen des pflanzlichen Lebens, die nur an höheren Gewächsen studiert werden können, unbeachtet bleiben. Und wo neue Jünger in die Wissenschaft eingeführt werden sollen, da ist ein Garten eine Conditio sine qua non. p 61 Der neue Institutsgarten umfaßt im ganzen einen Flächen- raum von 1315-44 m^ wovon 106-86 m- auf das Gewächshaus (Abb. 4) kommen. Letzteres besteht aus einem Warm- und einem Kalthause, ferner aus einem Experimentierraum, der insofern von größter Bedeutung ist, als manche physiologische Versuche dem ÖD xi Einflüsse der Laboratoriumsluft entzogen werden müssen, wenn sie einwandfreie Eesultate geben sollen. Die gesamte Gartenanlage ist eine Schöpfung des Prof. Molisch; denn außer zwei alten Nuß- bäumen sind die gegenwärtig bereits statthchen Ahornarten, Eschen-, Ulmen-, Birken- und Kirschbäume und die vielen Sträucher von 62 Molisch gepflanzt worden, so daß nebst den eine Fülle von physiologisch interessanten Objekten fassenden Treibhäusern an Material für Beobachtungen und Experimente wahrlich kein Mangel ist. (Schiuc folgt.) Mykologisches. Von Prof. Dr. Franz v. Höhnel (Wien). XXII. Zur alpinen Macromyceten-Flora. Im Laufe der Mouate August und September 1908 hielt ich mich an sieben Orten in den österreichischen Alpen auf und be- nützte die Gelegenheit zum Studium der alpinen Pilzflora, wobei ich hauptsächlich die größeren Formen beachtete. Da gerade diese — meist Hymenomyceten — gewöhnlich wenig gekannt sind und von den meisten Mykologen vernachlässigt werden und eine An- zahl der gemachten Funde von Interesse ist, schien mir die Ver- öffentlichung der wichtigeren gewonnenen Resultate wünschenswert. An den meisten Orten hielt ich mich nur wenige Tage auf. Von diesen habe ich nur die interessanteren Funde notiert. In Vahrn bei Brixen hatte ich hingegen Gelegenheit, ein volles Monat zur Erforschung der näheren Umgebung, etwa bis zur Entfernung einer Stunde, zu benützen und mir daselbst, da Jahreszeit — September — und Witterung günstig waren, ein ziemlich vollständiges Bild der dortigen Hymenomyceten-Flora verschafft, da ich 381 verschiedene Formen sammelte. Ich hielt es für zweckmäßig, die Vahrner Funde vollzählig anzuführen, um so mehr, als von A. Heimerl (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. in Wien, 1904. p. 448; 1905, p. 424; 1907, p. 415) Beiträge zur Flora des Eisacktales erschienen sind, in welchen auch viele Pilze angeführt sind, die im Vereine mit meinen Angaben und denen in der Pilzflora von Tirol für eine künftige Pilzflora der Brixener Gegend, welche, wie Heimerl zeigte, ein großes pflanzengeographisches Interesse hat, gutes Material bilden. Die meisten angeführten Hymenomycetenarten sind im Sinne von Quelet, Flora mycologique, gemeint, da ich dieses vortreff- liche Werk zum Studium derselben hauptsächlich benutzte. Ich habe daher, um Raum zu sparen, die Autornamen meist weg- gelassen. Ebenso habe ich genauere Standortsangaben für über- flüssig gehalten, da die Aufsammlungen fast stets in der näheren Umgebung der Aufenthaltsorte gemacht wurden und bei Pilzen ganz genaue Angaben über den Fundort keinen Wert haben. 1. Waidhofen an der Ybbs. Sebacina calcea (P.). Tomentella epimyces (Bres.). 63 Fomes popuUnus Fr., sowohl die Hutform als die resupiniite (Foria ohducens P.). an Roßkastanien im Stadtpark. Polyporus horealis Wahlb., an Fichtenstämmen. P. melanopus (P.) Buchberg, an Wegrändern an Wurzeln. Poria undata (P.) =r Polyp. Broomei Rbh. = P. cincius Berk. sec. Bresadola, Sporen hyalin, fast kugelig, 5 ^ 4 (U, immer mit 1 Öltropfen. Der Pilz ist im frischen Zustande fast gela- tinös-weich, hyalin-weiß, nicht sanguinolent; getrocknet wird er graubraun und fest, er sieht dann ganz anders aus. An einem stark vermorschten Nadelholzstock am Buchberg. Polyporus ravidus Fries teste Bresadola. An einer Esche am Schmitzbühel. Eine eigentümliche, ganz abweichende, äußerlich ganz dem P. connatus Weinm. in Fries, Icon., Taf. 185 ähn- lich sehende Form, mit schmalen, stark herablaufenden, im- brikat verwachsenen Hüten. Boletus erythropus Kr.? Eine Form mit teilweise dunkelrotem Hut und kaum rotgefärbten Poren. B. spadiceus Schaeff. var.? Eine Form, fast einfarbig gelb, mit creme-ockergelbem Hute, die ich nur als Farbenvarietät von B. spadiceus unterbringen kann. Schmitzbühel, halbwegs nach Ybbssitz. Inocybe lanuginosa. Clitocyhe diatreta. Omphalea scyphoidcs Fr. An Holzstückchen am Boden. Eccilia ardosiaca. 2. Schladming in Obersteiermark. Sehacina calcea (P.), Ladarius spinulosus Qu. Der Pilz stimmt vortrefflich zu Quelets und Batailles^) Beschreibung. Er wuchs an einem Wegrande, genau so wie das bei Vahrn gefundene zweite Exemplar, das vollkommen damit übereinstimmte. Der Pilz scheint bisher nur aus Frankreich bekannt gewesen zu sein und ist durch die den Hut bedeckenden gekrümmten Stacheln merkwürdig. Claudopus hyssisedus (?.). Ein kleines, sehr gut stimmen dos Stück. Omphalea onisca, Mycena haematopus. Camarophyllus leporinus. Paxillus leptopus. Panaeolus papilionaceus. Lachnea stereorea (P.) v. gemella Karst. Äleuria pseudotrechispora (Schrot.) v. H. Helvella phlebophora Pat. et Doass. (Pat. Tab. anal. Nr. 478). Der Pilz zeigte eine noch unreife Fruchtschichte, stimmt aber in Größe, Form und Farbe vollkommen mit Patouillards 1) P. Bateille, Flore monographique des Asterosporöes. 1908, p. 37. 64 Bild überein. Das Charakteristische des Pilzes ist seine Klein- heit und der umstand, daß die Unterseite des Hutes von grö- beren und feineren vorspringenden Adern retikuliert ist. Das- selbe kommt aber auch bei Helvella lacunosa Afz. vor. ßehm sagt zwar nichts davon, aber Bresadola (F. trid. II., 41, Taf. 147) spricht davon. Es ist kein Zweifel, daß der Pilz nichts als eine kleine Form von Helvella lacunosa Afz. var. cinerea Bres. 1. c. ist. Als Art hat derselbe keine Berechtigung. 3. Schwarzach in Salzburg. Polyporus cinnaharinus, an einem Kirschbaumstumpf. Poria cinerascens Bres. An Nadelholz bei Goldegg. Collyhia synopica Fr. Weg zur Lichtensteinklamm. 4. St. Johann in Tirol. Femsjonia luteo-alha Fr. {= Giiepinia Femsjoniana 01s. = Exi- dia pezisaeformis Lev,). Die Sporen sind 28 — 32-8 — 11 ft groß und schließlich mit sehr zahlreichen Querwänden versehen. Daß der Olsen sehe Pilz (in Brefeld, Myk. ünt.) mit dem Fri es- schen identisch ist, ist sicher. Brefeld gibt zwar viel größere Sporenmaße an, allein, wie ich schon mehrfach betont habe, sind Brefelds Maßangaben sämtlich viel zu hoch. Quelet hält (Fl. mycol., p. 21) Ditiola radicata Fr. für denselben Pilz, was nicht der Fall ist. Der Pilz kommt an Nadel- und Laub- holz vor und ist sehr selten. Ich kenne ihn auch aus dem Wienerwald (Preßbaum), Cantharellus Friesii Qu. Lactarius lignyotus Fr., tahidus. Psilocybe atroriifa (Scharff".). Tuharia paludosa Fries. Phylloporus rJwdoxanthus (Schw.) Bres. Ein kleines Exemplar. Nolanea juncea, auf Sphagnum. Pleurolus limpidus Fr. An einem Fichtenstock. Collyhia conigena (P.) nee Bresadola, F. trid. L/amellen sehr dicht stehend. Bresadolas Art halte ich für eine Form von C. escidenta Wulf. Tricholoma Cnista. Limacium olivaceo-album, häufig. Flammida limidata, astragalina, luhrica. Tuharia paludosa. Pholiota caperata. Boletus felleus. 5. Jenbach in Tirol. Thelephora caryophyllea. Craterellus pistillaris (von Ciavaria p>istillaris üRch Bresadola kaum spezifisch verschieden). 65 Meruliiis aureus, an Fichtenplanken. Boletus radicans. Lentinus cochleatns. Marasmius cauticinalis (sicher nur eine Form von Omphalea Campanella). M. impudicus, bei Eben.; prasiosmus Fr. HygropJiorus (Limacium) chrysodon, agathosmus. Cortinarius (Phegmacium) calochrous, infr actus, varius, ori- cJialceus. Psalliota sylvatica. Inocybe Dulcamara. Naucoria escharoides Fries; ein Exemplar am Boden. Mir war der Pilz, den ich als Naucoria erkannte, unbestimmbar. Sporen blaß, augenförmig, mit einem öltropfen, 9 — 10^4 — 5. Die Lamellen- schneiden mit zahlreichen, unten kegelig bauchigen, oben dünn steiifädig ausgezogenen, 28-8 fi großen Cystiden versehen. Der Pilz ist trocken dunkel olivenbraun, was nicht gut zu Fries stimmt. Lepiota cinna})arina, acutisquamosa. Amanila porphyria. Tricholoma cognatum Fr. (=r arcuatum Bull, non Fries). Mycena chlor anthes. Armillaria aurantia', hulbigera. Au der Basis einer Fichte fand ich bei Jenbach einen Agaricus in zwei dicht aneinander stehenden Exemplaren, der äußerlich an Pleurotus lignatilis oder Armillaria fracida er- innerte; mir schien ein schlecht entwickelter Ring vorhanden zu sein. Er entsprach etwa der Abbildung Taf. 23, Fig. 10, in Barla, Fl. myc. des Alpes maritimes. Derselbe hat hyaline, elliptische, 4— 5\/2-2— 3 ix große Sporen und ist dadurch höchst merkwürdig, daß die ganzrandigen Lamellen auf den Seiten- flächen zahlreiche hyaline, sehr dickwandige, zylindrische, stumpfe, 13—16 fi breite, 32 ^i weit vorragende Cystiden besitzt. Der Pilz ist Bresadola und mir völlig unbestimmbar. Da derselbe ziemlich zähe war, ist es vielleicht ein eigentümlicher Panus. Auch Herrn Boudier ist der Pilz unbekannt. 6. Lanser Köpfe bei Innsbruck. Cantharellus aurantiacus, eine schöne, durch blasse Färbung ab- weichende Form. Lactarius hysginus Fr., fuliginosus. Hygropliorus gliocyclus Fr., aureus. Collyhia scorzonera (Batsch). Lepiota seminuda Lasch. Omphalea pyxidata. 66 7. Vahrn bei Brixen in Tirol. Auricularia mesenterica. Sehacina calcea (P.); Tremellodon gelatinosum; Calocera viscosa, CraterocoUa Cerasi (Bref); Dacrymyces palmatus (Schw.) Eres. Ciavaria cinerea, Botrytis, flava, rufescens, aurea. Prof. Heim er 1 fand bei Bad Schalders auf nackter Erde eine kleine, wenig verzweigte, schmutzig graulich-weiße Cia- varia, deren Spitzen etwas bräunlich werden. Die hyalinen Sporen sind länglich-zylindrisch, unten seitlich spitz, 5 — 7^2 — 3 ^i. Ich hielt diesen hübschen Pilz für Ciavaria suhtHis P. Allein nach Bresadola in litt, ist es diese Art, welche eikugelige, 4 — b^^L fi große Sporen hat, nicht. Die Pflanze bleibt vorläufig unbestimmbar und ist mög- licherweise eine neue Art. Cyphella fasciculata B. u. C. (Sacc. Syll. VI, 671), an dürren Zweigen von Alnus viridis. Diese nordamerikanische Art ist bisher in Europa nur im Valdobbia (Venezien) gefunden worden, u. zw. auf demselben Substrate. Die Bestimmung rührt von Bresadola her. Der Pilz ist braun und sieht ganz Solenia- artig aus. Jedoch von Solenia fasciculata ganz verschieden. (rloeopeniophora aurantiaca auf Alnus viridis. Peniophora gigantea; suhlaevis (Bres.) v. H. et L. Corticium Aluta Bres., 3.\i^ Robinia, wie bisher stets steril; confluens; mutahile Bres.; roseiim (auf Eobinia). Vuilleminia commedens (besonders auf Castanea). Stereum hirsutum, sanguinolentum. Thelephora terrestris. ConiopJiorella oUvacea (P.). Auf Nadelholzbrettern. Tomentella fusca (P.). Craterellus liitescens, tubaeformis; cornucopioides. (Schluß folgt.) Orientierende (Jntersuchnngen über die Einwirkung von gasförmigem Formaldehyd auf die grüne Pflanze. Von Viktor Gräfe und Leopold Ritter v. Portheim. (Mit 1 Textabbildung.) (Aus dem pflanzenphjsiologischen Institute der k. k. Universität und der Bio- logischen Versuchsanstalt in Wien.) (Schluß.) Aus dieser Versuchsreihe ist zu ersehen, daß die Menge Formaldehyd im Luftvolumen einer Glocke für eine bestimmte Temperatur nahezu eine konstante ist, so daß man aus der Diflfe- 67 renz des zurücktitrierten Formaldehyds und dieser Konstante die Menge des in der Pflanze verbliebenen Formaldehyds bestimmen kann. Es erseheint natürlieh nicht ausgeschlossen, daß trotz aller antiseptischen Vorsichtsmaßregeln Mikroorganismen oder auch die organische Substanz abgestorbener Pflanzenpartikelchen oder schließ- lich organische Keime der durch die Glocken gezogenen Luft an der Fixierung des Formaldehyds Anteil hatten und daher zum Teil für das Verschwinden desselben auch mit verantworthch gemacht werden könnten. Bei den nachfolgenden Versuchen wurde jedoch vor- sichtshalber neben dem Vegetationsversuch auch noch ein bhnder ohne Pflanzen, jedoch sonst unter denselben Versuchsbediugungen ein- geschaltet, so daß die Konstante für jeden Versuch separat bestimmt werden konnte. Ein Versuch mit bereits ergrünten Phaseolus-vul- (/ar?s-Keimlingen, die in einer Nährlösung (Knop) in der Weise unter der mit 5 cm* 4^ iger Formaldehydlösung beschickten Glocke gezogen wurden, daß die Flüssigkeitsschichte mit neutralem Vaselinöl überdeckt war, um keinen Formaldehyd aus der Glockenluft in die Nährlösung gelangen zu lassen, mißlang, da die Keimlinge ver- faulten, wie sich später zeigte, infolge der Verwendung des Vasehnöls, das schon an und für sich, ohne Formaldehyd, in einem Kontroll- versuch die Fäulnis der Keimlinge bewirkte. Der nächste Versuch wurde mit einem Zweig von Boehmeria polystachya angestellt, der in der Nährlösung in der Weise be- festigt war, daß die Öffnung der Glasplatte, welche auf dem Kultur- gefäß aufgeschliffen war, sorgfältig nach dem Durchstecken des Zweiges mit Paraffin vergossen wurde. Nach 24 Stunden zeigte sich das Blatt gebräunt, mit zahlreichen braunen Flecken bedeckt, deren jeder ein kleines Loch enthielt. Nach dem Herausnehmen fielen die Blätter rauschdürr ab. Da wir Ursache hatten, auch Bakterieninfektiou zu vermuten, wurde der Zweig in einem näch- sten Versuch, der mit derselben Formaldehydkonzentration (5 cm* 4%iger Formaldehyd) ausgeführt wurde, zunächst mit einer 17oo Sublimatlüsung und hierauf mit sterilisiertem Wasser gut gewaschen. Auch hier zeigten sich die oben erwähnten charakteristischen Bräunungserscheinungen. Die nächsten Versuche wurden mit den resistenteren Blättern von Efeu durchgeführt. Der Zweig wurde mit Sublimat und Wasser gewaschen, mit Filtrierpapier schnell getrocknet und die Erde des Garteutopfes nach ausgiebiger Befeuchtung mit Stanniol gut bedeckt und neben die Pflanze eine Schale mit 10 cm* 2^iger HOOH- Lösung und ein Becherglas mit 250 cm* dest. HgO gestellt. Nach einigen Tagen war die Pflanze noch frisch, aber nach achttägiger Einwirkuugszeit erschienen zwei Blätter gebräunt und fielen bei leiser Berührung ab. Die Chloroplasten erschienen indessen bei mikroskopischer Betrachtung gut erhalten und nur etwas zusammen- geballt. Ein Blatt erschien übrigens nach Abbruch des Versuches noch ganz frisch, die Pflanze trieb bei normaler Kultur nach etwa vier Wochen neu aus. In diesem Versuche wurde in der Luft 68 0-012688 g HCOH = 0-12^ (100 cra^* Luft wiegen 0-1293 g, daher der Glockeuiuhalt = 10-344 g) gefunden. In einem näch- sten Versuche wurde die Konzentration des Formaldehyds gleich hoch gehalten, aber dessen absolute Menge vermindert, indem nur 5 cm^ geboten wurden. Die Erscheinungen waren dieselben wie im vorigen Versuch, der Gehalt der Luft an HOOH = O'OIOOOS g = Q'\%. Da in diesen Versuchen offenbar die Formaldehydmenge zu hoch genommen war, wurde in den folgenden die Konzentration der Formaldehydlösung mit 0*2^ gehalten und durch Variation der absoluten Menge die Schädigungsgrenze festgestellt. Wie unten aus- geführt wird, konnten wir nicht feststellen, ob der verschwundene Formaldehyd zum Aufbau von Kohlehydraten in der Pflanze ver- wendet oder etwa bloß passiv im Zellsaft gelöst geblieben ist. Der Ausdruck „von der Pflanze aufgenommen" darf also nicht im Sinne von „verwertet" aufgefaßt werden. Daten des Versuches a> ö bß 1 t- ■ i 05 (Ml ^ 6 W H in de en zurück blieben a 03 •-" a H von de ze aufge jmmen 'o O 1^-1 C2 03 OiS O a a -S feO td =2 1-^ o^ «l-aM WO \JiQ^ Aussehen der Pflan- zen nach Abbruch des Versuches J907 19. IV. bis 26. IV. 5 cmS 0004624 g 002384 g 0-002992 g 26. IV. bis 3. V. 10 cm3 001292g 000293 g 0-00415 g 3. V. bis 10. V. 20 cm3 0-027336g 0004912 g 0-007752 g 11. V. bis 18. V. 15 cm^ 0015884g 0004432 g 0-006724g Blätter völlig in- takt und turgescent. Pflanze gesund. Pflanze volliiommen intakt, treibt sofort im Kalthaus neu aus. Erkrankt , Blätter zeigen gelbe Flecken, treibt nach einiger Zeit nach Entfer- nung aus der For- molatmosphäre. Efeu erkrankt, brau- ne Flecken, treibt wieder. Die äußerste Menge Formaldehyd, welche also ohne Schädigung der Pflanze noch Anwendung finden konnte, lag zwischen 10 cm* 0-2%iger Lösung, im Luftvolumen daher 0-00415 g = 0*4 7oo und 15 cm^ in der Luft 0*006724 g = 0-657oo. Die folgenden Versuche wurden mit ergrünten Keimlingen von Fhaseolus vulgaris ausgeführt, indem je zwei Gartentöpfe mit durchschnittlich zusammen 20 Pflanzen der Einwirkung des Forraal- dehyds ausgesetzt wurden. Die Töpfe waren wie früher mit Stan- niol sorgtältig bedeckt, so daß Formaldehyd nicht in die Erde ge- 69 langen konnte. Parallel mit der chemischen Analyse nach Abbruch des Versuches wurden die Messungen der einzelnen Teile der Ver- suchspflanzen vorgenommen, welche weiter unten folgen sollen. Es braucht nicht erwähnt zu werden, daß nach Abbruch des Ver- suches die Pflanzen in eines der zum Titrieren bestimmten Gefäße abgespritzt wurden, um oberflächlich im Transpirationswasser ge- lösten Aldehyd zu gewinnen. Gleichzeitig wurden gleichviele Pflanzen unter denselben Bedingungen, aber ohne Formaldehyd zum Ver- gleiche des Habitus gezogen. Später wurden neben diese beiden Versuchsreihen noch Pflanzen in Pormaldehyd- Atmosphäre in COg-freiem Raum und solche ohne Formaldehyd in CO.^-freier Luft geschaltet, so daß es also möglich war, die Wirkung des Formaldehyds neben Kohlensäure und die des Aldehyds allein auf die Pflanze zu studieren und solche Objekte mit normalen und COg-frei gezogenen zu vergleichen. aj Ö bß ä .' 'i~i 1 tJD S a 3-i») C bD§ 'O.S ? -a^ Datum des ^ a d äs .5 a o > a s fl O ea O) Aussehen der Pflan- zen nach Abbruch Versuches -3 O a §3 B =^ a _^ rs) o O a H des Versuches ^ ä^ o«s o o^ «tjr^tU KO ffi acL. 1907 31. V. bis 7. VI. 7. VI. bis 15. VI. 19. VI. bis 26. VI. 4.VII.bisll.VII gleichzeitig COg frei 6 cm3 5 cm^ 10 cm3 10 cm3 10 cin3 0001224 g 0006648 g 0-003128 g 000204 g 0006593 g 0-002856 g 0004224g 0-004224 g 0004224 g 0002367 g 001292g 0-015776 g 0-016776g Pflanzen stehen schön, Blätter teil- weise nach Licht- grün verfärbt, Wur- zelhals gebräunt, Nebenwurzeln weiß. Blätter in der Aus- bildung begriff'en. Dieselben Erschei- nungen wie vorher, Blätter viel größer und breiter als in normaler Nähr- lösung ohne For- maldehyd, Wie früher. (Erscheinungen wie früher. Pflanzen in normaler Lösung mit HCOHvöUig intakt. Auch in den folgenden Versuchen wurde ein Teil des Pormaldehyds wahrscheinUch von den Pflanzen absorbiert. Der CO2 -freie Raum wurde in der Weise hergestellt, daß durch die völlig zum Versuch adjustierte Glocke eine halbe Stunde Luft durch- geleitet wurde, die durch zwei Waschflaschen mit NaOH2:3 ge- 70 leitet uud so von CO, befreit worden war. Außerdem standen die Kulturtöpfe in einer Glasschale (vor dem Eindringen des Kali ge- schützt) mit Kalilauge derselben Konzentration. Das Gefäß mit HCOH wurde während des Durchleitens der Luft durch eine zweckentsprechende Vorrichtung verschlossen gehalten. Aus den beschriebenen Versuchen ging nun zunächst hervor, daß Formal- dehyd von den verwendeten Pflanzen in weit höherer Konzentration ohne jegliche Schädigung ertragen wurde, als dies von Treboui für Elodea festgestellt worden war, denn dort konnten noch 00005 f^ HCOH gut ertragen werden, während dies in unseren Versuchen noch bei einem Gehalt der Luft an 0*04^, also der achtzig- fachen Menge der Fall war. Phaseoliis vulgaris konnte mit diesem Quantum Formaldehyd sogar ohne CO, gezogen werden. Im nachfolgenden soll über die Ergebnisse, welche wir bei Beobachtung der Entwicklung unserer Versuchspflanzen wahr- nehmen konnten, berichtet werden. In der Tabelle auf Seite 71 sind die Durchnittswerte für die Länge, respektive Breite der ober- irdischen Organe und die Anzahl der gemessenen Individuen an- gegeben. Die Bohnen wurden nach Abbruch des Versuches gemessen. Da dies bei den einzelnen Versuchen nach 7 — 16 Tagen erfolgte, also zu einer Zeit, zu der die Kotyledonen verbraucht waren, so ist es gestattet, die Resultate aller zehn Versuchsreihen zusammen- zuziehen und die Durchschnittsiängen zu vergleichen. Diese Durchschnittswerte betrugen für Hypokotyle (Stücke) Epikotyle (Stücke) bei den Kulturen ohne Formaldehyd 10-995 (141) 9-136 (140) „ ., „ mit „ 9-774 (182) 9-493 (182) 1. Inter- ,„,.. , , 2. Inter- ,^,.. , . j- (Stucke) j. (Stucke) nodmm ^ nodmm bei den Kulturen ohne Formaldehyd; 2-925 (135) 0-397 (40) „ „ „mit „ 2-918 (130) 0*183 (53) Primordialblätter Länge (Stücke) Breite (Stücke) bei den Kulturen ohne Formaldehyd 3-412 (183) 3-114 (137) „ „ .. mit „ 3-835 (201) 3-823 (169) Die Stengel der Formaldehydpflanzen waren also kürzer als die der Kontrollpflanzen. Am deutlichsten kam dies an den Hypo- kotylen znm Ausdruck, während die Epikotyle der Formaldehyd- kulturen etwas länger waren als die der Normalkulturen. Die Primordialblätter der in Formaldehydatraosphäre gezogenen Pflanzen waren aber meist größer, länger und breiter als die der normal kultivierten Bohnen ; auch in der Blattforra war, wenn auch nicht regelmäßig, ein Unterschied wahrzunehmen. Im Formaldehyd- dampf hatten die Primordialblätter nicht die typische Form der I 71 normalen P/?aseoZws- Pflanzen ; dies äußerte sich insbesonders in der weniger starken Ausbuchtung der Blattbasis. (Siehe Abbildung Seite 73.) Eine eigentümliche Erscheinung trat bei einigen Bohnen einer Versuchsreihe auf. Nach Beendigung des Versuches wurden die Pflanzen ins Warmhaus gebracht, um weiter kultiviert zu werden. Bei einigen der in Formaldehydatmosphäre kultivierten Pflanzen zeigte das Mittelblättchen des ersten Blattes eine vom Normalen abweichende Form ; es hatte eine mehr minder ovale Gestalt. Sowohl diese Formveränderung, als auch die der Primordial- blätter der Formaldehydpflanzen gestatten die Vermutung, daß der HCOH auf die Planze einen formativen Reiz auszuüben imstande ist. Leider waren wir nicht in der Lage, die diesbezüghcheu Ver- suche fortzusetzen; es bedarf diese Frage noch einer weiteren ge- nauen Prüfung. Noch schwieriger gestaltet sich die Beantwortung der Frage, ob der in gelöster oder gasförmiger Form dargebotene Formaldehyd von der Pflanze verwendet werden kann ^). Während nach Bouilhac und Giustiniani^) der Foimal- dehyd dem weißen Senf, selbst bei ungenügender Beleuchtung, als Nährstoff dienen kann, wenn er zur Nährlösung in geringer Menge zugesetzt wird, konnten wir uns überzeugen, daß ein solcher Zusatz zur Nährlösung bei Phaseolus vulgaris das Wurzelsystem und da- mit auch die oberirdischen Organe schädigt. Samen phanerogaraer Pflanzen büßen durch Behandlung mit Formaldehyd nach W i n d i s c h ^) ihre Keimkraft mehr oder weniger ein. Die giftige Wirkung des HO OH auf Pilze und Bakterien ist allgemein bekannt*). Chlorophyll enthaltende Pflanzen, wie gewisse Algen ^), Elo- dea% Phaseolus etc., scheinen geringere Mengen von Forraaldehyd im Substrat oder in der Luft zu vertragen. Es hat also den Anschein, daß der Formaldehyd in kleinen Quantitäten bei Anwesenheit von Chlorophyll für manche Pflanzen •) Nach Plancher und Eavenna (1. c.) verschwindet Formaldehyd, dessen Konzentration l%o nicht übei'steigt, in kurzer Zeit, wenn er zu dem Brei von Spinatblättern, welche gut assimilierten, zugesetzt wird. Die Verfasser vermuten, daß eine Bindung oder Kondensation des HCOH stattfindet. 2) Bouilhac et Giustiniani. Comptes rendus de l'Acad. d. sciences, 1903, p. 1155, zit. nach Bot. Zentralblatt, ly03, IL p. 219. 3) Windisch R. Über die Einwirkung des Formaldehyds auf die Keimung. Botanisches Zentralblatt. Beihefte, 1898, p. 339. Windisch B. Über die Einwirkung des Formaldehyds auf die Keimung. Landwirtschaftliche Versuchsstationen 1901, pag, 241, zit. nach Bot. Zentral- blatt 1902, IL, p. 109. *) Cohn ¥. Jahresbericht der schlesischen Gesellschaft f. vaterländische Kultur 1895, IL Abt. natur.-bot. Sekt, p. 23, nach Bot. Zentralblatt 1897, LXIX, p. 64. 5) Bouilhac Raoul. Comptes rendus de l'Academie des sciences 1902, zit. nach Botan. Zentralblatt 1903, XCIL, p. 122. G) Treboux 0. l. c. 72 :^^^ H frS S= p cr9 a -1 .o o =• =^ V TO i_-i )— I " P" t— 1 1— ( r^ -^ t^ M ^ >4 00 >a ODO 0«0 I^S^0*>•O^S C5 OS 03 O Oi it>- »J tfk OS O« 05 ^S tS tP' o o o o t« ^ t« ►- t« o o o ts o c 00 C5 »O -1 CO O «D 00 o 00 CC H» h- o 05 CO -q OS OS 4». «q H^ ü» OS ■a o CO o ^^ ~ ^^ H- to o o o ^^ o »^ OS H- CO cn eo oo m © h- OS t« ^ oo 00 OS -q o OS (fk ^s CO ^s Cn O 00 o r« H- ts »- (« O O O U) o o o ^ o 00 o OS ^s ~J o t« OS l>9 00 o OS ts tf' o OO o OS 03 CO CO O 00 K- to 00 -J 00 00 >— I— • OS t« t« tsS CO O O «1 o o OS OS H- ts to >-•■ ^ o o älS Ol US t^ C5 C5 O O O © C Cn 3 3 3 3 9 g CO o © o © © © tS bS tc ^s ts ts X Beginn des Versuches Dauer des Versuches in Tagen Hypokotyle. Länge in Zentimetern : Stück Epikotyle. Länge in Zenti- metern : Stück 1. Internodium. Länge in Zentimetern : Stück 2. Internodium. Länge in Zentimetern : Stück Länge der Primordial- blätter in Zentimetern; Stück Breite der Primordial- blätter in Zentimetern: Stück Hypokotyle. Länge in Zentimetern : Stück Epikotyle. Länge in Zenti- metern : Stück 1. Internodium. Länge in Zentimetern: Stück 2. Internodium. Länge in Zentimetern : Stück Länge der Primordial- blätter in Zentimetern: Stück Breite der Primordial- blätter in Zentimetern: Stück Konzentration des Formal- dehyds 73 unschädlich ist; es bleibt aber unentschieden, ob der HC OH von diesen Pflanzen assimiliert werden kann. Auch bei unseren Versuchen wurde durch Formaldehyd das Wachstum der Phaseoliis-BUitei-, also der Organe, denen die größte Chlorophyllmenge zur Verfügung stand, gefördert, während die Achsen- organe dem Normalen gegenüber etwas zurückblieben. Abbildung 1. Ob dies aui einen durch Pormaldehyd ausgeübten Reiz oder auf Verwertung des Formaldehyds zurückzuführen ist, konnten wir bisher nicht feststellen. Versuche mit Keimlingen, denen die Koty- ledonen abgenommen worden waren, ergaben diesbezüglich keine klaren Resultate. Bei sechs Versuchsreihen mit Bohnen, welche unter Glocken mit kohlendioxydfreier Luft und CO^-freier Atmosphäre plus Formal- dehyd zur Aufstellung kamen, waren die oberirdischen Organe und die Primordialblätter kleiner als bei den in normaler Luft, mit Österr. botan. Zeitschrift. 2. Heft. 1909. ß 74 oder ohne Pormaldehyd gezogenen Pflanzen. Aber hier waren die Pflanzen, welche bloß in C02-freier Luft kultiviert wurden, kleiner und hatten annähernd gleich große Primordialblätter wie die Pflanzen der Formaldehyd-Kultur ^). Vielleicht werden Versuche mit verschiedenen Pflanzen in Formaldehydatmosphäre in sehwachem Licht oder bei vöüigem Lichtabschluß darüber Aufschluß geben , ob Forraaldehyd von Pflanzen zu assimilatorischen Zwecken herangezogen werden kann, oder ob er nur als formativer Reiz wirkt-). Über die Untersuchungen von A. H. Blaauw, "be- treffend die Beziehung zwischen Lichtintensität und Beleuchtungsdauer bei der phototropischen Krümmung von Keimlingen von Avena sativa. Von Prof. F. A. F. C. Went (Utrecht) s). Autorisierte Übersetzung aus dem Englischen von Paul Fröschel (Wien)*). Vor einigen Jahren versuchte Wiesner^), die minimale Lichtintensität zu bestimmen, bei der verschiedene Pflanzen noch pbototropisch reagieren. Er fand z. B., daß beim Epikotyl von Pisum sativum und beim Hypokotyl von LepicUuni sativum die ^) Auf der Abbildung sind einige Primordialblätter, der mit und ohne Pormaldehyd gezogenen Bohnen, dargestellt. I. Normale Luft -f- Formaldehyd, II. Normale Luft, III. COo-freie Luft + Formaldehyd, IV. COa-freie Luft. Herrn Dr. Alois Jenßiö sprechen wir für die Ausführung der photo- graphischen Aufnahme unseren herzlichsten Dank aus. ^) Benedicenti et De Toni G. B., Atti del E. Ist. veneto di Sc, litt, ed arti 1901 — 1902. T. LXL, parte 2, p. 239 und T. LXI, parte 1, p. 41, zit. nach Botan. Zentralblatt 1904. II. p. 427. ßouilhac R., 1. c, 1902. Bouilhac et Giustiniani 1. c. 3j Proceedings of the Meetings of Saturday September 26, 1908. *) Die vorliegende Übersetzung, zu der Herr Prof. Went mich gütigst autorisierte, rechtfertigt sich durch die in theoretischer, ganz besonders aber in methodologischer Hinsicht überaus wichtigen Ergebnisse Blaauws. Die Unter- suchung bestätigt zunächst ein Gesetz, das der Übersetzer für die Abhängigkeit der Präsentationszeit von der Lichtintensität festgestellt hat (die diesbezügliche Abhandlung war Herrn Prof. Went zur Zeit, als er diese.s Referat schrieb, noch nicht zu Gesicht gekommen), verfolgt aber diese Gesetzmäßigkeit inner- halb wesentlich weiterer Grenzen. Die Feststellung ganz besonders, daß bei ent- sprechend intensiver Beleuchtung die Präsentationszeit bis auf '/jooo Sekunde sinkt, zusammengehalten mit den Tatsachen der feinen Unterschiedsempfind- lichkeit der Pflanzen (Wiesner) und der aufierordentlich kurzen Perzeptious- zeit (Fitting), muß die reizphysiologische Methodik reformieren und sie zu ebenso exaktem Arbeiten anspornen, wie es bei psychophysischen Experimenten längst der Fall ist. '^) J. Wiesner, Die heliotropischen Erscheinungen im Pflanzenreiche, p. 178—180. Wien, 1878. 75 Grenze der Empfindlichkeit bei 0-054 N. K. noch nicht erreicht ist. (Wie SU er drückt dies in einer Einheit aus, welche gleich ist 6 '5 Walrat-Kerzen.) Für das Epikotyl von Phaseolm muUiflorus liegt diese Grenze genau bei 0*054 N. K. Während der Autor in diesem Falle die Dauer der Experimente nicht angibt, stellt er für das Epikotyl von Vicia sativa fest, daß bei einer Intensität von 0-054 N. K. die Krümmung nach 3 Stunden 45 Minuten zu erscheinen begann, wohingegen das gleiche Organ von Vicia faha bei der nämlichen Lichtintensität selbst nach 48 Stunden keine Krümmung aufwies. In keinem dieser Fälle wurde also der Ver- such gemacht, jene minimale Zeit zu finden, während welcher Licht von gegebener Intensität auf eine Pflanze wirken muß, um eine phototropische Krümmung hervorzurufen. Später führte Figdor^) ähnliche Experimente aus. Hier kann nur das Resultat erwähnt werden, daß die untere Grenze der phototropischen Empfindlichkeit unterhalb 0-0003262 N. K. gelegen ist, u. zw. für Keimlinge von Lepidium sativum, Amarantus nielancholicus ruber, Papaver paeoniflorum und Lunaria biennis^). Czapek hinwiederum hat sich mit der Bestimmung der Präsentationszeit beschäftigt. Darunter versteht er die minimale Zeit einseitiger Beleuchtung, die zur Hervorrufung einer nachher einsetzenden phototropischen Krümmung erforderlich ist. Für Keimlinge von Phalaris und von Ävena bestimmt er diese Zeit mit ungefähr 7 Minuten, obwohl er die dabei herrschende Licht- intensität nicht angibt. Vermutlich beobachtete der Autor, die Notwendigkeit solcher Angaben deshalb nicht, weil seine Unter- suchung fast ausschließlich den Geotropismus betraf, wo dem Be- griff der Präsentationszeit, abgesehen von anderweitiger Spezifi- zierung, eine ziemlich genau abgegrenzte Bedeutung zukommt, da wir uns ja hier mit der stets konstanten Schwerkraft befassen. Die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen Präsentationszeit und Lichtintensität besteht, war gleichwohl naheliegend. In seiner weiteren Untersuchung über die Perzeption phototropischer Reize hat nun Herr A. H.Blaauwin meinem Laboratorium auch diese Frage auf- gegriffen und ist dabei zu einigen überraschenden Resultaten gelangt, über die ich in dieser kurzen vorläufigen Mitteilung berichten will. Die Experimente wurden mit etiolierten Keimlingen von Ävena sativa durchgeführt, deren Koleoptile für Lichtreize außer- 1) W. Figdor, Versuche über die heliotropische Empfindlichkeit der Pflanzen. Sitzungsber. d. math.-naturw. Klasse der k. Akademie der Wissensch. Wien, Bd. CII, Abt. I, 1893. 2j Es sei hier noch bemerkt, daß Wiesner in der Erwägung, „daß die faktische Lichtempfindlichkeit eines Pflanzenorgans erst gefunden ist, wenn die Intensität jener Strahlen ermittelt wurde, die den Heliotropismus bedingen", die in N. K. ausgedrückten Lichtintensitäten in Bunsen-Roscoesche Ein- heiten umrechnete. Er fand als untere Grenze der heliotropischen Empfindlich- keit bei Amarantus melancholiciis eine Intensität von Q- 000000026. Siehe: Wiesner, Versuch einer Bestimmung der unteren Grenze der heliqtropischen Empfindlichkeit nebst Bemerkungen zur Theorie des Heliotropismus. Ost. Botan. Zeitschr. 1893. Anm, d. Übers. 76 ordentlich empfindlich sind, wie ja seit Darwins und Eotherts Untersuchungen wohl bekannt ist. Für schwächere Intensitäten wurde eine Auerlampe benützt, die mit Hilfe eines Gasdruck-Regulators sehr konstant gehalten wurde. Durch Aulstellen der Objekte in verschiedenen Entfernungen von der Lampe und, wenn nötig, durch Abdecken des Lichtes mit Hilfe geschwärzter Gläser, endlich durch Auffallenlassen des Lichtes auf eine mit einer Blende versehene Milchglasscheibe, die nun ihrerseits als Lichtquelle fungierte, waren alle möglichen Intensitäten von 100 Hefner-Kerzen abwärts erhältlich. Die In- tensität wurde mittels eines Weber-Photometers bestimmt. Die Gaslampe befand sich außerhalb des Versuchsraumes, so daß die Versuchspflanzen gegen jeden schädlichen Einfluß des Kohlengases geschützt waren. Für größere Lichtintensitäten wurde die elektrische Bogen- lampe einer Demonstrationslaterne benützt, deren Licht, durch Linsen konzentriert, Intensitäten bis zu 48-000 Hefner-Kerzen zu liefern imstande war. Die Dauer der Belichtung bewegte sich zwischen 13 Stunden und 0-001 Sekunden; die sehr kurzen Beleuchtungszeiten wurden mit Hilfe eines photographischen Momentschlitzverschlusses erzielt. Die Pflanzen wurden nun in verschiedenen Entfernungen von der Lichtquelle aufgestellt, eine bestimmte Zeit beleuchtet, dann im Dunkeln belassen und nach ungefähr 2 Stunden auf eine photo- tropische Krümmung geprüft. Waren Entfernung und Zeit passend gewählt, so konnte eine ganz bestimmte Grenze so gefunden werden, daß unterhalb einer gewissen Lichtintensität keine Krüm- mung eintrat, während oberhalb dieser Intensität alle oder fast alle Keimlinge gegen das Licht zu gekrümmt waren. Man kann daher sagen, daß zu einer gegebenen Expositionszeit eine gewisse minimale Lichtintensität zur Perzeption erforderlich ist, oder, kor- rekter gesprochen, zur Hervorrufung einer Reaktion erforderlich ist, da wir ja von der eigentlichen Perzeption des Lichtreizes nichts wissen. Es war bereits ein verblüffendes Resultat, daß während, wie oben gesagt, die Präsentationszeit zu 7 Minuten angenommen wurde, Blaauw bei seinen Experimenten noch dann eine Reaktion erhielt, wenn die Exposition auf 0*001 Sekunde herabgesetzt wurde, wofern nur das Licht sehr stark war. Die Resultate werden noch bedeutsamer, wenn man sie zahlenmäßig ausdrückt, wie dies in der folgenden Tabelle der Fall ist. Die erste Kolumne gibt die Länge der Expositionszeiten an, die zweite die zugehörigen Lichtintensitäten (in Hefner-Kerzen), welche eben zur phototropischen Reaktion hinreichten. Die dritte Kolumne gibt das Produkt aus den erwähnten zwei Größen, wobei die Zeit in Sekunden ausgedrückt ist, so daß das Produkt als Sekunden-Kerze bezeichnet sein mag. Mit andern Worten: Die dritte Kolumne zeigt in jedem Falle an, wieviel Licht man hätte 77 während einer Sekunde auf die Pflanze fallen lassen müssen, um den gleichen Lichteffekt zu erzielen wie bei den Experimenten. I. (Expositionszeit) II. (Lichtintensität in Hefner-Kerzen) III. (Sekunden- Kerzen) 13 Stunden 10 „ 6 „ 3 „ 100 Minuten 60 30 „ 20 „ 15 „ 8 „ 4 „ 40 Sekunden 25 „ 8 4 „ 2 r, 1 „ //s » "hs n 7-25 . 1/55 n /lOO n /4OO n /soo « 1000 » 1 3 5 8 18 45 308 511 1.255 1.902 7.905 13.094 26.520 •000439 000609 •000855 ■001769 •002706 ■004773 •01018 •01640 0249 •0498 •0898 •6156 •0998 •0281 •456 •453 •94 ■05 •7 •4 20 21 18 19 16 17 18 19 22 23 21 24 27 24 21 16 18 18 24 20 22 19 19 16 26 5 Aus den Kolumnen I und II folgt gleichzeitig, daß bei kür- zerer Exposition die Lichtstärke vergrößert werden muß, um eine Krümmung zu erhalten. Die berechneten Werte der Kolumne III zeigen außerdem, daß die Lichtintensität der Expositionsdauer in- direkt proportioniert ist oder, mit anderen Worten, daß, unab- hängig von der Expositionsdauer, eine bestimmte Lichtmenge er- forderlich ist, um eine Reaktion hervorzurufen. Allerdings sind die Werte in Kolumne III nicht alle gleich, aber sie oszillieren augen- scheinlich um einen Mittelwert. Völlige Übereinstimmung wird auch bei solchen Experimenten nicht erwartet werden können, wenn man bedenkt, daß die Grenze zwischen Krümmung und Nichtkrümmung nicht immer exakt bestimmt werden kann ; über- dies sind die Haferkeimlinge natürlich individuellen Variationen unterworfen, welche man nur dadurch eliminieren könnte, daß man bei jeder Bestimmung eine lange Serie von Experimenten machte; endlich konnten in den verschiedenen Versuchen die äußeren Be- dingungen der Feuchtigkeit, Temperatur usf. nicht völlig konstant gehalten werden. Es war kein Beweggrund mehr vorhanden, Expositionszeiten von weniger als 0*001 Sekunden, noch auch solche von mehr als 78 13 Stunden zu wählen, da die erhaltenen Resultate zur Genüge zeigen, daß die wesentliche Bedingung für die Hervorrutung einer phototropischen Krümmung im Darbieten einer bestimmten Menge strahlender Energie besteht. Ob diese Quantität in einer sehr kurzen Zeit oder nur außerordentlich langsam dargeboten wird, ist völlig nebensächlich. Daher ist dieses Resultat in völliger Übereinstimmung mit Pfeffers Ansicht (wenigstens so weit sie Lichtreize betrifft), daß die Wirkung eines Reizes als ein Phä- nomen der , Auslösung" aufzufassen ist. Ein ähnlicher kritischer Wert wurde auch für das mensch- liche Auge konstatiert. Es ist gewiß sehr schwierig, Beobachtungen am Menschen mit Reaktionen der Pflanzen in bezug auf den Ein- fluß des Lichtes zu vergleichen, aber die Beobachtungen von Bloch und Charpentier verraten nichtsdestoweniger eine genaue Analogie zwischen diesen beiden Arten von Erscheinungen. Dies ist nicht leichter zu zeigen, als indem ich eine Stelle aus dem letzten der beiden Autoren zitiere^): ,Wir haben das perzipierbare Minimum^) für Reizzeiten zwischen Vj^op und ^'Viooo Sekunden variieren gesehen. Bei diesen Bedingungen ändert sich das perzipierbare Minimum immer in genau umgekehrter Weise wie die Reizdauer. Ist das Licht intensiv, so wird es diesen Effekt in kürzerer Zeit hervorrufen, ist es schwach, so wird es im Gegenteil länger dauern müssen. Da- mit die Empfindung zustande komme, ist es nötig, daß auf eine gegebene Netzhautzone innerhalb einer bestimmten Zeit, um es so auszudrücken, eine konstante Lichtmenge auffalle, wobei es wenig verschlägt, ob diese Lichtmenge auf- eine große oder kleine Zone sich verteilt, ob sie rasch oder langsam die Retina erreicht. Das ist eine wichtige Tatsache, für die Analoga auf anderen Ge- bieten der Reizerscheinungen zu suchen gut wäre." Aus Untersuchungen, die Bach^) publiziert hat, dürfen wir vielleicht schließen, daß für die geotropische Krümmung Ähn- liches gilt, als Blaauw für die phototropische gefunden*). Ich hoffe, daß weitere Untersuchungen in meinem Laboratorium in diesen Punkt noch Klarheit bringen werden. ^) Nach dem französischen Zitat ühersetzt. Charpentier, Archives d' Ophthalmologie, X., 1890, p. 122—123. 2) Hier ist wohl gemeint : das perzipierbare Minimum des Reizes. Der Übers. 3) H. Bach, Über die Abhängigkeit der geotropischen Präsentations- und Reaktionszeit von verschiedenen äußeren Faktoren. Jahrb. f. wiss. Botanik, Bd. XLIV, 1907, p. 86. *) Dieser Schluß ist sogar mit aller Gewißheit zu ziehen! In der „Unter- suchung über die heliotropische Präsentationszeit" habe ich auch betont, daß die Ergebnisse Bachs für den Geotropismus, L. Linsbauers für die Antho- kyauinduktion (Wiesner-Festschrift 1908) und auch das Talbotsche Gesetz nur verschiedene Ausdrücke der nämlichen Grundbeziehung sind. Auch das Fittingsche Sinusgesetz (Fitting, Jahrb. f. wiss. Bot., 1905) ist in. diesem Sinne deutbar und dann wohl verständlich. Anm. d. Übers. 79 Personal-Nachrichten. Prof. Dr. F. Kienitz- Gerloff wurde zum Direktor der Landwirtschaftsschule in Weilburg a. L. ernannt, (ßotan. Zentral- blatt.) Privatdoz. Dr. 0. Richter hat sich an der deutschen tech- nischen Hochschule in Prag für Botanik habilitiert. Den Professoren G. Haberlandt in Graz und Fr. v. Höhnel in Wien wurde der Orden der eisernen Krone, Herrn Dr. E. M. Kr OD fei d der Titel eines kaiserl. Rates verliehen. Dr. J. Pruszynski hat sich an der Universität Lemberg für Pharmakologie habilitiert. Dr. G. Bredemann erhielt die Stelle eines Abteilungs- vorstehers an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Marburg (Hessen). (Botan. Zentralblatt.) P. A. C. Dangeard (Poitier) wurde zum Professeur adjoint an der Faculte des sciences in Paris ernannt. (Revue gen. de bo- tanique.) N. Bernard (Caen) wurde zum Charge de Cours an der Faculte des sciences in Poitier ernannt. (Revue gen. de botanique.) R. Maire wurde zum Maitre des Conferences an der Faculte des sciences in Caen ernannt. (Revue gen. de botanique.) Prof. D. Glos (Toulouse) ist im Alter von 88 Jahren ge- storben. (Naturw. Rundschau.) H. Lindemuth, Gartenbaudirektor und Dozent an der Land- wirtschaftlichen Hochschule in Berlin, ist gestorben. Inhalt der Februar-Xunimer: Dr. Milan Serko: Vergleichend-anatomische Untersuchung einer interglazialen Konifere. S. 41. — Julius Glowacki: Ein Beitrag zur Moosflora von Bosnien. S. 51. — A. Nestler: Das päanzenphysiologische Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. (Fortsetzung.) S. 54. — Prof. Dr. Franz v. Höhnel: Mykologisches. S. 62. — Viktor Gräfe und Leopold Rittor v. Port heim: Orientierende Untersuchungen über die Ein- wirkung von gasförmigem Formaldehyd auf die grüne Pflanze. (Schluß.) S. GG. — Paul Fröschel: Prof. F. Ä. F. C. Went: Über die Untersuchungen von A. H. Blaauw, be- treifend die Beziehung zwischen Lichtintensität und Beleuchtungsdauer bei der phototropi- schen Krümmung von Keimlingen von Avena sativa. S. 74. — Personal-Nachrichten. S. 79. Redakteur: Prof. Dr. B. v. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg U. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates and kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben : 1852/53 ä M. 2-—, 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/Ö2 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittels Postanweisung direkt bei der Administration in Wien, L, Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn), zu pränumerioren. Einzelne Nummern, soweit noch vorrätig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 80 INSERATE. Sie direkten P. T. Abonnenten der ,, Österreichischen botanischen Zeitschrift" ersuchen wir höflich um g^efällige rechtzeitige Erneuerung^ des Abonnements pro 1909 per Post- an^veisung; an unsere Adresse. Abonnementspreis jährlich 16 Mark; nur g^anzjährig^e Pränumerationen Tverden ang^e- nommen. Die Administration in Wien I., Barbaragpasse 2. Im Verlage von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2 (Postgasse), ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden : Professor Dr. Karl Fritsch MsclißiSietßi-i. (mit Ausschluß des Küstenlandes). Schulausgabe der „Exkursionsflora". Preis broschiert Mark 3*60, in elegantem Leinwandband Mark 4* — . Preisherabsetzung älterer Jahrgänge der ,,Österr. botanischen Zeitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1893 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. Die Preise der Jahrgänge 1853, 1853 (k Mark 3.—), 1860 bis 1863, 1861-1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1873 und 1875 sind vergriflfen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts hervorragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sieh direkt zu wenden an die ... . , , ,, ,, , « u o l Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. Bachdrnckerei Carl Gerold's Solin in Wien. ÖSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LIX. Jahrgang, N«- 3. Wien, März 1909. Alectorolophus Jiercegovinus n. sp. Von E. Sagorski (Almrich bei Naumburg). (Mit 1 Textabbildung.) Oanlis 20 — 50 cm altus, haud nigro-striolatus, parce hirsutus. internodiis multis brevibus subaequalib us, 1'5 — 2 cm longis, Simplex vel in superiore parte ramosus, ramis brevibus. oblique adscendentibus, caule brevioribus, pari foliorum inter- ealarium unico vel nullo instructus. Folia caulina internodiis plerumque duplo Ion giora, lineari-lanceolata, a basi fere longe attenuata, acuta vel sub- acuta, 5—8 mm lata, crassa, acute-deutata, dentibus subincrassatis, saepe recurvatis. Bracteae subglabrae, interdum in raarginibus subglandu- losae, infimae duae foliis cauliuis similes, trianguläres in apicem productae, calycem superantes, ceterae late trianguläres, dentibus iuferioribus profundis, 3 — 4 mm longis, anguste triangulari- bus, non aristatis, ad apicem bracteae gradatim decrescen- tibus. Oalyx subglaber, sed in marginibus et interdum etiam in cetera parte passim glandulosus. Oorolia ca. 2 cm longa, tubo paulo sursum curvato, dente labii superioris horizontali ad 2 mm longo, conico, subobtuso, violaceo, labio inferiore erecto, superiori adpresso, itaque faucem occludente. Semina ala membranacea 1 mm lata praedita. Floret Junio et Julio. Patria: Hercegovina, in pratis, ad vias et praecipue inter segetes in „Nevesinjsko polje" ad Nevesinje, alt. 850—900 m, ubique copiose. Alectorolophus hercegovinus ist eine eigentümliche Zwischen- form zwischen Ä. major Ehrh. und Ä. glandulosus Simk. Durch die Gestalt der Bracteen nähert er sich entschieden dem ersteren, österr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1909. 7 82 also der Gruppe der Inaequidentati Stern., ohne daß jedoch die Zähne die Länge der Zäinne des Ä. major erreichen. Die hier und da, besonders am Rande der Braeteen und des Kelches, zuweilen auch zerstreut auf der Fläche des Kelches auftretenden Drüsen deuten auf eine Beziehung zum A. glandulosiis hin, der bei'Neve- sinje sehr verbreitet ist. Von beiden genannten Arten ist A. herce- govinus auf den ersten Blick durch die zahlreichen kurzen Inter- nodien und die die Internodien um das Doppelte überragenden Blätter zu unterscheiden. Dem Habitus nach ist er ausgesprochen monophyl (monomorph). Diese Eigenschaft ist wegen seines Vor- kommens in Getreidefeldern sehr auffallend, da alle ausgesprochen monophylen Formen, die wir bis jetzt kennen, den höheren Ge- birgen angehören. A. Sagorskii Semler, Allg. bot. Z. 1908, Nr. 7/8, ist,g;ganz abgesehen von seiner Drüsigkeit und der Gestalt seiner Braeteen, schon durch seinen gedrungenen Wuchs und die doppelt so breiten Blätter leicht zu unterscheiden. A. Wagneri (Degen) Stern., Ö. b. Z., 1895,. p. 102, und Monogr., p. 47, ist schon durch seine verlängerten Äste, die bogig aufsteigen, durch 3—4 Paare von Intercalarblättern und die stumpfen breiten Stengelblätter stark verschieden. Behrendsen hat in den Verh. des Brand, bot. V. 1904, p. 44, bereits unter dem Namen A. anceps eine Zwischenform zwischen den sonst heterogenen Gruppen der Aequidentati und Inaequidentati erwähnt, der aber ausgeprägt aestival ist, daher mit unserer Form nicht zu vergleichen ist. Behrendsen hält es nicht für ausgeschlossen, daß A. anceps ein Bastard zwischen A. major und A. glandidosus ist. Bei A. Jiercegovinus ist dieses ausgeschlossen, weil er in der ausgedehnten Hochebene „Neve- sinjsko polje" ungemein verbreitet ist, während A. major dort fehlt. Murbecks Angabe von seinem Vorkommen daselbst in den Beitr. zur Flora von Südbosnien und der angrenzenden Herzego- wina, Band 1892, p. 71, beruht sicher auf einer Verwechslung mit unserer Art. A. hosniacus Behrendsen, Verh. d. Brand, bot. V., 1903. p. 210, die monophyle Form des A. major, unterscheidet sich schon durch den niedrigen Wuchs (10— 20 cm!), die breiteren und stumpfen Stengelblätter und den völligen Mangel an Drüsenhaaren. A. Beyeri Behrendsen, Verh. d. Brand, bot. V., 1903, p. 47, kann wegen seines niedrigen Wuchses (10 — 15 cm) und der bogig aufsteigenden, meist an der Basis des Stengels sehr entwickelten Äste gar nicht in Betracht kommen. Andere monophyle Formen unterscheiden sich schon hin- reichend durch ihre Behaarung, grannige Zähne oder abstehende Unterlippe. Unser A. hercegovinus ist jedenfalls ein Relikt aus der Zeit, in welcher die Trennung der Aequidentati und Inaequidentati vor sich gegangen ist, sicher also eine sehr alte, vielleicht sogar tertiäre Rasse. Daß gerade im Gebiete von Bosnien und der 83 84 Herzegowina sich diese TreunuDg vollzogen, darauf deuten zwei Umstände hin. Schon Behrendsen ist es aufgefallen, daß der bosnische A. glandulosus verhältnismäßig tiefe Zahnung der Bracteen zeigt. Die gleiche Beobachtung habe ich bei dem A. glandulosus der Herzegowina gemacht. Auf der anderen Seite hat schon Sterneck bemerkt, daß bei dem bosnischen Ä. major die Zähne der Bracteen durchwegs kürzer sind als bei den aus dem Hauptareal der Sippe stammenden Exemplaren, Es findet hier also eine An- näherung in bezug auf die Länge der Zähne der Bracteen statt. Das Gebiet von Nevesinje ist bereits als Staudort tertiärer Rassen, wie AledorolopJms asperulus Murb., A. 2)^'<^e-'^i9'yi'is Beck et Stern., A. dinaricus Murb., bekannt, wir dürfen uns daher über das Auf- finden einer neuen sehr alten Basse in dieser Gegend nicht wundern. Zum Schluß möchte ich noch erwähnen, daß AledorolopJms glandulosus var. Malyi Behrendsen et Semler, AUg. bot. Z., 1908, Nr. 7/8, die monticole Form der A. glandulosus auf der Velez planina bei Nevesinje bei 11 — 1300 m sehr verbreitet ist, ferner, daß ich A. arvernensis Chab. in Bull, de l'Herb. Boiss., 1899, p. 499, die autumnale Form des A. mediterraneus Stern, zahlreich in Montenegro bei Njegus aufgefunden habe. Nach brieflichen Mitteilungen von Behrendsen stimmen die Exemplare gut mit solchen von Trebinje in der Herzegowina überein. Bryologische Fragmente. Von Viktor Schiffner (Wien). LIII. Einige Bemerkungen über Miccardia sinuata. Herr Emil Stolle sammelte in diesem Sommer in der so- genannten sächsischen Schweiz drei Formen von Riccardia sinuata für meine Hepaticae eur. exs., und zwar: a) im Bielatale zwischen Königstein und Hermsdorf; an einer senkrechten Sandsteinwand unter einem Wasserfalle, deshalb stets vom Sprühregen benetzt. 200 m ; h) im Bielatale ; an den Wänden von schattigen Waldgräben hinter der Schweizermühle. 400 m ; c) im Bielatale; in stagnierenden schattigen Waldtümpeln (ganz unter Wasser) hinter der Schweizermühle. 400 m. Die Pflanzen a) sind lebhaft grün, zum geringeren Teile die typische R. sinuata {= Aneura pinnatifida a 1 ß Viridis Nees) in einer etwas kleineren Form darstellend, zum größeren Teile in der reichen Verzweigung, dem schmalen Hauptstamm und den 85 an der Spitze nicht verbreiterten Ästen mehr weniger vollständig der var. stenoclada Schffn. Bryol. Fragm. XLIII. entsprechend. Die Pflanze h) ist zum größten Teile die var. stenoclada Schffn., darunter finden sich aber öfters Pflanzen, die sich der var. contexta Nees mehr weniger annähern. Auch die vor- liegenden Exemplare zeigen wie die Orig.-Ex. (vgl. auch meine Beschreibung in ßryol. Fragm. XLIII) öfters einen deutlichen einzell- schichtigen ßandsaum. der aber allerdings nur 1 — 2 (sehr spora- disch 3) Zellen breit ist, während er bei R. muUißda meist 3—5 Zellen breit ist und dort sofort in die Augen fällt. K. Müller (Hep. in ßabenh. Krfl.. p. 339) sagt: „Thallusrand fast undurch- sichtig, nicht wie bei Ä. mnltif. in breiten Streifen durch- sichtig," was das Verhältnis nicht ganz klar ausdrückt. Unsere Pflanzen zeigen hie und da Geschlechtsäste, sie sind sicher autöcisch ^). Die oben mit c) bezeichneten Pflanzen sind sehr merkwürdig. In Größe und Tracht sind sie von R. incurvata kaum zu unter- scheiden, auch der Querschnitt ist sehr ähnlich, indem die Äste oben meist aufiällig rinnig sind. Es ist eine stark etiolierte Wasser- form, die nebenbei aber verhältnismäßig sehr klein und zart ist, wodurch sie sich von der ebenfalls etiolierten, aber 4 — 5 cm langen und viel breiteren f. siihmersa Jensen (in K. Müh., 1. c, p. 309) sofort unterscheidet.-) Man würde diese leider ganz sterile Pflanze morphologisch für R. incurvata ansehen, wenn| nicht von den Kändern der Tümpel Pflanzen vorlägen, welche deuthche Über- gänge zu der in der Nähe wachsenden var. stenoclada darstellten. Ich nenne die interessante Form: Var. n. suh incurvata. Submersa, erecta. etiolata, tenuis et flaccida. Planta 1 — 2 cm aita, raniis paucis eloniiatis erectis, 0*5 (raro ad 1 mm) latis, supra canaliculatis, apice haud dila- tatis, ramuhs paucis perbrevibus. Habitus peculiaris omnino Riccar- diae iiicurvatae. Sterilis. Diese Pflanze ist auch noch darum von theoretischem Inter- esse, da der Grund des so weitgehenden Etiolements hier auf den ersten Blick nicht klar ist, indem R. sinuata eine Spezies ist, die sonst submers und tiefschattig wachsend nicht die geringste Spur von Etiolement aufweist. So fand ich sie z. B. reichlichst und dicht verzweigt in einer absolut nicht etiolierten Form am Grunde der tiefbeschatteten Quellwassertümpel unter den Sandsteinfelsen des Höllengrundes bei Bühm.-Leipa. Ich vermute, daß hier nicht über- mäßige Feuchtigkeit und Lichtmangel, sondern die moorige Be- schaffenheit und (gegenüber schnellen Waldbächen und kalten Quellen) höhere Temperatur der Waldtümpel das Etiolement be- 1) In Gottsch. et Rabenli. Ess., Nr. 104, ist eine Pflanze von einem benachbarten (vielleicht demselben) .Standorte ausgegeben. Die untersuchten Pflanzen des dürftigen Materiales gehörten zu var. contexta. ") Zu f submersa Jensen gehört p. max. p., die in Hep. eur. exs., Nr. 16, ausgegebene Pflanze. 86 dingen. Die bisher ziemlich vernachlässigte Beachtung dieser wesentlichen Standortsunterschiede wird sicher bei der Beurteilung aquatischer Moosformen (Leber- und Laubmoose!) sehr interessante Eesultate ergeben. LIV. Über Miccardia 7najot\ In der Bearbeitung der Hepaticae in Raben h. Kr. FL, IL Aufl., pag. 340, wendet sich K. Müller gegen die Auffassung von B. major Lindb. als Art. Dagegen heße sich bei wirklich so nahe verwandten Pflanzen nichts einwenden; wenn man aber eine Standortsform wie f. suhnersa Jens, besonders unterscheidet, darf man B. major nicht mit ruhigem Gewissen als Synonym zu B. sinuata stellen, zumal da es nicht erwiesen ist, daß die Pflanzen, an denen K. Müller die für B. major charakteristischen Merkmale gesehen hat, „unzweifelhaft zu B. sinuata"- gehörten, oder ob ihm da nicht eben B. major vorgelegen hat. Nach meinen genauen Untersuchungen über diese Pflanzen ist B. sinuata immer eine aquatische oder subaquatis che Pflanze, und abgesehen vom meistens ganz charakteristischen Habitus ist die Dicke der Hauptsprosse in der Mitte (auch an ganz schwächlichen Pflanzen) nie unter 6 — 7 Zellen (4 — 5 Lagen Innenzellen), meistens aber noch dicker. Bei B. major ist sie normal 5 (3 Lagen Innenzellen), sehr ausnahmsweise 6, und diese Zahl nicht überschreitend. Bei einer halbwegs differenzierten Fassung des Spezialgriffes muß man also doch wohl B. major als Art oder doch als Subspezies oder Varietät unterscheiden. Schheßlich möchte ich noch auf einen Fehler bei K. Müller (1. c, p. 341) hinweisen. Es heißt dort, B. sinuata „fehlt dagegen, soweit mir bekannt, in Skandinavien". Auf der Seite vorher isr aber Pi. major Lindberg, Musci scandin., p. 5, die aus Skandinavien zuerst beschrieben ist, zu B. sinuata als Synonym gestellt. Solche Flüchtigkeitsfehler sollten in einem Werke, das viel von kritiklosen Laien benützt und viel abgeschrieben werden wird, tunlichst ver- mieden werden. LV. Nachweis yon Neesiella carnica für Niederösterreich und Ungarn. Bei Durchsicht des Materials von Duvalia rupestris im Herbar des k. k. Hofmuseums in Wien fand ich ein sehr schönes Exemplar der Neesiella carnica (Massal.) Schffn. aus Niederöster- reich: Saugraben des Schneeberges, schön fruchtend, 16. August 1861, Igt. J. Juratzka (sub nom. Duvalia rupestris). Dieses Exemplar ist von großem Interesse, einmal, weil dadurch diese seltene Pflanze von den nordösthchsten Ausläufern der Alpen und Deu für die Landesflora von Niederösterreich nachgewiesen ist und dann auch dadurch, weil es zeigt, daß auch der scharfblicijende Juratzka die nahen Beziehungen unserer Pflanze zu Neesiella rupestris geahnt hat, wie aus seiner Bestimmung hervorgeht. Der zweite neue Standort, den ich hier mitteilen kann, ist noch interessanter, weil ich dadurch die Pflanze das erstemal als außerhalb der Ostalpenkette vorkommend nachweisen kann ; zu- gleich ist es der nördlichste und östlichste Standort in Mittel- europa. Ich fand die Pflanze reich fruchtend als Sauteria alpina bestimmt in einer kleinen Kollektion ungarischer Lebermoose, die mir von Herrn Dr. Istvan Györffy zur Bestimmung zugesandt wurden. Die Seheda lautet: „Hohe Tatra, Belaer Kalkalpen beim „Eisernen Tor", 1603 m. Substrat Kalk. 8. VH. 1908, Igt. J. Györffy. Bis vor kurzem war nur der Originalstandort in den italie- nischen (Carnischen) Alpen bekannt. In den letzten Jahren habe ich noch acht weitere Standorte beibringen können ^), wodurch wir bereits eine ungefähre Vorstellung von der Verbreitung dieser seltenen Art durch den ganzen Zug der Ostalpen bis an die nord- östlichsten Ausläufer (Schneeberg) und weiter nordöstlich bis in die Hohe Tatra gewonnen haben. LVL Über Lophozia acutiloba. Ich habe mich vor kurzem mit dieser bis dahin nur von einem Standorte in Norwegen bekannten Pflanze in einem Artikel „Bemerkungen über zwei kritische Hepaticae der europ. Flora" (Hedw. XLVIII, p. 187 — 190) beschäftigt und habe dort das Vorkommen derselben an einem Standorte im Alpengebiete nachgewiesen in einer von der nordischen etwas abweichenden Form, die ich L. acutiloba n. var. heterostipoides nannte und 1. c, p. 189, ab- bildete. Nun liegt mir dieselbe Form von zwei (einander nahe ge- legenen) Standorten aus Salzburg vor. Die beiden Exemplare ent- stammen einer Anzahl von Proben, die mir Herr Jul. Baum g artner aus dem in bryologischer Beziehung alther berühmten Groß-Arltale mitbrachte. Die beiden Pflanzen stimmen vollkommen mit der in Hedw. 1. c. beschriebenen von Tirol, Grödener Tal, überein. Richtung und Form der Blätter, Zellnetz, die reiche Bewurzelung etc. sind gleich und konnte ich auch hier sowohl laterale als ventrale Äste (vgl. 1. c, Fig. 7, 8) sicher nachweisen ; letztere sind allerdings seltener. 1) Vgl. Bryol. Fragmente XXX und LI, Hegwigia. XL VII, 1908, p. 307. 88 Die beiden neuen Standorte sind : 1. Salzburg, Groß-Arltal, am Eingänge in das Kardeistal bei Hüttschlag, auf Halden des alten Kupferbergwerkes, Schiefer, ca. 1000 m. 19. IX, 1908, Igt. J. Bauragartner. 2. Groß-Arltal: Kupfererube „Schwarzwand" bei Hüttschlag, Schiefer, ca. 1500 m. 18. IX. 1908, Igt. J. Baum gar tn er. Da- selbst wächst im selben Rasen Marsupella emarginata und Nadia minor. Schheßhch sei noch erwähnt, daß die „ Schwarzwand " der Originalstandort ist von Jungermannia inflata ^*** nigricans Nees, Naturg. d. eur. Leb. II, pag 42, deren Beschreibung 1. c, p. 49, ziemlich gut auf unsere L. acidiloha var. heterostipoides paßt. Das Neessche Originalexemplar im Herb. Lindenberg ist leider zu schlecht, um sichere Auskunft zu geben. Die wenigen Stengelchen, die ich untersuchte, zeigen fast keine Rhizoiden. Sicher kommt echte L. inflata auf der „Schwarzwand" auch vor. denn Herr Baumgartner brachte von dort ein schönes Herbarexemplar der- selben mit. Die in meinen Hep. eur. exs., Nr. 126, als var. nigricans Nees ausgegebene Pllanze ist eine Form von L. inflata und sicher nicht identisch mit L. acutiloha var. heterostipoides, Lvn. Eine interessante Form yon BrachytJiecium campestre. Aufmerksamen Beobachtern der schwierigen Gattung Brachy- thecium dürfte es vielleicht bekannt sein, daß bei typisch autöci- schen Arten gelegenthch eine oder die andere zwitterige In- floreszenz vorkommt. Ich selbst habe dies bei Br. rutahidum gesehen. Am 28. Mai 1898 sammelte ich in der Gegend von Prag an dem Straßengraben zwischen der Station Liboc und der Wilden Scharka zwischen Gras eine Pflanze, die mir lange große Schwierig- keiten bereitete. Sporogone sind nicht vorhanden, wohl aber öfters reichlich Infloreszenzen. Ich fand sie entschieden polygam. An allen untersuchten, gut entwickelten Pflanzen fand ich rein $, einige cf und je 1 — 2 Zwitterblüten. Der genaue Vergleich der vegetativen Teile ergibt, daß diese polygame Pflanze in Größe, Habitus, Verzweigung, Blattform, Rippe und Zellnetz genau über- einstimmt mit Brachythecium campestre (etwa wie die von R. Ruthe bei Swinemünde gesammelten Exemplare). Es ist gar kein Zweifel, daß wir es hier mit einer typisch polygamen Form dieser Spezies zu tun haben, die ich nenne: Brachythecium cam- pestre (Bruch) Br. eur. var. nov. polygamum Schfifn. Es sei noch bemerkt, daß C. Warn stör f ein Brachythecium polygamum aus Pommern beschrieben hat (Weitere Beiträge zur Fl. V. Pommern. III, in Allg. bot. Zeitschr., 1900, p. 6^), welches 1) Das Zitat bei Limprirht, Laub., Deut. III. p. 814 ist unrichtig! 89 mit ßr. salehrosum verglichen wird. Ich habe diese Pflanze nicht vorliegen und weiß nicht, ob sie vielleicht mit unserer identisch ist, oder ob sie eine analoge Form von B. salehrosum (also var. poly- gamuni) ist. Wenn sie sich tatsächlich nur durch die Infloreszenz von Br. salehrosum unterscheiden sollte, so wäre sie als Spezies unmöglich aufrecht zu erhalten, nach den Erfahrungen bei anderen autöcischen Arten dieser Gattung, die hier mitgeteilt sind. Über die Entstehung der Piastiden aus dem Zellkern. (Aus der k. k. zoologischen Station in Triest.) (Mit 3 Textfiguren.) (Vorläufige Mitteilung.) Von Dr. Josef Schiller (Triest). Dem energischen Studium der Zoologen auf dem Gebiete der Zellforschung und den dadurch erzielten Erfolgen ist auf botani- scher Seite nur von Wenigen Aufmerksamkeit geschenkt worden. Die Frage nach der physiologischen Bedeutung des Zellkernes steht dort im Vordergrunde des Interesses. Darauf wurde ich durch die umfangreiche Literatur an dem hiesigen Institute sowie ins- besondere durch meinen Verkehr mit Herrn Dr. Theodor M or off aus Sofia aufmerksam und dadurch, unter Benützung der gewonnenen neuen Gesichtspunkte, zu einer neuen Fragestellung in betrefi" vieler Zellbestandteile veranlaßt. Es interessierte mich zunächst die im Gespräch mit Herrn Dr. Moroff oft diskutierte Frage nach der Entstehung und der Bedeutung der Chromatophoren (Piastiden). Meine diesbezüglichen eingehendsten Untersuchungen bezogen sich zunächst auf Träicum und Phaseolus. Ich stellte fest, daß in den ruhenden Embryonen genannter Pflanzen Piastiden nicht vorhanden sind. Dieser Nachweis wurde an Handschnitten und besonders an Mikrotomschnitten durchgeführt unter Anwendung der speziell zum Nachweis der Piastiden angegebenen Methoden, sowie der stärksten Vergrößerungen. Die Fixierung für die Mikrotomschnitte geschah nach den Zimmermann sehen Methoden, ferner mitPlemming- scher Lösung sowie mit Formol-Alkohol-Eisessig. Für die Färbung wurde Säure-Fuchsin (nach Zimmermann), Eisenhaematoxylin sowie Safranin-Gentiana-Orange verwendet. In den ruhenden Embryonen sind die Zellen dicht mit Plasma gefüllt. Der Kern ist groß und mit einem riesigen Nucleolus ver- sehen. Sobald dann das Leben erwacht, wird das Plasma locker, es bilden sich große Vakuolen und gleichzeitig bemerkt man Ver- änderungen im Kerne, die insbesondere durch Auflockerung und Zerteiluns des Nucleolus in zwei oder mehrere Stücke sich kennt- 90 lieh macht (Fig. 1). Diese Nucleoli nehmen meistens an Größe langsam zu und gleichzeitig wird das Kernplasma lockerer, wo- Fig.l. Vergr. ca. 1600. Fig. 2. Vergr. ca. 1600. ^y^ j/.-i „-m -^ •»j/ ^f -^Ür' \ Fig. 3. Vergr. ca. 1600. 91 durch der Kern an Größe gewiDiit. Auf diese Weise hat der Kern, resp. die Zelle, die für die Teilung nötige Beschaffenheit erlangt. Nun wandern bei Triticum ein oder mehrere NucleoU aus dem Kerne aus (Fig. 2). Nicht selten macht es den Eindruck, als würden die Nucleoli explosionsartig aus dem Kerne hinaus- geschleudert (Fig. 3). (Die Figuren beziehen sich auf Zellen aus Weizenkeimlingen.) Im Plasma angelangt, zerfallen sie in eine unbestimmte Anzahl von winzigen Körnchen, die zunächst mit Eisenhaematosylin noch starkes Farbvermögen besitzen. Sie werden (ohne Zweifel durch den Plasmastrom) in der Zelle verteilt. Im Wandbelage erscheinen sie in größter Menge. Bei einer unterdessen eintretenden Zellteilung teilen sie sich noch nicht und es fällt jeder Hälfte eine gewisse Menge zu. Wohl aber bemerkt man, daß diese Körnchen ihre Struktur verändern. Das ursprünglich dichte Gefüge lockert sich auf; dadurch, sowie durch Wachstum werden die Körnchen größer, bis sie ihre volle Größe erreicht haben. Während dieser Vorgänge nimmt ihre Tingierbarkeit mit Eisen- haematoxylin beständig ab. was mit ihrer cheraisch-physikaUschen Veränderung offenbar im Zusammenhange steht. Ich neige der Ansicht zu, daß auch die pflanzliche Zelle, wie dies für die tierische geschieht, als zweikernig aufzufassen ist in dem Sinne, daß die Ohromatophoren einem Makronucleus, resp. einem Dotterkerne entsprechen, eine Ansicht, die neuestens von Th. Moroff^) geäußert wurde. In einer ausführlichen Arbeit werde ich diese letzte Ansicht, sowie das oben Mitgeteilte ausführlich zu begründen suchen. Über Ctenidiuni distingiienduni mihi. Von Julius Glowacki (Marburg a. d. Drau). Bei einer Durchmusterung meiner Sammlung fand ich, daß das von mir Österr. botan. Zeitschr. 1909, S. 52, aus Bosnien be- schriebene Ctenidium distinguendiim mihi von mir schon früher in Dalmatien (Berg Kom auf der Insel Curzola) im Jahre l'S96 und auf dem Triester Rarste (Gestütswald bei Lipica) im Jahre 1889 gesammelt, jedoch damals noch nicht als neue Art erkannt, sondern als eine Form des vielgestaltigen Ctenidium molluscum angesehen wurde. An den in Lipica gesammelten Exemplaren fanden sich Früchte, die ebenfalls brauchbare Merkmale zur Unterscheidung von dem polymorphen Ct. molluscum ergaben, weshalb ich im nachstehenden eine Ergänzung meiner a. a. 0. vorgelegten Be- schreibuEg geben möchte. ^) Moroff Th., Oogenetisclie Studien. I. Copepoden. Archiv für Zell- forsehung, Bd. II, Heft 3, Seite 432—493. (Noch nicht erschienen.) 92 Perichätien stengelständig, nicht oder zuweilen wurzelnd, kurz, mehrblättrig. Innere Perichätialblätter aufrecht, rippenlos, faltig, papillös. am Rande gezähnt, eiförmig, plötzlich in eine lange lineale Spitze ausgezogen, die innersten kurz gespitzt. Seta 15 — 20 mm lang, dünn, glatt, purpurn, gegenläufig (oben links gedreht), gebogen. Scheidchen eiförmig, mit zahlreichen Para- physen und langen, einzellreihigen, geraden oder ver- bogenen papillösen Haaren versehen. Kapsel symmetrisch, jedoch am Rücken nur wenig stärker gekrümmt als am Bauche, auf der gebogenen Seta schief aufrecht, gelbbraun, dünnhäutig, eiförmig, Urne 1*0 — 1-3 mm lang, 0*9 mm breit. Deckel 0*8 mm laug, konvex-kegelförmig, mit Spitzchen. Haube schmal, behaart; Haare spärlich, blaß gelblich. Ring zwei- zellreihig, sich ablösend. Epidermiszelien der Urne rundlich sechsseitig, dickwandig. Spaltöffnungen funktionslos. Peristomzähne 0-48— 0' 54 mm lang, 0-08— 0*09 mm breit, am Grunde ver- schmolzen, in der unteren Hälfte goldgelb, quergestrichelt und am Rande gelblich gesäumt, an der Insertion orangefarbig, in der oberen Hälfte weißlich und papillös, obere Lamellen nach innen vortretend. Inneres Peristom blaß gelblich und papillös, seine Grundhaut 0*20— 0' 25 mm hoch; Fortsätze schmal, am Kiele da und dort ritzenförmig durchbrochen; Zilien zu 1 — 3, unten mit langen Anhängseln versehen, die nach oben kürzer werden, Sporen bräunlichgelb, 0' Ol 1—0 '017 mm im Durchmesser, glatt. Reife im Spätherbste. Wächst auch an den oben angegebenen Standorten an Kalk- felsen, ohne erdige Unterlage. Die Früchte unterscheiden sich von jenen des Ct. molluscum (Hedw.) durch die dünne, gewöhnlich S-förmig gebogene Seta, die fast regelmäßige Kapsel und durch die mit langen Anhängseln versehenen Wimpern des inneren Peristoras. Marburg, am 7. Februar 1909. Vergleichead-anatomisclie Untersucliung einer inter- glazialen Konifere. Von Dr. Milan Serko (Rudolfswert). (Mit Tafel II und 5 Textabbildungen.) (Fortsetzung ^). IL Außer dem oben untersuchten fossilen Zapfen von Pinus silvestris beherbergte die Ablagerung von Schladming in reichlicher 1) Vgl. Nr. 2, S. 41. 93 Menge Holzstücke, deren Größe auf ein älteres Ast- oder Stamm- holz hinweist. Schon bei einer flüchtigen äußeren Betrachtung des Fossils sieht man dessen sehr gute Erhaltung, die sich auch darin kund gibt, daß man am Verlaufe der „Längsfasern" keine Druck- veränderung wahrnimmt. Das Zusammentreffen beider Fossilien in derselben Ablagerung läßt noch auf keine Zusammengehörigkeit beider schließen; es be- durfte vielmehr einer mikroskopischen Untersuchung zur Identifi- zierung der fossilen Holzreste. Zu diesem Zwecke wurde eine Anzahl von mikroskopischen Schnitten in den drei üblichen Richtungen, Dämhch in der Quer-, Eadial- und Tangentialrichtung gemacht. Zur Präparierung genügte infolge der sehr guten Erhaltung des Holzes eine Behandlung mit einer Mischung von gleichen Teilen Alkohol und Glyzerin während weniger Tage, wonach ich bei An- wendung einiger Vorsicht sehr gut brauchbare Schnitte zu machen imstande war. Die Schnitte mußten noch mit Alkohol ausgewaschen und zur Beseitigung der undurchsichtigen, die Beobachtung störenden Inhaltes mit verdünnter Chromsäure ^) behandelt werden. Jedoch erwies sich die Ohromsäure als nicht besonders zulässig, da unter der Wirkung derselben das Gewebe zu viel leidet und man dadurch nur einen Gesamtüberbhck gewinnt. Analog wie bei der Untersuchung des Zapfens ging ich auch bei der Untersuchung des fossilen Holzes vor. Zunächst wurde das Holz von Pinus silvestris, Piniis montana und Pinus nigra unter- sucht und mit dem Bau des Holzes verglichen. Infolge der reichen und eingehenden Literatur, die sich mit dem Holze der Koniferen und speziell der P^rms-Formen befaßt, erscheint es als überflüssig, den anatomischen Bau des rezenten Holzes hier zu wiederholen. Es soll nur auf die Werke und Ar- beiten hingewiesen werden, welche sich mit der Anatomie der Abietaceen befassen und auf die ich mich bei der Untersuchung des rezenten und fossilen Holzes oftmals stützte, und zwar: C. Wilhelm in J. Wiesner. Die Rohstoffe des Pflanzen- reiches, 2. Aufl., II. Bd., p. 153—159 und 7—34. Eichler in A. Engler und K. Prantl, Die natürlichen Pflanzenfamihen, IL Teil, p. 35. J. Schroeder, Das Holz der Koniferen, 1872. K. Sanio, Anatomie der gemeinen Kiefer {Pinus silvestris L.). Pringsheims Jahrbücher für wissenschafthche Botanik, 1873, Bd. IX. p. 51—126. A. Klee borg, Die Markstrahlen der Koniferen. Botanische Zeitung, 1885, p. 673 ff., Taf. VII. E. Russow, Zur Kenntnis des Holzes, insonderheit Koniferen- holzes. Botanisches Zentralblatt, Bd. XIII, Nr. 1 — 5. 1) Vgl. A. Kleeberg, Die Markstrahlen der Koniferen. Botanische Zeitung, 1885, p. 673 ff. 94 E. Strasburger, Das botanische Praktikum, p. 215 ff. Vor allem muß noch erwähnt worden, daß von rezentem Holze nur sehr alte und dicke Ast- und Stamrastücke der Unter- suchuno; unterzogen wurden. Vom fossilem Holze eigneten sich zur Bestimmung am besten die radialen Schnitte, weshalb sie zuerst besprochen werden sollen. Die Wirkung des äußeren Druckes kommt an den radialen Wänden in sehr geringem Maße zum Vorschein. Die Tracheiden nehmen einen normalen Verlauf und die Markstrahlen sind bis auf kleine Quetschungen fast intakt geblieben (Taf. II, Fig. 1). Da- gegen sind die Tüpfel der Markstrahlen vielfach mit einer braunen Masse erfüllt. Auf den radialen Wandungen der Tracheiden kommen die großen Hoftüpfel in großer Zahl vor (Taf. H. Fig. 2). Dieses gleichförmige Auftreten der großen behöften Tüpfel auf den Radial- ■wänden ist ein charakteristisches Merkmal, nach welchem man sofort die Koniferen von den Laubhölzern unterscheiden kann (S c h r e d e r). Durch die Betrachtung der Eadialschnitte ergibt sich das für alle Untergruppen von Pinus charakteristische Vorhandensein von zweierlei Markstrahlzeilreihen : Die eine Form (Taf. H, Fig. 1 M.j hegt ausschUeßlich in der Mitte des Markstrahles, während die zweite Form — die Quertracheiden — der ersten entweder beider- seits, oder nur oben oder nur unten angelagert und meist in ge- ringer Zahl vorhanden ist (Taf. H, Fig. 1 Qu). Schon durch dieses Merkmal, nämlich durch das Vorhandensein von zweierlei Markstrahlenzellen, konnte nun die Zugehörigkeit des Fossils zur Gattung Pimis ausgesprochen werden, während alle anderen Koniferen ausgeschlossen werden mußten (Schroeder). Die erste in der Mitte vorkommende Form der Markstrahlen- zellen repräsentiert breite, horizontal verlaufende Parenchymstränge (Kleeberg). Die Wand dieser Markstrahlzellen ist gleichmäßig dick- wandig und die Markstrahlzellen sind mit angrenzenden Tracheiden durchsehr große, meist ovale oder rundliche Tüpfel verbunden (Taf, n, Fig. 1). Sie sind immer geschlossen und nehmen mit ihrem Tüpfelraum bei weitem den größten Teil der Grenzfläche zwischen Markstrahlzelle und Tracheide ein. Der Zahl nach kommen sie nur einzeln in je einem von Tracheiden und Markstrahlen ab- geschlossenen Felde vor, eine größere Zahl konnte nicht konstatiert werden (Taf. H, Fig. 1). Die Höhe der einzelnen Markstrahlzellen variiert sehr. Aus 35 Einzelmessungen ergab sich die relative mittlere Höhe ') 11 " 8 Teil- striche bei einer Schwankung zwischen 8 und 17. wobei jedoch die Zellen von 10 Teilstrichen am meisten vorkommen. 1) Alle diese und die folgenden Messungen sind ausgeführt worden mit Okularmikrometer, Objektiv 7 und Okular 4. 95 Die zweite Form — die Quertracheiden — sind an sich bei den einzelnen Spezies nicht durchgängig gleichmäßig ausgebildet. Die Quertracheiden der in der Sectio Strohus vereinigten Piwws-Arten zeigen Wände, die vollkommen glatt und gleichmäßig sind und die keinerlei unregelmäßige Spitzeuverdickungen auf- weisen. Dagegen sind die Quertracheiden der Sectio Ptnaster durch sehr auffällige grobzackige Wand verdickungen charakterisiert. Die meisten Markstrahlen des fossilen Holzes sind begleitet von Quertracheiden, die einfach oder doppelt auftreten und deren Wände mit den charakteristischen zackigen Wandverdickungen, die in das Innere der Zelle vorspringen, versehen sind (Taf. II, Fig. 1, Qu.). Auf Grund dieser Verdickungen konnte bei der Bestimmung ein Schritt weiter gemacht werden und die Möglichkeit der Zu- gehörigkeit des Fossils zu einer anderen Gruppe als zur Sectio Pinnsfer ausgeschlossen werden. Die Zacken sind deutlich auf den Horizontalwänden zu er- kennen, wo sie im ßadialschnitt sehr verschiedene, meist eine stumpf dreieckige Gestalt besitzen. Zwischen diesen Zacken liegen die Tüpfel, deren Hof bald mehr, bald milder stark gewölbt ist. Die Quertracheiden sind voneinander durch schiefgestellte Quer- wände getrennt; die Kommunikation derselben ermöglichen die Hoftüpfei, welche oft zu zweien hintereinander auftreten. Bei einigen Hoftüpfeln konnte sogar noch der Torus beobachtet werden. Was das Verhältnis anbetrifft, in welchem die Zahl der äußeren Markstrahlzellen — der Quertracheiden — zu der der inneren steht, ist zu erwähnen, daß die Quertracheiden immer in geringerer Menge als die inneren Markstrahlzellen vorhanden sind, meist aber in konstanter Zahl. Aus 32 Einzelzählungen ergab sich das mittlere Zahlenver- hältnis der Quertracheiden-Reihen zu den inneren Markstrahlzell- Reihen wie 2'1 : 4. wobei aber die Zahl der inneren sehr wechselt; in diesem Falle konnte eine Schwankung zwischen den Grenz- zahlen 8 und 2 beobachtet werden. Aus diesem Grunde wechselt auch die Höhe des ganzen Markstrahles in hohem Grade und aus 35 Einzelzählungen ergab sich die mittlere Höhe 3 '6 Teilstriche. Wie schon erwähnt, sind die Tracheiden an den radialen Wänden mit zahlreichen Hoftüpfeln versehen. Die meisten Hoftüpfel sind vollkommen unversehrt geblieben. Sie heben sich an den ra- dialen Wandungen als zwei konzentrische Kreise hervor, die in der Mitte die runde helle Öffhungsstelle sehr deutlich zum Vorschein bringen. Die Form dieser Tüpfel ist eine kreisrunde, nur selten ist sie etwas in die Länge gezogen. Sie sind über die ganze Fläche reichlich zerstreut, treten jedoch an den Berührungsenden zweier Tracheiden zahlreicher auf [Taf. II, Fig. 2, H ]. Der Größe und Anordnung nach entsprechen sie sehr den Hoftüpfeln bei den re- zenten Pinus-Formen. Genauere Untersuchungen mittels Messungen ergaben, daß die Hoftüpfel des fossilen Holzes, aus den drei unter- 96 suchten rezenten Formen, noch denen von Piniis silvestris am nächsten stehen. Aus je 50 Einzelmessungen bekam ich als Mittel- wert der relativen Größe der Hoftüpfel bei der rezenten Pinus silvestris 5*36 Teilstriche, bei einer Schwankung zwischen 4 und 6, bei Pinus tnontana b'bb, Schwankung zwischen 5 — 6'5, he\ Pinus nigra 5 '46, Schwankung 5 — 6*5, während die relative mittlere Größe der Hoftüpfel des fossilen Holzes 5*13 Teilstriche beträgt und die Größe sich zwischen 4 und 6 bewegt. Der ganze Bau des Eadialschnittes, die Größe, Form und An- ordnung der in das Innere vorspringenden Zacken der Quer- tracheiden, der Verlauf der inneren Markstrahlen, sowie die Ver- teilung der Hoftüpfel zeigt eine so große Ähnlichkeit mit den anatomischen Verhältnissen des ßadialschnittes der rezenten Pinus silvestris, daß dieselbe nicht bloß als relativ, sondern als absolut angenommen werden kann. [Vgl. Taf. K, Fig. 1, und Bussow, Taf. m, Fig. 23; Taf. II, Fig. 2, und Sanio, p. 87.] Während sich die Wirkung des Druckes des Verschüttungs- raateriales auf den radialen Wänden wenig kundgibt, tritt sie um so schärfer am Querschnitte hervor. Die einzelnen Tracheiden erscheinen in den verschiedenen Eiehtungen zusammengedrückt, die Wände in mannigfaltigster Weise gekrümmt. Der ganze ürariß der Tracheiden im Querschnitte ist langgezogen. Einzelne Partien dagegen, be- sonders im Spätholze, sind vollkommen erhalten [Taf II, Fig. 3 und 4] und die Tracheiden nehmen beim Zusammenschluß, je nachdem die benachbarten Zellen mehr nebeneinander liegen oder abwechselnde Eeihen bilden, eine auf dem Querschnitte mehr vier- eckige oder sechseckige Gestalt an. Die Grenze zwischen Spät- und Frühholz hebt sich nur undeutlich hervor, da die Frühholzzellen stark zusammengedrückt und oft mit einer dunkelbraunen Masse erfüllt sind. Infolge des vollkommen übereinstimmenden Baues der Formen aus der Sectio Pinaster (Wiesner) mußten, um eine an- nähernde Identifizierung feststellen zu können, Messungen, sowohl an den rezenten Formen als auch an dem Fossil, ausgeführt werden, um durch den Vergleich der so gewonnenen mittleren Werte wenigstens eine annähernde Zugehörigkeit des fossilen Holzes zu bestimmen. Es wurden an mikroskopischen Präparaten des Fossils die am besten erhaltenen Stellen ausgesucht (wie etwa die Figuren 3, 4 und 5 auf der Tafel II) und als Grenze zwischen Spät- und Frühholz jene Stelle angenommen, an der die Zellen schon eine ersichtliche stärkere Verdickung bemerken lassen. Je 35 Messungen ergaben die relative mittlere Dicke der Tra- cheidenwand des Spätholzes bei Pinus silvestris Pinus montana Pinus nigra 3-8 [3—5] 2-04 [1-5— 3-5] 2'01 [1—3]^) ') Die in eckigea Klammern stehenden Zahlen bedeuten die Grenze, zwischen welcher die relative Dicke, bzw. Weite einzelner hier gemessenen Elemente schwankt. 97 und beim fossilen Holze 3*88 [3 — 5]; dagegen die des Früh- holzes bei Pinus süvesiris Finus montana Firnis nigra 2-09 [2—3] 1-05 [1—2] 1-04 [1—3] und beim fossilen Holze 2-05 [2 — 3*5] Teilstriche. Durch den Vergleich dieser Zahlen ergibt sich nun als Re- sultat, daß das fossile Holz einer Form angehört, welche dies- bezüglich der rezenten Finus silvestris in hohem Grade ent- spricht. Trotz des durch den Druck veränderten Umrisses der ein- zelnen Tracheiden konnte mit Berücksichtigung der Deformation auch die relative mittlere Weite des Tracheidenlumens ermittelt werden, u. zw. beträgt die Weite desselben beim fossilen Holze 5*8, bei Finus silvestris 5*13, während sie bei Finus montana auf 4*7 und bei Finus nigra auf 4*86 Teilstriche herabsinkt. Diese Werte beziehen sich auf das Spätholz und auch hier decken sich beinahe die Zahlen des fossilen Holzes und die Zahlen der rezenten Finus silvestris. Was das Frühholz anbetrifft, so will ich bemerken, daß eine genaue Weite des Tracheidenlumens beim fossilen Holze infolge der stark eingedrückten Wände nicht bestimmt werden konnte. Zieht man jedoch die Deformation stark mit in Rechnung, so be- kommt man als relativ mittlere Weite des Tracheidenlumens vom fossilen Holze 8*56 [6 — 14] Teilstriche, bei rezenter Finus silvestris 10 '2 [7 — 13], bei Finus montana 8*4 [7 — 10] und bei Finus nigra 6*9 [5 — 9] Teilstriche. Die in der radialen Richtung verlaufenden Markstrahlen sind größtenteils mit einer braunen Masse erfüllt. Trotz dieses üm- standes tritt die gleichförmig verdickte Membran der Markstrahlen an besonders dünn geführten Schnitten noch ziemlich deutlich her- vor [Taf II, Fig. 3, 4, 5, M.]. An den Stellen, wo die Tracheiden an die großen Markstrahl - Zellen angrenzen, ist die Wand unverdickt geblieben [Taf II, Fig. 3 und 5, bei a]. Die Verdickung ist nur an den tangentialen Wänden und an der der Markstrahlzelle abgewendeten Wand auf- getreten und die Verdickungsschichte der tangentialen Wände runden sich an der Berührungsstelle mit der Markstrahlenwand ab [Taf. II, Fig. 3 und 5, bei b], wodurch ein größerer oder kleinerer Raum freigelassen wird, welcher den einfachen Tüpfeln der inneren Markstrahleu entspricht (Sanio. Russe w). Im Frühholze sind diese Tüpfel größer, indem die Verdickungsschichten auf den tan- gentialen Wänden nicht so mächtig entwickelt sind und an den Berührungsstellen mit den Markstrahlzellen enger endigen. [Vgl. die Tüpfel auf der Taf II, Fig. 3 und 5, bei a.] Der Tüpfelkanal ist somit im Spätholze eng, im Frühholze breit, was im Zusammen- hange mit der Wandverdickung steht Die Markstrahlen, die an diese Tüpfel angrenzen, sind entweder überall gleichförmig ver- Österr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1909. o 98 dickt oder sie zeigen der senkrechten Wandung der Holzzelie gegenüber im Querschnitte eine knopfförmige Verdickung [Tat. II, Fig. 3, bei k], die der Ausdruck einer leistenförmigen Verdickung der radialen Längswände der Markstrahlzelle ist (Sauio, Russow). Die Membran der Markstrahlzellen ist in ihrem Verlaufe gerade oder wölbt sich mehr oder minder stark in das Lumen der an- grenzenden Tracheide. [Taf. IL Fig. 4, M. und Fig. 3. M, bei a.] Soviel die Erhaltung des fossilen Holzes eine genauere Be- obachtung der Hoftüpfel an den radialen Wänden im Querschnitte möglich machte, kann man einen merklichen Unterschied zwischen den Hoftüpfeki des Früh- und zwischen denen des Spätholzes er- kennen. Im ersteren kommen sie in reichlicher Menge vor, wäh- rend sie im letzteren nur spärlich auftreten [Taf. II, Fig. 5]. Die Hoftüpfel des Frühholzes übertreffen an Durchmesser die des Spät- holzes sehr. Die äußere Wand des Hofes ist im Frühholze sehr wenig verdickt, so daß kein Kanal zwischen dem Hof und dem Tracheidenlumen ausgebildet ist [Taf. II, Fig. 1]. Beim Spätholz hingegen .ist die den Hof überwölbende Wand stark verdickt und bildet dadurch einen Kanal zwischen dem Hofraum und Tracheiden- lumen. (Schluß folgt.) Das pflanzenpliysiologische Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. (Mit drei Ansichten und zwei Plänen.) Von A. Nestler (Prag). (Schluli.) •) Zur Vervollständigung der Geschichte des pflanzenphysio- logischen Institutes sei noch kurz der Assistenten desselben gedacht. Prof. Dr. Weiß hatte in den ersten drei Jahren seiner Wirk- samkeit (1871 — 1873/74) auffallenderweise keinen Assistenten; wenigstens ist in den diesbezüglichen Ausweisen über den Personal- stand der Universität keiner namentlich angeführt. Erst für das Wintersemester 1874/75 war Johann Kreuz (von 1878 bis 1881 Privatdozent für Anatomie) als Assistent bestätigt. Ihm folgte 1881 Friedrich Reinitzer (gegenwärtig o. Pro- fessor für Botanik an der k. k. technischen Hochschule in Graz), 1888 Anton Nestler (gegenwärtig tit. a. o.üniversitätsprofessor und Oberinspektor an der k. k. Untersuchungsanstalt für Lebensmittel [deutsche Universität] in Prag); 1897 V. Lühne (gegenwärtig Professor am k. k. Realgymnasium in Tetschen) und i898 Oswald Richter (seit 1906 Privatdozent für Anatomie und Physiologie der Pflanzen), der noch diese Stelle bekleidet. 1) Vgl. Nr. 2, S. 54. 99 Dem Vorstand des Institutes unterstehen gegenwärtig ein Assistent, ein Demonstrator, ein Laborant und ein Gärtner. Obwohl diese Schilderung sich nur in engen Grenzen hält, so wird sie doch eine Vorstellung von der Entwicklung und dem jetzigen Zustande des pflanzenphysiologischen Institutes geben und zeigen, wie aus dem kleinen, unscheinbaren Pflänzchen, das lange Zeit ohne Licht und Luft ein kümmerliches Dasein fristete, ein statthcher Baum geworden ist, dessen frische Zweige sieh weit ausbreiten und reichlich Blüten und Früchte tragen. Verzeichnis der aus dem pflanzeuphysiologischen Institute seit 1894 hervorgegangenen wissenschaft- lichen Arbeiten. Nr. Verfasser Titel der Abhandlung Publikationsort H. Molisch H. Molisch H. Molisch H. Molisch H. Molisch A. Nestler H. Molisch H. Molisch H. Molisch Die mineralische Nahrung der niederen Pilze. (I. Abhandlung.) Das Phycocyan, ein kristallisier- barer Eiweißkörper. Die Ernährung der Algen. (Süß- wasseralgen, I. Abhandlung.) I. Eine neue mikrochemische Ee- aktion auf Chlorophyll. II. Die Kristallisation und der Nachweis des Xanthophylls (Cai-otins) im Blatte. Das Erfrieren der Pflanzen bei Temperaturen über dem Eis- punkt. Untersuchungen über die Aus- scheidung von Wassertropfen an den Blättern. Der Einfluß des Bodens auf die Blütenfarbe der Hortensien. Pfropfungen. Die Ernährung der Algen. (Süß- wasseralgen, II. Abhandlung.) A. d. W.i) Bd. 103. I. Abt. Okt. 1894. Bot. Zeit. 1895. A. d. W. Bd. 104. I. Abt. Okt. 1895. Ber. d. deutsch, bot. Ges. Jg. 1896. Bd. 14. H. 1. A. d. W. Bd. 105. 1. Abt. Febr. 1896. A. d. W. Bd. 105. I. Abt. Juli 1896. Bot. Zeit. 1897. Lotos2)l896, Nr. 7. A. d. W. Bd. lOB. I. Abt. Okt. 1896. ^) A. d. W. bedeutet Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien. 2) Jahresberichte des naturwissenschaftlich -medizinischen Vereines für Böhmen, „Lotos", in Prag. 8* 100 Nr. Verfasser Titel der Abhandlunsr Publikationsort 10. A. Nestler u. I J. Stocklasa Anatomie und Physiologie des Zeitschr. f. Zucker- Samens der Zuckerrübe „Beta -. ind. in Böhm. 1897. vttlgaris". 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. A. Nestler H. Molisch A. Nestler H. Molisch H. Molisch A. Nest 1er C. A. Fuchs E. Mitschka A. Nest 1er H. Molisch H. Molisch H. Molisch Die Ausscheidung von Wasser- ti'opfen an den Blättern der Malvaceenund anderer Pflanzen. Untersuchungen über das Er- Jena, Verlag von frieren der Pflanzen. Gust. Fischer 1897. A. d. W. Bd. 106. I. Abt. JuU 1897. Die Schleimzellen der Laub- blätter der Malvaceen. Österr. botan. Zeit- I schr.Jg. 1898. Nr.3. Über das Bluten tropischer Holz- , Annales du Jardin gewächse im Zustande völliger ' Bot. de Buitenzorg Belaubung. 1898. Über die sogenannte Indigo- gärung und neue Indigo- pflanzen. — Botanische Beob- achtungen auf Java. (I. Ab- j handlung.) ! Über die durch Wundreiz be- wirkten Bewegungserschei- nungen des Zellkerns und des Protaplasmas. Untersuchungen über den Bau der Eaphidenzelle. Über die Plasmaansammlung an der konkaven Seite gekrümmter Pollenschläuche. Über einen in der Frucht von Loliurn temiilentum L. vor- kommenden Pilz. Über das Ausfließen des Saftes aus Stammstücken von Lianen. — Botanische Beobachtungen auf Java. (IL Abhandlung.) Die Sekretion des Palmweines und ihre Ursachen. — Botani- sche Beobachtungen auf Java. (III. Abhandlung.) Über Pseudoindican, ein neues Chromogen in den Cystolithen- zellen der Acanthaceen. — Bo- tanische Beobachtungen auf Java. (IV. Abhandlung.) A. d. W. Bd. 107. I. Abt. Juli 1898. A. d. W. Bd. 107. I. Abt. Juli 1898. Österr. botan. Zeit- schr.Jg.l898. Nr.9. Deutsche bot Ges. Jg. 1898. Bd. 16. Deutsche bot. Ges. Jg. 1898. Bd. 16, H. 8. A. d. W. Bd. 107. I. Abt. Okt. 1898. A. d. W. Bd. 107. I. Abt. Dez. 1898 A. d. W. Bd. 108 I. Abt. Juni 1899 101 Nr. Verfasser Titel der Abhandlung Publikationsort 23. 24. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. H. Molisch H. Moli seh A. Nestler 0. Eichter A. Nest 1er A. Nestler H. Molisch A. Nestler A. Nestler Fr, B lumen- tritt H. Molisch u. Guido Gold- schmied H. Molisch H, Moliseh 1 über das Vorkommen von In- j Deutsche bot. Ges. dican im Chlorophyllkorn der Jg. 1899. Bd. 17. Indicanpflanzen. Über Zellkerne besonderer Art. Bot. Zeit. 1899.H.X. 1 Über das Vorkommen von Pilzen I Deutsche bot. Ges. in Wacholderbeeren. Jg. 1899. Bd. XVII. H. 8. Ein neues Mazerationsmittel für ; Österr. botan. Zeit- Pflanzengewebe, sehr. Jg. 1900. Nr. 1. Zur Kenntnis der Wasseraus- scheidung an den Blättern von Phaseolus multiflorus Willd. und Boelimeria. Die Sekrettropfen an den Laub- blättern von Phaseolus multi- florus Wilid.unddenMalvaceen. Indigo. A. d. W. Bd. 108. I. Abt. Nov. 1899. Deutsche bot. Ges. Jg. 1900. Bd. 18. H. 5. J. Wiesner, „Die Rohstoffe des Pflan- zenreiches". 2. Aufl. 1900. Die hautreizende Wirkung der Deutsche bot. Ges. Prhnula obconica Hance und j Jg. 1900. Bd. 18. Pr. sinensis. \ H. 5. ! Zur Kenntnis der hautreizenden I Deutsche bot. Ges. Wirkung der Primula obco- \ Jg. 1900. Bd. 18. nica H. ; H. 7. ! über einen neuen im Menschen | Deutsche bot. Ges. gefundenen Aspergillus. 1 Jg. 1901. Bd. 19. I H. 7. i Über das Scutellarin, einen neuen j A. d. W. Bd. 110. Körper bei ScuteUaria und an- I. Abt. Juni 1901. deren Labiaten. j Über die Panachure des Kohls, i Deutsche bot. Ges. Jg. 1901. Bd. 19. ■ H. 1. Über ein neues, einen karmin- ; Deutsche bot. Ges. roten Farbstoff erzeugendes j Jg. 1901. Bd. 19. Ohromogen bei SchencJcia blu- \ H. 3. viennaviana. \ 102 Nr. Verfasser Titel der Abhandlung Publikationsort 36. 37. 38. 39. 40. 41. 42. 43. 44. A. Nestler L.v. Portheim H. Molisch H. Molisch H. Molisch H. Molisch H. Molisch A. Nestler A. Nestler 45. 0. Richter 46. "V. Kinder- mann 47. R. Baar 48. G. Irgang. 49. H. Molisch Der direkte Nachweis des Cu- marins und Theins durch Sub- limation. Über die Notwendigkeit des Kalkes für Keimlinge, ins- besondere bei höherer Tempe- ratür. Studien über den Milchsaft und Schleimsaft der Pflanzen. Über den Goldglanz yonChromo- phyton Eosanoffii Woronin. Peristrophe angustifolia Nees. fol. var., eine Cumarinpflauze aus Java. Über Heliotropismus im Bak- terienlichte. Über lokalen ßlutungsdruck und seine Ursachen. Nachweis von extrahiertem Tee durch Sublimation. Das Sekret der Drüsenhaare der Gattung Primiila mit beson- derer Berücksichtigung seiner hautreizenden Wirkung. Untersuchungen über das Magne- sium in seinen Beziehungen zur Pflanze. (I. Teil ) Über die auffallendeWiderstands- kraft der Schließ Zeilen gegen schädliche Einflüsse. Ein kleiner Beitrag zur Kenntnis der Milchröhren. Über saftausscheidende Elemente und Idioblasten bei Tropaeo- lum maius L. Über vorübergehende Rotfärbung der Chlorophyllkörner in Laub- blättern. Deutsche bot. Ges. Jg. 1901. Bd. 19. H. 6. A. d. W. Bd. 110. I. Abt. April 1901. Verlag v. G. Fischer. Jena 1901. A. d. W. Bd. 110. I. Abt. Nov. 1901. Deutsche bot. Ges. Jg. 1901. Bd. 19. H. 9. A. d. W. Bd. 111. I. Abt. März 1902. ßot.Zeit. 1902. H. 3 Z. für Unters, v. Nahrungs- u. Ge- nußmitteln. 1902. H. 6. A. d. W. Bd. 111. I. Abt. Jan. 1902. A. d. W. Bd. 111. I. Abt. April 1902. A. d. W. Bd. 111. I. Abt. Juli 1902. Lotos 1902. Nr. 4 A. d. W. Bd. 111. I. Abt. Okt. 190-2. Deutsche bot. Ges. 1902. Bd. 2ü. H. 8. 103 Nr. Verfasser Titel der Abhandlung Publikationsort 50. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 67. 59. 60. 61. 62. H. Molisch H. Molisch H. Molisch H. Molisch H. Molisch M. Singer 0. Richter H. Molisch 0. Adler A. Löwen- stein H. Molisch 0. Richter H. Iltis Notiz über das Vorkommen der | Lotos 1902. Nr. 3. Sphaeroplea annulina (Roth) Qg. bei Prag. Über das Leuchten des Fleisches, insbesondere toterSchlachttiere. Amöben als Parasiten im Volvox. Notiz über eine blaue Diatomee. Bot. Zeit. 1903. H.I. Deutsehe bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 1. Deutsche bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 1. Die sogenannten Gasvacuolen ! Bot. Zeit. 1903.H. 3. und das Schweben gewisser Phycochromaceen. Über den Einfluß der Laborato- riumsluft auf das Wachstum der Kartoffelsprosse. Pflanzenwachstum und Labora- toriumsluft. Bakterienlicht und die photo- graphische Platte. Über Eisenbakterien in ihrer Be- ziehung zu den therapeutisch verwendeten natürlichen Eisen- wässern. Über die Temperaturgrenzen des Lebens bei der Thermalalge Mastigocladus laminosus CohD. Das Hervorspringen von Wasser- tropfen aus der Blattspitze von Calocasia nymphaefolia Rth. {CaladiumnymphaefoJiallort.) Reinkulturen von Diatomeen. Über den Einfluß von Licht und Dunkel auf das Längenwachs- tum der Adventivwurzel bei Wasserpflanzen. Deutsche bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 3. Deutsche bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 3. A. d. W. Bd. 112. I. Abt. März 1903. Ztrlbl. f. Bakt. etc. I[.Abt.Bd.ll.l903. Deutsche bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 6. Deutsche bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 7. Deutsche bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 8. Deutsche bot. Ges. Jg. 1903. Bd. 21. H. 9. 104 Nr. Verfasser Titel der Abhandlunor Publikationsort 63. 64. 65. 66. 67. 68. 69. 70. 71. 72. 73. 74. 75. 76. 77. H. Molisch H. Molisch E. Thum ß. Bertel J. Gößl H. Molisch H. Molisch A. Nestler A. Nestler H. Moliseh H. Molisch R. Stein er H. Molisch H. Molisch 0. Richter 78. 0. Richter Über Kohlensäureassimilations- Versuche mittels der Leucht- bakterienmethode. Leuchtende Pflanzen. Eine phy- siologische Studie. Über statocystenartige Ausbil- dung kristallführender Zellen. Äposphaeria violacea, n. sp. Über das Vorkommen des Man- gans in der Pflanze und über seinen Einfluß auf Schimmel- pilze. ! Die Leuchtbakterien im Hafen von Triest. Über eine auffallend rasche Autonombewegung bei üxalis hedysaroides H. B. K. Zur Kenntnis der Symbiose eines Pilzes mit dem Taumellolch. Hautreizende Primeln. Unter- suchungen über Entstehung, Eigenschaften und Wirkungen des Primelhautgiftes. Über Heliotropismus, indirekt hervorgerufen durch Radium. Über das Leuchten von Hühner- eiern und Kartoffeln. Über Intumeszenzen bei Buellia formoaa Andrews und Aphi- landra Portiana Morel. Über den braunen Farbstoff" der Phaeophyceen und Diatomeen. Über amorphes und kristalli- siertes Anthokyan. Narkose im Pflanzenreich. Narkose im Pflanzenreich. Bot. Zeit. 1904. H.l. Verlag v. G. Fischer. Jena. 1904. A. d. W. Bd. 113. 1. Abt. Juni 1904. Österr. botan. Zeit- schr. Jg. 1904. Nr. 6 ff. Beihefte z. botan. Zentralbl. 1904. A. d W. Bd. 113. I. Abt. Okt. 1904. Deutsche bot. Ges. Jg. 1904. Bd. 22. H. 7. A. d. W. Bd. 113. L Abt. Okt. 1904. Verlag Borntraeger. Berlin 1904. Deutsche bot. Ges. Bd. 23. H. 1. 1905. A. d. W. Bd. 114. I. Abt. Jan. 1905. Deutsche bot. Ges. Jg. 1905. Bd. 23. H. 3. Bot. Zeit. Jg. 1905. H. 7. Bot. Zeit. 1905. H. 8. Lotos 1905. Nr. 2. Mediz. Klinik. 1905. Nr. 10. 105 Nr. Verfasser Titel der Abhandlung: Publikationsort 81. 82. 83. 84. 85. 86. 87. 88. 89. 90. 91. 79. Fr. Ruttner 80. J. Eeinelt ß. Bittner H. Molisch H. Molisch H. Molisch 0. Richter R. Hiekel 0. Richter Fr. Blumen- tritt Fr. Ruttner A. Nestler H. Molisch Über das Verhalten des Ober- Plöner Forschungs- Hächenplanktons zu verschie- berichte. 1905. denen Tageszeiten im großen XII. Bd. Plöner 8ee und in zwei nord- böhmischen Teichen. Beitrag zur Kenntnis einiger Leuchtbakterien. Über Chlorophyllbildung im Finstern bei Xryptogamen. Die Liehtentwicklung in den Pflanzen. Die Lichtentwicklung in den Pflanzen. Luminosity in plants. Zur Physiologie der Diatomeen. (I. Mitteilung.) Ztrlbl. f.Bakt. etc. II. Abt. Bd. 15. 1905. Nr. 10/11. Österr. botan. Zeit- schr.Jg. 1905.Nr.8. Leipzig. J. Ambr. Barth. 1905. Vortrag, geh. i. d. allg. Sitzg. d. 77. Vers. d. Nat. u. Ä. 1905. Meran. Washington 1907. Smithsonion report for 1905. A. d. W. Bd. 115. Jan. 1906. Beiträge zur Morphologie und A. d. W. Bd. 115. Physiologie des Soorerregers I. Abt. Febr. 1906. {Dematium albicans Laurent = Oidium albicans Robin). A. d. W. Bd. 115. I. Abt. März 1906. Über den Einfluß verunreinigter Luft auf Heliotropismus und Geotropismus. As})e7-gillusbroiichialisB\ümen- Deutsehe bot. Ges. tritt und sein nächster Ver- i Jg. 1905. Bd. 23. wandter {Aspergillus fumi- gatus Fres.). Die Mikroflora Wasserleitung. der Prager H. 9. Myelin und Eiweißkristalle in der Frucht von Cai^sicum an- nuum L. Erwiderung auf die Kritik M. Tswetts über meine Arbeit betrefi'end den braunen Farb- stoff der Phaeophyceen und Diatomeen. Archiv d. naturw. Landesdurchforsch. von Böhmen. Bd. 13. Nr. 4. A. d. W. Bd. 115. I. Abt. April 1906. Bot. Zeit. 1905. 68. Jff. Nr. 24. 106 Nr. Verfasser Titel der Abhandlung Publikationsort 92. 0. Eichter 93. 94. 95. 96. 97. 98. 99. 100. 101. 102. 103. 104. H. Molisch H. Molisch Br. Massopust 0. Kleiner H. Molisch H. Molisch H. Moliseh F. Schorn H. Molisch H. Molisch H. Molisch H. Moliseh Die Fortschritte der botanischen Mikrochemie seit Zimmer- manns „Botanischer Mikro- technik". Untersuchungen über das Phyko- cyan. Eisblumen. Über die Lebensdauer des Markes im Stamme und einige Fälle von Auflösung des Kalkoxalates in demselben. Über hygroskopische Krüm- mungsbewegungen bei Kompo- siten. Zur Lehre von der Kohlensäure- assimilation im Chlorophyll- korn. Zwei neue Purpurbakterien mit Schwebekörperchen. Über das Gefrieren in Kolloiden. Über Schleimzellen bei Urtica- ceen und über Schleimcysto- lithen von Girardinia x)ahnata Gaudich. Die Purpurbakterien. Über die Sichtbarmachung der Bewegung mikroskopisch klein- ster Teilchen für das freie Auge. Photogene Bakterien. Über die B ro wüsche Molekular- bewegung in Gasen, sichtbar gemacht durch ein gewöhn- liches Mikroskop. Zeitschrift f. wiss. Mikrosk.etc. Bd.22. 1905. p. 194- -261. A. d. W. Bd. 115. I. Abt. Juni 1906. Naturw. Wochen- schrift Neue Folge V.Bd. Nr. 13. 1906. Lotos 1906. Nr. 7/8. Österr. botan. Zeit- schrift. Jg. 1907. Nr. 1 ff. Vortrag, geh. auf dem internat. bot. Kongreß in Wien 1905. G. Fischer, Jena 1906. Botan. Zeit. 1906. H. 12. Flora. 97. Bd. Jg. 1907. 1. Heft. A. d. W. Bd. 116. I. Abt. März 1907. Verlag G. Fischer. Jena 1907. A. d. W. Bd. 116. I. Abt. März 1907. In Fr. Lafars „Handbuch d. tech- nischen Mykologie". I. Bd. 1907. Zeitschr. f. wissen- schftl. Mikroskopie. Bd. 24. 1907. 107 Nr. Verfasser Titer der Abhandlung Publikationsort 105. 106. 107. 108. 109. 110. 111. lU 113. 114. 115. 116. 117. 118. A. Nestler 0. Richter 0. Richter H. Molisch H Molisch H. Molisch A. Ne stier A. Nestler 0. Richter 0. Richter H. Molisch A. Nest 1er 0. Richter 0. Richter Die Rinnenbildung auf der Außen- epidermis der Paprikafrucht. Über Anthokyanbildung in ihrer Abhängigkeit von äußeren Fak- toren. Die Bedeutung der Reinkultur. Eine Literaturstudie. Über einige angeblich leuchtende Pilze. Über ein einfaches Verfahren, Pflanzen zu treiben (Warmbad- methode). Über Ultramikroorganismen. Das Hautgift der Cjpripedien. Das Sekret der Drüsenhaare der Gattung Cypripedium mit besonderer Berücksichtigung seiner hautreizenden Wirkung. Pflanzendüfte in ihrem Einfluß auf Keimlinge. Über die Notwendigkeit des Natriums für eine farblose Meeresdiatomee. Über hochgradige Erwärmung lebender Laubblätter. Die hautreizende Wirkung der Frimula mollis Hook, und Pr. Arendsii Pax. Über Turgorsteigerung in der Atmo.sphäre von Narkotika. Einfluß der Narkotika auf die Anatomie und die chemische Zusammensetzung von Keim- lingen. Deutsche bot. Ges. 1906. Bd. 24. H. 18. Mediz. Klinik. 1907. Nr. 34. Berlin, Verlag der Gebr. Borntraeger. 1907. Wiesner- Fest- schrift. 1908. p. 19. A. d. W. Bd. 117. I. Abt. Jan. 1908. Botan. Zeit. 1908. S. 131. Wies n er- Fest- schrift. 1908. p. 200. Deutsche bot. Ges. 1907. Bd. 25. H. 10. „Deutsche Arbeit". 1907/08. p. 214. Wiesne r- Fest- schrift. 1908. p. 167. Botan. Zeit. 1908. H. XIL Deutsche bot. Ges. Js. 26. H. 7. 1908. Lotos 1908. Bd 56. H. 3. Vortrag, geh. auf der 80. Vers... der Naturf. und Ärzte in Köln. Sept. 1908. 108 Mykologisches. Von Prof. Dr. Franz v. Höhnel (Wien). XXII. Zur alpinen Macromyceten-Flora. (Schluß.) 1) Fölyporiis: confluens, ovinus, frondosus, perennis, tonientosus, sul- phureus, mollis, aniorphtiSy hirsutus, versicolor, 0onatus, hetu- linus, pinicola, fuliginosus, cinnaharinus. F. siypt/icus (P.) sensu Bresad. et von Post, (teste Bres. in litt). Der Pilz ist an Föhrenstümpfen bei Vahrn an einer Stelle häufig. Er stimmt äußerlich gut mit Bresadolas Exemplar überein. Die Sporen sind jedoch länglich-zylindrisch, unten etwas spitz, oben abgerundet, 8 — 14,^o — 4 ^, während nach ßresadola, Hymenom. Kmetiani in Atti Acad. Eovereto, 1897, p. 70. P. stypticus 47.,— 5^2— 27.3 il große Sporen hat. Es ist nun merkwürdig, daß ein von mir 1902 am Wechsel, Niederösterreich, auf einem Fichtenstumpf gefundenes kleines, aber offenbar hieher gehöriges Exemplar des Pilzes 3 — 5^3 fi große Sporen hat. Es liegen also zwei äußerlich gleiche Arten mit ganz verschiedenen Sporen vor, was noch weiter zu ver- folgen ist. Vielleicht kommt bei der Lösung dieser Frage der P. alutacciis Fr. in Betracht. Poria crassa Karsten (teste Bresadola). Dieser Pilz ist bei Vahrn an Nadelholzstrünken nicht selten und schon früher von Prof. Heim er 1 daselbst gefunden worden. Nach Bresadola in litt, ist derselbe bei Trient gemein. Indessen ist ein von dem Genannten 1891 an Tannenstämmen im Val di Sole gesammeltes, in meinem Besitze befindliches, als Poria crassa Karsten be- zeichnetes Exemplar davon schon durch die größeren Poren ver- schieden. Der Vahrner Pilz ist resupinat, knotig; Gewebe weiß, Porenmündungen jedoch schön zitronengelb bis goldgelb. Im Herbar verschwindet diese Färbung. Die Sporen sind stäbchen- förmig, gerade oder schwach gekrümmt, 3 — 5-1 ^. Möglicherweise liegt Poria Laestadii Berk u. Br. (Sacc. Syll. VI., 300) vor, deren kurze Diagnose sehr gut stimmt. Der interessante Pilz bleibt mir zweifelhaft. Poria Friesiana Bres. (Ann. myc. VI., 40). An Eohinia. Daedalea unicolor. Fistutina hepatica (an Castanea vesca, häufig). Favolus europaeiis, an Juglans regia, detexit A. Heiraerl. Trametes serialis Fr. f. resiipinata-, odora. Hydnum repandum, rufescens, ferriigineum, imhricatum, auri- scalpium, fuligineo-alhunt, cyathiforme, aurantiacum. ^) Vergl. Nr. 2, S. 62. 109 Das sonst als sehr selten geltende Hijdnwn fuligineo- album Schmidt (Mykol. Hefte L, p. 88; Bresadola, F. trid. p. 33) ist bei Vahrn in den Wäldern gar nicht selten. Be- stimmung teste Eres, richtig. Ityex fusco-violaceus. Boletus elcgans; castaneus; spadiceus', hiridus; flavus; viscidus; granulaUis (auch mit Ring: lufeus); hovimis (und var. mitis); edulis; piperatus; scaher; s übt omentos ns; chrysentJieron; felleus; regius; variegatus, tridentinus, hadius; radicans', cavipes (die normale rotbraune Form und die goldgelbe var. aureus Roll.). Die häufigsten Arten sind elegans, viscidus, granulatus und cavipes. B. elegans ist sehr gemein und kommt fast stets in der Form vor, die den Stiel oberhalb des Ringes retikuliert zeigt, ■während nach Fries der Stiel oben granuliert sein soll. Ich fand nnr zwei Exemplare, die der Fri esschen Beschreibung ganz entsprechen. Allein nach Bresadola ist es kein Zweifel, daß beide Formen, die retikulierte und granulierte, zusammen- gehören. Bestimmt man den Pilz nach Quelet oder Costantin- Dufour, so gelangt man zu B. flavus, als Avelcher der Pilz in Heimerls Arbeit (Verhandl. d. zool.-botan. Ges. Wien, 1905, p. 464) erscheint. Der echte Boletus flavus sensu Bresadola, Fungi tridentini IL, p. 26, Taf. 132, ist bei Vahrn, wie überall, sehr selten ; ich fand nur zwei Exemplare. Von dem sehr schönen B. tridentinus fand ich auch nur zwei alte Stücke, u. zw. bei der Schloßruine. Eine höchst cha- rakteristische Form. Marasinius perforans, oreades, erytliropus (in vielen kleineren und größeren Formen; der Hut ist nicht immer, wie angegeben wird, kahl, sondern häufig etwas filzig); cauticinalis (ist meiner Ansicht nach eine Form von Omphalca Campatiella; ich fand beide wenige Meter voneinander entfernt und fand alle Über- gänge. Die Sporen beider sind gleich; der Stiel ist bei Omph. Campanella nicht immer glatt und glänzend, wie Quelet und andere angeben, sondern fast immer etwas mehlig-kleiig). M. cauticinalis ist nur die am Boden vereinzelt wachsende Form der Omphalea Campanella', androsaceus ; scorodonius (== al- liatus) ; chordalis. Panus stipticus. Lentinus: lepideus (auch die kleinere Form mit Anisgeriich = L. jugis Fr.). Lenzites saepiaria, abietina. Cantarellus ciharius, aurantiacus. Panaeoliis papilionaceus. Bolbitius vitellinus (auf Mist, leg. A. Heimerl). Coprinus: niveus, micaceus; clavatus. Eiissula: pucllaris; roseipes', cliamaeleontina', lutea, mollis; aurata; naiiseosa; integra; xerampelina\ alutacea; emetica; sardonia (auch eine weiße Form davon); fragilis (eine kirschrote, in der 110 Mitte des Hutes fast schwarze Form, die, wie es scheint, un- beschrieben ist); rubra (DC. sensu Quelet); violacea; fur- cata; pedinata; foetens; cyanoxantlia; g r amini color ; virescens; (iepallens; lilacea; lieteropliylla\ rosea', vesca (? 5 cm breit; La- mellen und Stiel weiß; Hut violett-weinrot, mit Stich ins Rot- bräunliche, radial-runzelig, matt, gegen den Rand wie R. lepida körnig-rissig; wohlschmeckend); lepida (auch die ganz weiße Form); adusta (auch die Jugendform: densifolia); delica (auch die Form mit am Stiele bläulichen Lamellen: chloroides Kromhh.). Bis auf ganz wenige Ausnahmen stimmten die Russula- Arten vortrefflich zu Quelets Beschreibungen. Auch fand ich, daß Quelets Einteilung der Gattung Eussula eine sehr brauch- bare ist. Lactarius'. volemus, glyciosmiis: thitJiy inallnus ; torminosus; spinu- losiis; decipiens', miiissimus; plumbeus; scrohiculatus, vietus; deliciosus ; subdulcis ; vcUereus, violascens, ruftis. Von besonderem Interesse ist die Auffindung eines Exem- plares von L. spinidosus, der bisher, wie es scheint, nur in Frankreich gefunden wurde. Hygrophorus [Limacinm) agathosmus; mesotephrus (durch mehr adnate Lamellen ahweichend); chrysodon; arbustivus; Bresadolae; aureus; pudorinus, melizaeus. (Hygrocyhe): conicus\ nitratus; pslttacinus, sciophanus; coccineus (die Normalform und eine neue Form mit großer Papille am Hute, var. papiUatus v. H.); puniceus; vitellinus. H. nitratus kommt auch zu zwei bis drei faszikuliert vor und steht meiner Ansicht nach in naher Beziehung zu Formen von Mycena alcalina, was noch weiter zu verfolgen ist. {Camarophyllus)'. leporinus; niveus; cUvalis. Faxillus: involutus; leptojms; diese Art wird mit Unrecht von Costautin und Dufour (Nouv. Fl. mycol.) als Varietät zu involutus gezogen ; ist davon völlig verschieden und eine gute Art; atrotomentosus ', lamellirugis {:= pannoides). Gomphidius viscidus, roseus, gluti^iosus, maculatus. Cortinarius. (Phlegmacium) : decoloratus; crystallinus ; glaucopus; infractus; Napus (nicht ganz sicher, sieht Hebeloma-MÜg aus); multi- formis; coerulescens ', varius; porphyropus; orichalceus; se- baceus. (Myxacium): vihratilis', collinitus, mucosus', delibutus (Sporen ei- förmig, rauh, 8 ^ lang). (Inoloma): ametliystinus. (Dermocybe) : cinnamomeus; croceus; sanguineus, venetus (Stiel hohl!); miltinus; anomalus , caninus, croceoconus ; orellanus; alboviolaceus; Lebretoni (Stiel fast zylindrisch, hohl, Hut dünn- fleischig, sonst gut stimmend). {Telamonia) : rigidus (Sp. elliptisch 8-5); plumiger; hinnuleus; urbicus; stemmatus] flexipes', periscdis; uraceus. 111 Hydrocyhe: saturniniis; acutus', saniosus; rigens; diiraciniis {gduiz typisch); armeniacus; fulvesccns (?, Sporen 13-8 — 9^); suh- ferrugineus ; milvinus, germanus, castaneus (ganz typisch); privigniis. Stropharia alhonitens, aeruginosa. Psalliota: campestris; pratensis; comtida. Hyplioloma fasciculare; capyioides; fatimm t minor (Sporen läng- lich, 6 — 7 fi lang); sublaieritium. Psilocyhe foeniscei (Sporen rauh, bis 18 fi lang); coprophila; sarco- cephala (die kleine Form, auf Nußbaumholz; Inocybe-Cjätiden, Sp. 8-4). PsathyreUa gracilis. Psathyra fihrillosa (?, Sporen 8— 9ft lang). Galera muscorum^ hypnorum, carpophila, tenera; conferta; si- lignea. Naucoria Christinae, hadijjes (Sporen 11-5 — 6, Cystiden 45-17, fädig-konisch, unten bauchig); Cucumis. Crepidotus scalaris (auf Fichtenstöcken; Sporen kugelig, 5 — 6 (i; fehlt in Quel et). Pholiota caperata; unicolor; marginata; sqiiarrosa. Inocyhe cervicolor, didcamara; iimhratica; praetervisa\ grammata; lanuginosa; geophila (die weiße, braune und violette Form); scabra; asterospora; caesariata; Cookei Bres. Hebeloma sinapizans; crustnliniformis (die kleine und die große Form); longicauda; mesophaea; versipellis. Flammula astragalina, penetrans, luhrica, flavida, spumosa, sa- pinea, lenta. Nolanea: jiascua', versatilis; clandestina. Eccilia ardosiaca (nach Quel et = Moiigeotii Fr.). Leptonia sericella; sarcita; serridata. Clitopdus pnmtdus. Entoloma clypeatiim, sericeum ; pJiaeocephalum. Pluteus umbrosus; cervimis', nanus. Mycena luteoalba, zepliyra, pnra, rugosa, galericulata, alcalina; galopoda; ejupterygia, vitilis (kugelige Igel-Cystiden !) ; ammo- niaca; rosella; metata; vidgaris (Schneide und Fläche der La- mellen mit 10—12 fi breiten Igel-Cystiden; Sporen 8 — 9-4 — 5 /n); inclinata ; lineata (Cystiden bauchig, oben mit 2 — 3 Finger- fortsätzen) ; citrinomarginata Gill. Tricholoma rutilans; terreum; arcuatum Fries non Bull.; aggre- gatum; resplendens; panaeolum (ganz typisch, Sporen elliptisch, 5 — 6^ lang; Sporenpulver schmutzig rosa); amethystina f minor; fidviim (= flavobrimneum) ; saponaceum; acerbum; im- bricatum, vaccinum; pessundatum; corypJiaeum; midum v. lila- ceum Qu.; equestre; humile (Hut bis 20 cm breit) ; melaleucum; graveolois ; psamopum. Armillaria: mellea; robusta; bulbigera. Amanita rubescens; Mappa; muscaria; vaginata; pantherina. 112 Lepiota: echinata Roth. (= haematosparma Bull, in einem Ge iDusegar en in Vahrn ganz typisch); procera; granidosa; clypeo- Caria, feCina, amiantlima. nancina Fries. ^Q Lepiota naucina Fries wurde in einem Exemplar von Prof. Heimen zwischen Schabs und Neustift gefunden Die Bestimmung rührt von Bresadola her; derselbe schreibt in litt daß diese höchst seltene Art, die er früher nie gesehen hatte bisher von Quelet und allen neueren Autoren mit der fnniUarm laevis verwechselt wurde. Die echte L. naucina hat i1?^f\i P törnig-schuppigen Hut, was bei Amudaria laevis nicht der Fall ist In der Tat stimmt Fries' Beschreibung vortreff ich zum gefundenen Pilze und zweifle ich nicht an der Richtigkeit von Bresadolas Bestimmung. Der Hut des Pilzes ist persistant weiß-fleischig. Der ganze Pilz ist weiß. Der R,ng ist häutig, persistant, etwas beweilich klem, die Sporen sina breit elliptisch, groß (17^9 u) tUtocyhe ohbata (?); rividosa; ericetorum; obolus f Sporen kuffeliff 5^, sonst gut stimmend); dealhata; infundihuÜformis', stfaveo- lens' candicans, phylloplula; tmllaeformis; nebidaris; ectvpa V. mfumata Bres. auch mikroskopisch gut stimmend, nur sind die Exemplare zarter. Collybia dryophüa; butyracea; rancida; maciilata', distorta: hario- lorum-, inolens (Sp. elliptisch, unten spitz, 8 a lauff) Laccaria laccata; tortüis. Omjdialea: Campanella; rustica; velutina Quel; griseola; umhra- tüts Fibula, pyxidata; atropunda (= Hygrophoriis foetens Phill. teste Bresad.). Diese seltene Art wurde an einem stark vermorschten Stock gefunden und stimmt völlig mit einer Ab- bildung Bresadolas überein. Ehisopogon aestivmn (Wulfen). Häufig. Lycoperdon papillatum Schaeli.; hiemale Yitt. (= pratense ? ) • fuscum Bon ' polymorphum Vitt. (= furfuraceum Schaeff!);' gemmatum ßatsch (und die Var.: excipuliforme Scop.); puri- forme Schaeff.; umbrinum P. i'^' /^ Ti ?ie Bestimmung der Lycoperdon - Avten geschah nach Lloyds Arbeiten. Bovista plumbca P. Geaster coronatus Schaeff.; fimbriatus Fr.; nifescens P Astraeus steUatus (Scop.) Morgan. Alßuria aurantia (Müller). Flicaria badia (P.), Pushdaria vesicidosa (Bull.) v. cerea Sow. Spathularia clavata Schaeff., Neesii Bres." Leotia gelatinosa Hill. Gyromitra infida Schaeff. 113 Literatur ■ Übersicht^). Dezember 1908 und Jänner 1909. Abel 0. Bau und Geschichte der Erde. Wien (F. Tempsky) und Leipzig (G. Freytag), 1909. 8". 220 S., 226 Textfig., 6 Farbsn- tafeln und Karten. — Mk. 4*50. Adametz L. Die Bedeutung nordischer Sorten für den landwirt- schaftlichen Obstbau in unseren rauhen Gebirgslagen. Vortrag. Wien, 1908. S'. 33 S. Adamovic L. Die Vegetationsstufen der Balkanländer. (Peter- manns Geogr. Mitteilungen, 1908, Heft IX, S. 195—203.) 4^ 3 Karten. Verf. behandelt die Vegetationsstufen von Serbien, Bulgarien, Maze- donien und Ostrumelien und unterscheidet: Tieflandstufe (bis 100 m), Hügel- stufe (100—600 m). Submontane Stufe (600—1200 m), Montane Stufe (1200 bis 1600 m), Voraipine Stufe (1600—2000 m), Subalpine Stufe (2000—2100, bzw. 2300 m), Alpine Stufe (2100, bzw. 2300—2700 m), Subnivale Stufe (ober 2700 m). Für jede Stufe werden Charakterpflanzen genannt. Zur Illu- stration werden Karten des Kapaonik, der Stara Planina und der Eila Pla- nina mit Eintragung der Vegetationsstufen beigegeben. Blocki Br. Versuch einer genetischen Erklärung des Charakters der Flora von Lemberg. (üng. botan. Blätter, VII. Jahrg., 1908, Nr. 9/12, S. 281—294.) 8°. Bubäk Fr. Über die richtige Benennung von Tilletia helgradensis Magnus. (Annales Mycologici, vol. VI, 1908, nr. 6, pag. 570.) Cieslar A. Licht- und Schattholzarten, Lichtgenuß und Boden- feuchtigkeit. Waldbauliche Untersuchungen. Wien (W. Frick), 1909. 8^ 21 S. Eisler M. v. und Portheim L. v. Über ein Hämagglutinin im Samen von Datura. (Zeitschrift für Immunitätsforschung und experimentelle Therapie, I. Bd., 1. Heft, 1908, S. 151—160.) 8°. Ergebnisse : Im Samen einiger Arten kapselfrüchtiger Daturen ist ein Agglutinin für rote Blutkörperchen enthalten. Den beerenfrüchtigen Datura- Arten fehlt dasselbe, ebenso zahlreichen anderen untersuchten Solanaceen. Das vorzugsweise untersuchte Hämagglutinin von Datura Strnmonium gibt auch mit den betreffenden Blutseris Fällungen. Das Agglutinin ist ungiftig und reiht sich in dieser Hinsicht an die in den Samen von Papilionaceen enthaltenen Agglutinine an. Das Agglutinin aus Datura zeigt ebenso wie die anderen pflanzlichen Agglutinine eine elektive Wirkung auf Blutkörperchen verschiedener Tierarten. Es ist bisher nicht gelungen, gegen dieses Agglutinin zu immunisieren. Frosch el P. Über die Induktion des Heliotropismus. Ein Beitrag zur Analyse der pflanzlichen Eeizvorgänge. (Zeitschr. f. d. Aus- ^) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksiclat auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. österr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1909. q 114 bau d. Entwicklungslehre, II. Jahrg., 1908, Heft 11/12.) gr. 8«. 5 S., 1 Textabb. Gaulhof er K. Über den Geotropismus der Aroideen-Luftwurzelo. Erwiderung. (Flora, 99. Bd., 3. Heft. 1909, S. 286—288.) 8«. Golker P. Beitrag zur Flora der Umgebung von Tultschnig. (Carinthia IL 98. Jahrg., 1908, Nr. 4. 5 u.i6, S. 125—130.) 8^ Guttenberg H. v. Über die anatomische Unterscheidung der Samen einiger Cuscuta-Arten. (Naturw. Zeitschr. für Forst- und Landwirtschaft, 7. Jahrg., 1909, Heft 1, S. 32—43.) 8". 7 Textfig. Haberlandt G. Über den Stärkegehalt der Beutelspitze von Äcrobolbus unguiculatus. (Flora, 99. Bd.. 3. Heft, 1909. S. 277 bis 279.) 8°. 1 Textabb. Nachweis, daß der in den Boden eindringende, sich ähnlich wie eine Wurzel verhaltende „Beutel" der archegonientragenden Sproüspitze des ge- nannten, Lebermooses in der Jugend Statolithenstärke-Köi'ner enthält. — — Über die Föhlbaare von Mimosa und Biopliytum. (Flora, 99. Bd., 3. Heft, 1909, S. 280—283.) 8°. Erwiderung auf die Einwände, welche Renner gegen die Auffassung der im Titel genannten Borsten als Sinnesorgane erhoben hat. Hayek A. v. Flora von Steiermark. L Bd., Heft 6 (S. 401 bis 480). Berlin (Gebr. Borntraeger), 1908. 8^ Inhalt: Baiiunculaceae (Schluß), Nymphaeaceae, CeratopliyUaceue, Papaveraceae, Cruciferae (Anfang). Hetschko A. Über den Insektenbesuch bei einigen Vicia-Arten mit extrafloralen Nektarien. (Wiener entomologische Zeitung. XXVII. Jahrg., 1908, S. 299—305.) 8°. Keissler K. v. Über Beloniella Vossii Eehm. (Annales Myco- logici, vol. VI, 1908, nr. 6, pag. 551—552.) 8". Khek E. Die Cirsien des Herbars Dr. Dürrn berger. (Allg. botan. Zeitschr., XV. Jahrg., 1909, Nr. 1, S. 1—4.) 8^ Neu beschrieben: Cirsiiim Dürrnhergeri Khek = C. arvense Scop. X palustre Scop. von Waidhof en a. d. Tbbs. Krieger W. Die europäischen Formen der Gattung Ori'/iOi^nc/mm. Ein Bestimmungsschlüssel. (Lotos, Bd. 56, 1908, Nr. 10, S. 317—323.) 8«. Kronfeld E. M. Scopoli und die Cetraria islandica.^ Ein Bei- trag zur Geschichte der medizinischen Botanik in Österreich. (Wiener klinische Wochenschrift, XXII. Jahrg., 1909, Nr. 2.) 8°. 7 S. — — Darwin in Österreich. Zum 100. Geburtstag. (Feuilleton des , Fremden-Blatt", 12. Februar 1909, S. 17—18.) 4". Lee der Fr. Beiträge zur Flora des oberen Mürztales in Steier- mark und Niederösterreich. (Verhandl. d. zool.-botan. Ges. Wien, LVIII. Bd., 1908, 8. u. 9. Heft, S. 418—431.) 8°. Linsbauer L. Die Traubennuß. (Naturw. Zeitschr, für Forst- und Landwirtschaft, 7. Jahrg., 1909. Nr. 1, S. 43—45.) 8". 1 Textabb. 115 Bericht über vielblütige weibliche Infloreszenzen von Juglans regia, welche im Jahre 1908 an einem sonst normalen Baume auftraten. Maly K. Prilozi za florii Bosne i Hercegovine (Beiträge zur Flora von Bosnien und der Herzegowina). Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Herc. XX (1908), str. 555—557. Neue Sippen: Barbaraca bracteosa Guss. var. illyrica, Euphorbia dalmatica Vis. var. isophylla, E. villosa WK. var. verrucosa Maly non Neilr., Verbascum bosnense, Vitex Agnus castus L. f. rosea, f. cyanea. — — Nabrajanje skupljenih biljaka u Bosni i Hercegovini od clanova medjunarodnog kongresu u godini 1905 (Verzeichnis der von den Mitgliedern des Internat. Kongresses im Jahre 1905 in Bosn. u. d. Herz, gesammelten Pflanzen). Glasnik 1. c, str. 558—567. (Cyrillisch). Neue Sippen, mit Ausnahme jener, die bereits anderwärts veröffentlicht wurden: Lens lenticula (Schreb.) Alef. f. arifttata Maly, Scrophularia Sco- •poUi Hoppe var. Kindtii Maly. Die Eeise ergab 16 (darunter 6 Alchimilla) für die Länder neue Arten (die zweifelhaften wurden nicht eingerechnet) und mehrere neue Abarten und Formen. Müller K. Zur Anatomie der Ailanthus-'Riiideü. (Pharmazeutische Praxis, VH. Jahrg., 1908, Heft 6, S. 261—263.) 8°. 1 Textabb. Murr J. Zur Flora von Tirol. (XXII.) (Allg. botan. Zeitschrift, XIV. Jahrg., 1908, Nr. 12, S. 199.) 8°. — — Über einen mutmaßlich neuen GnaphaUum-Ba.sta.Td. (Allg. botan. Zeitschr., XV. Jahrg., 1909, Nr. 1, S. 6—7.) 8". Nemec B. Über die Natur des Bakterienprotoplasten. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVI a, 1908, Hett 10, S. 809 bis 812.) 8^ Kuziöka hatte gezeigt, daß der Protoplast von Bakterien durch künstlichen Magensaft nicht verdaut wird und daraus auf die Kernnatur dieses Protoplasten geschlossen. Verf. zeigt nun, daß der Schluß unberechtigt war. Pabisch H. Neues und Altes über die Mistel (Viscum albiim L.j. (Zeitschrift für Gärtner und Gartenfreunde, 5. Jahrg., 1909, Nr. 1, S. 10—13.) 4°. Petrak Fr. Zur Nomenklatur von Tragus racemosus All. (üng. botan. Blätter, VII. Jahrg., 1908, Nr. 9/12, S. 295—297.) 8". Verf. weist nach, daß für Tragus racemosus (L.) der Autor Ällioni vor Desfontaines die Priorität besitzt. — — Über eine neue Bastardform der Gattung Verhascum. (Allg. botan. Zeitschr., XV. Jahrg., 1909, Nr. 1, S. 4—5.) 8'. Verbascum hranicense m. = V. thapsus L. X nigrum L. bei Mährisch-Weißkirchen. Die neue Bastardform steht dem V. nigrum L. näher, während das langbekannte, derselben Kreuzung entsprechende V. col- linum Schrad. mehr gegen F. thapsus L. neigt. Porsch 0. Die deszendenztheoretische Bedeutung sprunghafter Blütenvariationen und korrelativer Abänderung für die Orchideen- flora Südbrasiliens. Ein Beitrag zum Problem der Artentstehung. (Fortsetzung.) (Zeitschr. f. induktive Abstammungs- und Ver- erbungslehre, Bd. I, Heft 3, Jan. 1909, S. 195—238.) Portheim L. v. und Samec M. Über die Verbreitung der un- entbehrlichen anorganischen Nährstoffe in den Keimlingen von 116 Fhaseolm vulgaris. II. (Flora, 99. Bd., 3. Heft, 1909, S. 260 bis 276.) 8°. Kechinger K. Botanische und zoologische Ergebnisse einer wissenschaftlichen Forschungsreise nach den Samoa-lnselo, dem Neuguinea-Archipel und den Salomonsinseln. II. Teil. (Denk- schriften d. kais. Akad, d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl, LXXXIV. Bd., S. 385—562.) 4°. 6 Tafeln. Vergl. diese Zeitschr. 1908, Nr. 9, S. 373. Plantae novae pacificae. III. (Fedde, Repertorium, VI, 1908, S. 49—51.) 8°. Elatostema cupreo-viride Rech., E. viridissima Rech., E. Lilyanum Rech., alle drei von den Samoa-Inseln. Kothe K. C. Die tutamentalen Anpassungen und die Deszendenz- theorien. (Zeitschr. f. wissenschaftl. Insektenbiologie, Bd. IV, S. 262-266.) 8". Als „tutamentale" Anpassungen bezeichnet Verf. die Anpassungen, welche den Schutz des betreffenden Organismus vor Angriffen bewirken. Sabidussi H. Über Minmlus luteus L., die gelbe Gauklerblume, in Kärnten. (Carinthia IT, 98. Jahrg., 1908, Nr. 4, 5 u. 6, S. 173—175.) 8°. — — Briefe von Botanikern. (Fortsetzung.) (Carinthia II, 98. Jahrg., 1908, Nr. 4, 5 u. 6, S. 130—140.) 8^ Scharfetter R. Eine Pilzausstellung am Staatsgymnasium in Villach, nebst Bemerkungen zur Ökologie der höheren Pilze. (Carinthia II, 98. Jahrg., 1908, Nr. 4. 5 u. 6, S. 106—124.) 8". Aufzählung der vom Verf. in der Umgebung von Villach beobachteten Hymenomyceten, Bemerkungen über die Verbreitung der Sporen, Angaben über Formationszugehörigkeit. Schiffner V. Die Nutzpflanzen unter den Flechten. (Naturw, Wochenschrift, N. F., VIII. Bd., 1909, Nr. 5, S. 65—72.) 8°. 2 Textfig. Schindler F. Der Getreidebau auf wissenschaftlicher und prak- tischer Grundlage. Berlin (P. Parey), 1909. 8°. XII u. 466 S., 80 Textabb. — Mk. 12. Schneider C. K. Illustriertes Handbuch der Laubholzkunde. 8. Liefg. (3. Liefg. d. 2. Bandes, S. 241—366, Fig. 166 bis 248.) 80. Inhalt: Aeeraceae (Schluß), Hippocastanaceae, Sapindaceae, Rham- naceae, Vitaceae, Dilleniaceae, Eucryphiaceae, Theaceae, Hypericaceae, Frankeniaceae, Tamaricaceae, Cistaceae, Violaceae, Flacourtiaceae, Sta- chyuraceae, Elaeocarpaceae, Tiliaceae (Anfang). Schorstein J. Die holzzerstörenden Pilze. Vortrag. (Zeitschr. d. österr. Ing.- u. Arch.-Vereines, 1908, Nr. 45 u. 46.) 4". 7 S., 6 Abb. Schreiber H. Leitpflanzen der Moore Österreichs. (Kennzeichen, Volksnamen, Vorkommen, Verwendung, Vertorfung.) (Jahres- berichte der Moorkulturstation in Sebastiansberg; VIII, 1906, S. 20—88, und IX, 1907, S. 5—86.) Staab, 1907 und 1908, Verlag der Moorkulturstation. 117 Ausführliche, Theorie und Praxis berücksichtigende Darstellung mit Abbildungen der meisten Pflanzen und guten Vegetationsbildern. Sigmund W. Über ein salicinspaltendes und ein arbutinspaltendes Enzym. (Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVII, Abt. I, Nov. 1908, S. 1213 bis 1223.) 8^ Vgl. diese Nummer, S. 125. Steinach E. Die Summation einzeln unwirksamer Reize als all- gemeine Lebenserscheinung. Vergleichend-physiologische Unter- suchungen. I. Teil. (Archiv f. d, ges. Physiologie, Bd. 125, 1908, S. 239-289, Taf. V.) 8". Toepffer A. Die Salix -YIoysl von Kärnten. (Carinthia II, 98. Jahrg., 1908, Nr. 4, 5 u. 6, S. 102—106.) 8". Tschermak E. v.. Holdefleiß P., Gisevius, Fruhwirth C, Störmer K. Pflanzenzüchtung. Neun Vorträge. (Arbeiten d. Landwirtschaftskammer f. d. Provinz Sachsen, 15. Heft.) 8°. 106 S. Weinzierl Th. v. Der alpine Versuchsgarten auf der Sandling- Alpe. Zweite, ergänzte Auflage. Wien, Samen-Kontrollstation, 1908 (in Kommission bei W. Frick). 8'^. 21 S., 1 Situations- plan. — — Apparate zur Sameukontrolle. 5. Eine Lupe für Samen- untersuchungen. Wien, Samen-Kontroll-Station, 1908. 8". 3 S., 1 Textabb. — — Über die Zusammensetzung und den Anbau der Gras- samen - Mischungen. Fünfte, umgearbeitete Auflage. Wien, Samen-Kontrollstation, 1908 (in Kommission bei W. Frick). 8". 63 S. Wettstein R. v. Über zwei bemerkenswerte Mutationen bei europäischen Alpenpflanzen. (Zeitschr. f. induktive Abstammungs- und Vererbungslehre, Bd. I, Heft 3, Jan. 1909, S. 189-194.) gr. 8». Wiesner J. Versuche über die Wärmeverhältnisse kleiner, ins- besondere linear geformter, von der Sonne bestrahlter Pflanzen- organe. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVI a, 1908, Heft 9, S. 702—711.) 8«. Ergebnis: „Aus den mitgeteilten Versuchen wird man folgern dürfen, daß eine weitgehende Laubzerteilung und überhaupt die kleindimensionale Ausbildung der Pflanzenteile infolge der durch die relativ große Oberfläche gegebenen raschen Wärmeableitung, verbunden mit außerordentlich leichter Durchstrahlbarkeit einen weitgehenden Wärmeschutz den betreffenden Püanzenorganen sichert." Wotoszczak E. Aconitum Zenoniae {A. Anthora X Napelliis var. romanicum WoL). (üng. botan. Blätter, VII. Jahrg., 1908, Nr. 9/12, S. 279—281.) 8°. Besecke W. Entwicklungsgeschichtliche Untersuchungen über den anatomischen Aufbau pflanzlicher Stacheln. Berlin (R. Trenkelj, 1909. 8°. 93 S., 6 Taf. — Mk. 4. 118 Bi'asco A, Filogenesi e sistemazione di molte varietä italiaae di maadorlo [Amygdalus comiminis L.). (Annali della K. Scuola Sup. d'Agricoltiira di Portici, vol. VIII.) 8". 49 pag. Eingehende Untersuchung der zahlreichen Kulturformen von Amyg- dalus communis. Verf. unterscheidet drei Haupttypen, die er als forma amygdaloidea, f. cilindroidea und f. sjjhae^-oidea bezeichnet. Eine große Zahl der Kulturformen ist nach Ansicht des Verf. aus den beiden ersten Formen durch Selektion und Hybridisation hervorgegangen. Brown H. The oature ot" the embryo sac ol Feperoniia. (Botanical Gazette, vol. XLVI, 1908. nr. 6, pag. 445—460, tab. XXXI— XXXIII.) 8°. Campbell D. H. Symbiosis in Fern prothallia. (American Natura- list, vol. XLII, 1908, nr. 495, pag. 154—165.) 8". 3 fig. — — The prothallium of Kaidfussia and Gleichenia. (Ann. du Jard. bot. de Buitenzorg, 2. ser., vol. VIII, pag. 69 — 102, tab. VII— XIV.) 8". Cooke Th. The Flora of the presidency of Bombay. Vol. II, part V (pag. 817—1083). London (Taylor and Francis), 1908. S\ Correns C. Die Kolle der männlichen Keimzellen bei der Ge- schlechtsbestimmung der gynodiöcischen Pflanzen. (Berichte der deutsch, botan. Ges., Bd. XXVI a, 1908, Heft 9, S. 686— 701.) 8". Dannemann Fr. Aus der Werkstatt großer Forscher. Allgemein- verständliche erläuterte Abschnitte aus den Werken hervorragen- der Naturforscher aller Völker und Zeiten. Leipzig (W. Engel- mann), 1908. 8°. 430 S., 62 Textabb., 1 Taf. — Mk. 6. Geschickte Auswahl von Beiträgen zur Geschichte der Natur- wissenschaften ; allgemein verständlich geschrieben, aber streng sachlich. Von botanischen Kapiteln seien insbesondere hervorgehoben: „Theophrast be- gründet die Botanik", „Die Begründung der Pflanzenphysiologie durch Haies". „Die Lehre von der Sexualität der Pflanzen (Camerarius)", „Das künstliche Pflanzensj^stem Linnes", „Die Botanik unter dem Einflüsse der Metamorphosenlehre (Goethe)", „Die Begründung der ßlütenbiologie (Sprengel)", „Saussure begründet die Ernährungsphysiologie der Pflanzen", „Die Zelle wird als Elementarorgan des tierischen und pflanzlichen Organis- mus erkannt (Schwann)" etc. — Die Beurteilung Linnes ist die übliche einseitige. Detm er W. Das kleine pflauzenphysiologische Praktikum. Anleitung zu pflanzenphysiologischeu Experimenten für Studierende und Lehrer der Naturwissenschaft. Dritte, vielfach veränderte Auflage. Jena (G. Fischer), 1909. gr. 8". 319 S., 179 Textabb. — Mk. 7. Die rasche Aufeinanderfolge der Auflagen spricht schon für die günstige Aufnahme, welche dieses vortreffliche Buch gefunden hat. Die neue Auflage weist vielfache Ergänzungen auf, nicht bloß in den Einleitungen zu den ein- zelnen Abschnitten, sondern auch in den Schilderungen der Experimente. Engler A. Die Pflanzenwelt Afrikas, insbesondere seiner tropischen Gebiete. Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Afrika und die Oharakterpflanzen Afrikas. II. (Die Vegetation der Erde.. IX.) Leipzig (W. Engelmann). 8». 460 S., 16 Vollbild, und 316 Text- fig. — Mk. 18. Mit dem vorliegenden Bande beginnt die Bearbeitung Afrikas, die auf fünf Bände veranschlagt ist. Bd. I soll einen allgemeinen Überblick und die 119 Besprechung der ExistenzbediDgungeu enthalten, Bd. II — IV sind der Be- handlung der charakteristischen Pflanzenformen gewidmet, Bd. V wird die Darstellung der Vegetatiousformationen und der Florenprovinzen bringen. Der vorliegende Band behandelt die Pteridophyten, Gymnospermen und Mono- kotyledonen. Wer die Zerstreutheit der Literatur über die Flora Afrikas kennt, wird diese Zusammenfassung mit Freude begrüßen. Die vorliegende Bearbeitung erhebt sich weit über eine bloße pflanzengeographisehe Charak- teristik, sie bietet eine Fülle wertvoller systematischer und morphologischer Details, sie verwertet nicht bloß die Ergebnisse der vieljährigen Tätig- keit des Berliner botanischen Museums, sondern auch zahlreiche Unter- suchungen des Verf. Eine sehr wertvolle Beigabe sind die zahlreichen präch- tigen Bilder. Fiebrig K. Cecropia peltata und ihr Verhältnis zu Azteca Alfari. zu Atta sexdeiis und anderen Insekten. Ein kritischer Beitrag zur Ameisenpflanzeu-Hypothese. TBiolog. Zentralblatt. XXTX. Bd., 1909, Nr. 1, S. 1—16, Nr. 2, S. 33-55, Nr. 3, S. 65 bis 77, Taf. I— V.) 8». Fitting H. Die Beeinflussung der Orchideenblüten durch die Be- stäubung und durch andere Umstände. (Zeitschritt für Botanik, 1. Jahrg., 1909. Heft 1, S. 1-86.) France R. H. Das Leben der Pflanze. Das Pflanzenleben Deutsch- lands und der Nachbarländer. TU. Bd. (II. Abt.: Floristische Lebensbilder, Bd. I), VI. Halbband (S. 241-526). Stuttgart (Frankh), 1908. gr. 8^ zahlr. Tafeln und Textillustr. — Mk. 6-50. Fries Th. M. Bref och Skrifv eiser of och tili Carl von Linnä. Första Afdelningen, Del. II. Stockholm (A. Ljus), 1908. 8°. 373 S. Gagnepain F. Contribution ä la connaissance des XantJiophyllum. (Journal de Botanique, 2. ser., t. I, 1908, nr. 10, pag. 241 bis 253.) 8». Verf. betrachtet die Gattung als Vertreterin einer eigenen neuen Familie, der Xuntlwphyllaceae. Gugler W. Der Formeukreis des Carduus defloratiis L. (Schluß). (Mitteil. d. bayer. botan. Ges., II. Bd., Nr. 10. S. 158—172.) gr. 8«. Gtirke M. Blühende Kakteen (Tconographia Cactacearum). VIII. Bd. (Taf. 93—108). Neudamm (J. Neumann), 1908. 4^ — Mk. 17. He gl G. Illustrierte Flora von Mitteleuropa, 14. u. 15. Lieferung. (II. Bd., S. 57—128, Fig. 213-256, Taf. 50—57.) Wien. Pich- lers Witwe u. Sohn. 4'*. Fortsetzung der Cyperaceae. Inhaltlich und in bezug auf die illustra- tive Ausstattung vortrefflich. Hesselmann H. Material för studiet af skogsträdens raser. 9. Bestaudsbildande ormgran (Picea excdsa Link f. virgata Jacq.). (Skogsvärdsföreningens Tidskrift, 1908. pag. 585 — 616.) 8". 8 Vollbilder. Schwedisch mit deutschem Resümee. Hirc D. Revizija Hrvatske flore (ßevisio florae Croaticae). I. (Rad Jugosl. akad. znan. i umjetn., 155 — 173). Zagreb, 1908. 8^ 611 pag. 120 Ho ehr eutiner B. P. G. Sertum Madagascariense. Etiide syste- matique de deux collections de plaotes recoltees ä Madagascar par J. Guillot et H. Rusillon. (Ann. du conserv. et du jard. bot. de Geneve, 11. et 12. ann., 1907-1908.) S". 101 pag., 23 111. Wichtiger Beitrag zur Flora von Madagaskar. Bearbeitung der im Titel genannten Ausbeuten mit allgemein pflanzengeographischen Ausführungen, Beschreibungen neuer Arten und Bestimmungstabellen für mehrere kritische Gattungen (Nuxia, Pyrostria, Ixora u. a.). ün nouveau Baobab et revision du genre Adansonia. (An- nuaire du cons. et du jard. bot. de Geneve. 11. et 12. ann., 1907—1908, pag. 136—143.) 8°. 2 tab. Holmberg 0. E. Studier öfver släktet J.^roj9is. 1—2. (Botaniska Notiser, 1908, Heft 6, S. 245-256.) 8°. 1. Atropis suecica nomen novum [= Festuca capillaris Liljeblad]. 2. Atropis distans (L.) Griseb. X suecica Holmb. =^ A. elata Holmb. Kanngießer Fr. Die Etymologie der Phanerogamen-Nomenklatur. Eine Erklärung der wissenschaftlichen, der deutschen, franzö- sischen, englischen und holländischen Pflanzennamen. Gera (Fr. V. Zezschwitz), 1909. 8°. XII 4- 191 S. — Mk. 3-85. Die in dem Buche gegebenen Erklärungen beziehen sich hauptsächlich auf die Gattungsnamen; sie geben vielfach gute Aufklärungen; auch die Gegenüberstellung der deutschen, französischen, englischen und holländischen Volksnamen wird für viele Zwecke sehr brauchbar sein. Wie üblich, finden sich manche recht unwahrscheinlich klingende Erklärungen (so z. B. Hyos- cyamus = vg Schwein und xvayios Bohne) wegen der ziemlich entfernten Aehnlichkeit mit der Bohne, Antliemis = Diminutivum von ccvd'os wegen der relativ kleinen Blume etc.). Auffallend ist, daß von botanischen Werken ge- rade solche nicht benützt wurden, welche in bezug auf Volksnamen sehr sorg- fältig gearbeitet sind, so Ascherson. Brandenburg etc., Fritsch, Exkur- sionsflora. Kosanin N. Algen des Vlasina-Hochmoores. (Nastavnik, XX, 1908, nr. 11-12, pag. 1—7.) 8". In cyrillischer Schrift. Krautter L. A comparative study oftbe genus PöJi^sfemo». (Publ. of the University of Pennsylvania. Contrib. from the Botan. Labo- ratory, vol. III, nr. 2, pag. 93—206.) 8". Küster E. Aufgaben und Ergebnisse der entwicklungsmechanischen Pfianzenanatomie. (Progressus rei botanicae, II. Bd., 4. Heft, S. 455—558. Jena (G. Fischer), 1908. 8°. 24 Textabb. Leavitt E. G. A vegetative mutant, and the principle of Homoe- osis in plänts. (ßotanical Gazette, vol. XLVII, 1909, nr. 1. pag. .30—68.) 8°. Loesener Th. Monographia Aquifoliacearum. Pars II. (Nova Acta Leop. Carol. Acad., tom. LXXXIX. pag. 1—314, Karte I— III.) 1908. Mühle A. Das Geschlecht der Canna. Deren Geschichte, Kultur und Anzucht. Temesvär, 1909. 8°. 119 S. Nathorst A. G. Paläobotanische Mitteilungen. 7. üeber Palissya, Stachyotaxus und Palaeotaxus. (K. Sv. Vetenskapsakad. Hand- lingar, Bd. 43, Nr. 8.) 4°. 20 S., 3 Taf. 121 Nilsson-Ehle H. Einige Ergebnisse von Kreuzungen bei Hafer und Weizen. Botaniska Notiser, 1908, Heft 6, S. 257—294.) 8°. Pampanini R. ün' Iris probabilmente ibrida dell' /. illyrica Tomm. e dell' 1. pallida Lam. ed una nuova varietä di quest' ultima. (Bull, della Soc. bot. Ital., 1908, nr. 7, 8, 9, pag. 135 -137.) 8°. Iris Marchesettii Pamp. = I. pallida > illyrica aus dem botan. Garten in Triest (leg. Marchesetti), Iris pallida Lam. var. dalmatica Pamp. von Scoglio Bobara bei Ragusa vecchia (leg. Galvagni). Alcuni Cirsium ibridi dei dintorni di Belhino, (Bull, della Soc. bot. Ital., 1908, nr. 7, 8, 9, pag. 126—131.) 8°. Behandelt Cirsium bellunense Pamp. =: C. acaule > pannonicum, Cirsium Minii Pamp. = C. pannonicum X bellunense = C. pannonicum X acaule X pannonicum, Cirsium pseudo-erisithaloides Pamp. = C. Erisi- thales X Minii = C. Erisithales X pannonicum X acaule X pannonicum, ferner Cirsium variahile Porta (C. palustri > Erisithales) und Cirsium erisithaloides Huter (C Erisithales > pannonicum) . Polowzow W. Untersuchungen über Reizerscheinungen bei den Pflanzen. Mit Berücksichtigung der Einwirkung von Gasen und der geotropischen ßeizerscheinungen. Jena (G. Fischer), 1909. 8". 229 S., 11 Textabb. — Mk. 6. Protic G. Beiträge zur Kenntnis der Flora Bosniens und der Herzegowina. (Glasnik zem. muz. u Bosn. i Herceg., XX, 1908, 3, pag. 275—288.) 8". Cyrillisch. Vierter Beitrag zur Kenntnis der Algenflora Bosniens und der Herzegowina. (Glasnik zem. muz. u Bosn. i Herceg., XX, 1908, 4, pag. 513—524.) 8". Cyrillisch. RehmH. Ascomycetes exs. fasc. 42. (Annales mycologici, vol. VI, 1908, nr. 5, pag. 485—491.) 8". Nr. 1776—1800. Aus Österreich sind ausgegeben: Ophionectria cerea (B. et C.) Niederösterreich, Sonntagsberg. — Valsa ambiens (Pecs.) Sonn- tagsberg. — — Die Dothideaceen der deutschen Flora mit besonderer Be- rücksichtigung Süddeutschlands. (Annales mycologici, vol. VI, 1908, nr. .6, pag. 513—524.) 8^ Aus Osterreich werden speziell angegeben: Mazzantia Napelli (Ges.) Sacc. Tirol, Vorarlberg, Krain. — Scirrhia microspora (Niessl) Sacc. var. pteridicola (Beck, et Curt.) Tirol. — Plowrightia Berberidis (Wahlbg.) Sacc. Tirol. — PI. ribesia (Pers.) Sacc. Tirol, Krain. — PI. Mezerei (Fr.) Sacc. Tirol, Kärnten, Krain. — PL polyspora (Bref.) Sacc. Tirol. — Dothidea natans (Tode) Zahlbr. f. Sambuci Pers. Tirol, Krain, Niederösterreich. — Dothiora sphaeroides (Pers.) Fr. Tirol. — Homostegia Piggotii (B. et Br.) Karst, var. Peltigerae Rehm. Niederösterreich. Rossi L. Silene graminea Vis. in Kroatien, (üng. botan. Blätter, VIT. Jahrg., 1908, Nr. 9/12, S. 278—279.) 8". Sagorski E. Über den Formenkreis der Anthijllis Vulneraria L. (Fortsetzung). (Allg. botan. Zeitschr., XTV. Jahrg., 1908, Nr. 12, XV. Jahrg., 1909, Nr. 1.) 8«. Behandelt: A. scardica Wettst., Ä. intercedens Beck, A. valesiaca Beck, A. vulnerarioides Bonj., A. cocciiiea L., A. borealis Rouy, A. hispida Boiss. et Reut. 122 Sehröter C. Eine Exkursion nach den Kanarischen Inseln. Zürich (Kascher u. Cie.), 1908. 8». 6Q S., 31 Landschafts- und Vege- tationsbilder auf 20 Tafeln. Pflanzengeographische Schilderung der Inseln, besonders von Teneriffa, mit 31 prächtigen Bildern; für jeden die Inseln besuchenden Botaniker sehr wertvoller Führer. Schulze M. Aledorolophus glandulosiis sens. lat., ein neuer Bürger der mitteleuropäischen Flora. (Mitt. d. Thüring. botan. Vereins, N. F., XXIV. Heft, 1908, S. 141— 143.J 8". Ein talmonomorpher Typus aus dem im Titel genannten Formenkreis, vom Verfasser in der Umgebung von Jena aufgefunden. Shibata K. and Miyake K. Über Parthenogenesis bei Houttuynia cordata (Vorläufige Mitteilung). (Botanical Magazine, vol. XXII, 1908, nr. 261, pag. 141-143, tab. VI.) 8°. Shull Gr. H. A new Mendelian ratio and several types of latency. (American Naturalist, vol. XLII, 1908, nr. 499, pag. 433 bis 451.) 8«. Stahl E. Zur Biologie des Chlorophylls. Laubfarbe und HimmeJs- licht. Vergilbung und Etiolemeut. Jena (G. Fischer), 1909. 8°. 154 S., 4 Textabb., 1 Tafel. Sukatscheff W. Über eine neue Gattung der Cyanophyceen. fJourn. bot. ed. de la Sect. de la Soc. imp. des Nat. de St. Petersbourg, III, 1908, pag. 124—136.) 8°. 1 Tab. Lunoevia sphaerica gen. et spec. nov. LunjovfO-See bei Podsjewi im Kreise Porchow, Eußland. Svedelins N. Über den Bau und die Entwicklung der Florideen- gattung Mariensia. (Kgl. Sv. Vetensk. Akad. HandL, Bd. 43, Nr. 7.) Sehr eingehende monographische Studie der Gattung. Von den Ergeb- nissen seien erwähnt: Nachdem der iJfariensift-Thallus durch kongenital ver- wachsende Zellfäden angelegt ist, erfolgt der Aufbau so gut wie ausschließ- lich durch interkalare Zeiiteiluugeu. Tetrasporangien, Spermatangieu und Cystokarpien werden nur auf den Lamellen gebildet. Die einzellige Tetra- sporangiumanlage hat gleich den übrigen Zellen im Gewebe ursprünglich mehrere Zellkerne ; ebenso sind alle Zellen im Karpogonast, auch das Karpogon selbst, mehrkernig. Tuzson J. Systematische Gliederung und Verbreitung der Poten- tiUa rupestris. (Növenytani Közlemenyek, VII. köt , 1908, 5. füz., pag. 207—218, Beibl. pag. [34]-[38].) 8^ Vilmorin- An drieux et Cie. Les fleurs de pleine terre. 5. edi- tion. Paris, 1909. 8". 1375 pag., plus de 1800 gravures. Das in 5. Auflage vorliegende Buch hat sich längst als gärtnerisches Nachschlagewerk ersten Ranges so eingebürgert, daß eine allgemeine Cha- rakteristik desselben überflüssig ei'scheint. Es möge nur hervorgehoben werden, daß die vorliegende neue Auflage überall Neubearbeitung zeigt, daß sie alle gärtnerischen Neuheiten der letzten Jahre berücksichtigt. Das Buch ist nicht nur für den Gärtner unentbehrlich, sondern bietet auch dem Bo- taniker viel des Interessanten. Vollmann Fr. Floristisches und Biologisches aus den Algäuer und Tegernseer Bergen. (Mitteil. d. bayer. bot. Ges., IL Bd., Nr. 10, S. 172—175.) gr. 8^ 125 Inhalt: 1. Sempervivum in den Algäuer Alpen {S. alpinum, S. arach- noideum, S. alinnum X orachnoideuni, S. aracJinoideum X montanii,m). •2. Gentidna germanica ssp. Semleri VoUm. 3. Biologische Beobachtungen an einigen Scrophulariaceen (betrifft Ähctorolophus angustifolius, Euphrasia incta ssp. praecox var. turfosa Vollm ). Vries H. de. Über die Zwillingsbastarde von Oenotliera naneJla. (Bar. d. deutsch, botan. Ges.. Bd. XXVI a, 1908, Heft 9, S. 667—676.) 8°. Warming E. Botany of tbe Faeröes based upon danish investi- gations. Copenhagen and Christiania (Nordisk forlag). 8". 1070 u. XXVIII p. 24 Taf. u. 202 Textfig. Zusammenfassung der in den Jahren 1901 — 1908 erschienenen, die Flora der Faeröer-Insela betreffenden Publikationen. Über diese Flora liegt hiemit eine umfassende, nicht nur das floristische Moment, sondern auch die ÖL:ologie, die Florengeschichte, die Insektenfauna etc. behandelnde Gesamt- bearbeitung vor. Außer dem Herausgeber beteiligten sich an der Arbeit: C. H. Ostenfeld, C. Jensen, F. Börgesen, E. Östrup, E. ßostrup, J. S. Deichmann-Brant h, H. Dahlstedt, Gazet Patursson, P. Feilberg, J. C. Nielsen, Helgi Jonsson. Wein K. Poa Chaixii X trivialis = P. anstrohercynica mh. nov. hybr. (Allg. botan. Zeitschr., XY. Jahrg.. 1909, Nr. 1, S. 5—6.) 8». Die Kreuzung wurde vom Verf. im südöstlichen Harz beobachtet. Zinsmeister J. B. Beiträge zur Neubiirger Carexflora. (Mitteil. d. bayer. bot. Ges., II. Bd.. Nr. 10, S. 157-158.) gr. 8^. Neu beschrieben wird Carex gracüis Curt. var. personata Fries X G. stricta Good. = Carex Gugleri Zinsm. Akademieen, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. Kaiserl. Akademie der Wisseuschafteu in Wien. Sitzung der mathematis eh -uat urwissenschaftlichen Klasse vom 15. Oktober 1908. Prof. Dr. Hans Molisch übersendet eine im pflanzenphy.siolo- gischen Institute der k. k. deutschen Universität in Prag von Herrn Karl Bore seh ausgeführte AbhandluDg unter dem Titel: „Über Gummifluß bei ]3romeiiac een nebst Beiträgen zu ihrer Anatomie." 1. Molisch machte an der in Glashäusern kultivierten Bro- meliacee Guzmannia Zalinii die Beobachtung, daß aus ihrem Stamme bisweilen größere Gummiballen heraustreten. Dieser „Gummifluß" konnte noch bei 15 anderen Bromeliaceen fest- gestellt werden. Das ausgetretene Gummi stammt aus Gummi- räumen, die ihren Hauptsitz im Parenchym des Stammes und hier wieder hauptsächlich in der Kinde haben, wie sie schon Mez bei zahlreichen Bromeliaceen gefunden hat. Nur bei Pitcairnia Eoedii konnte Gummibildung im untersten Teile der Blätter beobachtet werden. Unter den physikalischen und chemischen Eigenschaften 124 des in den Gummiräumen vorhandenen Gummi sei seine Färb- barkeit mit Mangins Rutheniumrot hervorgehoben, die sowohl der Untersuchung der ersten Entwicklungsstadien zustatten kommt als auch einen Hinweis auf seine Ableitung zu bieten scheint. Das Gummi von Qnesnelia roseo-marginata färbte sich auf Zusatz von Jod grün. Ein auffallendes Verhalten zeigen die die Gummiräume auskleidenden Wandzellen, welche thyllenartig in die Gummimasse hineinwachsen und in manchen Fällen den Gummiraum ausfüllen können. Die meisten Gummiräume bekunden eine lysigene Ent- stehung, die auch Mez ihnen zuspricht; ein Teil dürfte aber auch auf schizolysigene Weise entstanden sein. Das Gummi leitet sich in erster Linie von der Membran ab, wie es auch Hartwich auf Grund der Untersuchung des Chagualgummi annahm, und zwar scheint in ihr die Gummosis von außen nach innen vorzuschreiten; aber auch der Zellinhalt nimmt Anteil an der Bildung des Gummi. Gewisse Gewebselemente, so z. B. jene Schichte, welche die durch die Stammrinde wachsende Wurzel umkleidet, ferner raphiden- hältige Schleimzellen mancher Bromeliaceen sind für die Gummosis vermutlich besonders disponiert. Der Gummifluß kann künstlich hervorgerufen werden oder auch auf natürliche Weise zustande kommen; für seine Erklärung ist von besonderer Wichtigkeit der in den Gummiräumen herrschende Druck, der sich in mehrfacher Beziehung äußert. Die Gummibildung dürfte als pathologischer Vorgang angesehen werden. Auch bei Bromeliaceen werden häufig die Elemente der Fibrovasalstränge mit Gummi verlegt, das bei Behandlung mit dem Millonschen Reagens die von Krasser an den Zellmembranen der Bromeliaceen beobachtete Rotfärbung an- nimmt. 2. Der Stamm der Bromeliaceen wird durch ein an der Grenze zwischen Zentralzylinder und Rinde gelegenes Meristem, das, unmittelbar vom Vegetationspunkt sich ableitend, ziemlich tief im Stamme herabreicht und jahrelang, wenn auch mit be- deutung abgeschwächter Intensität, tätig ist, zu einem vorüber- gehenden primären Dickenwachstum befähigt. 3. In den Parenchymzellen des Stammes von Aechmea Pi- iieliana tritt nach Behandlung mit Chlorziuk-Jod eine intensiv blaugefärbte Fällung auf, die von einem gerbstoffartigen, in diesen Zellen gelösten Stoff von gelber Farbe herrühren dürfte. Ferner wurde noch ein zweiter unbekannter Stoff bei Aechmea Pineliana aufgefunden, der in Form von braunen Kristallsphäriten postmortal im Parenchym ausfällt. Sitzung der m ath e m a ti s c h - naturwissenschaftlich en Klasse vom 29. Oktober 1908. Prof. Dr. R. v. Wettstein überreicht eine Abhandlung von Herrn Perd. Theiß en S. J. in Rio Grande do Sul, betitelt: „Xylariaceae austro-brasiliensis. I. Xylaria.'^ 125 Die Abhandlung enthält eine monographische Bearbeitung der südbrasilianischen Xylaria- Avten, in der insbesondere der Polynoorphismus der einzelnen Art eine eingehende Darstellung fand. Durch jahrelange Beobachtungen an Ort und Stelle konnte der Verfasser die Variationsweite der einzelnen Formen feststellen und dadurch die bisher sehr verworrene Systematik der Gattung klären. Es werden 40 Arten und Varietäten genau beschrieben, darunter- folgende neue: Xylaria scotica Cooke var. brasilie?isis Theiß., X. Wettsteinii Theiß., X. Fhijl locharis Mont. var. hirtella Theiß., X. transiens Theiß., X. BicMi Theiß. Sitzung der mathematisch - naturwissenschaftlichen Klasse vom 3. Dezember 1908. Prof. Dr. Hans Molisch übersendet eine von Herrn Realschul- professor Dr. W. Sigmund in Prag ausgeführte Arbeit unter dem Titel: „Über ein salizinspaltendes und ein arbutin- spalten d es Enzym." Der Verfasser entdeckte in den beblätterten Zweigen von einheimischen Weiden- und Pappelarten ein Enzym, welches Salizin in Saligenin und Glukose spaltet und „Salikase" genannt wird. Weiters fand er in den beiden Ericaceen Vaccinium Myr- tillus (Heidelbeere) und Callnna vulgaris (Heidekraut) ein Enzym, das er „Arbutase" nennt und das Arbutin in Glukose und Hydro- chinon spaltet. Hofrat Prof. Dr. J. Wiesner überreicht eine Abhandlung, betitelt: „Bemerkungen über den Zusammenhang von Blattgestalt und Lichtgenuß." Die wichtigeren Eesultate dieser Arbeit lauten: 1. Eine weitgehende Laubzerteilung (Kleinblätterigkeit, weit- gehende Fiederung oder Fiederschnittigkeit der Laubblätter), welche zur Ausbildung kleinvolumiger Assimilationsorgane führt, bedingt im Verein mit der Form und Anordnung der Blätter in der Regel das Zustandekommen eines hohen Lichtgenußminimums. 2. Bei Bäumen und überhaupt bei jenen Gewächsen, welche mit einem Teile ihres Laubes sich selbst beschatten, ist in der Regel das Minimum des Lichtgenusses desto höher, je kleiner das Volumen der Blätter sich darstellt. 3. Die kleinvolumigen Blätter sind in der Regel langgestreckt, häufig nadeiförmig. Alle jene Koniferen, welche nadeiförmige Blätter besitzen, sind durch hohen Lichtgenuß ausgezeichnet. Ko- niferen mit breiten Laubblättern (Ginkgo) haben ein sehr niederes Lichtgenußminimum. Auch die Eibe {Taxus haccata) hat ein niedriges Lichtgenußminimum. Dieses kommt dadurch zustande, daß die Schattenblätter euphotometrisch sind und sich an je einem 126 Sprosse in einer Ebene dicht zusammenlegen. Die einzelnen Sprosse verhalten sich dann wie ein einzelnes euphotometrisches Blatt, welches den Durchgang des Lichtes zu tiefer liegenden Blättern hemmt und so zur Herabsetzung des Lichtgenußminimums bei- trägt. 4. Die Kleinblätterigkeit oder überhaupt eine weitgehende Laubzerteilung sichert den betreffenden Pflanzen nicht nur einen reichlichen Zutritt von diffusem Licht; es wird auch die Intensität des in ein solches Laub einstrahlenden Sonnenlichtes in einer für das Pflanzenleben vorteilhaften Weise herabgesetzt. 5. Weitgehende Laubzerteilung bewerkstelligt infolge der dabei zur Geltung kommenden großen Oberfläche im Vergleich zum körperlichen Inhalt eine rasche Wärmeableitung. Die durch den kleinen Querschnitt bedingte große Diathermanität — oder, allgemein gesagt, die außerordentlich leichte Durchstrahlbarkeit — setzt die Erwäimungsfähigkeit solcher Organe tief herab. Haupt- sächlich durch das Zusammenwirken dieser beiden Umstände ge- nießen die kleinvolumigen Organe einen hohen Wärmeschutz, welcher für das betreffende Assimilationsorgan desto vorteilhafter ist, je höher ihr Lichtgenuß ist. Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse vom 17. Dezember 1908. Hofrat Prof. Dr. J. Wiesner überreicht eine von Herrn Dr. V. Vouk im pflanzenphysiologischen Institut der k. k. Uni- versität in Wien ausgeführte Arbeit unter dem Titel: „Laub- farbe und Chloroplastenbildung bei immergrünen Holz- gewächsen. « Die Eesultate dieser Arbeit lauten: 1. Das stärkste Ergrünen der Blätter immergrüner Holz- gewächse, welches nach Wiesner erst ein bis zwei Jahre nach Abschluß des Wachstums eintritt, ist stets mit einer Vermehrung der Chloroplasten verbunden. 2. Die Vermehrung der Chloroplasten kann auch mit einer individuellen Größenzunahme derselben verbunden sein. 3. Die Vermehrung der Chloroplasten erfolgt bei den aus- gewachsenen Blättern immergrüner Holzgewächse ausschließlich durch den Teilungsvorgang, u. zw. nach den beiden Modalitäten der direkten und indirekten Teilung, welche in der Regel neben- einander vorkommen. Die letztere, d. h. die Einschnürung in der unmittelbar vor der Teilung hell und farblos gewordenen, mittleren Zone des Chlorophyllkornes hat der Verfasser bei folgenden Pflanzen beobachtet: Hedera Jielix, Busens aculeatus, Heteropteris argentea, Podocarpus laeta, Podocarpns nohilis, Araucaria excelsa, Araucaria imbricata und Cryptomeria japonica. 127 Personal-Nachrichten. Dr. Otto Sta^jf wurde zum Keeper of the Herbarium and Library in Kew ernannt. Privatdozent Dr. Otto Forsch wurde zum Honorardozenten für Botanik an der k. k. Tierarznei-Hochschule in Wien ernannt. Dr. A. A. Pascher hat sich an der deutschen Universität in Prag für systematische Botanik mit besonderer Berücksichtigung der Kryptogamen habilitiert. Dem Prof. Dr. A. Heimerl in Wien wurde der österreichische Franz-Josefs-Orden verliehen. Die außerordentlichen Professoren fiir Botanik an der Uni- versität Berlin Dr. P. Ascherson und Dr. L. Kny wurdeu zu ordentlichen Professoren ernannt (Hochschulnachrichten). Dr. K. Pilger, bisher Assistent am botanischen Garten in Dahlem bei Berlin, wurde zum Kustos daselbst ernannt (Naturw. Kundschau). Privatdozent Dr. W. Magnus (Berlin) wurde zum Titular- Professor ernannt (Hochschulnachrichten). Dr. M. Tswett wurde zum Professor der Botanik an der Technischen Hochschule in Warschau ernannt. Privatdozent Dr. G. Senn (Basel) wurde zum außerordent- lichen Professor ernannt (Naturw. Rundschau). Dr. J. P. Lotsy wurde zum Sekretär der holländischen Ge- sellschaft der Wissenschaften in Haarlem ernannt und hat seine Stellung als Direktor des Reichsherbariums in Leiden niedergelegt. Die Adresse Dr. Lotsys als Generalredakteur des Botanischen Zentralblattes bleibt nach wie vor Leiden. Prof. Fred. Wilh. Chr. Areschoug ist am 21. Dezember 1908 im Alter von 78 Jahren in Lund gestorben. G. Nicholson (Richraond) ist am 20. September 1908 ge- storben (Botan. Zentralblatt). Inhalt der März-Nnmmer : E. Sagorski: Alectorolophus hercegovinus n. sp. S. 81. — Viktor Schiffner: Bryologische Fragmente. S. 84. — Dr. Josef Schiller: Über die Entstehung der Piastiden aus dem Zellkern. S. 89. — Julius GJowacki: Vhei Ctenidtum distiitguendum mihi. S. 91. — Dr. Milan Serko: Vergleichend-anatomische Untersuchung einer interglazialsn Konifere. (Fortsetzung.) S. 92. — A. Nestler: Das ptlanzenphysiologiscbe Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. (Schluß.) S. 98. — Prof. Dr. Franz v. Höhnel: Mykologischss. (Schluß.) S. 108. — Literatur-Übersicht. S. 113. — Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. S. 123. — Personal-Nachrichten. S. 127. Redakteur: Prof. Dr. B. t. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 34. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeitsohrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben : 1852/58 k M. 2-—, 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittels Postanweisung direkt bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn),zupränameriercu. Einzelne Nummern, soweit noch vorrätig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 128 INSERATE. Im Verlage von Karl Gerolds Sobn in Wien, L, Barbaragasse 2 (Postgasse), ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden : Alpenblumen des Semmeringgebietes. (Schneeberg, Rax-, Schnee- und Veitschalpe, Schieferalpen, iechsel, Stuhleck etc.] Kolorierte Abbildungen von 188 der schönsten, auf den niederösterreichischen und nordsteierischen Alpen verbreiteten Alpenpflanzen. Gemalt und mit er- läuterndem Texte versehen von Professor Dr. G. Beck von Mannag-etta. Zweite Auflage. — Preis in elegantem Leinwandband M. 4* — . Jede Blume ist: botanisch korrekt gezeichnet, in prachtvollem Farbendruck naturgetreu ausgeführt. Preishepabsetzung älterer Jahrgänge der ,,Österr. botanischen Zeitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1893 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. Die Preise der Jahrgänge 1853, 1853 (k Mark 3.—), 1860 bis 1863, 1864-1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1873 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts herrorragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich direkt Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. ViJi^^iii^^jiilpjfe^'Sfe^^ Buchdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE ßOTMiscEE immm. Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LIX. Jahrgang, N«- 4. Wien, April 1909. Eine neue Art der Gattung Coprinus. von Dr. F. Knoll (Graz). (Mit zwei Textabbildungen.) (Aus dem botanischen Institut der Universität Graz.) In Folgendem soll eine Coprinus-Axi beschrieben werden, deren Fruchtkörperstiele ich seit längerer Zeit zu Untersuchungen über LäDgenwachstum und Geotropismus benützte. Man findet sie das ganze Jahr hindurch häufig auf modernden Hölzern und Borken- stücken in einem Warmhause des Grazer botanischen Gartens. Im Sommer und Herbst zeigt sie sich auch vielfach im Freien auf der Borke verschiedener Laubbäume (z. B. Monis alba), besonders an Strünken umgehauener Bäume und auch zwischen Gras innerhalb des botanischen Gartens. Die vorliegende Art steht dem Coprinus pseudoplicatüis Vogl. am nächsten, welcher ebenfalls auf modernden Hölzern in einem Warmhause entdeckt wurde. Von der letzterwähnten Art unterscheidet sich jedoch die Art des Grazer botanischen Gartens durch das vollständige Fehlen der Oystiden. Es fragt sich nun, ob diese Eigentümlichkeit genügt, um den mir vor- liegenden Pilz als eigene Spezies auffassen zu müssen. Das Fehlen oder Vorhandensein von Oystiden gilt sonst^) als bedeutungsvolles systematisches Unterscheidungsmerkmal. Mir ist nur von Coprinus ephemerus Fr. bekannt, daß (nach Brefeld^) neben Fruchtkörpern mit normal ausgebildeten Oystiden auch zahlreiche völlig eystiden- 1) Voglino P., Eicercbe analitiche sugli Ägaricini della Venezia (Atti del r. i. Veneto di scienze etc.. ser VI, tom. IV, 1885—1886), Seite 642 und Fig. 50; ferner in Massee G., A revision of tbe genus Coprinus (Annais of bot., vol. 10, Nr. 38, 1896), Seite 169, desgleichen Massee G., European fungus flora, Agaricaceae (London 1902), »Seite 237. 2) Brefeld 0., Botanische Untersuchungen über Schimmelpilze III (1877), Seite 113: „Als abweichend will ich anführen, daß die Cystiden selten sind, meist nicht vorkommen". östeir. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1909. 10 130 {ose Fruehtkürper vorkommeD. Ich habe nun im Laufe zweier Jahre eine sehr große Anzahl von Fruchtkörpern aus dem Warmhause und aus dem Garten nach Cystiden untersucht, aber niemals solche beobachtet. Die von Vogüno bei C. pseudopUcatilis beobachteten und an anderem Orte abgebildeten Cystiden sind so auffallend, daß sie unmöglich übersehen werden können. Ob es nicht auch bei C. pseuäopVicatilis cystidenlose Fruchtkörper gibt, habe ich nicht in Erfahrung bringen können, da Material dieser Art nicht mehr vor- handen ist^). Im übrigen sei erwähnt, daß Voglino in der an- geführten Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die Cystiden der von ihm untersuchten Agaricineen gerichtet hatte, so daß es ihm nicht entgangen sein konnte, wenn auch Fruchtkörper ohne Cy- stiden bei obiger Art aufgetreten wären. Aus den angegebenen Gründen ergibt sich somit die Notwendigkeit, die von mir unter- suchte Coprinus-kxi als eigene Spezies aufzufassen. Sie sei als Copriniis stiriacus bezeichnet. Das Mycelium von Coprinus stiriacus tritt in zwei Formen auf, je nachdem es sich im Substrat selbst entwickelt oder dessen Oberfläche überzieht. Wenn die Fruchtkörper sich auf dem Erd- boden entwickeln, durchzieht das Mycelium als mehr oder weniger farbloses Hyphengeflecht die oberste Humusschichte. Die Frucht- körper sitzen dann direkt dem Erdboden auf. Au Baumrinden und Holzstücken dagegen bildet sich oft ein dichtes Mycellager aus, welches in ausgebreiteten, bis 5 mm dicken Massen von samraet- artigem oder zunderähnlichem Aussehen und gelbbrauner bis dunkel- brauner Farbe die Oberfläche des Substrates überzieht. Diese Form des Mycels ist als Ozonium bezeichnet worden. Auch C pseudo- plicatüis entwickelte nach Voglino in einem Warmhause des botanischen Gartens zu Padua auf modernden Holzstücken ein solches Ozonium. Die Fruchtkörper entstehen dann auf der Außenseite dieser Hyphenlager. Abbildung 1 zeigt ein Stück eines Ozoniums von C. stiriacus mit einer Anzahl von Fruchtkörpern im Stadium der Sporenaussaat. Wenn die jungen Fruchtkörper von C. stiriacus dem freien Auge sichtbar werden, stellen sie winzige Kügelchen von weißer oder licht-ockergelber Farbe dar. Anfangs behält der Hut des jungen Fruchtkörpers beim weiteren Wachstum seine kugelige Gestalt bei, nimmt aber später allmählich Eiform an, ohne jedoch seine Färbung zu verändern. Nach und nach geht unter Auftreten eines bräunlichen oder grauen Farbentons die Eiform des Hutes in eine Glockenform über, während die Sporen sich rasch dem ßeife- zustande nähern. Im Stadium der Sporenaussaat (siehe Abb. 1) ist der Hut dann mehr oder w-eniger schirmförmig aufgespannt und hat eine graubraune bis schokoladebraune Färbung angenommen. Seine Höhe beträgt dann 6—9 mm, seine Breite 8—15 mm. Der Strunk behält seine lichte Farbe auch später nahezu unverändert bei. 1) Nach einer freundlichen Mitteilung von Prof. P. A. Saccardo (Padua). 131 Die aus einem gemeinsamen Mycelium entspringenden Fruchtkörper entstehen gleichzeitig in größerer Anzahl. Alle gleichzeitig an- gelegten Fruchtkörper reifen dann auch zu gleicher Zeit ihre Sporen und gehen nach der Aussaat gemeinsam zugrunde. Dabei zeigen aber die derselben Entstehungsperiode angehörigen Fruchtkörper A.bb. 1. Ozonium mit reifen Fruchtkörpeni Ton Coprinus sUriacus, aus dem kleinen Treibhause des Grazer botanisch. Gartens. Nat. Größe. Abb. 2. Detailbilder von Coprinus sUria- cus ; a = Querschnitt durch den sich ge- rade spaltenden Teil einer Hymeniallamelle (Vgr, 250), 6 =: Basidie mit reifen Sporen ( Vgr. 750), c = Haar (Hydathode, Vgr. 500), d — schematischer Längsschnitt durch den Hut eines reifen Fruchtkörpers (r Stielrinde, VI Markraum, a und a' an den Stiel an- gewachsene Lamellen, davor f eine voll- ständig freie Lamelle, Vgr. ca. 3 mal). im Eeifezustande hinsichtlich ihrer Dimensionen eine ziemliche Mannigfaltigkeit (auch aus Abbildung 1 zu entnehmen!). Die reifen Fruchtkörper variiren zwischen einer Länge von 1*5— 8 cm. Diese Extreme sind jedoch selten; die mittlere Länge beträgt 4— 5 cm. Der Stiel der reifen Fruchtkörper ist seiner ganzen Länge nach (mit Ausnahme eines ganz kurzen Stückes an der Stielbasis) 10* 132 hohl und nach der Spitze zu nur sehr wenig verjüngt. Er ist, so- lange der Markraum noch von Flüssigkeit erfüllt ist, hyalin -durch- scheinend ; später enthält der Markraura Luft und damit ist das hyaline Aussehen verloren gegangen. Die Farbe des Stiels ist weiß oder nur sehr schwach gelbbraun. Die jungen Fruchtkörper sind mit einem gleichmäßigen Überzug von weißen Haaren versehen, deren Gestalt iu Fig. 2 c wiedergegeben ist. Die Haare bestehen aus einer glashellen, prallen Blase, welche sich an der vom Stiel abgewendeten Seite in einen mäßig langen, schmalen Schlauch fortsetzt, dessen abgerun- detes Ende von einem dicken Plasmapfropf erfüllt ist. Auf der dem Stiele zugekehrten Seite sitzt an der Blase das Ende eines dünnen Hyphenfadens, welcher schräg nach innen durch die Stielrinde gegen den Markraum zu verläuft. Ihrer Funktion nach sind diese Haare als Trichomhydathoden zu bezeichnen; sie scheiden bei herabgesetzter Transpiration und lebhafter Wasserzufuhr genau an ihrer Spitze Wasser in Form kleiner Tropfen aus ^). An den reifen Fruchtkörpern verleihen diese Haare besonders der unteren Haltte der Stiele ein rauhes Aussehen. Im Laufe der Entwicklung des Frucht- körpers entstehen an der Basis des Stiels eine größere Anzahl von strahlenkranzartig abstehenden Hyphen („Rhizoiden"), deren Funktion noch nicht aufgeklärt ist'"^). An einigen Frucht- körpern der Abbildung 1 sind die „Bhizoiden" gut sichtbar. Die Beschaffenheit des Hutes der reifen Fruchtkörper ergibt sich aus Figur 1 und 2d. Das „Fleisch" des Hutes ist über- aus schwach ausgebildet ; es bildet vielfach nur eine einschichtige, lockere Haut über dem Hymenium des aufgespannten Hutes. Die Hymeniallamellen sind teils mit ihrer Basis an dem oberen Stiel- teil angewachsen, teils frei, wobei fast immer je eine angeheftete und eine freie Lamelle abwechseln. Die Zahl der am Stiel fest- gewachsenen Lamellen schwankt zwischen 16 und 25, in den meisten Fällen beträgt sie 19 — 21. Die Zahl der dazwischen liegen- den freien Lamellen ist meist ein wenig geringer, da mitunter zwei an den Stiel festgewachsene Lamellen unmittelbar aufeinander folgen. Beim Aufspannen des Hutes spalten sich sämtliche Laraellen längs ihrer Eückenlinie (Figur 2 a), ohne daß jedoch dabei ein Ein- reißen des Hutes vom Eande her erfolgt. Cystiden fehlen. Auch Grenzcystiden (im Sinne Brefelds^) fehlen vollständig, so daß die Lamellenränder nicht einmal an jungen Fruchtkörpern miteinander verwachsen sind. Die Sporen sind glatt, 7 — 8 (meist 8) {i lang und 4 — 5 [i breit, länglich-eiförmig. Die Farbe des auf weißem Papier hergestellten „Sporenbildes" ist dunkelschokoladebraun. Das 1) Ich werde auf diese Organe in einer späteren Publikation noch aus- führlicher,, zu sprechen kommen. 2) Über die vermutliche Bedeutung der ..Rhizoiden" siehe Br ef eld, a. a. 0., Seite 31. 3) a. a. 0., Seite 58; vgl. auch R. v. Wettstein, Zur Morphologie und Biologie der Cystiden, Seite 8 f des Sep.-Abdr. aus d. Sitzb. k. Akad. d. Wiss. Wien, Bd. XCV, 1887. 133 Hymenium greift von den Lamellen auch auf den Stiel über, wo es die Partien zwischen den Basen der angehefteten Lamellen gleichmäßig überzieht. Alle übrigen Details ergeben sich aus der Betrachtung der Abbildung 2. Es sei nur noch erwähnt, daß auch auf der Hutoberfläche die früher erwähnten Trichomhydathoden vor- kommen. Eine Volva oder ein Annulus kommt an den Fruchtkörpern von C. stiriacus nicht zur Ausbildung. Auch die für manche Co- prinus-Arten charakteristischen, schon mit freiem Auge deutlich sichtbaren glimmerähnlichen Überzüge von ausgeschiedenem Kalkoxalat fehlen den Fruchtkörpern dieser Art. Wenn die Sporenaussaat beendigt ist, schrumpfen zunächst die Hüte unter geringer Wasserabgabe ein. Ein eigentliches Zer- fließen der Hüte erfolgt nur in feuchter Luft. Hierauf be- ginnt der obere Stielteil zu schrumpfen, während die unterste Stiel- partie sich noch längere Zeit unverändert erhalten kann. Die Artmerkmale von C. stiriacus sind demnach in Kürze folgende: Mycelium farblos oder braun gefärbt, dann als Ozoniura entwickelt. Reife Fruchtkörper 1*5 — 8 cm, im Mittel 4 — 5 cm lang. Volva und Annulus nicht vor banden. Hut des reifen Fruchtkörpers glocken- oder schirm- förmig, an der Kuppe mit einem schwachen, manchmal dunkler gefärbten Buckel versehen. Hutfarbe während der Sporenaussaat licht- bis dunkelbraun, bei unreifen Fruchtkörpern weiß oder gelblich. Höhe des vollständig entwickelten Hutes 6— 9 mm. Breite 8 — 15mm. Hymenial- lamellen mehr oder weniger lanzettlich, zum Teil an ihrer Basis mit dem Stiele verwachsen, zum Teil vollständig frei, 30 — 40 an der Zahl, beim Aufspannen des Hutes sich an ihrer Eückenli nie spaltend, ohne daß der Hut vom Rande her einreißt. Sporen glatt, länglich- eiförmig, 7 — 8(1 lang, 4 — b (i dick; Farbe des Sporenbildes dunkel- chokoladebraun. Cystiden fehlen. Auf der Oberfläche des Hutes und des Stieles zahlreiche einzellige Haare (Trichomhydathoden) vorhanden. An der Stiel- basis „Rhizoiden" ausgebildet. Mit freiem Auge wahrnehmbare Überzüge aus Kalkoxalat an der Ober- fläche des Fruchtkörpers nicht vorhanden. Hut nach vollendeter Sporenaussaat verschrumpfend oder zer- fließend. Vorkommen: an vermodernden Holzstücken und Borken, auf dem Erdboden in der Nähe von Bäumen und Sträuchern. 134 Untersuchungen über die Entwicklungsfähigkeit der Pollenkörner in verschiedenen Medien. Von L. V. Portheim und E. Löwi (Wien). (Vorläufige Mitteilung.) (Mit vier Textabbildungen.) Über die künstliche Ermöglichung der Eütwicklung tierischer Eier ohne vorherige Befruchtung iiegeu zahlreiche Beobachtungen vor ^). Grundlegende Untersuchungen auf diesem Gebiete verdanken wir Loeb^), dem es gelang, unbefruchtete Seeigeleier, durch Er- höhung der Konzentration des Seewassers, bis zum Pluteusstadium heranzuziehen. Die Wirkung war die gleiche, wenn diese Konzen- irationserhöhung durch NaCl, KCl, MgCU, Harnstoff oder Rohr- zucker erfolgte. Auf botanischem Gebiete wurden ähnliche Untersuchungen von Klebs^) ausgeführt. Dieser Forscher konnte durch Temperaturerhöhung, Verdunke- lung und verschiedene Nährlösungen bei einigen Algen {Proto- siphou, ÜJilamydomonas media, Ulothrix Sonata) parthonogenetische Entwicklung der Gameten hervorrufen und erzielte bei Spirogyra varians, Sj). longata, Sp. inßata, Gosmarium Botrytis und Clo- sterium Lunula durch Nährstofflösungen und ßohrzuckerlösungen Bildung von Parthenosporen *). Während es bei diesen Versuchen gelungen ist, naclizuw'eisen, daß Kern und Plasma der weiblichen Geschlechtszelle ohne männ- lichen Keim zur Teilung und Weiterentwicklung gebracht werden können, geht aus den Merogonie-Versuchen hervor, daß der männ- liche Kern in Verbindung mit kernlosem, weiblicheuj Plasma Teilungen eingehen kann und daß Zellbilduug auch auf diese Weise möglich ist. Aucia bezüghch dieser Tatsache besitzen die Zoologen ^) bereits mehr Erfahrungen als die Botaniker. Von den letzteren hatßosta- ^) Przibram Hans, Einleitung in die experimentelle Morphologie der Tiere. Leipzig und Wien, 1904, p. 49 ff. Derselbe, Experimental-Zoologie. 1. Embryogenese. Leipzig und Wien, 1907, p. 5 ff. In diesen Arbeiten ist die diesbezügliche Literatur zusammengestellt. 2) Loeb Jacques, Vorlesungen über die Dynamik der Lebenserscheinungen. Leipzig, 190G, p. 239 ff. 3) Klebs G., Die Bedingungen der Fortpflanzung bei einigen Algen und Pilzen. Jena, 1896. *) Bezüglich der von Nathansohn (Berichte der deutschen botanischen Gesellschaft, 1900, XVIII, p. 99) durch Temperaturerhöhung erzielten Parthe- nogenese bei Marsüia sei auf die Ausführungen Strasburgers (Flora oder Allg. bot. Zeitung, 1907, XCVH, p. 123) und Winklers (Parthenogenesis und Apogamie im Pflanzenreiche, 1908) hingewiesen. ö) Przibram Hans, 1. c, 1904, p. 53. Derselbe, 1. c, 1907, p. 7. 135 fin ski^) Dachgewiesen, daß man Eier von Fuchs vesiculosus teilen kann. Nach Zusatz von Spermatozoen umgeben sich alle Eifrag- mente mit Membranen, einige Teilstüeke entwickeln sich zu Keim- lingen. W in kl er ^) gelaug es, kernlose Teile der Eier von Cysto- sira larhata zu besamen; er erzielte so Keimlinge, welche den aus ganzen, befruchteten Eiern hervorgegangenen glichen, sieh aber langsamer entwickelten. Aus den Versuchen von Rawitz^) über Ephebogonese geht hervor, daß unreife Eier von Seewalzen, welche ihrer Kerne be- raubt wurden, durch Sperma von verwandtschaftlich weiter ent- fernten Arten, nämlich Seeigeln, zur Entwicklung gebracht werden können. Außer diesen Fällen, bei denen sich die männliche Geschlechts- zelle zusammen mit dem Plasma der Eizelle weiter entwickelt, sind auch Fälle bekannt, bei denen die Fortentwicklung der männlichen Zelle allein erfolgen kann, so z. B. bei Ectocarpus siliculosus *), wo die Schwärmer auskeimen, wenn es nicht zur Kopulation kommt, und bei Spirogyra ^), wo aus den männlichen Gameten Partheno- sporen erzeugt werden, welche keimfähig sind. Es kann sich also die männhche Zelle unter gewissen Bedin- gungen auch ohne weibliches Plasma teilen und weiter entwickeln, und die Erscheinungen der Merogonie brauchen nicht unbedingt darauf zurückgeführt werden, daß das Eiplasma durch den männ- lichen Kern den Anstoß zur Weiterentwicklung erhält. Oltmanns*^) spricht nun die Ansicht aus, daß man mit bezug auf die Merogonievorgänge auch sagen könne, „daß die Spermatozoiden durch Zufuhr von Nähmateriahen, von geeignetem Plasma usw. zum Wachstum befähigt werden. Ist das richtig, so läge eine männhche Parthenogenesis vor". Unter Berücksichtigung aller dieser Befunde stellten wir uns die Aufgabe, zu prüfen, inwieweit männliche Geschlechtszellen höherer Pflanzen zur Weiterentwicklung angeregt werden können. Die künstliche Parthenogenese der Eizelle wurde hauptsäch- lich durch wasserentziehende Mittel erzielt. Es scheint daher, daß zur Erreichung günstiger Resultate außer dem Vorhandensein des ^) Eostafiiiski J., podzielnosci jaja. Rospr. Akad. Umiej. u Krako- wie, 1877. Zitiert nach Godlewski Emil jun., Untersuchungen über die Bastar- dierung der Echiniden- und Crinoidenfamilie (Archiv für Entwicklungsmechanik der Organismen. XX, 1906, H. 4, p. 628, 642) und nach Winkler Hans, Par- thenogenesis und Apogamie.im Pflanzenreiche (Jena, 1908, p. 101). 2) Wink 1er Hans, Über Merogonie und Befruchtung. Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, XXXVI, 1901, p. 753. 3) Zitiert nach Przibram Hans, 1. c, 1904, p. 53. 4) Oltmanns Friedrich, Morphologie und Biologie der Algen. 1904, I. Bd., p. 470, 1905, II. Bd., p. 68. 5) Klebs G., 1. c. 6) Oltmanns F., 1. c, 1905, p. 68. 136 Kernes auch eine genügende Menge wasserreichen Plasmas er- forderlich ist. Diese Bedingungen sind bei den Pollenkörnern der Phanerogamen vorhanden. Wir verwendeten daher zu unseren Ver- suchen Pollenkörner, obzwar dieselben keine reinen männhchen Geschlechtszellen sind; es wiid deshalb bei den Untersuchungen berücksichtigt werden müssen, ob eventuelle Veränderungen im Pollenkorn oder im Pollenschlauch, am generativen oder vegetativen Kern vor sich gehen. Obgleich die Ergebnisse unserer bisherigen Untersuchungen eine Beantwortung der obigen Fragen noch nicht gestatten, so wollen wir in dieser Mitteilung doch über einige interessante Re- sultate, welche zum Teil neu sind, zum Teil bereits Bekanntes er- gänzen, berichten^). Für die Kultur von Pollenkörnern werden allgemein Zucker- lösungen verwendet; aus den Untersuchungen Molischs^) geht hervor, daß Pollen selbst in reinen Rohrzuckerlösungen zum Aus- keimen gebracht werden kann. Da es gelungen ist, weibliche und männUche Geschlechts- zellen von Pflanzen und Eizellen von Tieren durch Rohrzucker zur parthenogenetischen Entwicklung zu veranlassen, so richteten wir vor allem unser Augenmerk auf das Verhalten der Pollenkörner in verschieden konzentrierten Lösungen dieser Zuckerart ^). Der Pollen wurde im hängenden Tropfen kultiviert. Die Zucker- lösungen wurden im Autoklav sterilisiert; Objektträger, Deckgläschen und die Platinöse, welche zum Auftragen der Zuckerlösung und des Pollens auf das Deckgläschen diente, vor dem Gebrauch durch die Flamme gezogen. Um ein Verdunsten der Lösung mögliehst zu verhindern, wurde der Ausschliff des Objektträgers vor dem Auf- legen des Deckgläschens mit Vaselin umrandet. Vom Abflammen abgesehen, erfolgte die ganze Manipulation in einem Glaskasten, welcher durch Abreiben der Innenwände mit einer 17ooig6ß Subli- matlösung steril gemacht worden war. Die Kulturen, welche in diesem Glaskasten verbheben, erhielten sich in vielen Fällen durch mehrere Wochen gesund und unverpilzt. Starkes Aufquellen und Platzen der Pollenkörner, Platzen und keuliges Anschwellen des Schlauches und Plasmaströraung im Pollenschlauch, Erscheinungen, welche in der Literatur des öfteren erwähnt werden, konnten wir bei den verschiedensten Pflanzenarten beobachten. Aber auch „windende" Pollenschläuche, wie sie ^) Hiebei wollen wir uns in dieser voiiäuflgen Mitteilung damit begnügen, bei der Nennung der verwendeten Pflanzen nur die Gattungsnamen anzuführen, zumal wir für die ersten Versuche verschiedene, oft nicht bestimmte Arten be- nützten. ^) Molisch Hans, Zur Physiologie des Pollens, mit besonderer Rück- sicht auf die chemotropischen Bewegungen der Pollenschläuche. Sitzungsberichte der k. Akademie der Wissenschaften in Wien, 1893, CII, p. 423. 2) Die Eohrzuckerlösungen wurden in Konzentrationen von 5—25%' benützt. 137 Molisch^) für Deutsia scabra, Fritillaria imperialis und Rliodo- dendron sp. beschreibt, sahen wir bei einer ÄmarylUs-Art. Die Pollenschläuche dieser Spezies waren in Kulturen mit 20^iger Eohrzuckerlösung mehr oder weniger sehraubig gedreht. Was die Keimung des Pollens und das Wachstum der Schläuche betrifft, ist zu erwähnen, daß die Pollenkörner von Amaryllis sp. und Tulipa sp, um so schneller keimten und um so längere Schläuche entwickelten, je konzentrierter die Zuckerlösung war. Die optimale Entwicklungsförderung wurde bei beiden Pflanzen- arten bei einer 20^ igen Konzentration der Lösung erreicht. Nach Molisch ^) keimt der Pollen von Philadelphus coro- narius am besten in 10 — lö^igen Rohrzuckerlösungen. Wir konnten Abb. 1. Philadelphus coronarius. In 2' beiger Eohrzuckerlösung gekeimter Polleu. Alle Pollenschäuche sind dünnwandig. auch in 25 ^ igen Eohrzuckerlösungen kräftige Keimung beobachten. Zwischen den Kulturen in 10- und 2b%igeY Lösung war in bezug auf die Keimung der Körner und das Längenwachstum der Schläuche kein Unterschied nachweisbar. Hingegen sind die Pollenkörner von Philadelphus coronarius ein sehr günstiges Material, für den Nach- weis der Abhängigkeit des Dickenwachstums der Intine, von der Konzentration des Kulturmediums. Während die Membran der Pollenschläuche in 25^iger Lösung dünn war, war sie in lO^iger Lösung meist verdickt, oft so stark, daß das Lumen kaum sichtbar ^) Molisch Hans, 1. c, p. 442. 2j Molisch Hans, 1. c, p. 427. 138 war, ja in manchen Fällen sogar völlig versehwand (Abb. 1 und 2). In den Pollenschläuchen der 10^ igen ßohrzuckerknltur, welche keine verdickten oder nur schwach verdickte Membranen hatten, Abb. 2. Philadelphus coronarius. In lO^iger Eohrzuckerlösung gekeimter Pollen. Die Pollenschläiiche sind meist dickwandig. In zwei dünnwandigen Pollenschläuchen je ein Septum S. träten mitunter Quermembranen auf. Solche Qnermeiübranen wurden von Strasburger^) bei Alliiim ursinum, Allium fistulosiiin und M Strasburger Eduard, Über Befruchtung und Zellteilung. 1878, p. 24. Derselbe, Zellbildung und Zellteilung. Jena, 1880, p. 224. 139 Orcliis fusca, von Tomaschek\) bei Colchicum aiäumndle und von Palla^) in geplatzten Pollenschläuchen von Leucoinm vernuni, Galantims oiivalis und Scilla hifolia beobachtet. Strasburger ^) hält es für fraglieh, ob man diese Mem- branen mit echten Scheidewänden vergleichen dürfe. Wir haben solche Verschlüsse oder Cellulosepfropfen, wie sie von den Beobachtern genannt werden, außer an Pollenschläuchen von Fhiladelplius auch bei Äniuryllis und Tulipa wahrgenommen. Bei Tulipa konnten wir auch, so wie dies Palla*) bei anderen Monokotyledonen gelang, einen Verschluß des geplatzten Pollen- schlauches nachweisen, und zwar bei einer Kultur in 25^iger Rohrzuckerlösung (Abb. 3, B). Abb. 3. Tulipa sp. In IbX'igQv Kobrzuckerlösung gekeimte Pollenschläucbe. 5 Quermembran im Pollenschlauch. B Regeneration der Pollensclilauchspitze. Aus diesem Falle von echter Regeneration geht hervor, daß im Pollenschlauche Zellulosemembranen gebildet werden können, welche das ganze Lumen des Polleuschlauches abschließen. 1) Tema sehe k A., Über die Entwicklung der PoUenpflänzchen des Colchicum autumnale L. Sitzungsberichte der k. Akademie der Wissenschaften in Wien, 1877, LXXVI, I. Abt., p. 489. Derselbe, Über die Verdickungsschichten an künstlich hervorgerufenen Pollenschläuchen von Colchicum autumnale. Botanisches Zentralblatt, 1889, XXXIX, Nr. 27/28, p. 1. -} Palla E., Beobachtungen über Zellhautbildung an des Zellkernes be- raubten Protoplasten. Flora, 1890, p. 314. Derselbe, Über Zellhautbildung kernloser Plasmateile. Berichte der deut- schen botanischen Gesellschaft, 1906, XXIV, p. 408. 3) Strasburger Ed., 1. c, 1880, p. 224. 4j Paila E., L c, 1890, 1906. 140 Auch die Membranen in den Pollenschläuehen von Ama- ryllis, welche in den Kulturen mit 25^ igen Zuckerlösungen auf- traten und eine deutliche Zellulosereaktion gaben, erweckten den Ein- druck echter Scheidewände (Abb. 4). Die Quermembranbildung schreitet hier von der Basis gegen die Spitze des Pollenschlauches fort. Die ersten im basalen Teile des Pollenschlauches auftretenden Abb. 4. Amaryllis sp. Teilstücke eines in 20Xiger Rohrzuckerlösung ge- keimten Pollenschlauches mit Querwänden und Vorsprungsbildungen, a Partien im basalen Teil des Pollenschlauches, h Partien im apikalen Teil des Pollen- schlauches. Quermembranen sind dünn; die von ihnen gebildeten Kammern enthalten nur ganz geringe Mengen von Plasma oder sind ganz leer. Diese Membranen erinnern an die Schrittwände bei Basidi- oboliis. Weitere Untersuchungen sollen darüber Aufschluß geben, ob bei diesen Pollenschläuchen ein Schrittwaehstum, wie es von R a c i- 141 borski^) für deo genannten Pilz festgestellt wurde, statt- findet. Die Querwände, welche sich weiter gegen die Spitze des Pollenschlauches von Amaryllis bilden, sind dicker und schließen viel Plasma und reichliche Mengen von Inhaltskörpern ein. Diese Membranen unterscheiden sich von den schrittwandartigen, außer in bezug auf die Dicke der Membranen und die Menge des von ihnen eingeschlossenen Plasmas, auch betreffs des Ortes und der Zeit des Auftretens. Es hat den Anschein, daß die Querwände, wenigstens im basalen Teile der Pollenschläuche, nur dann entstehen, wenn sich die Kerne bereits in einem vorderen Teile des Schlauches befinden. Nur in zwei Fällen bei Tulipa sahen wir eine Membran vor dem Kerne ; die Kerne waren hier aber in unmittelbarer Nähe der Zellwand. Leider hatten wir nicht genügend Material zur Verfügung, um bei Ämartjllis und Tulipa mit Sicherheit festzustellen, ob die Quer- membranen gewöhnlich an den Stellen des Pollenschlauches ent- stehen, welche von den Kernen bereits passiert wurden. Die dies- bezüglichen Untersuchungen müssen im nächsten Frühjahre wieder aufgenommen werden. Hingegen konnte sichergestellt werden, daß die Entstehung der Quermembranen in den Pollenschläuchen von der Konzentration der zur Kultur der Pollenkörner verwendeten Rohrzuckerlösung ab- hängig ist, da sich die Membranen bei FhiladelpJms coronarkis nur in 10% igen, bei Amaryllis sp. nur in 20% igen und bei Tulipa sp. nur in 25^ igen Zuckerlösungen bildeten. Bei der Kultur von Pollen in Zuckcrlösungen beobachtet man oft, daß sich der plasmatische Inhalt der normalen oder geplatzten Pollenschläuche kontrahiert und in kleine Portionen zerfällt. Palla-) und To'wnsend^) haben die Bildung von Membranen um diese Plasmaklumpen beschrieben. Wir haben solche Einkapselungen von Plasmapartien bei Ä?na- ryllis öfters beobachtet, ohne bisher entscheiden zu können, ob für diese Membranbildung das Vorhandensein des Kernes oder ein Zusammenhang der kernlosen Plasmamassen mit kernhaltigen ent- behrlich ist. Winkler*) hat den Einfluß von Spermaextrakt auf die Ei- zelle bei Seeigeln untersucht. Wir versuchten festzustellen, wie sich Pollenkörner gegenüber Extrakten der Eizelle derselben Pflanzenart ^) Raciborski M., Über Sehrittwachstum der Zelle. Extrait du Bulletin de rAcademie des sciences de Cracovie, Classe des sciences mathematiques et naturelles, Octobre 1907, p. 898. ^) Palla E., Beobachtungen über Zellhautbildung an des Zellkernes be- raubten Protoplasten. Flora oder Allg. bot. Zeitung, 1890, p. 314. ^) Townsend Ch. 0., Der Einfluß des Zellkernes auf die Bildung der Zellhaut. Jahrb. f. wiss. Bot., 1897, XXX, p. 484. *) Winkler Hans, 1. c, 1901. 142 verhalten. Da eine Isolierung der Eizelle, wenn überhaupt ausführ- bar, sehr schwierig ist, verwendeten wir Extrakte der Samenanlagen, welche durch Zerreiben und Auspressen einzelner oder mehrerer Samenknospen gewonnen wurden. Molisch^) beobachtete bei einer Kultur des Pollens von Narcissiis poeticus^ der er eine Samenknospe dieser Pflanzenart hinzufügte, daß die Eollenschläuche deutlich gegen die Oberfläche der Samenanlage hinwuchsen. Unsere Untersuchungen beschränkten sich vorläufig bloß auf eine Tulipa sp. Zu einer 20% igen Rohrzuckerlösung, in der, wie bereits erwähnt, die beste Entwicklung der Pollenschläuche von Tulipa erfolgt, wurde Extrakt der Samenanlage zugesetzt. In diesem Substrat keimte der Pollen nicht aus und in den Pollenkörnern traten eigentümliche Veränderungen auf. Eine Beschreibung und Besprechung dieser Veränderungen wird vorsichtshalber erst gestattet sein, bis ihre Natur näher ge- prüft und das Verhalten von Pollen gegenüber Samenanlagenextrakt auch noch bei anderen Pflanzen untersucht sein wird. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß wir auch die Beein- flussung des Pollens durch Temperaturveränderungen in den Bereich unserer Untersuchungen ziehen werden. Eine diesbezügliche Beobachtung führt Lidforss^) an, welcher nach einer sehr heißen Trockenperiode bei Pollen von Lohelia in- flata, Nicotiana macrophylla und Aesculus macrostacliya eine sehr starke Schwächung der Keimfähigkeit und eine deutliche Verände- rung des Inhaltes der Körner konstatierte. Unsere Versuche werden, sobald uns geeignetes Material zur Verfügung steht, wieder in Angriff genommen werden. Besonders aufmerksam soll das Verhalten des Polleus der Gymnospermen in verschiedenen Kulturmedien studiert werden, da bei denselben, wie aus den Untersuchungen von Hofmeister^). Strasburger*). Juel°) und Lopriore*^) hervorgeht, im Pollen- korn und im Pollenschlauch normalerweise Zeilbildungen und Kernteilungen vor sich gehen, welche für die uns interessierende Frage von besonderer Wichtigkeit sind. 1) Molisch Hans, 1. c, p. 440. 2) Lidforss Bengt, Zur Biologie des Pollens. Jahrbücher für wissen- schaftliche Botanik, 1896, XXIX, p. 1, 6. 2) Hofmeister W., Neuere Beobachtungen über Embryobildung bei Phanerogamen. Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, 1858, I, p. 82, 173. *) Strasburger Ed., 1. c, 1878, p. 17. Derselbe, 1, c, 1880, p. 162. 5) Juel H. 0., Über den Pollenschlauch von Cupressus. Flora oder AUg. bot. Zeitung, 1904, XCIII, p. 56. ^) Lopriore G. Über die Vielkernigkeit der Pollenkörner und Pollen- schläuche von Araucaria Bidwillii Hook. Berichte der deutschen botanischen Gesellschaft, 1905, XXIII., p. 335. 143 Vergleichend -anatomische Untersuchung einer inter- glazialen Konifere. Von Dr. Milan Serko (Rudolfswert). (Mit Tafel II und 5 Textabbildungen.) (Schluß 1). An einigen Hoftüpfeln, namentlich an denen des Frühholzes, konnte auch der Torus samt der imverdickten Schließhaut beob- achtet werden. Der Torus zeigt die Form einer bikonvexen Linse und liegt gewöhnlich in der Mitte des Hofraumes, seltener ist seine Lage nach der einen oder anderen Seite verschoben. In den Früh- holzhoftüpfeln sind die den Hof überwölbenden Wände zugespitzt und an der Außenseite leicht abgerundet [Taf. II, Fig. 5]. Hervorgehoben muß noch werden, daß die Hoftüpfel nur an den radialen Wänden gesehen wurden, während sie an tangentialen Wänden bei keinem Präparate beobachtet wurden, ein Umstand, der für Pinus silvestris charakteristisch ist, da sie nach Russow (pag. 37) unter allen übrigen Abietineen darin diese Ausnahme macht. Sanio hat die Hoftüpfel an den tangentialen Wänden bei Pinus silvestris nur dreimal gesehen (Sanio, p. 85). Die parallel der Längsachse des Stammes verlaufenden Harz- gänge sind so stark deformiert, daß sie nicht näher untersucht werden konnten. Die dünnwandigen inneren Zellen der Harzgänge bilden eine verschwommene Masse, desgleichen sind auch die Tracheiden in der Nähe der Harzgänge stärker beschädigt. Das Lumen ist teils leer, teils mit der dunkelbraunen Masse erfüllt. Weiteres darüber kann ich nicht sagen. Werfen wir noch einen Blick auf den tangentialen Schnitt. Vor allem zeigt sich, daß das Holz in dieser Richtung wenig ge- litten hat, da die Tracheiden, mit Ausnahme schwacher Krüm- mungen, den normalen Verlauf zeigen. Was zunächst die Dicke einzelner Tracheiden anbelangt, ist zu bemerken, daß dieselben an einigen Schnitten auffallend stark sind. Durch Bestimmung der relativen mittleren Dicke konnte bestimmt werden, daß dieselben diesbezüglich der Dicke von Pinus silvestris am nächsten stehen, obwohl sich die Zahlen der rezenten und fossilen Form nicht decken. Die Markstrahlen sind größtenteils einschichtig, seltener konnte auch Zweischichtigkeit beobachtet werden. Das Lumen ist vollkommen mit der braunen Masse erfüllt, jedoch sieht man die Schließhaut der einfachen Tüpfel sehr gut, wo sie bogenförmig gespannt in das Lumen der angrenzenden Tracheide vorspringt oder aber mannigfach gekrümmt im Inneren des Markstrahles ver- läuft [Taf. 11, Fig. 6, bei a]. Die Markstrahlen-Interzellularen konnte ich wegen der braunen Masse nicht sehen. 1) Vgl. Nr. 3, S. 92. 144 Es sollen noch die Hoftüpfel an den Längsfasern erwähnt werden, welche sehr verschieden deutlieh sichtbar sind. Sie zeigen das analoge Bild wie die am Querschnitte. Schließlich möchte ich noch auf die Eeaktion des fossilen Holzes hinweisen. Nach Behandlung' mit Phloroglucin und Salz- säure verfärbten sich die Präparate anfangs leicht rotviolett; nach Verlauf einiger Zeit wurde die Farbe intensiver, bis sie schließlich die des rezenten Holzes erreichte. Die Reaktion mit schwefel- saurem Anilin wurde wegen der Undeutlichkeit, gleich wie beim fossilen Zapfen, nicht angewendet. Die Zugehörigkeit des Fossils zu einer Konifere beweisen die großen, auf radialen Wänden der Tracheiden vorkommenden Hof- tüpfel [Taf. n, Fig. 2 und 5] ; die zweierlei Markstrahlen sprechen für die Gattung Pmus; die zackige Verdickung der Wand der Quertracheiden [Taf. E, Fig. 1, Qu] schließt die Sectio iStrohus aus und beweist die Zugehörigkeit zur Sectio Pinaster. Die Resultate der ausgeführten Einzelmessungen deuten infolge der großen Übereinstimmung der Größenverhältnisse der einzelnen Elemente auf die rezente Pinus silvestris. Das ausschließliche Vor- kommen der Hoftüpfel auf den radialen Wänden endlich beweist die Übereinstimmung des Fossils mit der erwähnten rezenten PmMS-Forra. Fassen wir nun die Ergebnisse der vorangegan- genen Untersuchung zusammen, so gewinnen wir die Überzeugung, daß es sich hierum ein Holzhandelt, das einer Pim^s-Form angehört, welche der rezenten Pinus silvestris am nächsten steht. Diese Ansicht wird begründet durch den anatomischen Bau des fossilen Holzes, dessen Ähnlich- keit mit dem anatomischen Bau des rezenten Holzes der Pinus silvestris als absolut angenommen werden kann und einer Unter- suchung anderer, hier nicht in Betracht gezogenen Pinus-Arten nicht bedurfte. Als Beweis dafür verweise ich auf die Abbildungen des rezenten Holzes von Pinus silvestris von Russow und Sanio. [Vgl. Taf. n, Fig. 1, und Russow, Taf. HI, Fig. 23; Taf. H, Fig. 3, und Sanio. Taf. XI, Fig. 16, und Russow, Taf. H, Fig. 9 und 15; Taf. H, Fig. 5, und Russow, Taf. II, Fig. 18 und 14; schheßHch Taf. II, Fig. 6, und Russow. Taf. III, Fig. 21.] Im Anhang an diese rein anatomische Untersuchung sollen noch die geologischen Verhältnisse des Fundortes und die Be- ziehungen der hier bestimmten Pinus silvestris zu anderen be- schriebenen fossilen Formen dieser Art besprochen werden. Vor allem will ich noch erwähnen, was gewiß interessant und bemerkenswert ist, daß an Ort und Stelle der Ablagerung re- zente Pinus silvestris in großer Menge vorkommt. Fichte und Föhre, spärlich gemischt mit anderen Waldbäumen, bedecken den 145 Abhang, und während die Fichte namentlich den oberen und unteren Rand einnimmt, herrscht Pinus silvestris in der Mitte des Abhanges vor. Nach A. Handlirsch ist die Ablagerung interglazialen Alters. Als ein Beweis für das nicht zu hohe Alter der Ab- lagerung kann auch die Tatsache aufgenommen werden , daß die verholzten Elemente der Fruchtschuppen und das Holzstück selbst ihre organische Natur durch eine Einwirkung des Ver- schüttungsmateriales noch nicht eingebüßt haben, da sie, wie oben erwähnt, verhältnismäßig sehr deutliche Holzreaktion geben — ein Umstand, der nach meiner Meinung nicht außer acht gelassen werden darf. Die Kenntnis der geologischen Verhältnisse von Schladming und dessen Umgebung verdanken wir A. Penck^). In dem Werke „Die Alpen im Eiszeitalter" sagt er, daß ausgedehnte Glazial- ablagerungen vornehmlich am oberen Teile der Längsfurche der Enns auftreten und daß sie das felsige Mittelgebirge der Ramsau unfern Schladming in stattlicher Ausdehnung bedecken. „Diese Hochfläche trägt stellenweise durchwegs den Charakter einer Mo- ränen-Landschaft; auf der Ramsau-Leiten, nördhch von Schladming, reiht sich Wall an Wall; sie alle streichen nordnordöstlich, also in der Richtung des Tales." Weiter unten heißt es: „Wir halten sie (die Wälle) für Ufermoränen eines Gletschers, welcher im Ennstale bis etwa Haus reichte und den Ramsaubach so zur Seite drängte, daß er beinahe parallel zur Enns fließend, diese erst unterhalb genannter Ortschaft erreicht." Nach weiteren Darstellungen Pen cks rührt das Material der Moränen aus den südlich gelegenen Tauern- tälern her; sie sind reich an Blöcken des Schladminger Gneises. Auf Seite 370 heißt es : „ daß wir es um Schladming nicht mit Moränen eines eigenthchen Ennsgletschers, sondern mit solchen der Tauerngletscher zu tun haben, die ins Ennstal reichten." Was die Beziehungen zu anderen fossilen Pinus-FormQn. an- belangt, so muß hervorgehoben werden, daß man sich beim Ver- gleiche dieses Fossils mit anderen nur jener Arbeiten bedienen konnte, welche sich ausschUeßlich mit interglazialen Ablagerungen befassen und in denen auch Pinus silvestris beschrieben wird. In erster Linie kommen jene in Betracht, die sich auf alpine Ab- lagerungen beziehen. Unter den in der Höttinger Breccie gesammelten pflanzlichen Resten erkannte R. v. Wettstein^) auch Pimts silvestris. In der Ablagerung fanden sich nur Nadeln dieser Form. Mittels Messungen der rezenten und fossilen und durch Vergleich der so gewonnenen Resultate konnte die Zugehörigkeit der fossilen Nadeln nachgewiesen werden. 1) A. Penck, Die Alpen im Eiszeitalter, Bd. I, p. 369. 2) E. V. Wett stein, Die fossile Flora der Höttinger Breccie. Sonder- abdruck aus dem LIX. Bande der Denkschriften der mathematisch-natur- wissenschaftlichen Klasse der kais. Akademie der Wissenschaften. Österr. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1909. \\ 146 Das geologische Alter der Breecie ist von ihm und von PenckM als interglaziales festgestellt worden. Heer-) erwähnt unter zahlreicher fossiler Flora der Schiefer- kohlen von Utznach und Dürnten, deren geologisches Alter sicher für interglaziaP) bestimmt wurde, Finus silvestris, von welcher man Zapfen gefunden hat. Aus der Beschreibung Heers kann man auf eine große Ähnlichkeit mit dem Zapfen von Schladming schließen. Heer sagt, daß die Zapfen kleiner und vorn weniger kegelförmig zugespitzt sind, was aber großenteils von dem jungen Zustand der Zapfen herrührt. Dasselbe finden wir beim Zapfen aus der Ablagerung von Schladming. Er ist auffallend klein und die Fruchtschuppen entsprechen bezüglich der Breite nicht der der rezenten Formen; man kann somit mit einer unvollständigen Ent- wicklung des Zapfens rechnen. Wettstein*) zitiert in der „Fossilen Flora der Höttinger Breecie" die interglazialen Ablagerungen bei Leffe und Pianico, wo man unter anderen Besten auch Pimis sp. gefunden hat. Zahlreicher sind jedoch die extraalpinen interglazialen Fund- orte, welche, trotzdem sie weniger Beziehungen zu den alpinen Ablagerungen aufweisen, doch hier erwähnt werden sollen. Nebst unbedeutenden Säugetierresten fand man in den Ab- lagerungen der Tongruben von Klinge zahlreiche pflanzliche Reste. Unter diesen von Pinus sowohl Aststücke, wie einen noch ge- schlossenen Zapfen. Nehring^) erkannte diese Reste als solche von Finus Silvestris. Der Zapfen ist abgebildet in Potonies'^) Lehrbuch der Pflanzenpaläontologie und in der naturwissenschaftlichen Wochenschrift (1892). Im ganzen sind aus dem Torflager bei Cotbus 39 Arten von Gefäßpflanzen festgestellt worden. In den Torf- und Braunkohlenablagerungen in der unmittel- baren Nähe der Stadt Lauenburg ^) fanden sich Reste von 22 Ge- fäßpflanzen. Von Finus silvestris stammt ein Zapfen her, sowie ein Stück Borke und ein Samen mit daran sitzendem Flügel. Aus den Lagerungsverhältnissen bestimmte Keil hack ^) das Alter für inter- o'lazial. C. Web er ^) hat Moore bei Grünenthal untersucht. In einer 60 cm starken Schichte eines schwarzen, sehr sandigen und leicht 1) A. Penck, Die Alpen im Eiszeitalter, I. Bd. 2) 0. Heer, Die Urwelt der Schweiz, p. 493. 3) A. Penck, Vergletscherung der deutschen Alpen, p. 218. *) R. V. Wett stein, Die fossile Flora der Höttinger Breecie. 5) A. N eh ring, Das diluviale Torflager von Klinge bei Cotbus. Natur- wissenschaftliche Wochenschrift, 1892. ß) H. Potonie, Lehrbuch der Pflanzenpaläontologie, p. 311. ■?) K. Keilhack, Über ein interglaziales Torflager im Diluvium von Lauenburg au der Elbe. Jahrbuch der königl. preuß. geolog. Landesanstalt für 1884, Berlin 1885, p. 211—238. -^) K. Keilhack, a. a. 0. 9) C. Weber, Über zwei Torflager im Beete des Nord-Ostsee-Kanales bei Grunenthal. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 18'Jl, Bd. II, p. 62. 147 zerbröckelnden Torfes fanden sich Zweige und Wurzeln in vor- herrschender Menge von Finus süvestris. Das Torflager ist von C. Weber als interglazial erkannt worden. Nach Fischer-Beuzon^) bestimmte 0. Weber die pflanz- lichen Eeste aus dem Moore bei Duckersursch; von Piniis sü- vestris fand man Holzstücke. Dasselbe fand man im Torflager bei Beidorf Im Torflager bei Hornum fand Ernst Friede! Holz- reste, die bei tiefster Ebbe freiliegen, darunter auch Phius sü- vestris. Alle diese Ablagerungen sind nach C. Weber interglazialen Alters. Interessant ist, daß alle fossilen Zapfen dieser Moore im all- gemeinen etwas kleiner und von mehr zylindrischer Form sind. Alle in diesen Mooren gefundenen fossilen Zapfen sind, frisch aus dem Moore genommen, geschlossen; läßt man die Zapfen trocken werden, so heben sich die Schuppen wieder ab. Außer den fossilen Holzstücken und Zapfen sind in ungemein großer Menge Pollenkörner von Pinus süvestris bekannt ge- worden. Nach C. Weber^) hat man in der Mergelgrube von Houer- dingen in den verschiedenen Schichten der Ablagerung Koniferen- Pollenkörner gefunden, von denen die meisten der Pinus süvestris angehören, und nur eine spärliche Zahl davon wurde als solche von Picea konstatiert. Der Torf von Fahrenkrug in Holstein *), welcher von Geo- logen für präglazial, von C. Weber aber für interglazial gehalten wurde, beherbergte zahlreiche Zweige und Stämme der Eiche und in außerordentlich großer Menge Pollen und einige Nadeln von Pinus süvestris. Vergleicht man die fossilen Eeste von Schladming mit denen der hier erwähnten alpinen und extraalpinen Ablagerungen, so er- geben sich nicht unbedeutende Beziehungen zwischen den an- geführten Ablagerungen einerseits und zwischen der Ablagerung von Schladming anderseits. Zum Schlüsse spreche ich meinem verehrten Lehrer Herrn Prof. Dr. R. v. Wettstein sowie Herrn Privatdozenten Dr. 0. Por sc h für ihre Unterstützung während dieser Arbeit den wärmsten Dank aus. Wien, botanisches Institut, April 1906. 1) R. V. Fischer-Benzou, Die Moore der Provinz Schleswig-Holstein. Abhandlungen des natiirw. Vereines Hamburg, XI, 1891. 2) C. Weber, Über die fossile Flora von Houerdingen und das nord- westdeutsche Diluvium. Abhandlungen des naturwiss. Vereines zu Bremen, XIII, 1896. 3) C. Weber, Über die diluviale Flora von Fahrenkrug in Holstein. Beiblatt zu den botanischen Jahrbüchern, Nr. 43, Bd. XVIII, Heft 1. 11* 148 Erklärung der Abbildungen. Fig. 1 und Fig. 2. Der untersuchte fossile Zapfen. Fig. 3. Stück des Querschnittes durch die Fruchtschuppe von Pinus montana (rezent). Fig. 4. Stück des Querschnittes durch die Fruchtschuppe von Pinus silvestris (rezent). Fig. 5. Stück des Querschnittes durch die Fruchtschuppe des fossilen Zapfens. Taf. II. Schnitte durch das fossile Holz. Ep =: Epidermoidalschichte; D Sk — Dorsalsklerenchym; Hg = Harz- gang; Lb = Leitbündel; Ph = Phloem; X = Xylem ; Gp = Grundparen- chjm; V Sk = Ventralsklerenchym. Fig. 1 = Radialschnitt; Qu = Quertrachei'den ; M ;=; Markstrahl. Fig. 2 = Stück des Radialschnittes mit Hoftüpfeln = H. Fig. 3 = Stück des Querschnittes mit Markstrahl und einfachen Tüpfeln ; M = Markstrahl; k = knopfförmige Wandverdickung; a = Markstrahlzell- membran. Fig. 4 = Querschnitt aus dem Spätholze. Fig. 5 = Querschnitt aus dem Frühholze. Fig. 6 = Stück des Tangentialschnittes. Eine neue Soldanella aus dem Balkan. Von F. Vierhapper (Wien). (Mit 3 Textfiguren.) Im Sommer des verflossenen Jahres hat Herr Mihail Di- monie (Saloniki) im zentralen Albanien eine beachtenswerte neue Soldanella-^SLSse gesammelt. Ich benenne sie dem Finder zu Ehren und beschreibe sie als Soldanella Dimoniei m. Sectio Crateriflores Borbäs. Folio r um petioli pilis glanduliferis medioeriter longis, anti- quitate nunc remanentibus nunc denique evauescentibus puberuli, ad 3 cm longi, laminae crassiusculae, subcordato-orbiculares, di- mensionibus mediis, usque 16 mm longae^), 17 mm latae, sinu ba- sal! angu&tiore vel latiore, 2-ö mm ca. alto, lobis se paene tangeu- tibus vel angulum 90° semper minorem formantibus, integrae, supra stomata nulla gerentes, virides, cellularum epidermidis euticula non striata, subtus caesiae, pruinosae, margine recurvata. Scapi 2 — Sflori, tempore anthesis 3 — 9 cra longi. Pedicelli 11 mm longi, pilis glanduliferis brevibus dense glan- duloso-puberuh. Calycis phylla trinervia. Corollae infundibuliformis, 8—9 mm ca. longae lobis ") angustis, 5'5mm longis, 1*6 mm tantum latis, apice parum — ca. 0'5 mm alte — crenato-trilacinu- latis^), laeiniis^) linearibus, 4'5 mm longis, 1 mm latis, squamis") admodum magnis, apice parum emarginatis. 0*4 mm longis, 0*9 mm latis, striis longitudinalibus coloratis deficientibus. Staminum fila- 1) Gemessen von der Blattspitze bis zum unteren Rande der Basallappen. 2) Über die Bedeutung der Bezeichnungen „Corollae lobi'', ..lacmulae", „laciniae" und „squamae" vergleiche man Anmerkung 2 auf Seite 149 und Figur .^. Serko, M. : Fossile Conifere. Taf. II Oesterr. botan. Zeitschr. ]909. Autor del. Liolitdruck v. Mai Jafl'i, Wien. 149 menta 1-5 mm supra basin corollae inserta, ad 1mm longa, an- therae anguste lanceolatae, basi cordatae, thecis basi obtusiusculis, flavidae, totales 3 '5 mm longae, apice sensim in caudam 1mm longam productae. Styli 1 cm longi, e corolla subexserti. Capsula ignota. Locus: Albania. Mons Jablanitza. Ad nives üquescentes. Solo calcareo. 2000—2200 m s. m. Infolge des Besitzes relativ großer Schlundschuppen gehört S. Vmioniei m die Sectio Craterißores Borbas ^). Innerhalb der- selben steht sie wegen des Zerschlitzungstypus der Korolle den Arten S. vdlosa, montana, maior, Jmngarica und carpatka zu- nächst. Wie bei diesen sind nämlich auch bei ihr die Buchten Soldanella Dimoniei. Figur 1. Blüte. — Figur 2. Kelch und Gynaezeum. — Figur 3. Korolle und Androezeum : a KoroUarabschnitt („lobus"), b Zipfelchen „lacinula") desselben, c Zwischenzipfel („lacinia"), d Schlundschuppe („squama"). zwischen den Zipfelchen der Abschnitte der Korolle viel seichter als die zwischen diesen und den Zipfeln^). Während diese fast ') „Über die Soldanella-Arten'^ in Beih. z. Bot. Zentralbl. X, p. 279—283 (1901). — Man vergleiche auch Vierhapper F., „Übersicht über die Arten und Hybriden der Gattung Soldanella" in „Festschrift zu P. Aschersons siebzig- stem Geburtstage, p. 500-508 (1904). 2) Als „Zipfel" (laciniae) bezeichne ich die zwischen den mehr minder tief in „Zipfelchen" (lacinulae) gespaltenen „Abschnitten" (lobi) der Korolle aller Soldanellen sich befindenden, durch je einen von der Basis der Korolle an separat verlaufenden Gefäßbündelstrang innervierten, stets einfachen Gebilde, welche in Form und Farbe vollkommen mit den Zipfelchen übereinstimmen, aber meist bedeutend länger sind als diese. Nach Wettstein (Handb. d. syst. Bot, IL, p. 407 [1908]) sind die „laciniae", nach früheren Autoren dagegen (z. B. Eichler, Blütendiagramme, I., p. 325 [1875], Fax in Engler und Prantl, Nat. Pflanzenfam., IV, 1., p. 100 [1897]) die intrastaminalen „Schlundschuppen" (squamae) Staminodialbildungen, wie sie ja auch bei Samolus usw. sieh finden. Zugunsten der ersteren und zugleich zuungunsten der letzteren Ansicht spricht der Umstand, daß die ,.laciniae" ein Gefäß bündel führen, die „squamae" aber nicht. Im Verfolge der Wettsteinschen Auffassung wären diese entweder als phylogenetisch wenig bedeutungsvolle akzessorische Organe oder aber — worauf ihre Zweilappigkeit hinweisen würde, während das Fehlen eines Bündels wiederum dagegen ist — als Antherenreste zu deuten. 150 ebensolang sind wie die Korollarlappen, erreichen jene nur ziriia ein Zehntel der Länge derselben. So kommt die für die erwähnten Sippen eigentümliche Zerschlitzung der Korolle zustande, welche sich von der der S. alpina, wo „lacinulae" und „laciniae" ziem- lich gleich lang sind, wesentlich unterscheidet. Die Zahl der Zipfelchen eines Korollarlappens beträgt bei S. montana, maior, hungarica, carpatica und auch bei S. Dimoniei drei, bei S. villosa vier, bei S. alpina vier bis fünf, so daß die erstgenannten vier Arten vor allem zu einem Vergleiche mit S. Dimoniei in Betracht kommen \). Unter diesen ist sie zweifellos mit S. hungarica zunächst verwandt. Als S. hungarica Simonkai ^) (p. p.) ist meiner Auf- fassung nach nur die in der Hochgebirgsregion der siebeubürgi- schen Karpathen und der östlichen und zentralen Gebirge der Balkanhalbinsel auftretende Hochgebirgsform der S. maior (Neil- reich^) p. m. p.) Yierh. zu bezeichnen. Sie unterscheidet sich von dieser nur durch die kleineren Dimensionen der vegetativen Organe, insbesondere der Blätter und Schäfte, sowie auch durch die derbere Konsistenz der Blattspreiten, gleicht ihr aber in der Art der Bedrüsung und in allen anderen wesentlichen Merkmalen. Unter S. maior verstehe ich die die echte S. montana Willdenow *) der Waldregion der nordösthchen Alpen und des südlichen Teiles des herzynischen Gebirgssystemes in der Waldregion der östhchstea niederösterreichischen sowie vieler Berge des oberen Murtales, ferner des ganzen Karpathenzuges und der ostbalkanischen Gebirge vertretende Pflanze. S. maior unterscheidet sich von S. montana vor allem durch die bedeutend kürzere Bedrüsung der Blattstiele, was insbesondere im Jugendstadium der Blätter gut zu beobachten ist. Erstere besitzt nämlich drüsigflaumige, letztere drüsigwollige junge Blattstiele. Überdies bleiben bei dieser die Drüsen meist viel länger erhalten als bei jener. An diesen Unterschieden vermag ich S. maior der östlichen niederösterreichischen, nordsteirischen und Lungauer- Alpen, also merkwürdigerweise gerade derjenigen Gebiete, in welchen ihr Areal an das der S. montana grenzt, und auch des nordungarischen Berglandes und des Balkan jederzeit scharf von dieser zu unterscheiden. (scwuß foigt.) ^) Von den Unterschieden, welche die Kapseln verschiedener Arten in ihrer Länge und insbesondere in der Form ihrer Zähne aufweisen, will ich im folgenden nicht reden, weil ich sie nicht an allen Typen an ausreichendem Ma- terial auf ihre Konstanz prüfen konnte. Man vergleiche hierüber auch meine bereits zitierte Studie. 2) Enum. Flor. Transs., p. 4G1 (1886). 2} Nachtr. z. Flora v. Wien, p. 219 (1851) als S. alpina a maior. In der Flora von Niederösterreich (p. 589 [1859]) hat Neilreich unter S. alpina ci maior auch die echte .5'. montana miteinbegriffen. <) Enum. plant, hört. Berol., p. 192 (1809). f 151 Literatur - Übersicht'). Februar 1909. Abel 0. Charles Darwin (Vortrag). (Mitteilungen des Naturw. Vereines an der Univ. Wien, Vll. Jahrg., 1909, Nr. 4, S. 129 bis 148.) 8«. Bauer E. Bemerkungen zur achten Serie der Musci europaei ex- siccati. (Allg. botan. Zeitschrift, XV. Jahrg., 1909, Nr. 2, S. 17, 18.) 8°. Brdli'k V. Zur Phosphorfrage im Chlorophyll. (Sitzungsber, der kais. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVII, Abt. I. Juni 1908, S. 529—546.) 8^ Bubäk Fr. Ein kleiner Beitrag zur Pilzflora von Niederösterreich. (Annales Mycologici, Vol. VII, 1909, Nr. 1, S. 59—62.) S'. Neu beschrieben : Ascochyta Juelii Bubak, Dothiorella parasitica Bubak, Leptothyrium (jentianaecolum (DC.) Bäumler var. oUvaceum Bubäk. Die Gartenanlagen Österreich-Ungarns in Wort und Bild. Heft 1« Wien, Selbstverlag der Dendrologischen Gesellschaft, 1908- gr. 4°. Inhalt: Zur Einfuhrung (2 S.); I. Die Parkanlagen Seiner k. u. k. Hoheit des Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este zu Konopischt in Böhmen (26 S., 29 Textabb., 1 Lageplan); II. Der Pruhonitzer Park (Böhmen) von E. Graf Sylva-Tarouca ,(28 S., 30 Textabb., 2 Lage- pläne). Fruhwirth C. Die Züchtung der landwirtschaftlichen Kultur- pflanzen. Bd. I. Allgemeine Züchtungslehre. Dritte, gänzlich um- gearbeitete Auflage. Berlin (P. Parey), 1909. S\ 335 S., 33 Text- abb. -- Mk. 9. Bei der großen Bedeutung, welche die Erfahrungen der landwirtschaft- lichen Züchter für viele Kapitel der wissenschaftlichen Botanik gewonnen haben, bei der Schwierigkeit, welche ein Überblick über die einschlägige Literatur gerade dem Botaniker oft bietet, ist eine Zusammenfassung jener Erfahrungen von großer Wichtigkeit. Das vorliegende Buch war schon in seinen früheren Auflagen für den Botaniker eine Fundgrube; dieser Wert hat sich bei jeder Neuauflage erhöht. Anderseits ist das vorliegende Buch für den Praktiker von großem Werte, da es die in Betracht kommenden Ge- biete der Botanik in durchaus moderner, vor allem objektiver Weise be- handelt. Die neue Auflage nimmt überall auf die Ergebnisse der letzten Jahre ßücksicht; sie verwertet insbesondere im zweiten Teile (Durchführung der Züchtung) die reichen Erfahrungen des Verf. Das Buch kann Theoretikern und Praktikern nur auf das wärmste empfohlen werden. Guttenberg H. v. Cytologische Studien an Sifnchytrium-GaMeü. (Jahrbücher für -wissenschaftliche Botanik, XLVI. Bd., 3. Heft, S. 453-477, Taf. XIII, XIV.) S'. 1) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. 152 Haberlandt G. Zur Physiologie der Licbtsinnesorgane der Laub- blätter. (Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, ßd. XLVI, Heft 3, S. 377—417.) 8". 3 Textfig. Die vorliegende Arbeit behandelt insbesondere eingehend die Be- leuchtungsverhältnisse auf den Innenwänden benetzter papillöser Epidermis - Zellen, da bekanntlich die einschlägigen Erscheinungen zu Angriffen auf die Auffassung des Verf. verwertet wurden. In den „Schlußbemerkungen'- prä- zisiert Verf. seinen jetzigen Standpunkt. Er wendet sich von der ursprüng- lich angenommenen verschiedenen Lichtstimmung des Mittelfeldes und der Eandpartien der Plasmahäute an den Innenseiten der Epidermiszellen ab. Sein jetziger Standpunkt geht aus folgender Stelle hervor: „So wie der Mensch mit seinem Auge unabhängig vom jeweiligen Adaptionszustande der Netzhaut das betreffende Objekt zu fixieren vermag, sei es nun ein helles Feld auf dunklem Grunde oder umgekehrt ein dunkles Feld auf hellem Grunde, so vermag auch das Laubblatt unabhängig von dem Adaptions- zustande, von der Lichtstimmung seiner lichtempfindlichen Plasmahäute, nur auf Grund der Unterschiedsempfindlichkeit bezüglich zentrischer und ex- zentrischer Lichtverteilung auf den Epidermiswänden, sich senkrecht zur Richtung des einfallenden Lichtes einzustellen, d. h. die optischen Achsen seiner Epidermiszellen parallel zur Lichtrichtung zu orientieren und so die Lichtquelle gewissermaßen zu fixieren." Hayek A. v. Flora von Steiermark. I. Bd., Heft 7 (S. 481 bis 560). Berlin (Gebr. Borntraeger), 1909. 8". — Mk. 3. Enthält Fortsetzung und Schluß der Cruciferae und die Resedaceae. Hecke L. Der Einfluß von Sorte und Temperatur auf den Stein - brandbefall. (Zeitschrift für das landwirtschaftliche Versuchs- wesen in Österreich, 1909, S. 49—66.) 8^ 1 Tafel. Heinricher E. Ph. van Tieghems Anschauungen über den Bau der Balanojjhora-KnoWe. (Sitzungsberichte der kaiserl. Akad. der Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl, Bd. CXVII, Abt. 1. März 1908, S. 337—346.) 8". — — Die grünen Halbschmarotzer. V. Melampyrum. (Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, XLVI. Bd., 3. Heft, S. 273—376, Taf. VII— XVII.) 8". 6 Textfig. Der wesentlichste Inhalt dieser auf einem sehr großen Beobachtungs- materiale beruhenden, an bemerkenswerten Tatsachen reichen Abhandlung sei im folgenden angedeutet. Die ersten Kapitel handeln über den Bau der Samen und die Keimung. Der größte (3.) Abschnitt berichtet über die Kultur- versuche mit verschiedenen Arten. Abschnitt 4 behandelt die Frage : Welche Bedeutung kommt den Haustorien zu, mit denen Melampyrum süvaticuni oder M. pratense tote Gebilde, Humus- und Gesteinstrümmerchen erfassen? Abschnitt 5 bespricht „Melampyrum und die Stickstoffrage". Aus Abschnitt 3 sei folgendes hervorgehoben: Mel. silvaticum ist ein ausgeprägter Parasit. Die Ansprüche desselben auf parasitisch erworbenen Nahrungszuschuß sind andere als die der Arten von Euplirasia und Alec- torolophus. Annuelle und bienne Pflanzen leisten für 31. s. nichts; das gleiche gilt von vielen Gräsern, während andere eine, wenn auch stets mehr kümmerliche Entwicklung ermöglichen. 31. jnatense verhält sich ähnlich wie 31. s., ist aber als Parasit noch anspruchsvoller. Es ist vor allem auf Holzpflanzen als Parasit entwicklungs- fähig, wobei Pflanzen mit Mykorrhizen im Vordergrund stehen. M. commu- tatum, M. nemorosum und 31. cristatum schließen sich den genannten Arten im allgemeinen an; 31. arvense ist die im Parasitismus anspruch- loseste Art, einzelne Exemplare können ohne Wirt zur Blüte kommen, para- sitische Ausnutzung des Artgenossen findet statt, annuelle und bienne Pflanzen können als Wirte dienen. 153 Hildt L., Marchlewski L. und Robel J. Über die Umwand- lung des Chlorophylls unter dem Einfluß von Säuren. (Bull, intern, de Tacad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 4, pag. 261—296, tab. X— XIII.) 8^ Jane he n E. Die Cistaceen Österreich-Ungarns. (Mitteilungen des Naturw. Vereines an der Universität Wien, VII. Jahrg., 1909, Nr. 1—3, S. 1—124.) 8». Monographie der im Titel genannten Artengruppe, basiert auf eigene Beobachtungen, umfassende Literatur- und Herbarstudien. Die Arbeit ist eine außerordentlich gründliche, nimmt auf die praktischen Bedürfnisse (durch Bestimmungstabellen etc.) Eücksicht und wird dem Formenreichtum ganz gerecht, ohne in der Unterscheidung zu weit zu gehen. Übersicht der behandelten Arten: Cistus albidus L., C. villosus L. mit f. villosus (L ) Janchen, f. incanus (Spach) Freyn, f. corsicus (Lois.) Grosser und f. creticus (L.) Boiss., C. monspeliensis L., C. salvifolius L., C. florentinus Lam. = monspeliensis L. X salvifolius L.; Tuberaria gut- tata (L.) Fourreau mit f. vulgaris (Willk.) Janchen und f. viicropetala (Willk.) Janchen; Helianthemum salicifolium (L.) Mill., H. apenninuvi (L.) Mill,, H. nummularium (L.) Dunal [= H. vulgare Garsault] mit f. discolor (Echb.) Janchen und f. stabianum (Ten.) Janchen, H. tomentosiim (Scop.) Spreng, mit f. Scopolii (Willk.) Janchen und f. croceum (Desf.) Janchen, H. hirsutum (Thuill.) Merat mit f. obscurutn (Pers.) Janchen und f. litorale (Willk ) Janchen, H. Kerneri Gottlieb et Janchen = hirsutum (Thuill.) Merat X nummularium (L.) Dunal, H. grandiflorum (Scop.) Lam. et DC, H. nitidum Clem. mit f. glabrum (Koch) Janchen und f. glaucescens (Murbeck) Janchen, H. canum (L.) Baumg. mit f. vineale (Willd.) Syme und f. balcanicum Janchen, H. italicum (L.) Pers., H. rupifragum Kerner mit f. Orientale (Grosser) Janchen und f. hercegovinicum (Grosser) Janchen, H. alpestre (Jacq.) DC. mit f. hirtum (Koch) Pacher, f. glabratum Dunal und f. melanothrix Beck; Fumana thymifolia (L.) Verlot mit f. laevis (Cavan.) Grosser und f. glutinosa (L.) Burnat, F. laevipes (Juslenius) Spach, F. ara- bica (Juslenius) Spach, F. erieoides (Cavan.) Pau mit f. typica Pau und f. Malyi Janchen, F. nudifolia (Lam.) Janchen [= F. procumbens (Dun.) Gren. et Godr.]. Janczewski E. Sur les antheres steriles des groseilliers. (Bull, intern, de Tacad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 7, pag. 587—597, tab. XXIV.) 8". Ganz fertiler Pollen findet sich in den Untergattungen Eibesia, Co- reosma, Grossularioides, Grossularia auch bei Hybriden. Gemischter Pollen findet sich allgemein bei Hybriden, doch auch bei Gartenexemplaren sonst fertiler Arten. Ganz sterilen Pollen besitzen B. Gordonianum und E. Cul- warwellii (Hybride) und E. inebrians a. maius. Pollen fehlt ganz (aus ver- schiedenen Gründen) bei den weiblichen Blüten der Untergattungen Parilla und Berisia, bei B. cereum, B. sanguineum, floribundum u. a. Knoll Fr. Über netzartige Protoplasmadifferenzierungen und Chloro- plastenbewegung. (Sitzungsber. der kais. Akad, d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl, Bd. CXVII., Abt. I, Dezember 1908, S. 1227—1241.) S'. 1 Tafel. Nach den Untersuchungen des Verf. kann die von Senn gegebene Erklärung der Chloroplastenbewegung (durch Vermittlung eines mit den Chloroplasten in Zusammenhang stehenden plasmatischen Netzwerkes) für höhere Pflanzen nicht angenommen werden. K^ozniewski T. and Marchlewski L. On the conversion of phyllotaonine into phytorhodines. (Bull, intern, de Tacad. des 154 Sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 4, pag. 247—261, tab. VIT— IX.) 8°. Kronfeld E. M. Mineralogisch-chemische Bemerkungen von der europäischen Studienreise Jacquin d. J. 1788 — 1790. (Archiv für die Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik, Bd. I, 1909, S. 158—165.) Krzemieniewska H. Zur Ernährung des Azotobakters. (Bull. intern, de Tacad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 5, pag. 445—448.) 8". Kr zemieniewski S. Untersuchungen über Asotöbader chroococcum Beij. (Bull, intern, de l'acad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 9, pag. 929—1051, tab. XXXI.) 8". Maly K. Centaurea derventana Vis. et Pancic var. dohrnnae K. Maly. (üng. botan. Blätter, VIII. Jahrg., 1909, Nr. 1—4, S. 93.) 80. Vom Verfasser in der Eazdolina bei Dobrun in Bosnien gefunden. — — ? Eujjliorbia variahilis Ces. (Ebenda.) Beschreibung einer der Südtiroler Euphorbia variahilis nahestehenden Pflanze, die Verf. bei Dobrun und in der Eazdolina in Bosnien gesammelt hat. Marchlewski L. and Piasecki St. A simple method for pre- paring phylloporphyrine. (Bull, intern, de Tacad. des sciences de Cracovie. cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 3, pag. 127 bis 129.) 8". Müller R. Radix Senegae und ihre Substitutionen. (Pharmazeu- tische Praxis, VII. Jahrg., 1908, Heft 7, S. 309—325.) 8". 18 Tafeln. Murr J. Beiträge zur Kenntnis der Hieracien von Vorarlberg, Liechtenstein und des Kantons St. Gallen. (Allg. botan. Zeitschrift, XV. Jahrg., 1909, Nr. 2, S. 23—27.) 8°. ' Namyslowski B. Sur la structure et le developpement de Waivelia regia, nov. subfam. gen. sp. (Bull, intern, de Tacad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 7, pag. 597—603.) 8". 6 fig. Neue Gattung als Kepräsentant einer neuen Unterfamilie der Hypo- creales, die sich zwischen die Melatiosporeae und Nectrieae (nach der Be- arbeitung in den Nat. Pflanzenfam.) einschaltet. Verf. fand den Pilz in Krakau auf Hasenexkrementen. Nemec B. Zur Mikrochemie der Chromosomen. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVII, 1909, Hett 1, S. 43—47.) 8". Petschenko B. Sur la structure et le cycle evolutif de Bacil- lopsis stijlopygae, nov. gen. et nov. spec. (Bull, intern, de Tacad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 4, pag. 359—371, tab. XVIII.) 8°. Podpera J. Vysledky bryologickeho nyzkumu Moravy za rok 1907 as 1908. Zprävy kommisse pro pfirodovedecke prozkoumani Moravy. Odd. botanicke c. 5. V Brne, 1908, p. 41. (Ergebnisse der bryologischen Durchforschung Mährens in den Jahren 1907 bis 1908. Berichte der Kommission für die naturwissenschaft- 155 liehe Durchforschung Mährens. Botan. Abteilung Nr. 5). Brunn, 1908. Im Verlage der Kommission. Neu für das Gebiet: Jungermannia Mülleri Nees (Tischnowitz), Sphagnum centrale Jens. (Telö, Zlabings), S. amblyplußlum Russ. (Alt- hammer, Wenzelsdorf), S. molle Süll. (Wenzelsdorf im Gesenke), S. platy- 'phyllum (SuU.) (Tele, Zlabings, Saar, Giebau), 8. inundatum (Euss.) (Tele), S. ubesum (Wils.) (Tele), Gymnostomum calcareum Br . g&vm. Y2ir . vir iduhmn Br. eur. (Mähr.-Krumau), IJicliodontium flavescens Dicks. (Beskyden), Fissi- dens tamarindifolius (Don) (Olmütz), Ceratodon purpureus (L.) var. Gracffi Schlieph. (Eibenschitz, Mohelno), Barbula brevifolia Brid. (Mohelno, Alt- hammer), Schistidium confertum (Funck) var. obtusifolium Br. eur. (Tiseh- nowitz), Physcoviitrium eurystomum Sendtner (Olmütz), Folilia Bothii Correns (Brunn), Mnium affine Bland, var. integrifolium Lindb. (Olmütz), 31. cincUdioides (Blytt) (Olmütz), BracJiythecium populeum (Hedw.) var. angustifoliuvi Kindb. (Olmütz), Bhynchostegmm rusciforme Neck. var. atlanticum Brid. f. stricta Podp. (Schanzen bei Althammer), Drepanocladus Wüsoni Sehimp. (Olmütz), D. Cvssoni Schimp. (Zwittau, Wenzelsdorf), D. revolvens (Sw.) (Kessel wiese im Gesenke), D. orthophyllus (Milde) (Zwittau), D. Roeseanum (Hpe.) var. orthodadon Limpr. (Chudobin), Isopterygmm carpathicum Podp. sp. nov. (Althammer), Stereodon fertilis (Sendtn.) (Wen- zelsdorf im Gesenke), S. arcuatus Lindb. var. elatus Schimp. (Olmütz). J. P. Podpera J, Zemepisne rozsifeni mechovitych na Morave. (Die geographische Verbreitung der Bryophyten Mährens.) Sep. Abdr. aus dem ,Vestnik Klubu Pfi'rodovedecköho v Prostejove" für das Jahr 1908. Jahrg. XI. Proßnitz. Im Verlage des Naturforsch en- den Klubs in Proßnitz. P. 24. — — Pamatce Karla Linnea. (Dem Andenken Karl Linnes.) Vortrag gehalten den 20. Oktober 1907 im „Naturforschenden Klub in Proßnitz. Separ. Abdr. aus der Zeitschrift „Pfiroda a skola«, Jahrg. VI, Nr. 4 u. 5. (Olmütz, 1908.) P. 12. Preißecker K. Ein kleiner Beitrag zur Kenntnis des Tabak- baues im Imoskaner Tabakbaugebiete. (4. Fortsetzung.) (Fach- liche Mitteilungen der k. k. österr. Tabakregie, IX, 1909, Heft 1, S. 1—24, Fig. 76—83, Taf. V u. VI.) 4«. Behandelt unter eingehender Berücksichtigung der Literatur einige ihrem Wesen nach nicht aufgeklärte Krankheiten, u. zw. Weißfleckenkrank- heit, Hellfleckigkeit (Panaschierung), Schmalblättrigkeit, Faltenzweige, Spreiten- verdoppelung, endlich schädliche atmosphärische Einflüsse (Hagel, Wind- wirkung) und Unkräuter. Prodinger M. Das Periderm der Kosaeeen in systematischer Be- ziehung. (Denkschriiten der kaiserl. Akad. der Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., LXXXIV. Bd., S. 329—383.) 4". 4 Tafeln. Raciborski M. Über die Hemmung des Bewegungswachstums bei Basidioholus ranarum. (Bull, intern, de Pacad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math, et natur., 1908, nr. 1, pag. 48.) 8". Rothe K. C. Über Herders Evolutionstheorie. (Mitt. d. Sekt. f. Naturk. d. Österr. Touristen-Klub, XXI. Jahrg., 1909, Nr. 1, S. 1—4, Nr. 2, S. 9—12.) 4". Rouppert C. Discomycetum species novae tres. (Bull, intern, de l'acad. des sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 7, pag. 649-651.) 8^ 156 Sphaerosoma Janczewskianum, Lachnea Clielchowskiana, Cubonia Niepolomicensi^. Schiffner V, Über Lebermoose aus Dalmatien und Tstrien (Schluß). (Hedwigia, Bd. XLVUI, Heft 4, S. 193—202.) 8°. Neu beschrieben: Miccia subbifurca Warnst, var. eutricha Schiffn., Fossombronia Loitlesbergeri SchifFn. Mehrere Arten neu für das Gebiet. Lebermoose aus Ungarn und Siebenbürgen. (Ungar, botan. Blätter, VIIL Jahrg.. 1909, Nr. 1—4, S. 24—29.) 8". Neu beschrieben: Pellia Fabbroiiiana U?iddi n'Av. pelvetioides Schiffn.: neu für Ungarn: Neesiella carnica (Mass.) Schiffn. und Lopliozia qiiadri- loba (Lindbg.) Evans; alle drei aus der Hohen Tatra. Stoklasa J., Brdli'k V., Ernest A. Zur Frage des Phosphor- gehaltes des Chlorophylls. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXVII, 1909, Heft 1, S. 10—20.) 8«. Strakosch S. Ein Beitrag zur Kenntnis des photochemischen Klimas von Ägypten und dem ägyptischen Sudan. (Sitziingsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl.. Bd. OXVIl, Abt. I, November 1908, S. 1195—1212.) 8°. Zwei Testfig. Theißen F. Xylarinceae austro-brasilienses. Zweiter Teil. (Annales Mycologici, Vol. VII, 1909, Nr. 1, S. 1—18.) 8^ Tschermak E. v., Über Korrelationen. (Landwirtschaftliche Um- schau, 2. Jänner 1909.) 4^ 2 S. Wagner A. Geschichte des Lamarekismus, als Einführung in die psycho-biologische Bewegung der Gegenwart. Stuttgart (Franckh), 1909. 8^ 313 S. — Mk. 8-80. Ein glänzend geschriebenes, ungemein anregendes Buch, das jedem, der sich für die gegenwärtigen allgemeinen Strömungen in der Biologie interessiert, empfohlen werden kann. Wie schon der Titel besagt, ist Verf. nicht bloß ein unbedingter Anhänger des Lamarekismus, sondern auch ein Vertreter der psychobiologischen Richtung desselben. Demgemäß gliedert sich das Buch, abgesehen von einer allgemeinen, das Problem entwickelnden Einleitung, in eine Darstellung der Lehre Lamarcks, in eine solche der Kritik des Darwinismus, in eine eingehende Darstellung der ganzen neo-lamarcki- stischen Bewegung, in eine Erörterung der Orthogenese, der Heterogenesis und Mutation, schließlieh in eine Kritik der schärfsten Gegner des La- raarckismus, besonders Dettos, G, Wolffs, K. C. Schneiders, Plates, Prochnows. In dem letzten Kapitel speziell erweist sich Verf. als sehr ge- schickter und schneidiger Vertreter seiner Anschauungen. Man kann zu- sammenfassend sagen, daß das Buch die beste bisher existierende Zusammen- fassung des ganzen Gegensatzes, der gewöhnlich durch Gegenüberstellung der beiden Bezeichnungen „Lamarekismus" und „Darwinismus" angedeutet ist, darstellt, daß es den Gegenstand in durchaus scharfsinniger und klarer Weise behandelt. Anschließend an diese Charakteristik des Buches seien dem Referenten ein paar kurze Bemerkungen zur Präzisierung seines persönlichen Stand- punktes in der Sache selbst und zu dem Buche gestattet. Verf. sagt von ihm S. 148, daß er Vertreter des Lamarekismus sei, daß er aber auf halbem Wege stehen bleibe, „ob aus Entgegenkommen gegenüber dem Zeitgeiste der letzten Periode oder ob aus Mangel an Bedürfnis, weiterzugehen", muß dahingestellt bleiben. „Tatsächlich sieht Wettstein die in der Anerkennung des Primates der Funli.tion gelegene psychistische Konsequenz nicht." Verf. ist zu offen in seinen Äußerungen, als daß ich annehmen wollte, es liege in der zitierten Andeutung der Gründe des Stehenbleibens auf halbem Wege die Annahme inferiorer Motive. Anderseits will ich diese Gelegenheit be- 157 nützen, um ganz klar auszusprechen, warum ich nicht die psychisch-biologi- sche Eichtung im Lamarekismus, wie sie u. a. vom Verf. vertreten wird, mitmache, warum ich bewußt auf „halbem Wege stehen" bleibe. Ich erblicke meine Aufgabe in der tunlichst weitgehenden induktiven Förderung des Entwicklungsproblems. Jeder Eingeweihte weiß, daß wir noch lange nicht so weit sind, daß wir eine mechanistische oder vitalistische Auffassung als das Ergebnis induktiver Forschung ansehen können. Wenn wir daher zur Erklärung der Erscheinungen mechanistische oder vitalistische Auf- fassungen verwerten, so geschieht es gewissermaßen versuchsweise, — dies spricht auch Verf. S. 211 aus — um zu sehen, mit welchem Erklärungs- versuche wir dem induktiv nicht oder noch nicht aufhellbaren Rest näher treten können. Wir müssen aber dabei darüber klar sein, daß diese philoso- phische Betrachtungsweise nicht sozusagen in der Verlängerungslinie der naturwissenschaftlichen liegt, sondern das Einschlagen eines anderen Weges bedeutet. Der Naturforscher, der ihn nicht einschlägt, bleibt nicht auf halbem Wege stehen, sondern bleibt im Rahmen seines Arbeitsgebietes. Ich leugne durchaus nicht, daß unter diesen Umständen die psycho-biologische Autfassung ihre Berechtigung haben kann, nur muß der Naturforscher verlangen, daß dabei auch das Psychische als etwas Gewordenes betrachtet werde, und bei Verfolgung dieses Gedankens kommen wir sehr bald an den Punkt, der den exklusiv psychischen Standpunkt auch als nicht ganz befriedigend er- scheinen läßt. Eine Gefahr liegt in der Auffassung des Psychischen als Charakteristikum des Lebens; sie liegt darin, daß der Forscher in die Ver- suchung kommt, relativ früh bei den Versuchen, ein Lebensphänomen auf seine Elemente zurückzuführen, sich mit dem Hinweise darauf, daß es sich um ein psychisches Phänomen handelt, zufrieden gibt und auf eine physio- logische Vertiefung verzichtet. Wettstein. Wibiral E. Über die Bildung neuer Pflanzenarten durch Kreuzung. (Mitteilungen d. k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Steiermark, 35. Jahrg., 1909, Nr. 3, S. 41—44.) 8». Wiesner J. Die Licht- und Schattenseiten des Darwinismus. (Österreichische Eundschau, Bd. XVIII, Heft 3.) 4». 15 S. Wisniewski P. Einfluß der äußeren Bedingungen auf die Frucht- form bei Zygorhynchus Moelleri Vuill. (Bull, intern, de l'acad. des Sciences de Cracovie, cl. sc. math. et natur., 1908, nr. 7, pag. 656—682.) ^\ 1 Textabb. Zach Fr. Über den in den Wurzelknöllchen von Elaeagnus nn- gustifolia und Alniis glutinosa lebenden Fadenpilz. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVII. Abt. L Oktober 1908, S. 973—984.) 8°. 1 Taf. Zweifelloser Nachweis, daß der Symbiont in den Wurzelknöllchen von Elaeagnus und Alnus ein Hyphomycet ist, und eingehende Darstellung der Veränderungen, welche dessen Mycel erfährt. Bornmüller J. Beiträge zur Flora der Eibursgebirge Nord-Per- siens. (Bull. herb. Boissier, 2. ser., tom. IV-VIII, 1904-1908.) 8». 15 Tafeln. Florula Lydiae. (Mitteil. d. Thüring. botan. Vereins, Heft XXIV, 1908, S. 1-140.) 8^ 1 Tafel. Brown W. H. The nature of the embryo sac of Feperomia. (Botan. Gaz., 46, pag. 445—460.) 8°. 3 Taf. Degeu A. v. Bemerkungen über einige orientalische Pflanzenarten. LIII. Über die Entdeckung eines Vertreters der Gattung Les- 158 querella im Velebitgebirge. (Ungar, botan. Blätter, VIII. Jahrg., 1909, Nr. 1—4, S. 3—24, Taf. I.) 8«. Die neuentdeckte Lesquerella velehitica Degen, deren Morphologie und systematische Stellung in der Abhandlung sehr eingehend besprochen wird, ist die erste für Europa bekannt gewordene Vertreterin der bisher nur aus Amerika bekannt gewesenen Alyssineen-Gattung Lesquerella. Innerhalb dieser steht die neue Art der L. alpina (Nutt.) Wats. am nächsten. De Toni G. B. Illustrazione del secondo volume delP erbario di ülisse Aldrovandi. (Atti del R. Istituto Yeneto di scienze. lettere ed arti, t. LXVK, 1907/8, p. 11.) 8°. 116 pag. — — Illustrazione del terzo volume dell' erbario di Ulisse Al- drovandi. (Malpighia, ann. XXII, 1908.) 8^ 102 pag. Ernst A. Ergebnisse neuerer Untersuchungen über den Embryo- saek der Angiospermen. (Verhandl. d. Schweiz, naturf. Gesell- schaft, 91. Jahresversammlung, Giarus 1908, Bd. I.) 8**. 34 S., 10 Fig. Für den, der die reiche, den Bau des Embryosackes betreffende Lite- ratur der letzten Jahre nicht zu verfolgen vermochte, sehr wichtige kurze Zusammenstellung. Verf. behandelt speziell ausführlicher die Frage des 16- kernigen Embryosackes. Die Besiedelung vulkanischen Bodens auf Java und Sumatra. (G. Karsten und H. Schenck, Vegetationsbilder. YII. Reihe. Heft 1 u. 2, Taf. 1—12.) 4^ Das vorliegende Heft ist nicht nur durch die schönen Tafeln, sondern insbesondere dadurch, daß es Beiträge zu einem biologisch wichtigen Problem bietet, von besonderem Interesse. Beiträge zur Ökologie und Morphologie von Folypodmm pteropus. (Ann. d. Jard. bot. de Buitenzorg, 2. Ser., Vol. VII., pag. 103—143.) gr. 8°. 3 Taf. P. pt. ist ein gelegentlich untergetaucht, also ganz submers wachsender Farn. Verf. untersuchte die Pflanze genau an der Hand von Exemplaren, welche er auf Sombok gesammelt hatte. Interessant ist, daß die Anpassung an die aquatile Lebensweise relativ wenig Veränderungen zur Folge hatte, daß insbesondere der Bau der Sporangien ein ganz normaler ist. Feltgen J. Vorstudien zu einer Pilz-Flora des Großherzogtums Luxemburg. II. Teil. Basidiomycetes et Auriculariei. Luxem- burg, 1908. 8". 228 S. — Mk. 6. Hoffentlich besser als der 1. Teil dieses Buches. Vgl. Höhuel in Sitzungsber. der Wiener Akad. d. Wissensch. CXV. Bd., 7. Heft, S. 1189. 1906. Fleischer M. Die Musci der Flora von Buitenzorg, zugleich Laubmoosflora von Java mit Berücksichtigung aller Familien und Gattungen der gesaraten Laubmooswelt. III. Band (S. VII bis XXIV und 645-1100, Fig. 122—184). Bryales metacrana- ceales i. p., Isöbryinae i. p.. Hookerinae. (Flore de Buitenzorg, V. partie, 3. volume.) Leiden (J. E. Brill). 1906—1908. 8". — Mk. 23. Gay er Gy. Über eine mutmaßliche Juglans regia laciniata 9 X Jnglans regia cf. (Ungar, botan. Blätter, VIII. Jahrg., 1909, Nr. 1—4, S. 54-55.) 8". 159 Gay er Gy. Der zweite Standort der PulsatilJa Gayeri Simk. und P. mixta Hai. in Ungarn. (Ungar, botan. Blätter, VIII. Jahrg., 1909, Nr. 1—4, S. 56-.58.) 8". P. Gayeri Simk. (= r»onterophylliforifnes Krasser. 1. M. Uaidingeri Krasser, n. sp. 2. M. lunzensis Krasser, n. sp. Von den 17 in der Abhandlung diagnostizierten und biblio- graphisch bearbeiteten Arten sind heute noch 10 neu und bisher nur aus den Lunzerschichten bekannt. Sämtliche Marattiaceen der Lunzer Flora gehören ausgestorbenen Gattungen an, die aber durch die Sporangienmerkmale als natürliche Gattungen auch im Sinne der Systematik der rezenten Marattiaceen gelten müssen. Die Marattiaceenflora der Keuperzeit, soweit sie in den Lunzer- schichten erhalten ist, zeigt demnach eine ganz beträchtliche Differenzierung; 7 Gattungen mit zusammen 17 Arten. Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse vom 21. Jänner 1909. Dr. Fritz KnoU in Graz übersendet eine Abhandlung mit dem Titel: „Studien zur Artabgrenzung in der Gattung Astilbe."- Es wurde wiederholt in früherer Zeit die Ansicht aus- gesprochen, daß die Gattungen Astilbe und Ämncus so nahe ver- wandt seien, daß es allenfalls angezeigt w^äre, beide Gattungen unter einer einzigen Gattungsbezeichnung zu vereinigen. Von diesem Gesichtspunkt aus hat der Verfasser seine Untersuchungen begonnen. Er ist dabei zu dem Resultat gelangt, daß beide ob- genannte Gattungen sich durchaus scharf voneinander unter- scheiden lassen und daß keinerlei Übergänge zwischen ihnen vor- handen sind. Auch die Behauptung, daß zwischen beiden Gattungen Bastarde vorkommen, hat sich als unzutreffend erwiesen. Um zu diesem Resultat zu kommen, mußte der Verfasser erst eine ge- naue Revision der (im allgemeinen ziemlich ungenau beschriebenen) Astilbe-Arteü vornehmen. Da sich hiebei verschiedene Änderungen in der Abgrenzung der bekannten Arten sowie die Beschreibung einiger neuer Spezies als notwendig erwiesen, hat der Verfasser seine bei der Beschäftigung mit der Gattung Astilbe gemachten 165 Beobachtungen in der vorliegenden Arbeit zusammengefaßt. Der Autor hat zehn ihm in Herbarexemplaren zugängliche, bereits be- kannte Arten der Gattung Ästilbe neu umgrenzt und mit aus- führlichen lateinischen Diagnosen versehen, sowie drei neue Arten und einen Bastard beschrieben. Hofrat Prof. Dr. J. Wiesner überreicht eine von Dr. K. Linsbauer und E. Abranovicz im pflanzenphysiologischen In- stitut der k. k. Universität in Wien ausgeführte Arbeit, betitelt: „Untersuchungen über die Chloroplastenbewegungen." Die wichtigeren Ergebnisse lauten: 1. Die Bewegungen der Chloroplasten von Lemna trisulca und Funaria hygrometrica weisen in ihrer Beeinflussung durch verschiedene Agentien mehrfache Analogien mit der Plasma- strömung auf; a) Ätherwasser {1%) sistiert die sich beim Übergang ins Dunkle normalerweise einstellenden Bewegungen, während hierdurch die Annahme der Profilstellung aus der Epi- strophe bei direkter Insolation nicht nur nicht gehemmt, sondern sogar beschleunigt wird. In positiver Apostrophe ätherisierte Chloroplasten behalten jedoch unter allen Um- ständen ihre Stellung bei. })) COj-Entzug sistiert umgekehrt den Übergang in positive Apostrophe bei direkter Insolation, beeinflußt jedoch nicht die Annahme der negativen Apostrophe aus der Epistrophe bei Übertragung ins Dunkle. 2. Die bei Insolation auftretenden Chloroplastenbewegungen unterscheiden sich jedoch von der Plasmaströmung schon insoferne, als sie an die Assimilationsfähigkeit gebunden sind. 3. Turgorsteigerung bedingt die Annahme der positiven Apo- strophe, vielleicht sogar jede Profilstellung der Cloroplasten. 4. Die orientierte Ansammlung der Chloroplasten bei schräg einfallendem Lichte ist von der Apostrophe prinzipiell verschieden; sie dürfte auf eine Phototaxis des Protoplasmas zurückzuführen sein. 5. Die Chloroplasten bewegen sich (bei Funaria) in strang- förmigen Plasmazügen, welche selbst einer kontinuierlichen Ver- änderung (Auflösung , Neubildung , Anastomosierung) unter- worfen sind. 6. Die Bewegung der Chloroplasten ist der Hauptsache nach eine passive, wenngleich vielleicht in gewissen Fällen (z. B. bei Funaria) schwach amöboide Formänderungen der Chlorophyllkörner die Bewegung begünstigen. Sitzung der mathematisch - naturwissenschaftlichen Klasse vom 4. Februar 1909. Prof. Dr. R. v. Wettstein legt eine Arbeit von Prof. Fr. Zach vor, mit dem Titel: »Untersuchungen über die Kurz- 166 wurzeln von Sempervivum und die daselbst auftretende endotrophe Mykorhiza." Sitzung der mathematis ch - naturwissenschaftlichen Klasse vom 4. März 1909. Das w. M. Prof. R. v. Wettstein überreichte eine Arbeit aus dem botanischen Laboratorium der k. k. Universität Graz (Vorstand Prof. Dr. K. Fritsch) von Franz Wonisch: ^Über den Gefäßbündelverlauf bei den Cyrtandroideen." Von Hollstein wurden unter den Cyrtandroideen für Mi- traria, T ricliosporum und Streptocarpus einsträngige, für die Ver- treter der Columneae sowie Bidynwcarpitfi dreisträngige Blatt- spuren beschrieben. Nur bei Klugin stellte derselbe ein mark- ständiges Gefäßbündelsystera fest. Fritsch beobachtete einen ganz ähnlichen anormalen Gefäßbündelverlauf bei Monophyllaea. So- lereder konstatierte Markbündel bei Rhynchoglossum. Der Ver- fasser untersuchte Vertreter aus sämtlichen Tribus der Cyrtan- droideen — 41 Gattungen angehörende 58 Arten — auf ihren Gefäßbündelverlauf hin, ohne den erwähnten anormalen Verlauf der Gefäßbündel bei einer anderen als den bereits bekannten Gattungen wiederzufinden. Der weitaus größte Teil der unter- suchten Gattungen, von welchen die überwiegende Mehrheit bisher überhaupt noch nicht in bezug auf ihren Gefäßbündelverlauf unter- sucht worden war, folgt dem Typus mit einsträngiger Blattspur: Ramondieae, Championieae^ Streptocarpeae zum Teil, Trichosporeae zum Teil, Hemihoeae, Anetantheae, Beslerieae und Coronanthereac. Eine bei weitem nicht so große, doch aber noch ziemlich be- trächtliche Anzahl von Gattungen ist nach dem Typus mit drei- strängiger Blattspur gebaut: Didymocarpcae, Cyrtandreae und Columneae, zum Teil Streptocarpeae und Trichosporeae. Die bisher unterschiedenen Gattungsgruppen dürften also auch, was den Ge- fäßbündelverlauf anlangt, natürliche Gruppen darstellen. Ein- schränkend dazu muß wohl bemerkt werden, daß z. B. Saint- paulia unter den Ramondieae im äußeren Habitus, im Blütenbau und im Gefäßbiindelverlauf so stark an Didymocarpus sinensis erinnert, daß Verfasser meint, Saintpanlia sei besser den Didy- mocarpeae einzureihen. Als eine gänzlich unnatürliche Gruppe hat sich die der Klugieae herausgestellt, zu welcher nach Ansicht des Verfassers nur Klugia, Rhynchoglossum und unbedingt auch Monophijllaea gehören, von welchen die zuletzt genannte der Früchte wegen bis jetzt bei den Beslerieae eingereiht wurde. Die drei genannten Gattungen haben außer dem Gefäßbündelverlauf noch das Vorkommen von Sekretgängen gemeinsam, desgleichen sind im Aufbau der Keimpflanzen phylogenetische Beziehungen nicht zu verkennen. Das k. M. Prof. F. v. Höhnel legt eine Abhandlung: „Fragmente zur MykologieS VI. Mitt., Nr. 182—288, vor. 167 welche gleichzeitig der zweite Teil der Ergehnisse seiner mit Unterstützung der kaiserl. Akademie durch Zusage des Buiten- zorg-Stipendiums 1907/08 unternommenen Forschungsreise nach Java ist. Die Arbeit enthält kritische Studien über zahlreiche unge- nügend bekannte tropische Pilze und Neubeschreibungen der- selben, wobei eine größere Anzahl von Synonymien festgestellt wurde. Ferner werden viele neue Arten und eine Anzahl von neuen Pilzgattungen aufgestellt und charakterisiert. Die Bearbei- tung der gefundenen Myxomyceten ergab für dieselben drei neue Gattungen; ferner wurden die Myriangiaceen, Englerulaceen und die Gattung Saccardia größtenteils auf Grund der Originaltypen kritisch revidiert und neu geordnet. Personal-Nachrichten. Prof. Dr. P. Sorauer (Berlin) wurde zum Geheimen Re- gierungsrat ernannt. (Naturw. Rundschau.) Privatdozent Dr. Karl Steinbrück wurde zum Professor der Landwirtschaftslehre an der Universität Halle ernannt. (Naturw. Rundschau.) Dr. W. Simon hat sich an der Universität Göttingen für Botanik habilitiert. (Botan. Zentralblatt,) Dr. J. W. C. Goethart wurde zum Direktor des Reichs- herbariums in Leiden (als Nachfolger von Dr. J. P. Lotsy) er- nannt. Dr. W. H. Lang wurde m Professor of Cryptogamic Bo- tany an der Victoria University of Manchester ernannt. (Botan. Zentralblatt.) Sir George King, früher Direktor des Botanischen Amtes in Indien, ist am 13. Februar im 69. Lebensjahre gestorben. (Naturw. Rundschau.) Iiilialt der AprU-Aummer: P. Knoll: Eine neue Art der Gattung Coprinus. S. 229. — L. v. Portheim und E. Löwy: Untersuchungen über die Entwicklungsfähigkeit der PollenltörDer in verschiedenen Medien. S. 134. — Dr. Milan Serko: Vergleichend-anatomische Unter- suchung einnr interglazialen Konifere. (Schluß.) _S. 143. — i'. Vierhapper: Eine neue SolJaneüa aus dem Balkan. S. 148. — Literatur-Übersicht. S. 151. — Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. S. 163. — Personal-Nachrichten. S. 167. Redakteur: Prof. Dr. lt. t. AVettsteiu, Wien, 3/3, Kennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates and kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: J852/5S ä M. 2- — , 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittels Postanweisuut; direkt, bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn),zupränumeriereD. Einzelne Stummem, soweit noch vorrätig, ä 2 MarK. Ankündigungen werden mit SO Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 168 INSERATE. Die Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2, beehrt sich bekannt zu geben, daß die neue Auflage von „Fritsch; Ejckursionsflora" in einigen Wochen erscheinen wird. Im Verlage von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2 (Postgasse), ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden : Professor Dr. Karl Fritsch leosierreiciiismiiißp-i. (mit Ausschluß des Küstenlandes). Schulausgabe der „Exkursionsflora". Preis broschiert Mark 3"60, in elegantem Leinwandband Mark 4* — . Ppeishepabsetzung älterer Jahrgänge der ,,Österr. botanischen Zeitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1892 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 i „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. Die Preise der Jahrgänge 1853, 1853 (ä Mark 3.—), 1860 bis 1863, 1864-1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1873 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts herTorragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich direkt Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. NB. Dieser Nummer liegt bei Tafel II (Serko) und ein Prospekt über I. Dörflers Botanil^er-Adreßbuch. Bnchdnickerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE ZEITSCiBlFT. Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. t. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LIX. Jahrgang, N"- 5. Wien, Mai 1909. Untersuchungen über die Gattung Cerastium. I. Die Yerwertung der Haarformen für die Unterscheidung der Arten. Von C. Correns (Leipzig). (Mit 4 Textabbildungen.) Seit Jahren studiere ich, so weit es meine anderen Arbeiten zulassen, auch mit Hilfe von Kulturversuchen, die Gattung* Cerastium, ohne daß ich bis jetzt anders als gelegentlich von meinen Beob- achtungen Gebrauch gemacht hätte ^). Wenn meine Absicht bei diesen Untersuchungen eigentlich nur war, eine selbständige Einsicht in Bildung und Verkettung der Sippen eines nicht gar zu großen, aber schwierigeren Verwandtschaftskreises zu gewinnen, so ergaben sich dabei doch eine Menge von Tatsachen, die von Inter- esse für die Systematik der Gattung sind. Einige davon sollen in dieser kleinen Arbeit mitgeteilt werden, andere sollen später folgen ; ich hoffe, endlich eine Bearbeitung der ganzen Gattung geben zu können ^). Bei den großen Schwierigkeiten, in manchen Artenkreisen für die einzelnen Glieder greifbare Charaktere zu finden, habe ich von Anfang an auch das Mikroskop zu Hilfe genommen, und dabei hat sich herausgestellt, daß besonders die Haare, hier wie in anderen Verwandtschaftsgruppen, gute Merkmale abgeben können. Dies will ich im folgenden an einigen Beispielen zeigen. 1) Über Levkoyenbastarde. Botan. Zentralbl., Bd. 84, S. 112 (1900); Dörflers Herbarium normale, „Schedae ad Centuriam XLVIII", Nr. 4705 bis 4716. (Jan. 1907.) -) Nach Einsendung des Manuskriptes habe ich noch durch die Freund- lichkeit der Herren Professor Dr. v. Wettstein und Dr. E. Janchen die einschlägigen Cerastien des Herbares der Universität Wien einsehen können wodurch besonders beim zweiten, das C. grundiflorum behandelnden Teil wesentliche Ergänzungen möglich wurden. Ich spreche ihnen auch hier meinen, besten Dank aus. Österr. botan. Zeit.sciirift. 5. Heft. 1909. 13 170 In der Literatur ist über Cerastien-Haare (begreiflicherweise) wenig zu finden. Daß C. mollissimum Poir. sicli durcii eine Art „Sternhaare" auszeichnet, wußte schon Gre nie r^): „pilis foliorurn et cauHs stellato-ramosis", und in der Flora Brasiliensis sind außer- dem für C. dicrotricJium Fenzl zwei- bis dreispaltige Haare an- gegeben: „folia pilis brevibus plerisque apice bi- vel tripartitis v. rarissime simpUcibus scabriuscula" ^). Sonst sind nur einzellreihige Deck- und Drüsenhaare bekannt, die gewöhnlich gleichlange Zellen haben sollen^}. Solche Haare kenne ich jedoch nur für eine Minderzahl von Cerastiitm- Arten, z. B. das G. Haussknechtii Boiss. oder die Untergattung Dichodon Bartl (C. trigynum Vill., G. anomaluni W. K.), während bei den meisten von mir unter- suchten Arten die Länge der Gliederzellen nach der Spitze hin zu- nimmt, gewöhnlich sehr deutlich, hie und da ganz auffallend (vgl. z. B. Fig. 1, 0, D). Einen solchen Bau gibt Solereder nur für Agrostemma an. Das von Theorin*) abgebildete Haar von Ce- rastiiim vidgatum zeigt dagegen die Zunahme in der Länge der Zellen ganz richtig. Die bekannteste südeuropäische Gerastium- Art ist das durch seinen weißen Haarfilz so auffällige, in- und außerhalb der bota- nischen Gärten viel kultivierte und in wärmeren Gegenden hie und da verwilderte C. tomentosum L. Seine Heimat ist der mittlere und südliche Teil Italiens und Griechenland. Die Angaben für Spanien beziehen sich, soweit es sich nicht etwa um verwilderte Pflanzen handeln sollte, auf G. Boissieri Gren. ^j. Die Angaben für Dalmatien, Montenegro, Bosnien und Serbien**) sind wohl nur durch die Einbeziehung von Formen veranlaßt, die nur entfernt verwandt sind und mit G. moesiacum Friv., G. lanigerum dem. etc. in näherer Beziehung stehen. Ich muß aber gestehen, daß ich weder von dem G. tomentosum v. elongatum Pantocsek, noch von dem G. tomentosum v. bosniacum G. Beck Originale gesehen habe ^). 1) Monographia de Cerastio, p. 63 (1841). 2) Eohrbach P., Alsinaceae, 1. c, Vol. XIV, Pars II. 3) Solereder H., Systematische Anatomie, p. 124 (1899), und der Er- gänzungsband dazu, p. 36 (1908). t' *) Theorin P. G. E., Nya bidragtill Kännedomen om växttrichomerna, Arkiv för Botanik, Band 3, Nr. 5, Tat". 1, Fig. 48 (1903). 5) In Willkomm und Langes Prodromus florae Hispanicae findet sich C. tomentosum überhaupt nicht mehr angeführt. 6) Nyman C. F., Conspectus Florae Europaeae, I, p. 107 (1878). Das von Fenzl (Ledebours Flora Eossica, I., S. 414, für den Kaukasus (Iberien) aufgeführte C'. tomentosum „ß. niveum, Lus. 1. folia omnia linearia" („fide specim. Stevenii, a cl. Trinio herb. Musei vindobonensi communic") dürfte, trotz F e n z 1 s Autorität, kein echtes C. tomentosum sein. ''') Das von Baldacci (Iter albanicum [montenegrinum] sextum, 1898, Nr. 56, Herb. Univ. Wien) ausgegebene C. tomentosum L. f. elongatum Pant. gehört, wie das C. tomentosum L. var. bosniacum Beck desselben Sammlers (Iter albanicum 1892, Nr. 184, ibid.), sicher nicht in den Formenkreis des echten C. tomentosum, sondern in den des C. lanigerum Clem. 171 Das italienische C. tomentosum zerfällt in eine ganze An- zahl von Sippen, die zum Teil in ihren Extremen auffälhg ver- schieden sind und auch schon vielfach Namen erhalten haben (C. longifoliuni Ten., C. alhum Presl etc.). Bei dem griechischen C. tomentosum sind dagegen, soviel ich weiß, keine Formen be- schrieben worden; nur v. Heldreich hat eine var. alpina in sched. aufgestellt, zuerst wohl in den Exsicc. vom Jahre 1844, wo Boissier mit als Autor zitiert wird. Es ist eine niedrige Form höherer Standorte („in excelsis Taygeti ad nives jugi Hagio Pa- raskevy") mit kürzeren, etwas zurückgekrüramten Blättern. Über ihre Konstanz in der Kultur und damit über die Berechtigung ihrer Unterscheidung kann ich nichts sagen, sie scheint mir aber eher eine Modifikation zu sein'). Merkwürdigerweise hat noch niemand die griechische Pflanze auch nur als Varietät von der italienischen abgetrennt. Der einzige, der einen Unterschied hervorgehoben hat, ist, soviel ich weiß, Nyman, der^) ganz richtig sagt: „Planta graeca multo densius vestita est." Und doch ist die griechische Pflanze eine besondere, meiner Meinung nach sogar eine ausgezeichnete Art. Den auffälligsten, ganz unerwarteten Unterschied zeigten die Haare, die die Filzdecke der Pflanzen ausmachen: Das italienische C. tomentosum hat einfache, das griechische C. candidissi- mum, wie ich es nennen will, ästige, fast sternförmige Haare, u. zw. durchgehends, an Stengeln, Blättern, Blütenstielen und Kelchen; ich habe nicht ein einfaches Haar gefunden*). Die umstehende Abbildung 1 zeigt an einigen Haaren von beiden Arten den Unterschied besser als eine lange Beschreibung; es sind dazu nur noch wenige Beuaerkungen nötig. Am Stengel des C. candidissimum pflegen die Äste der Haare ausgesprochen kuhssenartig ausgebreitet zu sein, so daß das einzelne Haar, von oben gesehen, fast wie ein Strich erscheinen kann ; bei den Haaren auf den Blättern tritt das nicht hervor, obwohl auch hier von den Ästen oft eine Richtung — wohl die Längsrichtung des Blattes — bevorzugt ist. Die Sternhaare des südamerikanischen C. mollissi- muni und seiner Verwandten scheinen sich, nach der untersuchten Probe (C. Willdenowii DO., leg. Sellow, Brasil, merid., Herb. Univ. Lips.) zu urteilen, auffällig genug durch ihren aus zahlreichen ^) V. Haläcsy erwähnt sie denn auch in seinem Conspectus Florae Graecae gar nicht. 2) Nyman C. F., Conspectus Florae Europaeae, p. 107. Auch P. G. Strobl ist der Unterschied zwischen seinen siziüanischen Pflanzen und dem von Eeichenbach abgebildeten „C. tomentosum" aufgefallen (das unzweifel- haft die griechische Pflanze darstellt), sowie seinen von v. Spruner ge- sammelten Exemplaren vom Hymettus. (Österr. botan. Zeitschr., 1885, p. 277.) 3) E. V. Haläcsy gibt zwar in seinem sehr verdienstvollen Conspectus Florae Graecae (L, p. 220) ausdrücklich „lanugine simplici crispata" an, doch konnte er sich dabei auf den sonst so genauen Fenzl (Ledebours Flora ßos- sica, Bd. I, p. 413) stützen. 13* 172 Abb. 1. Cerastium candidissimum sp. nov. und C. tomentosum L. s. stren. A, B zwei Haare des C. candidissimum, A vom Blütenstiel, B vom Blatt; C, d! E drei Haare des C. tomentosum; F, G Haare einer kultivierten iome7i^osu»i- Form, F Ausnahmefall. Nach Behandlung mit verdünnter Kalilauge gezeichnet; die ., Sperrzellen" punktiert. (Vergr. 230.) 173 kurzen Zellen bestehenden „Stiel" zu unterscheiden, wie Abbildung 2 zeigt \). Wir kennen Fälle, in denen es viel leichter ist, zwei Arten durch mikroskopische Merkmale als durch grob-morphologische zu unterscheiden ; das beste Beispiel ist wohl das Artenpaar Tricho- Ijlionim germanicum und T. ansiriacum, in die Palla^) den alten Abb. 2. Cerastium mollissimuvi. A, B zwei Haare vom Blatt, u. zw. zwei re- lativ wenig verzweigte und kleine. (Vergr. 230.) 1) Bei C. tonientosum und C. candidisfsimum weichen, wie bei anderen ±: filzigen Arten, die unterste Zelle oder die zwei, seltener drei untersten Zellen, die über der Fußzelle des Haares liegen, von den übrigen Zellen in ihrer iMembranbeschaifenheit ab. Ihre dünnere Wand erinnert an die der (an der gleichen Stelle liegenden) „Saugzellen", wie sie für viel „Saughaare" seit Volkens' und Gregorys Untersuchungen bekannt sind. (Vergl. Haberland t, Phj'siologische Pflanzenanatomie, III. Aufl., S. 210.) Hier, bei unseren Cerastien, sind sie aber, soweit sich das an dem toten Material beurteilen läßt, schon frühzeitig abgestorben, wie die darüberliegenden Zellen, und kollabiert; und ihre Wand ist deutlich verkorkt — entweder der ganzen Dicke nach oder nur die innerste Membranlamelle — u. zw. rundum, während die dickeren Wände der darüberliegenden Haarzellen nur eine zarte Kutikula besitzen, und sonst Zellulosereaktionen geben (Vorbehandlung des Materiales mit Eau de Ja- velle und Färben mit Cyanin; couf. A. Zimmermann, Botan. Mikrotechnik, S. 151). Eine einwandfreie Deutung dieser verkorkten Zellen kann natürlich nur das Experiment geben; alles zusammengehalten, scheint es mir aber wahr- scheinlich, daß bei unseren Cerastien der Haarfilz als Licht- oder eher Tran- spirationsschutz dient, und daß die Verkorkung der Basalzellwände die Punktion hat, das darüberliegende (tote) Haar vom lebenden Blatt abzusperren und so eine unnötige und bei dem trockenen Standort auch kostspielige Wasserabgabe vonseiten des Blattes an das Haar und vom Haar an die Luft zu verhindern, die selbst noch im toten Haar durch die Membran vor sich gehen würde. Man könnte solche Basalzellen „Sperrzellen" nennen; sie dürften sich gewiß als weiter verbreitet herausstellen. 2) Palla E., Einige Bemerkungen über Trichophorum atrichum und caespliosum. Ber. d. Deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XV, S. 467 (1897). 174 Scirpus caespitosus zerlegen konnte. Doch sind auch dort noch morphologische Unterschiede vorhanden, und so ist es auch bei unseren zwei Cerastium- Arten. Hier sind sie sogar recht be- trächtlich. Zunächst ist die Filzbekleidung des C. candidissimwn, wie schon Nyman (1. c.) richtig hervorgehoben hat, dichter und dadurch weißer; nur ausnahmsweise hat das italienische tomen- tosum ein so dichtes weißes Haarkleid. Außerdem ist das Filzkleid des C. candidissimum aber auch glatter als das des C. tomentosum, das mehr durch hervorstehende Haare wollig erscheint. Der Unterschied ist besonders an den Blättern deutlieh und ist natür- lich durch die Haarform bedingt. Mit dem Alter (beim Liegen im Herbarium) wird der Filz des C. candidissimum gelblich, viel aus- gesprochener als es gelegentlich bei C. tomentosum vorkommt, dessen Filz oft noch bei sehr alten Exemplaren rein weiß ist. Dann sind die Infloreszenzen des C. candidissimum dichter, was durch die kürzeren Blütenstiele bedingt wird; der erste ist, wenn er eine normale Blüte trägt, etwa so lang bis doppelt so lang als sein Kelch, statt, wie bei C. tomentosum, doppelt bis dreimal so lang und länger. Die Brakteen sind kürzer und breiter, eiförmig statt eiförmig-lanzetthch, und die Blüten sind auffallend kleiner. Schon die Kelchblätter sind kürzer, dafür (relativ) breiter und vor allem stumpfer; besonders auffällig ist aber der Unterschied in der Länge der Kronblätler: bei C. can- didissimum habe ich keine geraessen, die länger als 9*5 mm gewesen wären, bei C. tomentosum überschreitet die Länge 13 mm (selbst 16 mm) und geht wohl nur selten unter 10 mm herab. Wichtiger als dieser Größenunterschied seheint mir ein Formunterschied zu sein: In allen untersuchten candidissimum-Blviien verschiedener Herkunft waren die Blumenblätter am Grunde plötzlich in den sehr kurzen, fast fehlenden Nagel zusammengezogen, zuweilen sogar sehr deutlieh geöhrt, in allen tomentosum-WMen dagegen mehr allmählich in den Nagel verschmälert. Fig. 3 zeigt das deutlich genug. Der Hauptunterschied liegt aber (natürlich abgesehen von den Haaren) in der Kapsel. C. candidissimum hat eine derbere Kapsel mit Zähnen, deren Eand fast oder vollkommen flach ist, die aber deutlich, bis zu einem Halbkreis, zurückgekrümmt sind. C. tomentosum hat dagegen eine zartwandigere Kapsel mit Zähnen, deren Seitenränder deutlich nach außen umgebogen sind, und die dafür gerade vorgestreckt oder gerade — nicht ge- krümmt — etwas nach außen stehen^). 1) C. candidissimum verhält sich also in seinem Kapselhau zu C. to- mentosum -wie C. Biebersteinii DC. zu diesem; es hat eben die Biebersteinii- Kapselzähne. Grenier hat zwar in seiner Monographie (p. 22) eine Anzahl tomentosum-Formen {C. longifolium Ten., C. samnianum Ten.) zu C. Bieber- steinii gezogen. Alles, was ich aus Italien von fruchtendem C. tomentosum sah, hat aber die gleichen, oben beschriebenen Kapselzähne; auch sehr schmal- 175 C. candidissimum gehört also in die Sektion „StrepJwdon" , wenn es auch die Zurückrollung der Kapselzähne nicht sehr aus- gesprochen zeigt, lange nicht so wie etwa C. perfoliatum oder chlorifolium, C. tomentosum dagegen in die Sektion „Ortlwdon^ \ ein guter Beweis dafür, wie unnatürlich diese beiden Haupt- sektionen sind, die seinerzeit Seringe geschaffen und die man seitdem allgemein angenommen hat. Ähnliche Beispiele lassen sich auch sonst finden. Das C. candidissimum hat endlich meist schon einen ab- weichenden Habitus; es ist plumper als das G. tomentosum, was zum guten Teil auch durch das dichtere Filzkleid bedingt sein wird, und das oberste Internodium des blühenden Stengels (unter der Infloreszenz) ist oft nur wenig länger als das nächst untere, während es bei C. tomentosum meist viel länger, selbst doppelt so lang und länger ist, so daß die Infloreszenz von den Blättern weiter abgerückt ist und der blühende Stengel dadurch etwas schaftähnlich wird. Abb. 3. Unterer Teil von Blumenblättern (verschiedener Blüten), Ä, B. C, D von Cerastium tomentosum L. s. str., E, F, G, H von C. candidissimum n. sp.; nach Skizzen, die mit dem Zeichenapparat bei ISfacher Vergrößerung entworfen worden waren. Vergr. ca. 7. Eine ganz charakteristische Abbildung des C. candidissimum gibt Eeichenbach in seinen Icones Flor. Germ, et Helv. als G. tomentosum L. Nr. 4985, während sein C. repens L. Nr. 4984 wohl nach kultivierten Exemplaren des C. tomentosum (oder gar des C. Bieter steiniil) gezeichnet ist. Die Abbildung der Flora Graeca (Tab. 455) konnte ich nicht vergleichen. Exemplare des C. candidissimum habe ich von folgenden Standorten mikroskopisch untersuchen können^): blättrige, dem C. longifolium Ten. durchaus entsprechende Pflanzen verhalten sich so. Im übrigen hat hier, wie sonst, das Herbarmaterial leider gewöhnlich nur Blüten oder höchstens notreife Kapseln. ') Außer meinem eigenen Herbar habe ich für diese Untersuchung die Herbarien der Universitäten Tübingen, Lausanne, Wien und Leipzig, das Herb. Ascherson und Herb. Haussknecht, dank dem freundlichen Entgegen- kommen der Direktoren, resp. Besitzer, benützen können. 176 „Athenae" (leg. Haussknecht). Hymettus (leg. v. Spruner, v. Heldreich, Orphanides, Bornmüller, Jaccard). Parnes (leg. v. Sprue er). Pentelikon (leg. Haussknecht). Pateras (bei Eleusis, leg. Pich 1er). Euboea (Gipfel des Delphi, leg. Leonis). Kyllene (leg. v. Heldreich). Chelraos (leg. Orphanides, Leonis). Panachaicon (leg. v. Haläcsy). Taygetos (leg. Despreaux und v. Heldreieh). z. T. die „var. aljjimmi". Kephalonia (leg. Schiraper, Letourneux, Nr. 331). Es unterliegt mir aber kaum einem Zweifel, daß sämtliches im Gebiet des Oonspectus Florae Graecae von v. Halacsy wach- sendes „C. tomeniosum'' hieher gehört. Ob und wie weit sich das C. candidissimum darüber hinaus nach Norden auf der Balkan- halbinsel erstreckt, kann ich mit dem mir gerade vorliegenden Material nicht feststellen; auch von den beiden nördlichsten^Staud- orten, die v. Halacsy im C. tomentosum angibt: Pirgo im Othrys und Dokimi im Pindus, beide von Formanek entdeckt, habe ich keine Exemplare gesehen. Alles, was ich von Pflanzen der itahenischen Halbinsel unter- sucht habe, hatte (wie schon bemerkt wurde) dagegen einfache Haare und gehörte also zu C. tomentosum L. Auch in den Gärten wird fast ausschließlich oder ausschließhch C. tomentosum gezogen, und die (in Oberitalien, in der Westschweiz, in Frankreich und im Limburgischen) verwilderten Pflanzen gehören ebenfalls dazu. Kul- tivierte Exemplare des C. candidissimum habe ich nur im Her- barium Haussknecht, von Uucommun aus Genf als G. ar- genteum M. B. mitgeteilt, gesehen. Bei den größeren Blüten des echten 0. tomentosum seheint seine Bevorzugung begreiflich, auch konnte es ja früher in Kultur genommen werden und wurde auch wirklich schon im 16. Jahrhundert kultiviert. Ich habe schon darauf hingewiesen, daß das C. candidissi- mum viel einförmiger ist als das echte C. tomentosum L. (S. 171), woran verschiedenes Schuld sein mag, darunter auch das Fehlen von Arten aus der arvewse-Sippe in Griechenland. Außer der be- reits erwähnten f. alpitia v. Heldreichs (S. 171) könnte ich nur noch eine f. cunei/olia anführen, bei der die sterilen Triebe ungewöhnlich breite, keilförmig verschmälerte Blätter besitzen: auf 12 mm Länge sind sie etwa 5 mm breit. Meine von Seh im per auf Cephalonia gesammelten Exemplare gehören hieher. Spezieil fehlt mir eine Form mit oberwärts drüsigen Stengeln, wie eine solche (f. glandulosiim m.) beim italienischen 5 tomentosum, 177 wenngleich selten, vorkommt, z. B. auf dem Monte Araaro (leg. H. Groves) und dem Gran Sasso d'Italia (leg. Ü. Martelli). Sie ist, soweit der Haarfilz durch Drüsenhaare ersetzt ist, grün. Es war durchaus nötig, der griechischen Pflanze einen neuen Namen zu geben. Linne^) hat bekanntlich ein C. repens und ein C. tomentosum aufgestellt, die bald nebeneinander fortgeführt werden, z.B. noch von Ny man-), bald, richtig, zusammengezogen wurden, wobei dann meist C. tomentosum als Name beibehalten und C. repens synonym wurde. Meiner Meinung nach ist mit Linnes Diagnosen nicht viel anzufangen^), auch auf das, was jetzt in seinem Herbar unter diesen Namen hegt, wird wenig Ge- wicht gelegt werden können ; man wird sich einzig an die zitierten Autoren halten können. Da zeigt sich, daß C. repens L., wie be- kannt, ein Gemisch ist. Vaillants „Myosotis arvensis polygoni folio" gehört zu C. arvense, die übrigen zu unserer italienischen Pflanze. Ganz sicher ist das für „Ocymoides lychnitis reptante ra- dice. Col. phytob 115, t. 31," und die darauf gegründete „Lychnis incana repens, Bauh. pin. 206". Das erste Zitat: „Cerastium caule perenni procumbente, foliis lanceolatis tomentosis Roy. lugdb. 450" und das zweite: „Cerasfinm perenne procumbens. Hort. cliö". 174" beziehen sich auf die kultivierte und damit jedenfalls auch auf die itahenische Pflanze. Als Heimat gibt Linne Frankreich und Italien an. Bei dem C. tomentosum L. gehört der „Caryophyllus holostius tomentosus latifolius Bauh. pin. 210, prodr. 104", auf eine im Bo- tanischen Garten zu Pisa kultivierte, nur steril gesehene (!) Pflanze gegründet („flos non est conspectus", Prodr. j, vielleicht gar nicht hieher; was das von Linne an zweiter Stelle zitierte Cerastium Sauvages (monsp. 142): „foliis lanceolato-linearibus. subhirsutis (von mir gesperrt) corolla calycem superante". ist, weiß ich nicht; ich konnte mir das Buch nicht verschafi'en ^). Die Heimat gibt Linne für sein C. tomentosum. nicht an ^). Die var. ß des C. to- 1) Linne, Spec. plant., Ed. II, p. 439 und 440 (1753). -) Nyman C. F., Conspectus Florae Europaeae, 1., p. 107 (1878). 2) C. repens: foliis lanceolatis, C. tomeittosum: foliis oblongis, C. r.: capsulis subrotundis, C. t.: capsulis globosis, bei beiden: pedunciilis ramosis! ^) Durch die Freundlichkeit des Herrn Dr. E. Jan eben habe ich in- zwischen aus der Bibliothek des Botanischen Museums der Univ. Wien Sau- vages Methodus foliorum seu Plantae Florae Monspeliensis etc. zur Ansicht erhalten. Es läßt sieh aus dem Buche nur noch entnehmen, daß die Pflanze ,.Aux Capouladous" (einem Berg nordwestlich von Montpellier) gesammelt wurde. Das spricht natürlich auch nicht dafür, daß Sau vage das C. tomentosum gemeint hat. Linne' hat seine Pflanze offenbar auch nur deshalb hieher gestellt, weil von Sau vage C. Bauh ins Caryophyllus holostius tomentosus angusti- folius (also das G. Boissieri) als Synonym angeführt wird, hat sie aber irrtüm- lich zum Caryophyllus hol. tom. latifolius C. Bauhins gezogen. ö) Das C. tomentosum a Linnes mit C. Biebersteinii DC. zu identifi- zieren, wie es zuerst, mit Fragezeichen, Seringe im Prodromus tat, scheint mir ganz unmöglich bei der Kenntnis, die man damals, zur Zeit Bauhins und Sauvages und noch zu der Linnes, von der Flora der Krim, der Heimat des C. Biebersteinii, hatte. 178 mentosum aber, die Linne auf den „Caryophyllus holostius to- mentosus angustifolius" Bauhins begründet hat, gehört, was, so- viel ich weiß, noch nicht hervorgehoben worden ist, sicher zu C. Boissieri Gren., u. zw. zu der häufigen, oberwärts drüsigen Form, Es geht das schon aus dem Standort hervor, denn Bau hin gibt an: „Hunc in Granada ad radicem montis copiose D. Albinus observavit." Da Linne der var. ß. zum Glück keinen Namen ge- geben hat, hat diese Exhumierung keine Konsequenzen. Danach scheint mir das C. tomentosum L. noch schlechter begründet als das C. repens. Es wäre also wohl besser gewesen, wenn sich für die italienische Pflanze der Name C. repens L. ein- gebürgert hätte, doch möchte ich durchaus nicht für eine Ände- rung eintreten, sie soll weiter C. tomentosimi L. s. str. heißen. Soviel ist aber nach dem Ausgeführten jedenfalls sicher, daß keiner der Namen auf die griechische Pflanze übertragen werden kann; Linne hat die griechische Pflanze gar nicht gekannt. Nach den Diagnosen hat Linne unter dem Namen C. repens die schmälerblättrigen, unter dem Namen G. tomentosum die breiterblättrigen Kulturformen der itaUenischen Art verstanden. In der Mantissa (IL, p. 390) gibt er für sein C. repens noch an: „Petala saepe 4 sive 5 fida." Damit ist eine (zweifellos erblich fixierte) Form gemeint, die ich nur kultiviert gesehen habe. Sie lag auch Tausch vor (Flora 1828. L, 30), scheint aber jetzt in den botanischen Gärten selten geworden zu sein; sie mag f. chi- ropetalum heißen; denn für sie den Namen „C repens L." zu re- servieren, scheint mir nicht wohl angängig. Das Merkmal tritt be- kanntlich bei anderen Cerasiiiim-^iTppen als Artmerkmal auf. Zwischen formen, die das echte C. tomentosum mit dem C. candidissimum verbänden, sind mir nicht vorgekommen; bei kultiviertem tomentosum habe ich ausnahmsweise (bei von Thomas in der Schweiz verwildert gesammelten oder wahrschein- licher kultivierten Exemplaren) unter den einfachen Haaren einzelne etwas verzweigte gefunden (Abb. 1 F) ; daß die unterste Zelle des eigentlichen Haares schief und mit einem Buckel auf der Sperr- zelle sitzt (Abb. 1 G) kommt häufiger vor, ebenso, daß sonst zwei Haarzellen schief aufeinander sitzen. Ich bin deshalb auch nicht geneigt, das C. candidissimum wegen seiner Haare sehr weit von C. tomentosum und seineu Verwandten zu entfernen oder es deshalb gar in die Nähe des südamerikanischen C. mollissimum zu bringen, das sich sehr we- sentlich unterscheiden dürfte. Eine einseitige Betonung des Baues der Haare kann ebensowenig zu einer natürlichen Gruppierung der Arten führen, wie etwa die einseitige Betonung der hygroskopischen Eigenschaften der Kapselzähne, auf der die alte Einteilung in die Untergattungen Strephodon Ser. und Orthodou Ser. beruht und die noch beibehalten wird, obwohl es vorkommt, daß man zwei nächst- verwandte Arten ohne reife Früchte nicht unterscheiden kann. 179 Durch seine Kapselzähne steht C. candidissimum dem C. Biebersteinn DO. viel näher als dem C. tomentosum L. s. stren. ^). Dieses C. Biebersteinn hat aber einfache Haare, die denen des C. tomentosum ganz ähnlieh sind^), dasselbe gilt von den übrigen filzig behaarten Cerastien Europas, z. B. C. moesiacum und C. lanigerum mit ihren Formenkreisen; im einzelnen sind einige, wenig auffallende Unterschiede vorhanden, auf die ich aber hier nicht eingehen will. Auch C. Boissieri hat einfache Haare. Abb. 4. Cerastium grandiflorum W. K. (s. stren.). A, B zwei Haare vom Stengel; C, D, E Haare von dem Fruchtknoten; P, G Haare von einem Fila- ment der f. lasiostemon, nov. f. (Vergr. 230.) 1) Ich finde an von A. Gallier gesammelten und von Dörfler im Herb. norm. (Nr. 4705) ausgegebenen Pflanzen die Kapselzähne nicht „retror- sum patentes" (F. N. Williams, Enumeration provisoire des espöces du Genre Cerastium, Bull. Herb. Boiss., Vol. VI, Nr. 11, 1898, p. 900), sondern zu einem Viertel- bis Halbkreis gekrümmt. ^) In der Ausbildung der Blumenblattbasis verhält sich C. Biebersteinn, soweit ich es untersuchte, dem C. tomentosum ähnlich, nicht dem C. candi- dissimum. 180 Dagegen hat das echte C. grandifloriwiW.K., das ich nur ans einem relativ schmalen Strich an der Küste der Adria (Kroatien, Dalraatieu, Bosnien, Herzegowina [Mostar, Prenj planina], Monte- negro und Nordalbanien [Monte Parun bei Skutari]) gesehen habe \), wieder verzweigte Haare ^), die freilich lange nicht so stark verästelt sind, wie jene des C. candidissimum, überhaupt wesentlich anders aussehen, wie Abb. 4, A, ß, beweisen wird, die einige der häu- figsten Formen zeigt. Auf der wenig hervortretenden Fußzelle sitzt gewöhnlich nur eine relativ kurze, dünnwandige „Sperrzelle" ^) (in der Figur punktiert) und auf dieser, meist wagrecht aufgesetzt, der eigentliche Faden, der aus einigen wenigen dünnwandigen, kollabierten Zellen, meist zwei, besteht, mit einem kürzeren und einem längeren Ende; das ganze Haar erinnert in seiner Form etwas an manche Cruciferen-Gabelhaare. Die eine Scheidewand in diesem quergestellten Teil ist stark schief orientiert und das untere Ende der oberen Zelle, seltener auch das obere Ende der unteren in eigentümlicher Weise in Zacken vorgezogen, oft in ganz barocker Form. Ähnliche Haare habe ich bei keinem (europäischen oder west- asiatischen) Cerustiiim gefunden; das typische C. grandiflorum W. K. besitzt aber noch ein Merkmal, das mir sonst nirgends be- gegnet ist: Der Fruchtknoten ist in den unteren zwei Dritteln dichtfilzig. Die Haare sind denen der Laubblätter und Stengel im großen und ganzen ähnlich; sie sind meist auch verzweigt, häufig aber auch einfach, die „Sperrzellen" sind dagegen oft zu zwei oder noch mehr vorhanden und die Zacken an den Scheidewänden schwächer ausgebildet oder sie fehlen ganz. Abb. 4, C, D, E, zeigt den unteren Teil einiger solcher Fruchtknotenhaare. Die Behaarung bleibt lange bestehen; Reste lassen sich noch an der reifen Kapsel nachweisen. Soviel ich weiß, ist sie bis jetzt ganz übersehen worden, nur der Autor der Art, Kitaibel selbst, hat, wie ich bei nachträglicher Vergleichung seiner Beschreibung *) finde, sie gesehen; er sagt: „Germen globosum, nudum, ad lentem subtomentosum" und ferner: „Capsulae ovatae, obtusae, ad lentem subtomentosae, demum calvescentes" etc. Die Stärke der Frucht- knotenbehaarung schwankt etwas; daneben kommen, aber nur an einzelnen Standorten, Pflanzen vor. die einen kahlen Fruchtknoten besitzen: f. leiogymini. 1) Die Friwaldskyschen Exemplare des G. grandiflürum aus Eumelien und Mazedonien gehören z. B. zu G. banaticiim. 2) Auch hier gibt der sonst so exakte Fenzl (Ledebours Flora Eossica I., p. 414) auffallenderweise „lanugine simplici crispata intertexta" an, vielleicht hatte er bloß C. argenteum M. B. untersucht, obwohl seine var. a. rosfnarini- folium zweifellos das typische grandiflorum einschließt. 3) Vergl. Fußnote 1 auf S. 173. •*) Waldstein, Graf Fr., und Kitaibel 1'., Descript. et icon. plant, rarior. Hungar., Vol. II., p. 184 (1805). 181 Sonst ist das echte C. grandiflorum W. K. recht einförmig; außer Schwankungen in der Dichte des Haarkleides ist mir nur eine, freilich sonderbare, Abweichung vom Typus bekannt^). Für crewöhnlich sind die Staubfäden kahl; es gibt aber auch eine f. lasiostemon m., bei der die episepalen Staubfäden bis über die Mitte hinauf stark behaart sind (die epipetalen sind kahl oder auch etwas behaart). Dabei sind die Haare bald kurz, zart, einfach oder gabelig, am Grunde oft auffällig angeschwollen, bald ebenfalls zart, aber länger und den Stengelhaaren ähnlicher; Abb. 4, F, G, zeigt zwei davon. Der Fruchtknoten war in den untersuchten Blüten dafür relativ schwach filzig oder ganz kahl. Weitere Unterschiede konnte ich nicht entdecken. Einstweilen kenne ich die Form nur vom Orjen (Süddalraatien), wo sie schon von R. Huter (1867, Herb. P. Ascherson) aufgenommen worden war und neuerdings von F. Vierhapper wieder gesammelt wurde (Crkvice-Sattel, ca. 1400 m, 14. Vn. 1907, Herb. Univ. Wien), ferner von der Crna- gora (in rupestribus sub monte Veliki Stirovnik [1200 m], 12. VH. 1890) von A. Baldacci gesammelt. Hier sind auch die epipetalen Filamente etwas behaart, die episepalen besonders dicht und laug, der Fruchtknoten ist ganz kahl, während alle anderen untersuchten Proben aus Dalmatien und Kroatien lauter kahle Filamente besaßen. Diese letztere f. Jeiostemon ist deshalb gewiß die f. typica; auch erwähnt Kitaibel, auf dessen Beobachtungsgabe wir etwas geben können, wie wir eben sahen, nichts von einer Behaarung der Fila- mente. Bei dem Wert, der auf die Behaarung der Filamente zur Unterscheidung der Oerastienarten gelegt wird, ist die f. lasio- stemon gewiß von einigem allgemeineren Interesse"). Endlich läßt sich eine f. glahrescens aufstellen, die die extrem verkahlenden Pflanzen umfaßt, bei denen nur noch die Blütenstiele und die blattachselständigen Blattbüschel weißfllzig sind. Solche Exemplare haben J. Stadimann, F. Faltis und E. Wibiral am 25. Juli 1907 im Vranjgebi^ete (Südwestbosnien) gesammelt: Aufstieg auf den Vranj mali, Cemerni dolci, ca. 2000 m (Herb. Univ. Wien). Der Grad der Behaarung der grünen Teile, der Staubfäden und des Fruchtknotens scheint unabhängig voneinander zu variieren. So entsprechen die eben genannten Originale der f. glahrescens zwar der Kombination leiostemon leiogynum, die relativ stark behaarten, von A. Baldacci auf dem Parun in den nordalbanischen Alpen gesammelten Exemplare aber auch. Es ist gewiß nicht praktisch, die verschiedenen Kombinonen mit besonderen Namen zu belegen. ^) Speziell fehlt einstweilen noch die oberwärts drüsige Parallelform; alle von mir untersuchten Pflanzen waren drüsenlos. -) Es ist vielleicht nicht überflüssig, zu bemerken, daß die Blüten völlig normal waren, an eine Haarbildung infolge irgend eines Eingriffes von außen (Milben etc.) also nicht zu denken ist. 182 Mit dem echten C. grandiflorum W.K. wird seit Seringe ^), ßeiehenbacii^), Grenier^) und Fenzl*) wohl allgemein ein in der Tat habituell ziemlich ähnliches Cerastium vereinigt: das C. ar- genteiim M. B. Es läßt sich aber von ihm sofort durch seine einfachen Haare unterscheiden, die denen des C. tonientosum s. stren. ganz ähnlich sind. Ich konnte freilich keine Originale, sondern nur von Hohenacker gesammelte Exemplare (in der Unio itin. 1838, „in arvis Georgiae caucas." ausgegeben und an- dere (?) „in prov. Somchetia") untersuchen. Pflanzen, für die ich die Samen als „C. grandiflorum"' 1897 aus dem Botanischen Garten in Tiflis erhalten habe, gehören auch hieher. Außer durch die Haare unterscheidet sich das G. argenteum übrigens auch sonst wesentlich vom C. grandiflorum s. stren. ; z. B. schon dadurch, daß seine Fruchtknoten ganz kahl sind. Es gehört nach seinen Merkmalen sicher in die Nähe des C. Biebersteinii DO. Wir haben also in dem „C grandiflorum", wie es bis jetzt aufgefaßt wurde, einen Parallelfall zu dem bisherigen „C. tonientosum'', nur daß hier schon jede der beiden zusammengeworfenen Formen einen Namen besitzt. Das C. grandiflorum var. alhanicum Bald. (Rivista della coli, botan. fatta nel 1897 nella Albauia settentr. Ser. V, Tom. IX delle Memor. della R. Accad. delle Science dell' Istituto di Bologna, p. 11 des S.-A.) hat mit dem echten C. grandiflorum nichts zu tun, wie die einfachen Haare, die Form der Kronblattbasis etc. beweisen. Es gehört in den Formenkreis des C. lanigerum und mag bis auf weiteres als C. albanicum (Bald, pro var.) weitergeführt werden. Untersucht wurden Originalexeraplare: Nr. 62 des Iter albanicum quintum; in pratis m. Seint versus distr. Lurja, 28. VII. (Herb. Univ. Wien). Das C. banaticum, das gewöhnlich auch in die Verwandt- schaft des C. grandiflorum gestellt, ja geradezu als dessen ver- kahlte Sippe aufgefaßt wird, gleicht ihm in seiner Behaarung gar nicht, eher dem C. arvense. Auch hier sind noch heterogene Elemente vereinigt. So hat das C. hanaticum von Vodena in Ma- zedonien, 30. VII. 1905, det. E. de Halacsy; L. Adaraovic, iter graecoturcicum, a. 1905, Nr. 185 (Herb. Univ. Wien) an den kleinen, blattachselständigen, noch etwas filzig behaarten Blattbüscheln Haare wie C. lanigerum. Es mag wegen seiner habituellen Ähnlichkeit mit C. banaticum C. histrio ad Interim heißen ; über seinen Rang müssen weitere Untersuchungen über die Formengruppen desC.bana- ticum und C. lanigerum, die ich auszuführen gedenke, entscheiden. 1) De Candolle A. F., Prodromus I., p. 418 (1824). 2)Eeichenbach L., Flora Germanica excursoria, Sect. III, p. 799 (1830—1832). 3) Grenier C, MonograpMa de Cerastio, p. 21 (1841). 4) Ledebour C. P. v., Flora Eossica, I., p. 414 (1842). 183 C. halcanicum Vand, und C. orhelicuni Veleo. habe ich nicht untersuchen können. Um den Inhalt der vorliegenden Mitteilung kurz zusammen- zufassen, können wir sagen: 1. Das C. tomentosum L., Aut. besteht aus zwei sehr ver- schiedenen Arten, dem eigentlichen, auf Italien beschränkten. echten C. tomentosum L. emend. und dem auf Griechenland beschränkten C. candidissimum spec. nov., das sich vor allem durch seinen aus Sternhaaren gebildeten Filz, außerdem durch die zum Halbkreis zurückgekrümmten, am Rande flachen Kapsel- zähne, die kleineren, am Grunde plötzlich in den sehr kurzen Nagel zusammengezogenen Blumenblätter und durch einige weitere oben angeführte Merkmale unterscheidet. Es steht dem C. Biebersteinii DO. näher als dem C. tomentosum L. emend. und hat mit dem sternhaarigen südamerikanischen C. moUissimum Poir. nichts zu tun. 2. Von europäischen Oerastien hat nur noch C. grandiflorum W. K. s. stren. verzweigte Haare, die aber anders aussehen als jene des C. candidissimum. Dieses echte C. grandiflorum ist auf die Küstengegenden der östlichen Adria (Kroatien, Bosnien, Dal- matien, Herzegowina, Montenegro, nördlichstes Albanien) beschränkt. Die dazugezogenen Pflanzen Westasiens, das C. argenteum M. B., haben nichts damit zu tun; sie haben einfache Haare und gehören in die Verwandtschaft des C. Biebersteinii DO. C. grandiflorum W. K. ist das einzige mir bekannte Cera- stium mit einem behaarten (filzigen!) Fruchtknoten. Sonst sehr einförmig, hat es doch einige Abänderungen, die seltene f. lasio- stemon mit stark behaarten episepalen Filamenten, die f. leiogynum mit kahlen Fruchtknoten und die stark verkahlte f. glabrescens, hervorgebracht. Vorschläge für den internationalen botanischen Kongreß in Brüssel 1910, betreffend die Nomenklatur der Algen. Von Dr. S. Stockmayer (Unterwaltersdorf, N.-Ö.). Hiemit beehre ich mich, dem Kongresse folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Den Ausgangspunkt für die Nomenklatur der , Algen" (mit Ausschluß der Flagellaten und Oharaceen) bildet das Werk: De Toni J. B., Sylloge Algarum omnium hucusque cognitarum, Patavii, 184 11. zw. für die 1. Chlor ophy ceae . . \ y , j ■J. Conjugatae ) 3. Bacillariae {Dia- tomaceae) Vol. II. 4. Phaeophyceae . . . Vol. III. 5. Bhodophyceae . . Vol. IV. 6. Myxophyceae (Schizo-, Cyano- pJiyceae) Vol. V. Sectio I. (Bhaphideae) Sectio II. {Pseudorha- pMdeae) Sectio III. [Cryptorlia- pliideae Sectio I. Sectio II. Sectio III. Sectio IV. digessit A. Forti erschienen 25. Juli 1889 25. Juli 1891 12. Februar 1892 28. April 1894 14. November 1895 14. November 1897 2. Jänner 1900 17. Juni 1903 9. Jänner 1905 11. Mai 1907 Die Autoren früher gegebener, von De Toni im genannten Werke adoptierten Namen werden daher analog § 42 der inter- nationalen Regeln von 1905 als von De Toni adoptiert zu zitieren sein, z. B. „Eunotia arciis Ehrenb. sec. De Toni, Syll. II, p. 790" oder ^Etin. arcus Ehrenb. sec. D. T." (oder bei kurzer Zitation vielleicht auch „Eun. arcus D. T.", wenn auch dem § 42 nicht völlig entsprechend). Kurze Begründung. 1. Wenn es auch unmöglich ist, für die Zeilkryptogamen überhaupt eine einheitliche Nomenklaturgrundlage analog jener der Phanerogamen zu schaffen, so ist es anderseits doch nicht zweckmäßig, diese Grundlage zu sehr zu zersplittern. 2. Für obgenannte Gruppen, die als „Algen" ein einheit- liches Arbeitsgebiet bilden, liegt in De Tonis Sylloge ein gründ- lich gearbeitetes, die ganze Literatur berücksichtigendes, zusammen- fassendes Werk vor, das auf der Höhe unserer heutigen wissen- schaftlichen systematischen Anschauungen steht und sich als ein- heitliche Grundlage der Nomenklatur trefflich eignet, 23. März 1909. NB. Dies mein kurzgefaßter Vorschlag, der zugleich in französischer Sprache, der offiziellen Sprache des Kongresses, er- scheint. Eine eingehendere Begründung desselben, zugleich mit Bezugnahme auf Characeen und Flagellaten, werde ich in Bälde publizieren. 185 Motion au Congres international de Botaniqne ä Bru- xelles 1910, relative ä la nomenclature des Algues. Par le Dr. S. Stockmayer ( Unter waltersdorf, N.-Ö.). J'ai l'honneur ä proposer: Le point de depart pour la nomenclature des Algues (las Flagellatae et Characeae exclues) sera Poeuvre : J. B. De Toni, Sylloge Algarum omnium hucusque cognitarum, Patavii, c'est ä dire pour les: Vol. T. 1. Chlor ophyceae . . 2. Conjugatae 3. Bacillariae (Dia- tomaceae) Vol. II. 4. Phaeophyceae . . . Vol. III. 5. Mhodophyceae . . Vol. IV. 6. Myxophyceae (Schizo-, Cyano- phyceae) Vol. V. Sectio I. {Bhaphideae) Sectio II. (Pseudorha- phideae Sectio III. Cryptorha- phideae Sectio I. Sectio IL Sectio III. Sectio IV. digessit A. Forti publik le 25. Juillet 1889 25. Juillet 1891 12. Pevrier 1892 28. Ävril 1894 14. Novembre 1895 14. Noyembre 1897 2. Janvier 1900 17. Juin 1903 9. Jan vi er 1905 11. Mai 1907 Les auteurs de noms donnes precedemment, mais adopt^s par le Sylloge de De Toni seront cites comme tels par analogie avec l'article 42 des regles internationales 1905, p. ex.: ^Eunotia arcus Ehrenb. sec. De Toni, Syll. II, p. 790", ou: „Eun. arcus Ehrenb. sec. D. T." (ou en citant brievement ^Eun. arcus sec. D. T." suffirait peutetre, quoique cette citation n'esfc pas tout conforme ä Tarticle 42). Argumentation concise. 1. Quoique il est impossible de fonder pour les Cryptogames cellulaires une base unitaire de nomenclature analogue ä celle adoptee pour les plantes vasculaires, il est cependant pas opportun de fractionner et diviser cette base plus que necessaire. 2. Pour les groupes surcites sous no. 1 — 6, form an i; comme „algues" un objet unitaire d'etudes nous possedons dans le Syl- loge de De Toni une oeuvre importante de grande exactitude, considerante toute la litterature, embrassante toutes les formes decrites jusqu'au date de publication, elevee au niveau de classifi- österr. botan. Zeitschrift. 5. Heft. 1909. j4^ 186 cation scientifique d'aujourd'hui, bien apte ä etre employee comme base unitaire de nomenclature. 23 Mars 1909. NB. üne argumentation plus detaillee sera publice en peu de temps. Neue Cyperaceen. Von Ed. Palla (Graz). V. (Mit Tafel III.) Mit Ausnahme von Bulbostylis holiviana entstammen alle hier beschriebenen Arten einer Kollektion ostasiatischer (größtenteils koreanischer) Cyperaceen, die mir Herr H. Leveille zur Bestim- mung übersendet hatte. Mhynchospora coreana, (Fig. 1.) Halm 6 bis nahezu 7 dm hoch, in der unteren Hälfte etwa 7, mm dick, stumpf dreikantig, glatt, im oberen Teile der Inflores- zenz Ys — Vi ^^ dic^» zweikantig, mit einer konvexen und einer konkaven Fläche, an den Kanten sehr schwach rauh, Halrastän- dige Blätter (von den Tragblättern der Seitenspirren abgesehen) 2 — 3; Scheiden 2 bis nahezu 4 cm hoch, quer abgestutzt oder sehr schwach konvex vorragend; Blatthäutchen durch eine quer oder schwach konvex verlaufende Linie kaum angedeutet oder fehlend ; Spreiten bis 2 dm und darüber lang, 1 mm oder etwas darüber breit, schmal lineal, flach, glatt, oberwärts dreikantig-rinnig, an den Kanten rauh. Infloreszenz erst im obersten Drittel oder Viertel des Halmes beginnend, aus 2 — 3 seitenständigen und einer endständigen Spirre zusammengesetzt, 2—4 dm hoch. Spirren weit voneinander entfernt, ohne den Stiel höchstens 1 cm hoch, aus 8 — 3 Ährchen zusammengesetzt; die seitenständigen von ihrem Tragblatt weit überragt, ihr Stiel in der Tragblatt- scheide _eingeschlossen oder kaum über sie hervor- ragend. Ährchen (alle in überreifem Zustande vorUegend) 4 — 5 mm lang, einzeln, teils kurz gestielt, teils sitzend, mehrblütig. Die großen Deckblätter breit eiförmig-lanzettlich, kurz stachelspitzig begrannt, rotbraun. 37,— 4 mm lang, I74 — 2 mm breit. Frucht (Fig. 1) ohne den Schnabel I72 — IV4 ™i^ ^^^g, 1 oder fast 1 mm breit, länglich- verkehrteiförmig, bikonvex, schwach quer- runzelig, gelb bis braun; Schnabel 1 — 172 mtn lang, an der quer abgestutzten oder schwach konkav ausgeschnittenen Basis 7» 187 bis Vs ™n^ breit, lanzettlich, glatt, grünlich bis grau. Perigon- borsten 6—4, etwas ifürzer als die Frucht ohne den Schnabel oder einzelne den Grund des Schnabels über- ragend, schlank, licht rotbraun, glatt. Standort: in turfosis Quelpaert (Korea), 1500 m s. m. ; ge- sammelt von ü. Faurie, X. 1906 (Nr. 1419 der Fau rieschen Sammlung). Diese Art steht der von Makino in „The Botanical Maga- zine" (Tokyo), XVII (1903), auf S. 183 neu aufgestellten Ehyncho- spora Fujiiana nahe, unterschieidet sich aber von ihr durch schmälere Blätter, kürzere Früchte und kürzere Perigonborsten {JRli. Fujiiana hat ly^ — 2 mm breite Blätter und 2 mm lange Früchte, die von den Perigonborsten mehr oder minder stark über- ragt werden). Von der nachfolgend beschriebenen Bh. breviseta ist sie durch die gesperrt gedruckten Merkmale verschieden. Mhynchospora breviseta, (Fig. 2.) Halm 37, — 4V2 dm hoch, im untersten Viertel 7« — '/^ mm dick, stumpf dreikantig bis stielrundlich, glatt, im Bereich der In- floreszenz 72 — V4 ^^ dick, zweikantig, mit einer konvexen und einer ebenen bis stark konkaven Fläche, im obersten Teile an den beiden Kauten mehr oder weniger stark raub. Grundständige Blätter, wie es seheint, kaum 73 so lang als der Halm (an dem vorliegen- den Material die Spitzen alle abgebrochen), V4 — 1 ^^ oder etwas darüber breit, schmal lineal, flach, glatt. Halmständiges, keine Spirre stützendes Blatt nur 1; die Seheide 172 — 27., cm hoch, quer abgestutzt; das Blatthäutchen kaum angedeutet oder fehlend; die Spreite bis V/^ dm oder etwas darüber lang, V4 bis 1 mm oder wenig darüber breit, flach oder flächig-rinnig, glatt, in ein dünnes, stumpf abschließendes, dreikantiges, an den Kanten fein rauhes Ende verschmälert. Infloreszenz schon im unter- sten Viertel oder Drittel des Halmes beginnend, aus 4—5 seitenständigen und einer endständigen Spirre zusammen- gesetzt, 272 — 4 dm hoch. Spirren weit voneinander entfernt, ohne den Stiel ^]^—b cm hoch, aus 8 — 3 Ährchen zusammengesetzt; die seitenständigen von ihrem Tragblatt weit überragt (das unterste Tragblatt I72 bis nahezu 2 dm lang), ihr Stiel bis 1 cm oder etwas darüber über die Tragblattscheide hervorragend. Ahrchen (alle in überreifem Zustande vorliegend) 3 — 4 mm lang, kurz gestielt bis sitzend, 3- bis Ifrüehtig. Die großen Deck- blätter breit eiförmig-lanzettlich, kurz staehelspitzig begrannt, rot- braun, 272—3 mm lang, T^— 17^ mm breit. Frucht (Fig. 2) ohne den Schna'bel P/g — P/* mm lang, 174— 173 breit, rundlich-ver- kehrteiförmig, bikonvex, fein querrunzlig, gelb bis braun, schwach glänzend; Schnabel 73 — V* "^^ lang, an der quer ab- gestutzten Basis 74~V2 Dim breit, lanzettlich, glatt, gelblich bis 188 braun. Perigonborsten 6 — 5, höchstens '/* ^^^ Länge der Frucht ohne den Schnabel erreichend, gelbbraun bis rot- braun, glatt. Standort: in herbidis Chemulpo (Korea); gesammelt von U. Faurie, IX. 1906 (Nr. 6420). In der Infloreszenz, die schon tief unten am Halm beginnt, mit Bh. Umemurae Makino (in „The Botan. Magaz.", XVII [1903], S. 187) und Bh. Hattoriana Makino (a. a. 0., S. 189) überein- stimmend, von beiden aber durch die kurzen glatten Perigonborsten verschieden (bei Bh. Umemurae sind die die Frucht etwas über- ragenden Perigonborsten durch nach vorwärts, bei Bh. Hattoriana durch nach rückwärts gerichtete Haare rauh). Scirpus coreanus. (Fig. 3.) Der Halm des einzigen vorliegenden Exemplares fast 9 dm hoch, in der Mitte 27o mm dick, stumpf dreikantig, glatt. Grund- ständige Blätter in größerer Anzahl, höchstens so lang als der halbe Halm ^), ihre Spreite 4—6 mm breit, lineal, ursprünglich an den Rändern und dem Kiele rauh, im Alter glatt, die Scheide der Länge nach gespalten, das Blatthäutchen größtenteils in Form einer unregelmäßig verkehrt herzförmig verlaufenden Linie ausgebildet, niedrig. Halmständige Blätter 6, aufrecht, die zwei obersten die Gesamtinfloreszenz etwas überragend und in ihrer Achsel je eine Seitenspirre tragend ; Spreiten 4 — 3 mm breit, lineal, allmählich lang verschmälert, an den Eändern und dem Kiele stark rauh; Scheiden geschlossen und nur oben mehr oder minder stark eingerissen, die des untersten Blattes 8 cm, die des obersten nur mehr 3V2 cm hoch; das Blatthäutchen der untersten Blätter wie das der grund- ständigen ausgebildet, das der oberen rudimentär oder fehlend. In- floreszenz aus einer endständigen und zwei seitenständigen Spirren zusammengesetzt, 27^ dm hoch; die Ährchen zu Köpfchen zu- sammengedrängt. Die beiden untersten Primärstrahlen der end- ständigen Spirre lang gestielt (Stiel des untersten Strahles öVs cm, der des nächsten 4 cm lang), aufrecht, die übrigen kurz (272 — 2 cm lang) gestielt bis sitzend; Strahlen zweiter Ord- nung an den unteren Primärstrahlen 3 — 5, die Köpfchen tragend, die seitenständigen bis I72 cm lang gestielt, die Stiele wie die der ersten Ordnung glatt oder höchstens oberwärts schwach rauh. Die obere seitenständige Spirre von der Größe und Ausbildung des untersten Priraärstrahles der eudständigen Spirre, 6 cm lang ge- stielt, der Stiel aufrecht, zusammengedrückt, oberwärts mäßig rauh ; ^) Nach den Blättern eines diesjährigen, halmlosen Seitentriebes zu schließen; die Spreiten der grundständigen JBlätter des vorliegenden Halmes sind alle nahe ihrer Basis abgebrochen. 189 die untere Seitenspirre kopfförmig zusammeogezogen, klein ^). Köpf- chen 1 — 72 ^^ d'?^' zusammengesetzt bis einfach, aus 20—4 Ähr- chen bestehend. Ährchen sitzend, 4 — 5 mm lang, V/i — 2\/^ mm dick, ellipsoidisch bis verkehrteiförmig, stumpf. Deckblätter 2 bis 2Y2 mm lang, 1 mm oder etwas darüber breit, eiförmig-elliptisch, spitz mit sehr kurzer Stachelspitze, Inervig, rotbraun, an der Spitze schwärzlich ; der Rand der oberen Hälfte und die Stachelspitze mit kurzen, nach aufwärts gerichteten, mehr oder weniger stark ver- dickten Härchen besetzt (nur mikroskopisch deutlich wahrnehmbar). Griffel samt den Narben 2 oder fast 2 mm lang; Narben 3, etwas kürzer bis etwas länger als der Griffel. Frucht (ohne den Schnabel) 1 mm oder wenig darüber lang, Vo ^^ breit, dreikantig, aber sehr stark zusammengedrückt und infolgedessen plankonvex, eUiptisch oder verkehrteiförmig-elliptisch, an beiden Enden spitz, durch den 72 oder fast 72 ^^ langen Griffelrest geschnäbelt, gelbUchweiß, der Schnabel braun, öfters mit fast schwarzer Spitze. Perigon- borsten 6, die längsten 5 mm, die kürzesten 3 mm lang, stark ge- schlängelt (Fig. 3, a), nur an der etwas verbreiterten Spitze durch nach aufwärts gerichtete Haare rauh, sonst glatt, gelbbräunlich. Standort: in humidis montium Chinnampo (Korea) ; gesammelt von ü. Faurie, Vm. 1906 (Nr. 1384). Diese Art erinnert habituell an den nordamerikanischen Scirpus lineatus Michx., der aber, abgesehen von verschiedenen anderen Merkmalen, schon durch die langgestielten Ährchen abweicht. Sie ist eng verwandt mit dem japanischen Scirpus fuirenoides Maxim., Mitsukurianus Makino und karuisawensis Makino. Scirpus fuire- noides"^) unterscheidet sich von Sc. coreanus hauptsächlich durch längere (6 — 9 mm lange), längliche oder längHch-zylindrische Ähr- chen, durch längere (27, — 3 mm lange) Deckblätter und durch 174 mm lange, verkehrteiförmige Früchte; Sc. Mitsukurianus durch längere (5 — 12 mm lange) Ährchen, längere (3 mm lange) schmal- lanzettliche oder lanzettliche Deckblätter und längere (8 mm lange) Perigonborsten ; Sc. karuisawensis durch dickere (272 — 3 mm dicke) Ährchen, längere (272 — ^ ™™ lange) Deckblätter und längere (P/s mm lange) Früchte; bei allen drei Arten ist überdies nach Makino die Frucht stumpf oder abgerundet-stumpf, während bei Sc. coreanus die Frucht sich an der Spitze fort bis zum Grunde des Schnabels verengt (s. Fig. 3). Weder Palibin in seinem „Conspectus Florae Koreae" (in Acta Horti Petropolitani, XIX, 1901), noch Clarke in Forbes' und Hemsleys „An Enumeration of all the Plants known from ^) Der Stiel dieser etwas verkümmerten Spirre ist kürzer als die Scheide des Tragblattes, welche von dem Köpfchen durchbrochen ist. 2) Ich halte mich hieran die Beschreibungen, die Makino von den drei Arten in „The Botan. Magaz." (Tokyo), XVII, S. 7 und 9, und XVIII, S. 119, gibt; die Diagnose, die Clarke in „The Journal of the Linn. Soc", XXXVI, Bot-, auf S. "250 von Sc. fuirenoides gibt, ist namentlich in bezug auf die Perigonborsten nicht richtig („Setae, nux, Stylus omnino ut S. sylvatici'^). 190 China proper. Formosa. Hainan, Oorea..." (in The Journal ofthe Linn. Soc, XXXVI, 1903) führen für Korea irgend eine Scirpus- Art an. Außer Sc. coreanus befinden sich unter den mir vorüegen- den koreanischen Cyperaceen der Pauri eschen Sammlung noch zwei andere Arten: Sc. radicans Schkuhr („in humidis Syou-Quen, 31. V. 1906; Nr. 1386) und Sc. cyperinus (L.) Kunth, s. lat.^) („in humidis litoris Chinnampo, VIII. 1906; Nr. 1385). JEriophorum coreanum. (Fig. 4.) Halm 4V2 — 5V2 ^^ hoch, 1— IV2 n^m dick, stumpf dreikantig, glatt. Spreite des obersten halmstäudigen Blattes kürzer als die zu- gehörige Scheide, aufrecht, lineal, dreikantig, am Grunde rinnig, an der Spitze abgerundet, glatt ^), 1 — 3 cm lang, 1 mm oder wenig darüber breit; Spreite des nächstunteren Blattes ebenso ge- baut, aber um ein geringes länger. Ährchen 3 — 4, die seiten- ständigen gestielt; Stiele 1 — 3 cm lang, durch nach aufwärts ge- richtete kurze Haare filzig-rauh. Mittlere Deckblätter 5 — b^j^ mm lang, 174 — 2 mm breit, breit lineal-lanzettlich, zugespitzt bis spitz mit abgerundetem Ende, mit Mittelnerv (Gefäßbündel) und je 5—6 feinen Seitennerven (Bastbündeln) in den Flanken, unterseits im oberen Teile mit Spaltöffnungen. Frucht 4 mm oder etwas darüber lang^), Vi — 1 mm breit, lineal-elliptisch mit keilförmig ver- schmälertem Grunde, stumpf bespitzt, dreikantig mit zwei schmalen und einer breiten Fläche, rotbraun bis graubraun. Perigonborsten zahlreich, weiß, mit glatter Spitze. Standort : in turfosis Quensan (Korea) ; gesammelt von U. P a u r i e, VII, 1906 (Nr. 1435). Diese Art stimmt in den vegetativen Merkmalen mit E. gracile Koch, in der Ausbildung der Fruchtspitze mit E. tenel- lum Nutt. überein; von beiden weicht sie durch die Länge der Frucht ab. Mit ihr steigt die Anzahl der Arten aus der Gruppe des E. gracile auf 3, die sich folgendermaßen unterscheiden : ') Die asiatischen Arten aus der Gruppe des Sc. cyperinus sind durch- aus verschieden von dem nordamerikanischen Sc. cyperinus und. dem von diesem durch Fernald abgetrennten Sc, atrocinctus und bedürfen wohl end- lich einer neuen Bearbeitung. 2) Die wenigen mir vorliegenden Exemplare sind alle ohne die grund- ständigen Blätter und in überreifem Zustande eingesammelt worden; es wäre des- halb möglich, daß die Spreiten zunächst rauhe Ränder haben, da bei Cyperaceen nicht selten die kurzen spröden Haare, welche die Blattränder rauh machen, im Alter alle abgebrochen sind. 3) Dies gilt von den normalen Früchten; die nicht selten vorhandenen Früchte mit verkümmertem Samen sind kürzer. 191 1. Frucht an der Spitze verschmälert, mit deutlichem Griffelrest. a)Halm unterhalb der Infloreszenz rauh. Spreite des obersten halmständigen Blattes 5— 9cm lang^), an den Rändern stark rauh, die des nächst- unteren Blattes 15 cm und darüber lang. Frucht (Fig. 4, b) 2V2 — 3 mm lang, an der Spitze nicht vorgezogen, gelbbraun bis gelb-rotbraun E. tenellum Nutt. b) Halm glatt. Spreite des halmständigen Blattes höchstens 3 cm lang, glatt^), die des nächst- unteren Blattes wenig länger. Frucht (Fig. 4, a) 4mm oder etwas darüber lang, an der Spitze mehr oder weniger deutlich vorgezogen, rot- braun E. coreanum Palla. 2. Frucht (Fig. 4, c) an der Spitze nicht oder wenig ver- schmälert, mehr oder minder stark quer abgestutzt, mit undeutlichem Griffelrest, 3 mm lang, gelbbraun. Halm glatt, selten unterhalb der Infloreszenz schwach rauh. Spreite des obersten halmständigen Blattes 1 — 472 cm ^^^S • E. gracile Koch. Ob auch an den blühenden Ährchen zwischen den drei Arten Unterschiede bestehen, vermag ich nicht zu sagen, da mir von E. tenellum und coreanum nur überreife Exemplare bei der Untersuchung zur Verfügung standen. Das von Franchet und Savatier in ihrer „Enumeratio plantarum in Japonia sponte crescentium" für Japan („Nippon, in tractu Niko"; a. a. 0., S. 115) angegebene E. gracile dürfte vor- aussichtlich E. coreanum sein. Bulbostylis holiviana. Rasig. Halme zahlreich, bis 3 dm hoch, V4— V2 "^"^ dick, 3- bis 5-kantig, rauh bis glatt. Scheiden fein kurzhaarig, an der Mündung lang und dicht weiß-gebärtet; Spreiten Vs ßini oder wenig darüber breit, flächig-rinnig, oberwärts dreikantig-rinnig, stachel- spitzig, die unteren bis 11 cm lang, beiderseits mehr oder weniger dicht kurzhaarig, die des obersten, scheinbar halmständigen Blattes 2—3 cm lang, behaart bis kahl. Infloreszenz ein einziges end- ständiges Ährchen ; Hochblätter 4, den Deckblättern gleichgestaltet, aber kleiner, das unterste und nicht selten auch das nächste mit als Granne entwickelter Spreite, die Granne viel kürzer bis so lang als das Ährchen, hie und da auch das Ährchen weit überragend. Ährchen verkehrt-eiförmig oder ellipsoidisch bis länglich-ellipsoidisch. ^) Nach Fernald („The North American species of Eriophorum^ , in Rhodora, VII [1905], S. 87), dem ein reichhaltiges Vergleichsmaterial zu Gebote stand, 3—18 cm lang. ^) Vgl. Anmerkung 2 auf voriger Seite. 192 (vom untersten Hochblatte an gerechnet) 4—8 mm lang, 2V2 — 3 mm oder etwas darüber dick, vielblütig. Deckblätter 27« — 3 mm lang, 2 — 272 mm breit, breit-eiförmig, an der Spitze breit abgerundet, auf der Außenfläche fein kurzhaarig, am Rande gewimpert, rot- braun mit lichterem oder bleichgrünem Mittelstreifen, im Mittel- streifen 3 nervig (der Mittelnerv ein Gefäßbündel, die beiden Seitennerven Sklereidenstränge), sonst nervenlos. Staubgefäße 3; Antheren 2—272 ^^ ^^^S- Narben 3, stark papillös. Standort: an trockenen Sandsteinplatten bei Tucabaca (Chiquitos) in Bolivien, ca. 200 m ü. d. M. Gesammelt von Th. Herzog, V. 1907. Diese Art steht nahe Biilhostylis conifera Kunth, von der sie sich durch das begrannte Hochblatt und die auf der Außenfläche behaarten Deckblätter unterscheidet. Leider befanden sich alle Ährchen der mir vorliegenden Exemplare erst im Beginn der Anthese, so daß sich über die Beschaffenheit der Frucht nichts sagen läßt. Finibristylis crassispica, (Fig. 5.) ßasig. Halme zahlreich, bis 4 dm oder etwas darüber hoch, in der unteren Hälfte 1— 2 mm breit, stark zweischneidig zu- sammengedrückt, kahl und glatt. Blätter viel kürzer als die Halme, aufrecht; Scheiden quer abgestutzt, an den fruchtenden Halmen meist der Länge nach eingerissen, kahl; Blatthäutchen vorhanden, quer oder in einer konvexen Linie verlaufend, sehr niedrig; Spreiten bis 172 dm lang, 1— 2 mm breit, lineal, flächig-rinnig bis flach, mit stumpfer oder stumpflicher Spitze, oberwärts an den Rändern rauh, sonst kahl und glatt. Ährchen 1, 1 bis nahezu 172 cm lang, 5 — 8 mm dick, dick-eiförmig bis dick-kurzzylindrisch (Fig. 5, a), sehr stumpf (jüngere Ährchen eiförmig oder ellipsoidisch, mehr oder weniger spitz), vielblütig ; Hochblätter 2 — 3, das unterste das Ährchen etwas überragend, mit 72 — V4 ^^ breiter, an den Rändern rauher Spreite, die übrigen höchstens halb so lang als das Ähr- chen, mit grannenartiger oder als Stachelspitze entwickelter Spreite. Deckblätter (die untersten ohne Blüte) samt der Stachelspitze 4— 5 mm lang, 2 — 3 mm breit, schwach kahnförmig, eiförmig, stachelspitzig, kahl mit glatter oder sehr schwach rauher Stachel - spitze, mit Ausnahme eines breiten Randteiles vielnervig, in der unteren (durch die gegenseitige Deckung verhüllten) Hälfte bleich, in der oberen mit breitem, gekieltem, grünem Mittelstreifen und gelben bis rotbraunen Flanken. Staubgefäße 3—1; Antheren 1 — P/o mm lang. Griffel samt den Narben 4 bis nahezu 5 mm lang, stark zusammengedrückt, am Grunde wenig verbreitert, ober- wärts dicht behaart, in der unteren Hälfte kahl; Narben 2, kürzer als der Griffel, stark papillös, am Grunde wie der Griffel dicht langhaarig. Frucht 175 — 172 ^^ ^^^S^ 1 — 173 ^^ ^'^®^^' rundlich- 193 verkehrteiförmig, ungestielt, glatt ohne jede Zeichnung, gelb bis braun mit breiten, gelblichen Kantenrändern, glänzend. Standort: in herbidis Quelpaert (Korea); gesammelt von ü. Paurie, VIIL 1907 (Nr. 2244). Diese durch das dicke Ährchen habituell sehr auffällige Art gehört der Gruppe der Fimbristylis schoenoides (ßetz.) Vahl an, weicht aber durch die ungestielten, jeglicher Zeichnung ermangelnden Früchte ab, ein Merkmal, durch welches sie sich an die meist dreiährige F. Sieholdii Miquel anschließt. Chlorocyperus Franchetii. (Fig. 6.) Synonym: Cyperus iria Franchet et Savatier in „Enumeratio plantarum in Japonia sponte crescentium", II (1879), p. 103. Halme, Blätter, Infloreszenz im allgemeinen wie bei Chloro- cyperus iria. Ährenspindel mehrkantig (an den untersuchten Pflanzen meist dreikantig), mit konkaven oder hie und da planen Wänden, au den Kanten mehr oder weniger deut- lich geflügelt, jlhrchenspindel breit geflügelt (Fig. 6, a). Deckblätter IV3— IV2 ^^"^ ^^^^1 ebenso breit, rundlich, an der Spitze ausgerandet, in der Ausrandung mit einer derben, das Deckblatt überragenden Stachelspitze, mit breitem, ge- kieltem, dreinervigem, grünem Mittelstreifen und nervenlosen, gelb- braunen bis rotbraunen Flanken. Antheren V3 "^"^ ^^.ng. Griffel äußerst kurz, samt den Narben höchstens etwas über '^ ^"^ ^^^g 5 Narben 3, mehrmals länger als der Griffel. Frucht 1— IV3 »^di lang, ^'2 — V4 ™ni breit, elliptisch bis elliptisch-verkehrteiförmig, drei- kantig, kurz bespitzt, dunkelrotbraun, Standorte der von mir gesehenen Pflanzen: in arenosis Chin- nampo (Korea), gesammelt von U. Faurie, 8. IX. 1906 (Nr. 1413) ; Yokohama (Japan), gesammelt von Maximowicz, 1862 (1 im Herbar des botanischen Gartens der Universität Wien vorliegendes Exemplar, zusammen mit einem Exemplar des echten Chlorocijperus iria, beide von Maximowicz als Cyperus Iria L. bezeichnet). Franchet und Savatier haben in ihrer „Enum. pl. in Japonia sponte cresc." ganz richtig zwei Arten aus der Gruppe des Chlorocyperus iria unterschieden. Es ist ihnen aber das Versehen unterlaufen, daß sie den echten Chi. iria für eine neue Art ge- halten und als Cyperus paniciformis beschrieben haben, während sie die wirklich neue Art mit Chi. iria identifizierten. Dies ergibt sich nicht so sehr aus der Diagnose des Cyperus paniciformis auf S. 537 des angeführten Werkes als vielmehr aus dem Schlußpassus der Cyperus iria angefügten „Observ." auf S. 104: „Le rachis et la racheole bordes d'une membrane, ainsi que la presence d'jin mucron depassant toujours le sommet de l'ecaille, differencient bien nettement le C. iria du C. paniciformis dont le rachis et la racheole sont depourvus de membrane et le mucron plus court que 194 l'ecaille". Gerade die ungeflügelte Ähren- und Ährchenspindel (Fig. 6, a') aber und die zarte, die ausgerandete Spitze des Deck- blattes nicht überragende Stachelspitze (Fig. 6, b') sind für den echten Chi. iria charakteristisch. Es ist demnach der Cyperiis paniciformis Franch. et Sav. gleich Chlorocyperus iria (L.) ßikli, der Cyperus iria Franch, et Sav. aber eine eigene Art, die ich hier Chlorocyperus Franchetü benenne. Erklärung der Abbildungen (Taf. III). Fig. 1. Früchte von Rhynchospora coreana Palla. Vergrößerung = 10. Fig. 2. Früchte von Rhynchospora hreviseta Palla. Vergrößerung =: 10. Fig. 3. Früchte von Sarpus coreanus Palla. Vergrößerung = 18. a) Frucht von der Bauchseite aus gesehen, samt den Perigonborsten b) Frucht von der Eückenseite aus gesehen, nach Entfernung der Perigon- borsten. Fig. 4. Vergrößerung = 10. a) Früchte von Eriophorum coreanum Palla. h) Früchte von Eriophorum tenellum Nutt. c) Früchte von Eriophorum gracile Koch. Fig. 5. Fimbristylis crassispica Palla. a] Infloreszenz, in natürlicher Größe. b) Früchte. Vergrößerung =10. Fig. 6. a) Ährchenspindel von Chlorocyperus Franchetü Palla. Vergröße- rung = 10, a') Ährchenspindel von Chlorocyperus iria (L.) Rikli. Vergrößerung = 18. b) Deckblatt von Chi. Franchetü, in der Seitenansicht. Vergröße- rung = 18. b') Deckblatt von Chi. iria, in der Seitenansicht. Vergrößerung = 18. RandbemerkuDgeii zu G-rossers Bearbeitimg der Cistaceen. Von E. Janchen (Wien). (Mit zwei Textabbildungen.) Die Familie der Cistaceen hat den Botanikern seit jeher wegen ihrer außerordentlichen Formenmannigfaltigkeit besondere Schwierigkeiten bereitet, wie dies schon aus der bedeutenden Zahl der in älteren Werken getrennt beschriebenen Arten, deren Zu- sammengehörigkeit sich später erwiesen hat, und aus der großen Verworrenheit der Synonymie zu entnehmen ist. Willkomms monographische Bearbeitung der altweltlichen Cistaceen^), die für ihre Zeit als mustergiltig betrachtet werden konnte und deren ') M. Willkomm, Icones et descriptiones plantarum novarum criticarum et rariorum Europae austro-occidentalis praecipue Hispaniae. Tom. II: Cisti- nearum orbis veteris descriptio monographica iconibus illustrata (1856). Palla Ed..Neue Cvneraceen V Taf.lll. ^y li- a. a. ^ /^. ili M li ij %' a.